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Gendergerechte Sprache erzwingen

über den Öffentlichen Dienst im Allgemeinen

Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon cutchence am 09.06.2017, 09:42

Gerda Schwäbel hat geschrieben:Genau! Der Antrag der Linken war reine Satire und Reaktion auf einen Antrag der Freien Wählergemeinschaft, mit dem die Bezeichnung "Ratsfrau" durch "Ratsdame" ersetzt werden sollte. Ich habe den Eindruck hier sehnen sich einige Teilnehmer [sic] nach der Zeit zurück, in der die Kollegin in Besoldungsgruppe A 11 "Amtmännin" genannt wurde.


Gut, dass du nur den Eindruck hast.

"Wir" möchten nur nicht gezwungen werden, zukünftig, sinnfreie und vor allem unnötige Bezeichnungen/Wörter etc. verwenden zu MÜSSEN oder ggf. für die Nichtbenutzung abgestraft zu werden.

Und Fakt ist, dass die zusätzliche Benennung der weiblichen Form, insbesondere bei der Mehrzahl, einen Schriftsatz unleserlich macht.
In Tyler we trust.
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon leo60 am 09.06.2017, 09:51

Ich sehne mich in die Zeit zurück als es nur Amtmänner gab und Frauen einfach Weibsvolk waren.
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon TV-Ler am 09.06.2017, 09:53

cutchence hat geschrieben:Und Fakt ist, dass die zusätzliche Benennung der weiblichen Form, insbesondere bei der Mehrzahl, einen Schriftsatz unleserlich macht.

Man könnte auch, sagen wir die nächsten 1000 Jahre, nur die weibliche Form verwenden.
Als Ausgleichs- und Sühnemaßnahme für all das erlittene Unrecht von Generationen von Frauen in der Vergangenheit sozusagen ...
Tipp (Jaaa, ich halte mich auch nicht in allen Fällen daran):
Wollen wir dem TE helfen: Posten
Wollen wir es nicht: Lassen

Übrigens: Es ist bereits alles gesagt, aber es haben noch nicht alle alles gesagt ;-)
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon Gagunga am 12.06.2017, 09:11

Also wie es aussieht, ist die Anweisung eine Abwandlung der deutschen Sprache zu verwenden, zumindest zweifelhaft.

Ich denke, das wird erst nach einer Abmahnung wegen Nichtbeachtung gerichtlich geklärt werden können.
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon Spid am 12.06.2017, 09:14

Die meisten Diskussionsteilnehmer haben sich nur darüber ausgelassen, wie sie zu "gendergerechter Sprache" und "gender mainstreaming" stehen - nicht jedoch zum Direktionsrecht des AG.
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon vbba am 12.06.2017, 09:16

TV-Ler hat geschrieben:Man könnte auch, sagen wir die nächsten 1000 Jahre, nur die weibliche Form verwenden.
Als Ausgleichs- und Sühnemaßnahme für all das erlittene Unrecht von Generationen von Frauen in der Vergangenheit sozusagen ...


In Wirklichkeit benachteiligt die deutsche Sprache vor dem Gender-Wahn strukturell die Männer.

Denn während es im Plural bei sehr vielen Substantiven eine geschlechtsneutrale ("Die Mitarbeiter") und eine speziell weibliche ("Die Mitarbeiterinnen") Form gibt, fehlt eine speziell männliche Form. Um aus einer Gruppe nur die Mitglieder männlichen Geschlechts anzusprechen, wird also ein Adjektiv benötigt ("Die männlichen Mitarbeiter").

Daraus haben dann irgend welche Vollpfostinnen in perfider Verdrehung der Sachlage die Behauptung aufgestellt, als Mensch weiblichen Geschlechts fände man sich im Plural nur dann wieder, wenn die exklusive weibliche Form auch explizit genannt würde.

