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Bürgerversicherung

über den Öffentlichen Dienst im Allgemeinen

Re: Bürgerversicherung

Beitragvon atatat am 16.06.2017, 16:09

Ich komme da bei A10 Bayern höchste Stufe auf 312€
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon bayernbatzi am 16.06.2017, 17:19

Plus PV halt.
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon frodobeutlin100 am 23.06.2017, 13:57

http://dbb.de/td-dbb-aktuell/artikel/da ... men-1.html

und weiter gehts

23.06.2017

Dauderstädt: Beihilfe und PKV gehören zusammen

Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt hat am 22. Juni 2017 das Zusammenspiel aus Beihilfe und Privater Krankenversicherung (PKV) gewürdigt: „Sie passen zusammen wie Topf und Deckel.“

Die Beihilfe ist das eigenständige Krankensicherungssystem für Beamte. Dabei wird etwa im Krankheitsfall ein Teil der Kosten im Rahmen der Fürsorgepflicht vom Dienstherrn übernommen, der andere Teil muss vom Beamten selbst über eine PKV abgesichert werden. „Diese Aufteilung ist bewährt. Beihilfefähige Tarife der Gesetzlichen Krankenversicherung sind dagegen nicht nur abrechnungstechnisch schwer vorstellbar, sondern auch in der juristischen Konstruktion“, sagte Dauderstädt bei der Mitgliederversammlung des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen.



Allen Bestrebungen in Richtung einer sogenannten „Bürgerversicherung“ werde der dbb daher weiter konsequent entgegentreten, da damit das Beihilfesystem insgesamt in Frage gestellt werde. „Wir wollen die Beihilfe aber nicht preisgeben. Ohne sie verliert der Beamtenstatus wesentlich an Attraktivität, und die Chancen bei der ohnehin schon schwierigen Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung im öffentliche Dienst schwinden weiter“, warnte der dbb Chef.



Das Gesundheitssystem in Deutschland habe national und international einen guten Ruf. Der medizinische Fortschritt werde dabei nachhaltig durch Transfers aus der PKV finanziert, deren wichtigste Kunden mit einem Anteil von 42 Prozent wiederum die aktiven und im Ruhestand befindlichen Beamten seien. „Vom Zusammenwirken der Beihilfe und der PKV profitieren letztlich alle Versicherten“, so Dauderstädt.

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es wird weiter für die private Versicherungswirtschaft getrommelt ...
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon atatat am 23.06.2017, 14:26

Was ich bisher noch nicht verstanden habe:
Womit wird (wurde) begründet, dass die Beihilfe "nur" 50%-75% der Kosten übernimmt.
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon krazykrizz am 23.06.2017, 18:06

Das ist einfach irgendwann mal politisch so festgelegt worden. Die Beihilfe entspringt dem Fürsorgeprinzip, der ungedeckte Teil der Krankenkosten ist vom Beamten durch die Alimentation aufzubringen, bzw. durch eine Krankenversicherung, die aus der Besoldung über Beiträge finanziert wird.

Demgemäß hat der Dienstherr Vorkehrungen zu treffen, daß der amtsangemessene Lebensunterhalt des Beamten bei Eintritt besonderer finanzieller Belastungen durch Krankheits-, Geburts- und Todesfälle nicht gefährdet wird. Ob er dieser Pflicht über eine entsprechende Bemessung der Dienstbezüge, über Sachleistungen, Zuschüsse oder in sonst geeigneter Weise Genüge tut, bleibt von Verfassungs wegen seiner Entscheidung überlassen.

BVerfGE 83, 89 [100]
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon atatat am 24.06.2017, 07:51

Tja, aber mit welchen rationaler Begründung kann man dies aufrechterhalten.
Denn jedem muss doch klar sein, dass eine doppelte! Verwaltung von Vorgängen nicht effizient sein kann.
Die Personalverwaltung im öD müssen sich eh schon mit dem Konzept GKV bzw. Voll-PKV auseinandersetzen. Dann könnte man alles gleich auf diese Schiene bringen und es wird nicht am Alimentationsprinzip gekratzt.
Andererseits, wenn man meint es ist günstiger es via Beihilfe zumachen, dann kann man auch eine 100% Beihilfe gewähren, dann braucht man nicht die PKV subventionieren.
Und das psychologische Moment, dass Menschen, wenn es etwas "kostenlos" gibt, damit nicht verantwortlich umgehen, kann man ja auch mit einem Selbstbehalt bei der Beihilfe lösen (also so etwas wie: die ersten 1000€ der Arztkosten zahlste selber).
Gruselig diese es war schon immer so und muss so bleiben Mentalität.
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon krazykrizz am 24.06.2017, 20:59

Du erwartest von den für das Beamtenrecht zuständigen Gesetzgebern Rationalität und Einsicht, womöglich auch noch eine verantwortungsvolle und nachhaltige Planung und Steuerung?

