Autor Thema: Tarifrunde - Zukunft  (Read 9991 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #30 am: 22.11.2018 17:03 »
Das mit den Erzieherinnen ist natürlich problematisch, da der Mangel eher dazu führt, Erwerbstätigkeit zu erschweren. Ansonsten begrüße ich unbesetzte Sozialgedönsstellen - wieder öffentliche Gelder sinnvoll eingespart.

Öffentliche Gelder sinnvoll einzusparen- gute Idee; aber wer leistet den Kinderschutz ? Vielleicht können das ja noch andere Fachgebiete übernehmen.

Ja, ja, so sind die Etatisten. Der Staat muß immer dies oder das schützen, obwohl es Jahrhunderte lang auch ohne Staat gut funktionierte. https://youtu.be/HHDKmASkSrc

Also lassen wir die Kinder in den Familien, wo sie missbraucht werden? Alles Scheiss egal? Das kann es ja kaum sein.

Erstens bin ich nicht überzeugt, daß in der überwiegenden Zahl der Fälle staatliche Obhut zu besseren Ergebnissen führt - und zweitens ist dieser Arbeitsvorgang von den Zeitanteilen her wohl kaum der beherrschende im ASD.

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #31 am: 22.11.2018 17:04 »
Das zeigt uns in erster Linie, daß man die Progressionszone zwischen Freibetrag und Reichensteuer strecken müßte.
Ach, das Projekt "Mittelstandsbauch" oder auch "Weg mit der kalten Progression". Hab ich schon mal von gehört. Wird wohl (m)ein ewiger Traum bleiben.

Spid

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #32 am: 22.11.2018 17:07 »
In welcher Welt ist denn ein Gehalt hart an der JAEG „durchaus attraktiv“? Und für wen?

"Durchaus" kann und darf hier als Einschränkung verstanden werden. Die Frage kann doch ohnehin nicht allumfassend für jeden beantwortet werden.

Du bist ATler, demnach 60 k ein Leben in gesicherter Armut.

Für Personen mit VFA und VFW (sprich ohne Studium!) sind doch 60 k in Ordnung. Zumal das ja nur Stufe 5 ist; immerhin sieht es in EG 11 und 12 noch besser aus.

Für die ist die E10/11/12 aber nicht in erster Linie gedacht. Nimmt man die  immer wieder für fixe Ideen sorgenden Qualifikationseckpunkte, die nahezu alle Tarifparteien gleichermaßen verlautbarten, als sie sich für die EGO auf die Schulter klopften, als Absicht der Tarifparteien an, so sind diese Entgeltgruppen in erster Linie für TB mit Hochschulsbschluß gedacht - und für einen Bauingenieur  mit 10 Jahren Berufserfahrung (Stufe 5) ist das eher ein schlechter Witz.

Auch das wird zwangsläufig der Markt regeln. Bei uns werden schon teilweise Leute in EG 8 mit Stufenvorweggewährung gehalten. So etwas war vor 3 Jahren undenkbar.

Der Markt regelt das z.Z. in erster Linie dadurch, daß entsprechende Stellen unbesetzt bleiben. Deshalb fehlen ja an allen Ecken und Enden Bauingenieure im öD.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #33 am: 22.11.2018 17:46 »
In welcher Welt ist denn ein Gehalt hart an der JAEG „durchaus attraktiv“? Und für wen?

"Durchaus" kann und darf hier als Einschränkung verstanden werden. Die Frage kann doch ohnehin nicht allumfassend für jeden beantwortet werden.

Du bist ATler, demnach 60 k ein Leben in gesicherter Armut.

Für Personen mit VFA und VFW (sprich ohne Studium!) sind doch 60 k in Ordnung. Zumal das ja nur Stufe 5 ist; immerhin sieht es in EG 11 und 12 noch besser aus.

