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Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Tarifvertrag der Bundesagentur für Arbeit

Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon HPB am 17.07.2016, 07:06

Hallo miteinander,

bin neu hier. Hier mal meine Erfahrungen mit der Beurteilung: Ich bin bei der BA als AV (in einem Jobcenter) beschäftigt und habe bisher die Erfahrung gemacht, dass diese Bewertungen NICHT unbedingt den Ausschlag geben. Aber das ist nur meine persönliche Wahrnehmung.

Ich habe 2010 bei der BA befristet für 12 Monate angefangen. Nach 6 Monaten erhielt ich die erste Bewertung, die erstellt wurde, weil die Probezeit von 6 Monaten rum war. Ich bekam ein D mit der Begründung, dass nach 6 Monaten praktisch alle Externen (habe BWL studiert) eine solche Note erhalten. Na gut.

Nach 12 Monaten wurde mein Vertrag dann ein weiteres Jahr verlängert, eine erneute Beurteilung erfolgte aber nicht, sondern lediglich ein Gespräch mit der Teamleitung, wo meine Leistung gelobt wurde. Nach 24 Monaten wurde mir dann ein Vertrag (erneut befristet), aber diesmal nicht über die BA, sondern über die Kommune, angeboten.

Einerseits schön, aber andererseits auch bitter, weil ich nun ca, 300 € weniger bekam, da nur TVÖD VKA 9 + geringe Sonderzahlung statt TV-BA mit Funktionszulage. Diese Verschiebung von der BA zur Kommune erfolgte trotz dessen, dass in meiner internen Bewertung noch immer das D stand, so dass ich nicht glaube, dass das wirklich eine Rolle spielt, sofern man sich auf Posten auf dem gleichen Hierarchielevel bewirbt.

Jedenfalls bin ich "dank" der Flüchtlingskrise, in deren Rahmen neue Planstellen bei der BA freiwurden, letztes Jahr dann wieder von der Kommune zurück zur BA gewechselt und habe mich nun auf die Note C "hochgearbeitet".

Erwähnen möchte ich allerdings, dass ich die Begründung für das "C" schon ein wenig absurd fand, zumal meine eigentlich super nette Teamleitung meinte, ich müsste eigentlich ein B erhalten, weil ich deutlich überdurchschnittlich arbeite, aber in diesem Jahr keine weiteren B vergeben werden dürften, da das "Soll" schon erreicht sei.

Meine TL sagte mir aber auch, dass sie selbst, die auch mal Arbeitsvermittlerin war, auch nur die interne Bewertung C hatte, als sie sich aufg eine TL-Stelle bewarb, die sie dann erhalten hat. Das Problem ist wohl auch, so wurde mir auch von meinem BL mitgeteilt, dass ab der Benotung B oder gar A faktisch eine PE erfolgen MUSS, was aber oft ein Ding der Unmöglichkeit ist, wenn einfach kein PE-Posten frei ist.

Unter der Hand meinte meine TL dann allerdings auch, dass die Geschäftsführung natürlich keine Leistungsträger in der AV verlieren will, was ja der Fall wäre, wenn die eine PE machten und dann weg wären. Für einen selbst sind solche Mikropolitik-Spiele natürlich bombe (Ironie: "Du darfst dich nicht entwickeln, weil du ein Leistungsträger bist und wir dich brauchen!"), aber was ich so mitbekomme, läuft das ja ganz oft so.

Mein Fazit: In der BA wird - auf dem PAPIER - ein Riesen-Brimborium und PE, LEDi, Mitarbeiterpotenziale ausschöpfen etc. veranstaltet. Aber die Umsetzung ist durchzogen von mikropolitischen Spielen, die das System der "Besten"-Förderung ad absurdum führen, so dass - das ist mein Eindruck - noch viele weitere Dinge als die interne Bewertung den Ausschlag für eine Einstellung/Versetzung oder PE geben. Dennoch halte ich die BA insgesamt für einen guten Arbeitgeber und bin zufrieden!
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon Frank1 am 18.07.2016, 14:13

Meiner Erfahrung nach, kommt man ohne gute Beurteilung nicht gegen diese "micropolitischen Spielchen" an. Wenn Sie sich gegen den Willen Ihrer Vorgesetzten wegbewerben wollen, ist die "Papierform" wichtig. Ansonsten werden Sie in Bewerbungsverfahren bereits aussortiert, ohne sich persönlich vorstellen zu können.

Sie sollten in Bewerbungsagesprächen dann stets sehr gut vorbereitet sein und den bestmöglichen Eindruck hinterlassen. Auch wenn man nicht zu Zuge kommt ist das eine gute Übung und die Personalberater merken es sich, wenn ihnen ein Mitarbeiter mit Potential gegenübersteht. Das kann die Chancen in späteren Verfahren steigern.