Merkste selbst, oder? ;-)
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon yamato am 26.06.2017, 05:50

Ich halte unser aktuelles System für eines der besten des Welt und sehe daher keine Grund für radikale Reformen. Man sollte die Kosten im Auge behalten, z.B. bei Medikamenten über entsprechende Verträge mit den Pharmaunternehmen.
Meist werden Probleme an Hand irgendwelche Einzelfälle von den Medien dramatisiert und dann sieht sich die Politik gezwungen zu reagieren. Dabei ist absolute Einzelfallgerechtigkeit in so einem System nun mal ausgeschlossen.

Vergleichen wir uns z.B. mit den USA, im wesentlichen komplett privates System, wodurch es viel zu teuer geworden ist. Da wo es nicht privat ist (Veteranen und manche Rentner) wird von den Regierungen sofort eingespart (auch von den Demokraten) wenn es im Haushalt mal wieder knirscht.
Im UK ist es komplett staatlich, was zu langen Wartezeiten, auch auf wichtige Operationen führt und auch sehr schnell Opfer von Einsparungen wird.

Unser System sollte erhalten bleiben und ggf. durch kleinere Korrekturen immer wieder angepasst werden (z.B. Steuerzuschüsse, zentrale Vermittlung von Facharztterminen u.ä.).
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon frodobeutlin100 am 26.06.2017, 05:54

yamato hat geschrieben:Ich halte unser aktuelles System für eines der besten des Welt und sehe daher keine Grund für radikale Reformen. Man sollte die Kosten im Auge behalten, z.B. bei Medikamenten über entsprechende Verträge mit den Pharmaunternehmen.
Meist werden Probleme an Hand irgendwelche Einzelfälle von den Medien dramatisiert und dann sieht sich die Politik gezwungen zu reagieren. Dabei ist absolute Einzelfallgerechtigkeit in so einem System nun mal ausgeschlossen.

Vergleichen wir uns z.B. mit den USA, im wesentlichen komplett privates System, wodurch es viel zu teuer geworden ist. Da wo es nicht privat ist (Veteranen und manche Rentner) wird von den Regierungen sofort eingespart (auch von den Demokraten) wenn es im Haushalt mal wieder knirscht.
Im UK ist es komplett staatlich, was zu langen Wartezeiten, auch auf wichtige Operationen führt und auch sehr schnell Opfer von Einsparungen wird.

Unser System sollte erhalten bleiben und ggf. durch kleinere Korrekturen immer wieder angepasst werden (z.B. Steuerzuschüsse, zentrale Vermittlung von Facharztterminen u.ä.).


darum geht es doch gar nicht ...

sondern um die Subventionierung der PKV durch den Staat ...

man könnte auch einfach eine 100 % Beihilfe leisten (z.B.) und den Teil den die PKV gedeckt hätte als geldwerten Vorteil versteuern (z.B.)
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon atatat am 26.06.2017, 06:06

@yamato
Deine Analyse teile ich, sagt aber nichts darüber aus, warum es die PKV als Vollversicherung geben sollte.
1. Warum müssen Beamte 50 % selber bei der PKV Versichern, wo ist da der Sachgrund? Warum also nicht 100% Beihilfe oder 100% GKV?
2. Warum dürfen gut verdienende nicht Angestellte (so wie ich) aus dem GKV System aussteigen?
3. Warum wird im GKV System eine Obergrenze für die Beiträge beibehalten?

Meine Thesen: Weil a) keiner den Mumm hat diese zum Teil historisch gewachsenen Dinge zu ändern. b) die Lobbiesten die Politik da erfolgreich beeinflussen c) viele Entscheider hierfür zu dämlich sind? d) die Verantwortlichen ja selber Nutzniesser dieser Politik sind und sich ins eigene Fleisch schneiden würden.
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