Für die ist die E10/11/12 aber nicht in erster Linie gedacht. Nimmt man die  immer wieder für fixe Ideen sorgenden Qualifikationseckpunkte, die nahezu alle Tarifparteien gleichermaßen verlautbarten, als sie sich für die EGO auf die Schulter klopften, als Absicht der Tarifparteien an, so sind diese Entgeltgruppen in erster Linie für TB mit Hochschulsbschluß gedacht - und für einen Bauingenieur  mit 10 Jahren Berufserfahrung (Stufe 5) ist das eher ein schlechter Witz.

Auch das wird zwangsläufig der Markt regeln. Bei uns werden schon teilweise Leute in EG 8 mit Stufenvorweggewährung gehalten. So etwas war vor 3 Jahren undenkbar.

Der Markt regelt das z.Z. in erster Linie dadurch, daß entsprechende Stellen unbesetzt bleiben. Deshalb fehlen ja an allen Ecken und Enden Bauingenieure im öD.

Und in der Privatwirtschaft ebenso.

Spid

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #34 am: 22.11.2018 17:54 »
Ist das so? Ich habe nicht feststellen können, daß jüngst irgendein privatwirtschaftliches Großprojekt wegen fehlender Planungskapazitäten auf Eis gelegt wurde.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #35 am: 22.11.2018 18:06 »
Ist das so? Ich habe nicht feststellen können, daß jüngst irgendein privatwirtschaftliches Großprojekt wegen fehlender Planungskapazitäten auf Eis gelegt wurde.
Planungsbüros beschäftigen nicht überwiegend Ingenieure des ÖD

JC83

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #36 am: 22.11.2018 18:06 »
Ist man mit 60.000 brutto p.a. als Single nicht schon reich (hinsichtlich des Spitzensteuersatzes)?  Also muss das Gehalt doch zwangsläufig attraktiv sein!

Was ist denn für dich ein attraktives Gehalt?

Welches mir ein zufriedenstellendes und (finanziell) sorgenfreies Leben ermöglicht. Ich denke wir sind uns einig, dass dies individuell höchst unterschiedlich sein kann.

Für mich als Ehemann, 2-facher Vater, Immobilienbesitzer 110.000€ auf der Schuldenuhr, 2 Autos, 1 Trecker, 7ha Wald sind 60.000 hier draussen auf'm Land ok. Work-life Balance und so...
Müsste ich meine rd. 200m² Wohnfläche in Köln, München o.ä. Ballungsgebiet finanzieren... dann wären 60.000 für mich recht unattraktiv.

Bei dem Leben wie aus der Sparkassenwerbung droht natürlich auch schnell die hedonistische Adaption, ergo sind dann über kurz oder lang auch 70 oder 80 k nur 'ok ...

JC83

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #37 am: 22.11.2018 18:09 »
Ist das so? Ich habe nicht feststellen können, daß jüngst irgendein privatwirtschaftliches Großprojekt wegen fehlender Planungskapazitäten auf Eis gelegt wurde.
Planungsbüros beschäftigen nicht überwiegend Ingenieure des ÖD

So hat das spid wohl kaum gemeint.

Spid

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #38 am: 22.11.2018 18:15 »
Ist das so? Ich habe nicht feststellen können, daß jüngst irgendein privatwirtschaftliches Großprojekt wegen fehlender Planungskapazitäten auf Eis gelegt wurde.
Planungsbüros beschäftigen nicht überwiegend Ingenieure des ÖD

Das dürfte so zutreffend sein wie es unbeachtlich ist.

Max

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #39 am: 22.11.2018 19:45 »
Ich konnte in jüngster Vergangenheit auch keine "großen Sprünge" verzeichnen.
Und die großen Sprünge in den Einstiegsstufen der EG-Gruppen der letzten "Reform" zu Lasten der langjährig Beschäftigten ist m.M.n. ein kläglicher Versuch uns für dumm zu verkaufen.
Ganz sicher nicht. Das war eine der sinnvollsten Entscheidungen und das gleiche bitte beim nächsten mal Wiederholen (nein, ich bin nicht in den Einstiegsstufen).

