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Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

über den Öffentlichen Dienst im Allgemeinen

Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon minimaus14 am 04.01.2018, 15:46

Hallo! Ich habe vor kurzem bei meinem jetzigen AG angefangen (Land Brandenburg). In meiner vorherigen Behörde (auch Land Brandenburg) hatte ich Gleitzeit, das bedeutete für mich, ich konnte von 6-22 Uhr quasi kommen und gehen wann ich wollte, wichtig war nur, das ich vor bzw. nach um 12 min. 4 zusammenhängende Stunden gearbeitet habe.

Nun fiel mir im Laufe des Einstellungsverfahrens - zwangsweise -die Gleitzeitvereinbarung der neuen Behörde in die Hände.
Rahmenarbeitszeit: 6-20 Uhr (klingt erstmal gut, finde ich).
Funktionszeit Mo-Do 07.30-16 Uhr, Freitag 7.30 bis 15.00 Uhr (in dieser Zeit müssen alle Abteilungen besetzt sein).
Kernarbeit: Mo-Do 9-11.30 Uhr & 13-15.30 Uhr, Fr. 9.-11.30 Uhr & 13-14 Uhr

In unserer Abteilung sind wir zu 2. Ich -> 40h, meine Kollegin -> 35h. Das heißt, ihre "feste" Arbeitszeit geht (laut ihrer Aussage) von 8-15.30 Uhr und meine demnach von 7.30-16 Uhr.
Aber jetzt frage ich mich, wo bleibt da die Gleitzeit?! Ich kann vielleicht mal um 9 früh anfangen, muss dann ja aber logischerweise auch länger bleiben. Das passt mir so gar nicht um ehrlich zu sein. Ich hatte damit gerechnet meine Arbeitszeit auf 6-14.30 legen zu können, um Nachmittag noch Zeit für mein Kind zu haben. Noch dazu kommt, das man ab 16 Uhr doch kaum noch privat etwas erledigen kann (Arzttermine etc.) - bei uns herrscht nämlich auch noch Handyverbot.

Sorry das ich so viel geschrieben habe - ich bin einfach verwirrt. Ist das denn so rechtens? Im Vorstellungsgespräch wurde ich gelockt, mit der Versprechung durch Gleitzeit alles total flexibel gestalten zu können - und nun habe ich diese gar nicht?!

Danke und viele Grüße!
minimaus14
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon Spid am 04.01.2018, 15:51

Es gibt doch offenkundig eine Gleitzeitvereinbarung - daß diese im allgemeinen und unter den konkreten Umständen des Einzelfalls nicht Deinen Ansprüchen genügt, ist persönliches Pech.
Spid
 
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon TuxFlo am 04.01.2018, 16:12

Warum soll das nicht rechtens sein?
Das man sich absprechen muss, ist ja wohl logisch und das deine Abteilung nur aus zwei Personen besteht leider Pech.
Wie soll denn ein vernünftiges Arbeiten möglich sein, wenn jeder kommt und geht wann er will?

Und wieso soll man nach 16:00 Uhr nichts mehr erledigen können? Planbare Termine müssen dann halt in die Zeit danach gelegt werden, sofern möglich.

Wenn man unbedingt feste Arbeitszeiten haben möchte, klärt man das doch im Voraus und verlässt sich nicht auf eine Gleitzeitvereinbarung.
TuxFlo
 
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon atatat am 04.01.2018, 16:40

Oftmals kann man da auch individuell was regeln.

Und rechtens ist das mit Sicherheit.

Aber warum nur du immer bis 16:00 arbeiten müssen mußt ist unklar, was passiert, wenn du im Urlaub bist....

Andererseits wäre das etwas,was man im Vorstellungsgespräch hätte klären müssen.


Wirklich ärgerlich so was.
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon Faunus am 05.01.2018, 01:42

minimaus14 hat geschrieben:Rahmenarbeitszeit: 6-20 Uhr (klingt erstmal gut, finde ich).
Funktionszeit Mo-Do 07.30-16 Uhr, Freitag 7.30 bis 15.00 Uhr (in dieser Zeit müssen alle Abteilungen besetzt sein).
Kernarbeit: Mo-Do 9-11.30 Uhr & 13-15.30 Uhr, Fr. 9.-11.30 Uhr & 13-14 Uhr


Das ist völlig legitim.

minimaus14 hat geschrieben:Das heißt, ihre "feste" Arbeitszeit geht (laut ihrer Aussage) von 8-15.30 Uhr und meine demnach von 7.30-16 Uhr.


Ist Ihre "feste" Arbeitszeit vertraglich geregelt oder hat sich diese "eingebürgert"?
Hat Deine Kollegin auch ein Kind?
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon Controller am 05.01.2018, 07:20

Natürlich ist das Gleitzeit. Allerdings: diese Regelung fände ich auch ein wenig unflexibel. So ähnlich hatten wir das in den 90ern auch gehabt. Da wäre eine neue und modernere Gleitzeitvereinbarung sicher für alle Mitarbeiter motivierend.

Übrigens: Die Möglichkeit, bis 22 Uhr zu arbeiten fände ich an manchen Tagen genial. Ich werde das mal aufnehmen ...
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon mathiasla am 05.01.2018, 07:28

die Gleitzeit wird durch Anwesenheitspflicht faktisch ausgehebelt aber bis 16.00 Uhr arbeiten ist jetzt kein Weltuntergang.

Das Kind ist doch eh in der Tagesbetreuung.
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon Alien1973 am 05.01.2018, 09:49

Was sicher eine Rolle spielt ist die Arbeitsstelle. Sobald Publikumsverkehr herrscht ist eine Anwesenheitspflicht zumindest einer Person tagsüber doch völlig normal.
Und wenn man sich abwechselt kann man auch mal vor 16 Uhr gehen, sollte dann halt nicht nur auf eine Seite hängen.
Die "feste" Arbeitszeit der Teilzeitkraft zweifle ich in angegebenen Weise einfach an, kann ich mir so nicht vorstellen. Dann hat sich das Problem schwupps erledigt und man wechselt sich in der Früh und am Nachmittag ab und nutzt seine Möglichkeiten der Gleitzeit.

Natürlich blöd, wenn man dadurch der Kollegin an den Karren fahren muss. Aber es kann nicht sein, dass nur sie später kommen und früher aufhören kann. Denke hier ist der Ansatz der alles regelt. Und 35 Std. nur um jeden Tag später zu kommen und früher zu gehen muss ja einen Grund haben. Evtl. auch ein Kind das zu betreuen ist?
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Re: Ist das wirklich noch "Gleitzeit"?

Beitragvon Kryne am 10.01.2018, 14:26

Würde hier erstmal die "feste" Arbeitszeit der Kollegin ansprechen.

Bei solchen Kern und Funktionszeiten kann man sich die Gleitzeit aber echt sparen.

Wir haben "Funktionszeiten" Mo-Fr 8-12:30 (Abteilung muss besetzt sein) und Mi nochmal von 15 bis 18:30.

Gleitzeit geht von 6:30 bis 19 Uhr.

Sind vier Leute in der Abteilung und der lange Mittwoch wird immer von einem übernommen der eh immer spät kommt. Wenn er im Urlaub ist, wechseln wir anderen und ab.

So stelle ich mir Gleitzeit vor.
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