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Bürgerversicherung

über den Öffentlichen Dienst im Allgemeinen

Re: Bürgerversicherung

Beitragvon Spid am 26.06.2017, 10:27

atatat hat geschrieben:
Spid hat geschrieben:Woher nimmst Du die Gewißheit, daß dies so sei?
Woher ich die Gewißheit nehme, dass das System als Solidarprinzip wahrgenommen wird? Das kommt daher, dass ich sehr wohl in der Lage bin zu lesen und zuzuhören.
Nun, wenn du der Meinung bist, dass die Mehrheit der Betroffenen eine andere Wahrnehmung hat, dann ist das deine gelebte Wahrnehmung über den Zustand der Bevölkerung.
Und bitte nicht verwechseln: Ich rede nicht davon woher das System kommt, welche Ursprünge es hatte oder ob diese Wahrnehmung der Bevölkerung auch der Wahrheit entspricht oder nur etwas vorgegaugeltes ist.
Ansonsten schliesse ich mich vbba an.


Nehmen wir an, Deine Realitätsperzeption sei zutreffend: welche Bedeutung soll denn diese als gegeben angenommene Mehrheitswahrnehmung haben?
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon was_guckst_du am 26.06.2017, 10:35

Das Problem an dieser Diskussion ist doch, dass sie ideologisch und nicht inhaltlich geführt wird.

Sozialträumer, denen eine Bürgerversicherung für alle vorschwebt, bei der die Beiträge gesenkt werden können und die Leistungen zumindest auf gleichem Niveau bleiben, würden enttäuscht werden.

Es ist doch (auch wenn das Viele nicht gerne hören) so, dass die Privatversicherten zu einem großen Teil das Gesundheitssystem subventionieren (z.B. durch die Abrechnungsmöglichkeiten der Krankenhäuser und Arzte auf 2,3-facher Basis und höher). Wenn das wegfällt, werden entweder die Leistungen eingeschränkt, die Versorgung schlechter oder die Beiträge für Alle höher. Alles Andere ist eine "Milchmädchenrechnung"...
Gruß aus Bochum
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon atatat am 26.06.2017, 11:42

was_guckst_du hat geschrieben:"Milchmädchenrechnung"...
Dieses Märchen glaubst du wirklich? Du kennst dich mit dem Abrechnungswesen im Gesundheitswesen aus?
Der Unterschied ist der, dass ein Arzt bei seinen Zuwendungen von der "GKV" gewisse Fixkosten pauschal erstattet bekommt (auch ohne eine Untersuchung gemacht zu haben). Wenn man diese Bezahlung auf den GKV Satz aufschlägt, (1,8facher Satz i.d.R., sprich da ist der Gap nur noch 0,5), dann sind die Einnahmen für eine Tätigkeit - unternehmerisch betrachtet - nicht so gigantisch unterschiedlich zwischen PKV und GKV.
Der Unterschied: Bei der PKV kommt das Geld Cash aufs Konto und man muss sich an keine Beschränkungen halten. Bei der GKV sammelt man seine Punkte und weiß nicht was es hinterher wert ist.

Die Subvention, die die PKVler machen sind die Steuern die man zahlt und die in den GKV Pott wandern, ohne das man was davon hat.
Und wenn ein PKVler mit 100T€ Gehalt davon 15x% in die GKV packen würde, dann wäre da auch ne Menge mit kompensiert.
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon was_guckst_du am 26.06.2017, 12:20

atatat hat geschrieben:Und wenn ein PKVler mit 100T€ Gehalt davon 15x% in die GKV packen würde, dann wäre da auch ne Menge mit kompensiert.


...noch so eine Milchmädchenrechnung...
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon atatat am 26.06.2017, 12:48

was_guckst_du hat geschrieben:...noch so eine Milchmädchenrechnung...

