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Absage vor dem Vorstellungsgespräch

über den Öffentlichen Dienst im Allgemeinen

Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon Fiore am 06.06.2017, 07:00

Moin,
hätte gerne mal eine Einschätzung und evtl. Ratschläge zur Vorgehensweise.
Ich arbeite seit 28 Jahren im ÖD. Gehaltstufe E6/6. Habe die Prüfung A1 nicht, da ich trotz mehrfacher Bewerbung seitens meines AG keine Unterstützung fand. Seit mehreren Jahren helfe ich Kollegen in ihrem Fachbereich und habe mittlerweile eine Menge Erfahrung gesammelt. Ein wesentlich höher dotierter Kollege ließ Arbeiten von mir verrichten, die er selber nicht beherrschte, da er sich nicht eingearbeitet hatte/wollte. Ich tat dies, weil ich dazulernen wollte und machte meine Sache gut.
Die Qualität meiner Arbeit wurde nie beanstandet.
Ich hängte dies aber auch nie an die große Glocke.
Seit längerem ist eine E8er Stelle in diesem Bereich zu besetzen. Mein Wissensstand ist mehr als ausreichend hinsichtlich der geforderten Tätigkeiten.
Ich habe mich darauf beworben im November 2016.
Dachte ich hätte ganz gute Aussichten.
Letzte Woche bat mein Chef mich zu einem Gespräch unter vier Augen. Außer, dass er mir erklärte, das ich von seiner Seite eine Ablehnung/Absage zu diesem Vorstellungsgespräch erhalte, begründete er dies mit Injurien und einer Deklassierung meiner Person. Der einzige sachliche Punkt war, die nicht vorzeigbare Verwaltungsprüfung A1.
Mein Chef weiß von meinen unterstützenden Tätigkeiten in dem oben genannten Arbeitsbereich.
Für evtl. weitere ausgeschriebene E8er Stellen empfahl er mir doch Kurse für Rechtsanwendung und Kommunikation zu belegen.
Jedoch so transparent dargelegt, dass ich mich für die Zukunft in jeder Aussicht auf eine höher dotierte Stelle benachteiligt sehe.
Parallel beziehe ich das bereits auf die jetzige, hiermit zusammenhängende Stellenausschreibung.
Dass es besser wäre einen neuen Job zu suchen ist mir klar. Leider wohne ich in einer Stadt die nicht viel hergibt.
Was kann ich tun?
Fiore
 
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon HansJörg am 06.06.2017, 12:50

Wer seit 28. Jahren im ÖD tätig ist, sollte eigentlich gelernt haben, dass Engagement, Fleiß und zusätzliche Arbeiten, die über das eigene Tätigkeitsfeld bzw. die eigene Eingruppierung hinausgehen, gerne angenommen werden, solange Lob und ab und zu ein Dankeschön als Gegenleistung ausreichen. Sobald die Stellenausschreibung eine Anforderung enthält, die du nicht erfüllst - hier der AI - verlieren die von dir vorgebrachten Punkte ihre Bedeutung, so sie denn jemals eine hatten. Da spielen weiche Faktoren wie Erfahrung, Wissen, Fleiß oder Motivation keine Rolle mehr, wenn es um die harte Hürde der formalen Qualifikation geht. Pech gehabt.
Vielleicht teilt der Arbeitgeber deine eigene Einschätzung der erbrachten Arbeitsleistung auch nicht. Sind denn irgendwann mal Gründe vorgebracht worden, aus denen der AG die Teilnahme an einem AI wiederholt ablehnt?

Von den allgemeinen Weisheiten abgesehen: war denn eine formale Qualifikation für diese konkrete Stelle gefordert? Brauchte es unbedingt eine Verwaltungsausbildung bzw. den AI oder waren die Anforderungen aufgeweicht?
HansJörg
 
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon was_guckst_du am 06.06.2017, 13:31

..welcher Tarifvertrag?
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Beitragvon Fiore am 07.06.2017, 13:56