Wenn Sie eine "B-Beurteilung" wegen dieser "Spielchen" nicht erreichen können, müssen Sie dafür sorgen, dass Ihre Kompetenzbeurteilungen zu den Posten passen auf die Sie wollen.

Viel Erfolg!
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon tTt am 06.08.2016, 09:57

Die Bewertungen sind mit absoluter Vorsicht zu genießen. Sie hängen maßgeblich vom Beurteiler ab. Erster Praktikaeinsatz in der Ausbildung bewertet mit B, dann im zweiten Praktikaeinsatz einen Fehler geleistet und fortan war die Bewertung an dem Standort nur noch D. Weiteres Praktikum an anderem Standort ergab dann ein C, wobei klare Tendenz zur B genannt wurde. Schlussendlich erfolgte die Übernahme nach der Ausbildung "verhaltensbedingt" nicht.
Man stützte sich dabei auf die "maßgeblichen Bewertungen vom Hauptstandort der Ausbildung".
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon Annini am 10.08.2016, 20:27

Wann ist der Stichtag für die Beurteilungen ?

Wie sieht es denn mit den Stufenverkürzungen aus - gibt es die jährlich ? Wie viel Prozent der Mitarbeiter ? Soweit ich weiß besteht auch nur 1 x pro Stufe die Möglichkeit , oder ?
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon 532.k am 11.08.2016, 12:56

Annini hat geschrieben:Wann ist der Stichtag für die Beurteilungen ?

Wie sieht es denn mit den Stufenverkürzungen aus - gibt es die jährlich ? Wie viel Prozent der Mitarbeiter ? Soweit ich weiß besteht auch nur 1 x pro Stufe die Möglichkeit , oder ?



Ist im Intranet nachzulesen.
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon HPB am 10.09.2016, 09:14

Hallo nochmal.

Ich habe eine Anschlussfrage, die sich primär an den User Frank1 richtet (andere User dürfen freilich ebenfalls gerne antworten :-)), da es sich für mich so anhört, als hätten Sie Erfahrung in diesem Metier:

Ich habe ja nun die interne Bewertung C. In der Kompetenzausprägung hat mir meine TL aber in allen Bereichen durchweg die Ausprägung 4 (also recht gut) gegeben. Hinsichtlich der Arbeitsquantität habe ich die Beurteilung B.

Ich bin mit meinem Job als AV (TE IV) nicht unzufrieden, aber ich will beruflich gerne noch ein großes Stück vorankommen, wobei meine eigentliche Kompetenz im Qualitätsmanagement liegt (bin sehr analytisch orientiert), was schon im Studium mein Interessenfokus war.

Kurzum strebe ich eine Fachexperten-Karriere an. Zwecks dessen habe ich bereits eine privat finanzierte Fortbildung in Projektmanagement und eine weitere in Prozessmanagement erfolgreich absolviert. Ende des Jahres will ich noch eine Fortbildung zum QM-Auditor absolvieren, um meine Chancen zu erhöhen, wenn ich mich im internen SteA nächstes Jahr mal auf eine Stelle im Bereich QM oder OE bewerbe.

Mein Problem ist: Ich habe zwar dann Fortbildungen in diesem Bereich, aber null Berufserfahrung darin, weil ich eben immer nur als AV tätig war.

Meine Fragen sind nun:

1) Können solche Fortbildungen ein Stück weit die mangelnde Berufserfahrung im QM-Bereich kompensieren, oder werden seitens der Personalberater von vornherein alle Bewerber ohne QM-BE raussortiert?

2) Die BA qualifiziert ihr Personal über die FBA und die Schulungszentren ja größtenteils intern. Werden extern erworbene Zertifikate von den Personalberatern überrhaupt gewürdigt? Oder ist das verschwendetes Geld, weil der Fokus allein auf die LEDi-Bewertung und Berufserfahrung gelegt wird?

Ich will nun nicht unnötig Geld ausgeben, wenn es gar nichts bringt (immerhin würde mich die Auditor-Zertifizierung 5000 € kosten). Wenn da kein ROI zu erwarten ist, würde ich es dann eher lassen...

Kommentare/Einschätzungen sind willkommen. Danke!
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon Frank1 am 11.09.2016, 16:56

Hallo,
ich habe nur insofern Erfahrung in dem "Metier", als dass ich sehr genau beobachte, was um mich herum geschieht. Ich bin weder Personaler noch Führungskraft.

Der Begriff "Qualitätsmanagement" lässt jetzt für mich keinen Rückschluss zu, auf welchen Dienstsposten bzw. welche Tätigkeit Sie eigentlich genau ausüben wollen. Das liegt aber nur daran dass ich mich in diesem Bereich nicht auskenne. In der TE III werden das wohl die Führungskräfte selbst machen. Ansonsten klingt das für mich nach Controlling und da wird man in der TE III wohl weniger analysieren als Daten erheben.
Wenn Sie als Fachexperte in die TE II wollen, müssen Sie vermutlich in eine RD oder die Zentrale wechseln. Solche Posten sind woanders sehr rar.

