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Personalbedarf und Krankheit

über den Öffentlichen Dienst im Allgemeinen

Personalbedarf und Krankheit

Beitragvon benutzername am 13.01.2018, 14:40

Bei uns sind einzelne Mitarbeiter in der Abteilung sehr belastet, weil mehrere Mitarbeiter regelmäßig im Jahr jeweils mehr als 30 Arbeitstage wegen Krankheit ausfallen. Andere Mitarbeiter melden sich etwa 1x die Woche krank.
Zusammen mit dem Jahresurlaub sind manche Mitarbeiter dann eben mal 3 Monate nicht da. Wir haben gesetzlich bedingt einzuhaltende Fristen, die dann durch Auslastung der Zeitkonten zu schaffen sind. Mehrere Mitarbeiter in der Abteilung haben seit Jahren konstant über 200 Stunden Plus auf dem Konto. Weder Auszahlung noch Abbau werden ermöglicht.

Der Vorgesetzte sieht dadurch aber (schriftlich bestätigt) keinen höheren Personalbedarf.

Er meint, er könne nicht weitergeben, dass bei ihm ständig Mitarbeiter krank seien. Er sagt, der Personalrat oder der oberste Dienstherr darf über Krankheitsausfälle nicht informiert werden wegen Datenschutz, wir sollen uns hüten.

Meines Erachtens ist aber die Gesundheit der verbliebenen Mitarbeiter dauerhaft gefährdet durch die erhöhte Belastung. Wenn nicht der Wille besteht, sich den kranken Mitarbeitern zuzuwenden, muss wenigstens mehr Personal her.

Was können wir machen?
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Re: Personalbedarf und Krankheit

Beitragvon Spid am 13.01.2018, 14:54

AN sind zur Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte im vertraglich vereinbarten Umfang verpflichtet. So keine tarif- oder einzelvertragliche Verpflichtung zur Leistung von Überstunden besteht, sind diese aufgrund der fehlenden Verpflichtung auch grundsätzlich nicht zu leisten. Besteht eine solche Verpflichtung bspw. aufgrund des TVÖD, sind in diesem Falle zwar die Überstunden bei Anordnung grundsätzlich zu leisten, entsprechende Zeitzuschläge sind aber nur dann nicht auszuzahlen, wenn der TB sie faktorisiert aufs Zeitkonto buchen läßt - diese Entscheidung kommt allein dem TB zu. Werden die Arbeitsstunden nicht angeordnet, sind sie auch nicht zu leisten. Entsprechend einzuhaltende Fristen usw. sind dann ein reines AG-Problem.
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Re: Personalbedarf und Krankheit

Beitragvon atatat am 14.01.2018, 09:11

benutzername hat geschrieben:Was können wir machen?

Um Spids Ausführungen zu konkretisieren.
Permanent den Bleistift fallen lassen (nach Wochenarbeitszeit) und Fristen verstreichen lassen, solange der AG (Chef) nicht ÜStunden anordnet.
Permanent den AG (Chef) befragen, welche der Fristen zu verstreichen sind, da man die Arbeit aufgrund der derzeitigen Personalausstattung nicht geschafft werden kann.
Das ganze Schriftlich.
Es ist und bleibt nicht das Problem der AN, dass sie das Organisationsversagen des AG eigenständig auffangen.
Wenn der Chef sagt, er kann nicht Personalaufstocken, dann muss er mit den Konsequenzen leben.
Ein solches strikte verschriftlichen ist bei kurzfristigen Engpässen natürlich albern und unproduktiv. Aber wenn man keine Hilfe vom Chef bekommt ...
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Re: Personalbedarf und Krankheit

Beitragvon mathiasla am 15.01.2018, 08:39

benutzername hat geschrieben:Er meint, er könne nicht weitergeben, dass bei ihm ständig Mitarbeiter krank seien. Er sagt, der Personalrat oder der oberste Dienstherr darf über Krankheitsausfälle nicht informiert werden wegen Datenschutz, wir sollen uns hüten.



Das ist quatsch, solange man anonymisiert und nicht berichtet Müller, Meier, Schmidt fallen schon wieder wegen Blasenentzündung aus, kann man Alles berichten.

Eine Anzeige hoher Krankfälle, wird in der Regel auch mit Personalstellen berichtet.

Krankheitsausfälle Abteilung xy mit 4 gD und 8 mD, 100 Tage mD und 50 Tage gD zum Beispiel. Damit ist dem Datenschutz Rechnung getan.

Wenn es dienstlich notwendig ist kann man auch Gesundheitsdaten verarbeiten. Wie soll man sonst Schwangerschaftsvertretungen einstellen?
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Re: Personalbedarf und Krankheit

Beitragvon vbba am 15.01.2018, 14:07

mathiasla hat geschrieben:Wenn es dienstlich notwendig ist kann man auch Gesundheitsdaten verarbeiten. Wie soll man sonst Schwangerschaftsvertretungen einstellen?


Schwangerschaft ist keine Krankheit :-D

Ansonsten stimme ich den Ausführungen vollumfänglich zu. Unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben ergibt sich für eine Personalstelle in vielen Bereichen sogar die Verpflichtung, entsprechende Daten auszuwerten (z.B. BAGM oder Entgeltfortzahlung)
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