Die Stellenausschreibung beinhaltet eine mögliche Befreiung von der Prüfungspflicht nach §8 Vereinbarung-VerwLG.
Tarifvertrag TVL.
Außer, dass ich zu dem Lehrgang trotz mehrfacher Bewerbung nie zugelassen wurde, gibt
es keine weiteren Gründe die diese Vorabsagung rechtfertigt mMn. Alle geforderten Tätigkeiten habe ich ja bereits in der Vergangenheit schon mal bearbeitet. Die Ablehnung der Lehrgangsteilnahme hatte immer mal wieder andere Gründe. Von, ist ein anderer geworden über keine Plätze mehr frei bis hin zu, der muss jetzt aber und nicht du.
Lob für meine Arbeit habe ich von seiten meiner Vorgesetzten nie erhalten. Meine Kollegen sind allerdings Bombe!!! Einen solchen Haufen findet man selten!! Alle sind betrübt und zerbrechen sich den Kopf, wie sie mir helfen könnten.
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon Spid am 07.06.2017, 14:08

Bist Du denn nach §8 Vereinbarung-VerwLg von der Teilnahme an den Lehrgängen und den Fortbildungsprüfungen befreit?
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon Lars73 am 07.06.2017, 14:25

Verlangt die Ausschreibung nun eine bestimmte Qualifikation oder nicht? Wenn es den Hinweis auf die Befreiung von der Prüfungspflicht nach § 8 Vereinbarung-VerwLG spricht dies ja dafür. Was steht genau in der Ausschreibung?

Gründe im Sinne §8 sind in der bisherigen Schilderung nicht zu erkennen. Wenn die Stellenanforderung also eine entsprechende Qualifikation verlangt ist es korrekt Dich nicht zu berücksichtigen. Ob die geforderte Qualifikation sachgerecht ist wäre eine andere Frage. Dies zu korrigieren würde aber ggf. eine Neuausschreibung verlangen und lässt sich auch nur schwer durchsetzen. Daneben macht man sich mit einer eventuellen Klage keine Freunde und kann im Ergebnis auch nicht die Stelle sondern nur die Aufhebung der Ausschreibung erstreiten.

Wenn der Vorgesetzte nicht aktiv werden will bleibt noch Personalrat. Allerdings hat er auch nur eingeschränkte Möglichkeiten.
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon krokosnuz am 08.06.2017, 09:59

wie hier immer alle mit Paragrafen um sich werfen... Nun ja.

Viel Erfolg!
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon Spid am 08.06.2017, 10:12

krokosnuz hat geschrieben:wie hier immer alle mit Paragrafen um sich werfen... Nun ja.

Viel Erfolg!


Kann ich davon ausgehen, daß nach den 5 recht inhaltslosen Beiträgen gleich irgendwo der Link zu einer "total interessanten und nützlichen" Website kommt, oder ist es schlicht Langeweile, die Dich antreibt?
Spid
 
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon Fiore am 08.06.2017, 15:21

Die einzige Qualifikation die benötigt wird, ist der A1. Die geforderte Berufsausbildung habe ich. Es steht wortwörtlich drin,...Verwaltungslehrgang I oder die Möglichkeit zur Befreiung von der Fortbildungs- und Prüfungspflicht ge. §8 der Vereinbarung Vereinbarung-VerwLG.
Letztes Jahr hatte ich ein Vorstellungsgespräch, ohne, dass in der Stellenausschreibung eine Befreiung überhaupt angesprochen war. Wegen dem fehlenden A1er habe ich diese Stelle dann nicht bekommen, obwohl man mir sagte, die Restqualifikationen wären da.
Hab jetzt mal den PR eingeschaltet und an die Personalstelle geschrieben. Hier finde ich ja, wie es aussieht nicht unbedingt guten Rat. Diesmal lässt man mich noch nicht einmal an dem Vorstellungsgespräch teilhaben. Das ist doch irgendwie unlogisch.
Es ist schon bedrückend. Die Arbeiten für einen wesentlich höher dotierten MA darf ich erledigen, aber er geht dann mit dem von mir verdienten Geld am Ende des Monats nach Hause.
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Re: Absage vor dem Vorstellungsgespräch

Beitragvon ezar am 08.06.2017, 15:28

Spid hat geschrieben:
krokosnuz hat geschrieben:wie hier immer alle mit Paragrafen um sich werfen... Nun ja.

Viel Erfolg!


Kann ich davon ausgehen, daß nach den 5 recht inhaltslosen Beiträgen gleich irgendwo der Link zu einer "total interessanten und nützlichen" Website kommt, oder ist es schlicht Langeweile, die Dich antreibt?


Der Link ist hier :-D
viewtopic.php?f=10&t=14752&start=10
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