Bitte werd da mal konkreter. Was genau war sinnvoll, von welcher Reform reden wir eigentlich?
Ich habe den letzten Abschluss im Sinn. Da wurde ja seitens der Gewerkschaften eine überdurchschnittliche Erhöhung im unteren Bereich gefordert, eben bei deren Kernklientel. Gekommen ist es dann aus meiner Sicht anders, profitiert haben mindestens ebenso die höheren Gruppen.

Nun lässt sich sicher streiten, ob es in den geringeren Gruppen (ich fasse diese mal für mich bis etwa EG 7-8) Nachholbedarf gibt. Ich würde aus meiner Sicht sagen: Nein. Denn ich kenne ehemalige Kollegen, die außerhalb des ÖD mit einer Ausbildung wie Kaufmann/-frau für Büromanagement ein ganzes Stück unter dem Äquivalent dessen waren, was sie im ÖD damit hätten verdienen können.
In einem anderen Thread in diesem neuen Forum las ich kürzlich auch, dass etwa ReNo-Fachangestellte in ihrem Beruf sehr schlecht bezahlt würden und daher als Ersatz für nicht vorhandene gelernte Verw.FA in Betracht kämen und dem ÖD nicht abgeneigt seien.
Insofern scheinen die unteren EGs aus meiner Sicht keinen übermäßigen Steigerungsbedarf zu haben.

Wenn ich im Gegenzug dann aber sehe, wie Stellen für Ingenieure (Tiefbau etc.) teils ausgeschrieben werden, und auch wie oft, sehe ich eher in den oberen Regionen Nachholbedarf. Wobei der vermutlich so groß ist, dass er nicht mal eben ausgebügelt werden kann, und man sicher auch Dinge wie Jobsicherheit und die geregelten Arbeitszeiten betrachten muss, bevor man sagt 'Da verdient man ja in der Privatwirtschaft das Doppelte!'.
Ein klassischer Fall von mangelnder Lesekompetenzen.
Ich habe mich auf Stufen,  nicht EG, bezogen. Die ganze Textwand also eher am Post vorbei.
Um deinem Wunsch nach Konkretisierung trotzdem nachzukommen:
Unter der Annahme,  dass die Erhöhungssumme in etwa feststeht, geht es primär um eine möglichst sinnvolle Verteilung des Kuchens.  Die unteren und untersten EG verdienen oft im Vergleich zur PV angemessen bis sehr gut (v.a. wenn man die Arbeitsbedingungen mit einbezieht).
Über alle EG hinweg ist die AG- Bindung in den Stufen 5-6 wohl sehr hoch (Geld ist OK, man hat sich im Job eingerichtet, z.T. für die PV durch die Jahre im öD verbrannt,
oft örtlich weniger flexibel), d.h. man wird wohl nicht wegen 1% weniger Erhöhung hinschmeißen.
Es bleiben also die jungen,  örtlich flexiblen,  motivierten und gut ausgebildeten Bewerber und AN um die man "kämpfen" muss. In den Stufen 1-3 bekommt man also im Verglwich mehr Wirkung für  jedes zusätzliche %.

Max

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #40 am: 22.11.2018 20:03 »
Das mit den Erzieherinnen ist natürlich problematisch, da der Mangel eher dazu führt, Erwerbstätigkeit zu erschweren. Ansonsten begrüße ich unbesetzte Sozialgedönsstellen - wieder öffentliche Gelder sinnvoll eingespart.

Öffentliche Gelder sinnvoll einzusparen- gute Idee; aber wer leistet den Kinderschutz ? Vielleicht können das ja noch andere Fachgebiete übernehmen.

