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Urlaubsanspruch

Tarifvertrag der Bundesagentur für Arbeit

Urlaubsanspruch

Beitragvon GwadaMo am 24.07.2017, 09:35

Guten Tag liebe Forenmitglieder,
ich bin seit Juli 2013 bei der BA eingestellt und habe meinen Vertrag zu Ende August 2017 (konkret 27.08.2017) aufgelöst. Da ich innerhalb dieses Jahres die Dienststelle gewechselt habe, sind verschiedene IS für mich zuständig, die bezüglich der Berechnung des Resturlaubs uneinig sind. Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.
Ich habe für 2017 einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Von 01.01.2017 bis 05.03.2017 war ich in Vollzeit beschäftigt. Bereits im Januar habe ich 14 Tage Urlaub genommen. Von 06.03.2017 bis 27.08.2017 habe ich meine Arbeitszeit auf die Hälfte reduziert und arbeite nun 4 Tage die Woche.
Die für mich zuständigen IS haben nun einen Resturlaub zwischen 2 und 5 Tagen für mich berechnet und sich nun auf 3 Tage geeignet. Diese Rechnung scheint mir doch etwas willkürlich. Meines Verständnis nach, habe ich auch für den Monat März noch den Urlaubsanspruch einer Vollzeitkraft und für August noch den anteiligen Anspruch für diesen Monat.
Es wäre schön, wenn mir in dieser Angelegenheit jemand weiterhelfen könnte.

Herzlichen Dank und freundliche Grüße
GwadaMo
 
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon atatat am 24.07.2017, 10:07

Ohne den TV-BA gerade zur Hand zur haben, aber ist es nicht idR so, dass man nur für volle Monate anteiligen Urlaubsanspruch hat?
Wenn März als Vollzeit zählt und August auch als ganze Monat noch dazu kommt, komme ich auf 17,5 Urlaubstage aufgerundet 18 macht 4UT Rest.
Wenn aber im August nicht voll gearbeitet wird und somit in diesem Monat kein Urlaubsanspruch erworben wird, dann wären es 2 Tage weniger.
Wenn man den März als Teilzeit Monat zählt, dann ist es 0,5 weniger und du kommst auf die 3
Wenn man deine 8h Urlaubstage die du in Teilzeit erwirbst, aber vorher genommen hast gegenrechnest, dann bist du mit 3 eigentlich gut bedient.
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon GwadaMo am 24.07.2017, 10:58

Vielen Dank für deine Nachricht.
Im TV-BA steht:
Erfolgt die Änderung der Anzahl wöchentlicher Arbeitstage nicht zum Monatsersten ist bei der Bestimmung der Zwölftel für die einzelnen Abschnitte jeweils der Monat, in dessen Verlauf die Änderung erfolgt, zugunsten der Beschäftigten beim Bezugszeitraum mit der höheren Anzahl an Wochenarbeitstagen als voller Kalendermonat zu berücksichtigen.

Darunter verstehe ich, dass der März in meinem Fall urlaubstechnisch noch als Vollzeitkraft berechnet wird.
Für den August wurde mir komplett der Urlaub gestrichen, aber eigentlich müsste ich diesen ja auch noch anteilig erhalten zumindest einen Tag, oder habe ich da einen Denkfehler?
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon atatat am 24.07.2017, 11:11

GwadaMo hat geschrieben:Darunter verstehe ich, dass der März in meinem Fall urlaubstechnisch noch als Vollzeitkraft berechnet wird.
Ja, ist richtig.
GwadaMo hat geschrieben:Für den August wurde mir komplett der Urlaub gestrichen, aber eigentlich müsste ich diesen ja auch noch anteilig erhalten zumindest einen Tag, oder habe ich da einen Denkfehler?
Nicht wenn der TV-BA es so wie die anderen TV macht. Urlaubsanspruch nur für volle Monate
Somit wären es 15,5 Tage Urlaub und damit 2 Tage Resturlaub. Nett dass sie dir 3 Tage geben.
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon Lars73 am 24.07.2017, 11:21

Tariflich wäre der Urlaubsanspruch 16 Tage. (Da für August kein Anspruch entsteht.) Hier greift nun aber der gesetzliche Urlaubsanspruch von 4 Wochen. Da du im Mittel ca. 4,25 Tage-Woche hattest sind dies 17 Tage.
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon GwadaMo am 24.07.2017, 12:35

Vielen Dank für eure Antworten.

Leider ist mir immer noch nicht klar, weshalb der August nicht anteilig gezählt werden kann. Meines Wissens nach gibt es einen monatlichen Mindesturlaub, der gewährleistet werden muss?
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon Lars73 am 24.07.2017, 12:48

GwadaMo hat geschrieben:Leider ist mir immer noch nicht klar, weshalb der August nicht anteilig gezählt werden kann.

Der Tarifvertrag sieht Urlaubsansprüche nur für ganze Monate vor.

GwadaMo hat geschrieben: Meines Wissens nach gibt es einen monatlichen Mindesturlaub, der gewährleistet werden muss?

Und wo soll das geregelt sein?

Der gesetzliche Anspruch wird erfüllt. Es gesetzliche Urlaubsanspruch bestimmt sich hier für das Arbeitsverhältnis und nicht für einzelne Monate. Insbesondere nicht durch aufaddieren von günstigeren tariflichen und gesetzlichen Regelungen. Es findet nur eine Gesamtbetrachtung statt.
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon The Witch am 24.07.2017, 17:55

Ich schiebe mal die entsprechende Regelung aus § 29 TV-BA hinterher:
Beginnt oder endet das Arbeitsverhältnis im Laufe eines Jahres, erhält die/der Beschäftigte als Erholungsurlaub für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel des Urlaubsanspruchs nach Absatz 1; § 5 BUrlG bleibt unberührt.

(Übrigens einer der Gründe, weshalb befristete Verträge gerne zur Mitte des Monats geschlossen und beendet werden. Man spart ganze fünf Tage ...)
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon atatat am 25.07.2017, 07:34

Lars73 hat geschrieben: Da du im Mittel ca. 4,25 Tage-Woche hattest sind dies 17 Tage.
Aber doch auch ganze Jahr gesehen und nicht für die Zeit von 1.1. bis 31.8. da wäre doch der Anspruch ~12 Tage und somit abgedeckt und man muss dann doch nicht die 17 Tage geben, wenn die Kündigung schon ausgesprochen ist. Oder?
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Re: Urlaubsanspruch

Beitragvon Lars73 am 25.07.2017, 08:12

Der komplette gesetzliche Urlaubsanspruch für 2017 entsteht beim Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte und bestehen der Arbeitsverhältnisses zu Beginn des Jahres. Eine Kürzung ist nur beim Ausscheiden in der ersten Jahreshälfte vorgesehen (§ 5 Abs. 1 lit. c BUrlG).)
Deshalb ist bei einer tariflichen Regelung welche eine Kürzung bei Ausscheiden in der 2. Jahreshälfte vorsieht immer eine Vergleichsrechnung durchzuführen und mindestens der gesetzliche Urlaubsanspruch zu gewähren.
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