Sie sollten sich folgende Fragen stellen?
1. Auf welchen Dienstsposten in der BA wird "Qualitätsmanagement" eigentlich ausgeübt?
2. Welche Kompetenzen sind dafür in welcher Ausprägung gemäß Tätigkeits- und Kompetenzprofil erforderlich?
3. Passt meine Beurteilung dazu?
4. Welchen Werdegang haben Kollegen, die solche Tätigkeiten bereits ausüben und was kann ich daraus lernen?
5. Habe ich meine Wünsche meinem Vorgesetzten transparent gemacht und kann er mir helfen? Gibt es Möglichkeiten Zusatzaufgaben im Wunschgebiet zu übernehmen?
6. Falls dieser nicht kann oder nicht will: Kann ich es riskieren, eine Führungskraft aus dem gewünschten Aufgabengebiet direkt anzusprechen, um mich über Anforderungen/Möglichkeiten zu informieren?

Bevor ich viel Geld für Weiterbildungen ausgebe, sollten diese Fragen geklärt sein.
Wenn Sie all das erfüllen, brauchen Sie immernoch eine Gelegenheit zu zeigen, was Sie können. Selbst wenn Sie sich gut schlagen, wird es dennoch nicht einfach, da jede Menge andere (sachfremde) Faktoren Stellenbesetzungen beeinflussen können. In meinem Arbeitsbereich gibt es z.B. eine handvoll Kollegen, die für einen Beförderung eigentlich alles mitbringen, aber nicht zum Zuge kommen, weil die BA im Moment eher Stellen abbaut und freiwerdende Stellen mit Leuten besetzt werden, deren Dienstposten weggefallen sind. Das wird auch noch einige Jahre so bleiben, bis die Pensionierungswelle rollt.

Was sicherlich nicht reicht: Gute Arbeit machen und hoffen, dass das jemandem auffällt...
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon HPB am 12.09.2016, 17:38

@Frank1

Vielen Dank für diese sehr konstruktive Antwort. Damit kann ich wirklich was anfangen und es bestärkt mich in meinem Bestreben, mich noch klarer auf das zu fokussieren, was ich will. Sie gäben als Coach oder Lernbegleiter sicher eine gute Figur ab. ;-)

Dass ich im Jobcenter, wo die einzige TE II Stelle die des Bereichsleiters ist, mit noch so vielen Fortbildungen nicht weiter komme (und allenfalls mal TL werden könnte, was nicht so mein Ding ist), ist mir bewusst.

In der Tat ist mein Plan denn auch, perspektivisch auf einer TE II Stelle in einer RD zu landen, wo es solche Fachexperten-Stellen für Menschen mit QM-Faible (etwa im Bereich Maßnahme-Einkauf, Bildungscontrolling, strategische OE, Innovationsmanagement etc.) laut den internen SteA-Ausschreibungen durchaus gibt.

Mein Ziel ist jedenfalls gesetzt. Schauen wir mal, was draus wird.
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon atatat am 12.09.2016, 19:29

QM kann man auch, oder erst Recht, erfolgreich in der pW machen.
Schon mal darüber nachgedacht.
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Re: Beurteilung von BA-Mitarbeitern

Beitragvon HPB am 01.10.2016, 08:53

Ich weiß nicht, was mit pW gemeint ist. Meinen Sie Personalentwicklung? Die kommt für mich nicht in Frage, weil in deren Genuss bei uns nur Mitarbeiter bit einer B-Bewerbung im LEDi kommen.

Ich habe mich auch schon zweimal auf Projekt-Stellen/Abordnungen in der Zentrale beworben bei Projekten mit QM-Bezug. Seitens der Bereichsleitung wurde mir aber mitgeteilt, dass man keine Möglichkeit habe, mir das zu ermöglichen, weil das für meine Kollegen zu viel Mehrarbeit bedeutet, da die ja dann meine Vertretung machen müssen.

Ich denke daher, dass ich nur durch selbstfinanzierte Fortbildungen und dann das Bewerben auf interne Stellen eine Chance habe, innerhalb der BA aufzusteigen. Ich habe auch bereits bei meiner TL angefragt, ob denn die BA mir einen Kostenzuschuss gewähre oder eine QM-Fortbildung durch das eigene Personal in einem Schulungszentrum ermöglichen würde. Das wurde aber ebenfalls abgelehnt mit der Begründung, als AV brauche ich sowas nicht.

Dass mein Entwicklungsbestreben von meinen Vorgesetzten nicht unterstützt wird, ist mir schon durch die Blume kommuniziert worden. (Ich kann die auch verstehen, denn warum sollten sie wen wegbefördern wollen, dessen Leistung gut ist?). Aber naja, so ist das Leben eben: Da muss ich selbst aktiv werden/bleiben. Von nix kommt nix.
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