Ja, ja, so sind die Etatisten. Der Staat muß immer dies oder das schützen, obwohl es Jahrhunderte lang auch ohne Staat gut funktionierte. https://youtu.be/HHDKmASkSrc

Also lassen wir die Kinder in den Familien, wo sie missbraucht werden? Alles Scheiss egal? Das kann es ja kaum sein.
Das ist aber ein ganz schön größer Gedankensprung.
Wie wäre es mal damit wenn wir nicht immer nach dem Staat rufen sondern selbst Verantwortung übernehmen.
Der Staatsapparat mit seiner Regelungsfanatik und Umverteilungmanie ist einfach nur eine gigantische Geldverbrennungsmaschine.
« Last Edit: 22.11.2018 20:05 von Max »

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #41 am: 22.11.2018 20:18 »
Das mit den Erzieherinnen ist natürlich problematisch, da der Mangel eher dazu führt, Erwerbstätigkeit zu erschweren. Ansonsten begrüße ich unbesetzte Sozialgedönsstellen - wieder öffentliche Gelder sinnvoll eingespart.

Öffentliche Gelder sinnvoll einzusparen- gute Idee; aber wer leistet den Kinderschutz ? Vielleicht können das ja noch andere Fachgebiete übernehmen.

Ja, ja, so sind die Etatisten. Der Staat muß immer dies oder das schützen, obwohl es Jahrhunderte lang auch ohne Staat gut funktionierte. https://youtu.be/HHDKmASkSrc

...das ist allerdings wahr- früher war wirklich alles besser


daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #42 am: 22.11.2018 20:26 »


Wie wäre es mal damit wenn wir nicht immer nach dem Staat rufen sondern selbst Verantwortung übernehmen.
Der Staatsapparat mit seiner Regelungsfanatik und Umverteilungmanie ist einfach nur eine gigantische Geldverbrennungsmaschine.
[/quote]

Super Vorschlag: Welche Verantwortung sind Sie denn als Bürger bereit,  zu übernehmen ?

Spid

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #43 am: 22.11.2018 20:32 »
Wenn jeder die Verantwortung für sich selbst hat, ist schon viel gewonnen.

Pseudonym

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Antw:Tarifrunde - Zukunft
« Antwort #44 am: 22.11.2018 20:59 »
In welcher Welt ist denn ein Gehalt hart an der JAEG „durchaus attraktiv“? Und für wen?

"Durchaus" kann und darf hier als Einschränkung verstanden werden. Die Frage kann doch ohnehin nicht allumfassend für jeden beantwortet werden.

Du bist ATler, demnach 60 k ein Leben in gesicherter Armut.

Für Personen mit VFA und VFW (sprich ohne Studium!) sind doch 60 k in Ordnung. Zumal das ja nur Stufe 5 ist; immerhin sieht es in EG 11 und 12 noch besser aus.

Für die ist die E10/11/12 aber nicht in erster Linie gedacht. Nimmt man die  immer wieder für fixe Ideen sorgenden Qualifikationseckpunkte, die nahezu alle Tarifparteien gleichermaßen verlautbarten, als sie sich für die EGO auf die Schulter klopften, als Absicht der Tarifparteien an, so sind diese Entgeltgruppen in erster Linie für TB mit Hochschulsbschluß gedacht - und für einen Bauingenieur  mit 10 Jahren Berufserfahrung (Stufe 5) ist das eher ein schlechter Witz.

Auch das wird zwangsläufig der Markt regeln. Bei uns werden schon teilweise Leute in EG 8 mit Stufenvorweggewährung gehalten. So etwas war vor 3 Jahren undenkbar.

Der Markt regelt das z.Z. in erster Linie dadurch, daß entsprechende Stellen unbesetzt bleiben. Deshalb fehlen ja an allen Ecken und Enden Bauingenieure im öD.

Praktisch gesehen "behilft" sich der ÖD nicht zuletzt mit sehr teurer externen Dienstleistern für alle und jeden Posten, der nur irgendwie haushaltstechnisch vertretbar ist. Es gibt Einrichtungen mit z.B. Heizungs-/Elektrofachkräften, die allenfalls eine überprüfende Tätigkeit haben. Alle Baumaßnahmen, und sei es das Setzen einer Aufputzdose, werden extern vergeben.


Solange die Mittel derart verwendet werden können, ist der Personalmangel nur begrenzt schlimm. Im Gegenteil: auf dem Papier sind die Personalkosten erfreulich niedrig.