Aber eine wo die Milch nicht sauer ist, bleibt meine Frage, was daran ist falsch?
Umgekehrt haben die PKVen ja lange Zeit gut damit gelebt, die Besserverdienende wenn sie Jung sind abzuschöpfen und dann in die GKV zurück zuvertreiben. Dadurch das dieses Schlupfloch jetzt nicht mehr so funktioniert ....
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon Slider26 am 26.06.2017, 13:19

was_guckst_du hat geschrieben:
Es ist doch (auch wenn das Viele nicht gerne hören) so, dass die Privatversicherten zu einem großen Teil das Gesundheitssystem subventionieren (z.B. durch die Abrechnungsmöglichkeiten der Krankenhäuser und Arzte auf 2,3-facher Basis und höher). Wenn das wegfällt, werden entweder die Leistungen eingeschränkt, die Versorgung schlechter oder die Beiträge für Alle höher. Alles Andere ist eine "Milchmädchenrechnung"...



...und da kommen wir meiner Meinung nach zu einem sehr wichtigen Punkt, fernab von dem Geflecht im öffentl. Dienst.

Die Krankenhäuser (und Ärzte) sind darauf angewiesen, dass Sie Privatpatienten haben und deutlich höhrer faktorieren dürfen (bis zum Faktor 3,5!).

Anders ist das System aktuell nicht refinanzierbar. Soviel ist fakt.

Und das, liebe Kollegen, darf nicht sein.
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon was_guckst_du am 26.06.2017, 13:25

...und die Lösung soll die Bürgerversicherung sein???
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon atatat am 26.06.2017, 13:46

Slider26 hat geschrieben:Anders ist das System aktuell nicht refinanzierbar. Soviel ist fakt.
Wo steht das? Ich kenne nur Studien der PKVen, die von der "Gegenseite" zerpflügt wurden.

Und rein von den Geldströmen her, mal ganz für Doofe:
Die PKVler zahlen weniger für die Teilnahme in das Gesundheitssystem, aber im Umkehrschluss geben sie soviel rein in das System, dass dieses geringere "Einnahmen" dafür sorgen, dass das Gesundheitssystem in der derzeitigen Form funktioniert und refinanzbar bleibt? Ok habe da wohl in Mathe nicht aufgepasst.
Bitte nicht vergessen PKVen nutzen die von GKV finanzierte Infrastruktur. Ob das durch die höheren Sätze abgedeckt wird, vermag ich nicht zu beurteilen, aber das ist ja immer wieder die fehlende ganzheitliche Betrachtung in den "Studien". Wie es aber bei der ländlichen Versorgung aussieht (wo der Anteil der PKV einnahmen erheblich geringer ist) und die Ärzte nicht von den PKVlern "leben" können .....
Das die PKVen effektiver arbeiten als die GKV, dem würde ich zustimmen.
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon Spid am 26.06.2017, 13:53

Du läßt bei Deiner Betrachtung das Allmendeproblem außer Acht - und das trägt wesentlich zur Kostensteigerung bei der GKV bei.
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Re: Bürgerversicherung

Beitragvon frodobeutlin100 am 26.06.2017, 13:56

Zitat: Es ist doch (auch wenn das Viele nicht gerne hören) so, dass die Privatversicherten zu einem großen Teil das Gesundheitssystem subventionieren (z.B. durch die Abrechnungsmöglichkeiten der Krankenhäuser und Arzte auf 2,3-facher Basis und höher). Wenn das wegfällt, werden entweder die Leistungen eingeschränkt, die Versorgung schlechter oder die Beiträge für Alle höher.

dazu wäre auch mal interessant die Anzahl der Privatversicherten (8,77 Mio laut PKV) derjenigen der GKV-Versicherten (ca. 71 Mio minus die nicht einzahlenden mitversicherten Personen) gegenüberzustellen

... wenige finanzieren dass System für Viele (???)

dass dürfte eine von der PKV-Wirtschaft gestreute Milchmädchenrechung sein ....
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