Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion  (Read 31578 times)

Wombeljones

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Tarifrunde 2019 - Diskussion
« am: 12.11.2018 07:45 »
So, dann eröffne ich mal den Thread mit der anstehenden Runde im TV-L. ver.di hat ja den Flyer hier veröffentlicht mit den zur Diskussion stehenden Punkten:

Aktueller Flyer von ver.di

In Kurzform:

  • 6%, 12 Monate Laufzeit
  • EGO verbessern und in Kraft setzen
  • 30 Tage Urlaub für Azubis
  • Ausbildungs- und Praktikumsvergütungen stärker anheben
  • Übertrag auf Beamte

In den - zwischenzeitlich unterbrochenen Verhandlungen - zur EGO waren ja mal diese Punkte vorgemerkt:

  • stufengleiche Höhergruppierung
  • „Entzerrung“ der Entgeltgruppe 9
  • Nutzung der Entgeltgruppen 4 und 7
  • Einführung gesonderter Entgelttabellen für den Pflegedienst und für den Sozial- und Erziehungsdienst)

Ich hab ja nicht allzuviel Hoffnung, dass nach der monatelangen Pause irgendwas greifbares rauskommt.

Die stufengleiche Höhergruppierung könnte kommen, denn die wird ja seit Jahren diskutiert.
« Last Edit: 18.11.2018 13:09 von Admin »

Maqualady

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #1 am: 12.11.2018 09:06 »
Was ja auch mal ganz wichtig wäre - dass die Wochenarbeitszeit deutschlandweit gleichgesetzt wird ...
In Bayern müssen die Angestellten nach wie vor 40:06 Stunden arbeiten - gegenüber Schleswig-Holstein 38:42 Std. (und ich meine damit nicht die Pflegekräfte sondern die ganz normalen Verwaltungsangestellten) .... das ist m.E. diskriminierend ...
Beamte dagegen haben jetzt einheitlich 40 Std. ....
.....und jetzt bitte nicht das Argument dass Beamte jahrelang 42 Stunden arbeiten mussten - der Vergleich hinkt in jeglicher Hinsicht (und den muss ich mir permanent an meiner Dienststelle anhören) ... dafür haben Beamte ganz viele andere "Annehmlichkeiten"...
Es sollte ein Schnitt berechnet werden der dann für jedes Bundesland gilt ... !!

Yasper

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #2 am: 12.11.2018 11:44 »

In Bayern müssen die Angestellten nach wie vor 40:06 Stunden arbeiten - gegenüber Schleswig-Holstein 38:42 Std. (und ich meine damit nicht die Pflegekräfte sondern die ganz normalen Verwaltungsangestellten) .... das ist m.E. diskriminierend ...
Beamte dagegen haben jetzt einheitlich 40 Std. ....


Das Beamte einheitlich 40 Std. haben ist nicht die Wahrheit.

Beispiele für 41 Stunden-Woche: Bundesbeamte, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein.

Miau!

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #3 am: 12.11.2018 11:54 »
Zitat
Das Beamte einheitlich 40 Std. haben ist nicht die Wahrheit.
;D

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #4 am: 12.11.2018 14:42 »
Was ja auch mal ganz wichtig wäre - dass die Wochenarbeitszeit deutschlandweit gleichgesetzt wird ...
In Bayern müssen die Angestellten nach wie vor 40:06 Stunden arbeiten - gegenüber Schleswig-Holstein 38:42 Std. (und ich meine damit nicht die Pflegekräfte sondern die ganz normalen Verwaltungsangestellten) .... das ist m.E. diskriminierend ...
"Gerecht" wäre es, wenn alle auf einen einheitlichen Stundenlohn bekommen würden und man dann entsprechend der Jahresarbeitsstunden vergütet wird.
Die einen haben mehr Feiertage, die anderen 10 Minuten weniger Wochenarbeitszeit.....