Ob die Kunst, aus einem Vorteil argumentativ einen Nachteil zu machen, um dann noch mehr Vorteile für sich herauszuschlagen, ein speziell weibliches Talent ist, lasse ich dahingestellt...
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon frodobeutlin100 am 12.06.2017, 10:34

Gagunga hat geschrieben:Bei meinem Arbeitgeber (ÖD) gibt es nun eine Richtlinie zur Verwendung von Gendergerechter Sprache. Den ganzen Kappes mit "_innen" usw.

In der Sache habe ich natürlich nichts gegen eine Gleichstellung der Geschlechter, aber in der Ausführung stört mich das, nun vorgeschrieben zu reden und zu schreiben. Das erinnert mich irgendwie an alte Zeiten im Osten, nur andere Themengebiete.

Die Leitung hat eröffnent, dass dies nun verpflichtend für alle ist. Ich war der Meinung, dass es ausreichend ist, sich der Amtssprache zu bedienen und man nicht darüber hinaus Vorgaben machen kann. Aber heutzutage mit den ganzen *beauftragten und Gesetzen kann man ja nie wissen.

Daher mal die Frage in die Runde, gibt es eine Rechtsgrundlage für die Verpflichtende Verwendung dieser Richtlinie?


um mal darauf zurück zu kommen - natürlich darf der Arbeitgeber vorschreiben wie zu arbeiten ist (das gilt dann auch für Formulierungen) die Frage ist doch eher wie es umgesetzt wird ..
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon Phlegmatiker am 12.06.2017, 17:27

Lösungsvorschläge:

  1. Schriftstücke so verfassen, dass es deinen Chef in Rage versetzt: Schreibe so, wie in dem von mir verlinkten PDF. Sollte er/sie sich beschweren, dann beschwere dich über die von ihm ausgehenden Mikro-Aggressionen gegen "Transgender" im Allgemeinen und "Male to female transgender woman" im Speziellen. Du wolltest es doch nur richtig machen. Echauffiere dich über seinen begrenzen Horizont, Mikro-Aggressionen gegen "non-binary gender persons" und transphobe Attitüden. Wende dich an deine Gleichstellungsbeauftragte mit der Bitte um Stellungnahme. Schlage sie mit ihren eigenen Waffen. Wirf ihr (natürlich ist es eine "Sie", genau wie allen *beauftragten" auch) vor, dass sie nicht auf der Höhe der Zeit ist und dich ihre mittelalterliche Vorstellung anwidert.
  2. Wähle linksgrün-versiffte Regierungen ab und heul darüber, dass Word das Wort "Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaftkartenverkäufer_innen" nicht kennt.
  3. Bück dich und lass dich durch die Hintertür rammeln und schreibe wie befohlen.

Mehr Möglichkeiten sehe ich nicht. Ich würde wohl Nr. 1 nehmen. Wo kann man/frau/es sich so einen Scheiß leisten und nicht gefeuert werden, wenn nicht im öD?
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon Miau! am 13.06.2017, 06:13

Wann kapiert Ihr endlich, dass "man" nicht gleichbedeutend mit "Mann" ist?
Von meinem Desktop-PC gesendet.
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Re: Gendergerechte Sprache erzwingen

Beitragvon frodobeutlin100 am 13.06.2017, 06:15

Duden ;-)

man

- jemand (sofern er in einer bestimmten Situation stellvertretend für jedermann genommen werden kann)
- irgendjemand oder eine bestimmte Gruppe von Personen (im Hinblick auf ein bestimmtes Verhalten, Tun) (oft anstelle einer passivischen Konstruktion)
- die Leute (stellvertretend für die Öffentlichkeit)
- jemand, der sich an bestimmte gesellschaftliche Normen, Gepflogenheiten hält
ich, wir (wenn der Sprecher, die Sprecherin in der Allgemeinheit aufgeht oder aufgehen möchte)
- du, ihr, Sie; er, sie (zum Ausdruck der Distanz, wenn jemand die direkte Anrede vermeiden will)
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