Omikron

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #5 am: 12.11.2018 15:19 »
Hallo zusammen,

schön, dass es wieder ein Forum gibt. War zwar meistens nur ein stiller Mitleser, aber ich habe es schon ziemlich vermisst.

Wenn man sich die konjunkturelle Entwicklung so anschaut, dürfte die kommende Tarifrunde voraussichtlich die letzte Möglichkeit  für die Gewerkschaften sein, beim Tarifabschluss einigermaßen was rauszuholen. Die Steuerschätzungen sagen ja bereits fürs kommende Jahr eine Stagnation voraus. Für die TdL also künftig wieder das perfekte Totschlagargument gegen großzügigere Erhöhungen neben der Schuldenbremse.

Wenn die Gewerkschaften also diesmal keinen guten Abschluss hinbekommen, dürfte es für die Verhandlungen der kommenden Jahre eher schwierig werden noch etwas durchzusetzen. Schon allein den Gehaltsabstand zum Bund und den Kommunen einzuholen dürfte eine ziemliche Herausforderung werden. Alles unter einer drei vor dem Komma auf das Jahr bezogen wäre deshalb eigentlich schon eine Unverschämtheit. Aber man wird sehen.

Es wird auf jeden Fall spannend!



« Last Edit: 12.11.2018 15:22 von Omikron »

Maximus2584

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #6 am: 12.11.2018 18:12 »
So, dann eröffne ich mal den Thread mit der anstehenden Runde im TV-L. ver.di hat ja den Flyer hier veröffentlicht mit den zur Diskussion stehenden Punkten:

Aktueller Flyer von ver.di

In Kurzform:

  • 6%, 12 Monate Laufzeit
  • EGO verbessern und in Kraft setzen
  • 30 Tage Urlaub für Azubis
  • Ausbildungs- und Praktikumsvergütungen stärker anheben
  • Übertrag auf Beamte

In den - zwischenzeitlich unterbrochenen Verhandlungen - zur EGO waren ja mal diese Punkte vorgemerkt:

  • stufengleiche Höhergruppierung
  • „Entzerrung“ der Entgeltgruppe 9
  • Nutzung der Entgeltgruppen 4 und 7
  • Einführung gesonderter Entgelttabellen für den Pflegedienst und für den Sozial- und Erziehungsdienst)

Ich hab ja nicht allzuviel Hoffnung, dass nach der monatelangen Pause irgendwas greifbares rauskommt.

Die stufengleiche Höhergruppierung könnte kommen, denn die wird ja seit Jahren diskutiert.


Darf ich fragen, was mit "Entzerrung“ der Entgeltgruppe 9 gemeint ist, dass verschiedene Fallgruppen vorhanden sind und damit auch verschiedene Zeiten für die Stufenzuordnung und dies soll verbessert werden? :)

Wombeljones

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #7 am: 12.11.2018 19:15 »
Mit der Entzerrung wird zum großen Teil die Aufteilung der EG9 in - vermutlich - EG9a/b/c gemeint sein, wie beim Bund bzw. den Kommunen bereits geschehen. Hintergrund sind die 3 unterschiedlichen Gruppierungen (E9, kleine E9, klein-klein) mit verschiedenen Laufzeiten und Endstufen, was immer wieder zu Missverständnissen führt.

Pseudonym

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #8 am: 12.11.2018 21:01 »
Ich hab ja nicht allzuviel Hoffnung, dass nach der monatelangen Pause irgendwas greifbares rauskommt.

Was will man auch von Leuten erwarten, die den Genderstern nutzen?  ::)

Cincinnatus

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #9 am: 13.11.2018 08:08 »
Hallo,
ich freue mich auch sehr, dass das Forum wieder eingerichtet werden konnte. Vielen Dank hierfür an den Administrator.
Ich selbst bin Beamter einer Kommune in NRW. Für meine Person kann ich nur sagen, dass mir die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 41 Stunden auf 39 Stunden am wichtigsten wäre.
In anderen Branchen, wie z.B. bei den Metallbeschäftigten, ist eine 35 Stunden Woche die Regel, eine temporäre Reduzierung auf 28 Stunden ist tariflich vereinbart.
Die Einführung der 41 Stunden Woche im Jahr 2004 in NRW wurde mit einem Beitrag der Beamten zur Haushaltskonsolidierung begründet. Nach meinem Empfinden ist dieser Beitrag mehr als geleistet! Außerdem wurde zu seiner Zeit in den parlamentarischen Beratungen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich nur um eine vorübergehende Anhebung der Stundenzahl handelt.
Ich jedenfalls wäre bereit notfalls auf eine tarifl. Lohnerhöhung zu verzichten, wenn dauerhaft eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit für die Beamten vereinbart wird. Wie ist eure Meinung?

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #10 am: 13.11.2018 08:44 »
Du möchtest also, daß die TB auf eine Entgelterhöhung verzichten, damit die Arbeitszeit der Beamten reduziert wird?

Cincinnatus

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #11 am: 13.11.2018 09:40 »
Nein! Das verstehen Sie falsch. Das möchte ich auf gar keinen Fall. Ich als Beamter würde auf eine für die Tarifbeschäftigten ausgehandelte Entgelterhöhung zur Not teilweise bzw. ganz verzichten. Den TB soll dadurch in keiner Weise ein Nachteil entstehen.
Ich kann mich allerdings erinnern, da galt auch für die TB eine geringere wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden. Möglicherweise wäre dies ein Ergebnis wofür es sich zu kämpfen lohnt!

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #12 am: 13.11.2018 09:53 »
Ich verstehe überhaupt nichts falsch. Ich verstehe die Bereitschaft, notfalls auf eine tarifl. Lohnerhöhung - die ja ausschließlich TB zugute kommt - zu verzichten, wenn dauerhaft eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit für die Beamten - die ja ausschließlich Beamten zugute kommt - vereinbart würde, auf die einzig mögliche Weise, wie diese Aussage verstanden werden kann. Ich mag aber nicht ausschließen, daß der Schreiberling etwas anderes meinte als er geschrieben hat. Möglicherweise ist auch die neuerliche Vorbringung dergestalt, daß „Das verstehen Sie falsch.“ eigentlich „Da habe ich Mist geschrieben.“ heißen soll.

hat er

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #13 am: 13.11.2018 10:39 »
Mahlzeit,
ich verstehe die Gewerkschaften nicht, GEW sowie Verdi...was wollen Sie denn noch. Die Bundesfamilienministerin möchte den Stand des Erziehers in Deutschland deutlich anheben, möglich durch eine neue Endgeldtabelle, die berliner Bildungssenatorin Scheres springt auf das gleiche Boot und fordert, dass die Erzieherinnen deutlich ein Lohnplus erhalten sollten, hier sei eine Zulage oder prozentuale Erhöhung nicht ausreichend. Im Gespräch im Intervew waren ca. (400 bis 500@ brutto) was die ungefähre Angleichung an den TVÖD bedeuten würde oder aber sogar, Berlin steigt aus dem TVL aus und geht in den TVÖD.
Jetzt die Hauptfrage....all diese Punkte nehmen die Gwerkschaften nicht auf und fordern erneut ein minimales, nämlich 6%??? Ich denke langsam, dass die Gewerkschaften eher Arbeitgeberverbände geworden sind....ich werde austreten.

Pädi07

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Antw:Tarifrunde 2019
« Antwort #14 am: 13.11.2018 12:56 »
Die Gewerkschaft hat in den letzten Jahren für meine Gehaltsgruppe (etwas höher, als EG 8...) nichts bahnbrechendes erreicht. Da haben die Arbeitgeber mehr geholfen: z.B. die Stufe 6 bei der letzten Runde!

Warum also sollten ich oder meinesgleichen ernsthaft bei verdi als hauptverhandelnde Gewerkschaft einsteigen?