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Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers möglich?

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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Miau! am 07.12.2017, 08:30

Primavera hat geschrieben:Nein, ich habe für Entgeltgruppe 8 qualifizierte Tätigkeiten verrichtet, mich dann aber quasi fürs Heftklammerlösen und ähnlich geringwertige Sachen auf Entgeltgruppe 6 herunterstufen lassen. Und man hat mir nach meiner Heruntergruppierung in EG 6 direkt diese Tätigkeiten angeboten und ich habe sie seit Sommer 2010 gemacht.

Auch EG 6 ist derart simplen Tätigkeiten nicht angemessen.
Primavera hat geschrieben:Nun ist dem Arbeitgeber das scheinbar zu teuer

Erneut verwendest Du "scheinbar", obwohl es "anscheinend" heißen müsste. Deiner Schilderung zufolge sieht es also nur so aus, als wäre es dem AG zu teuer, obwohl dies gar nicht so ist. Oder meintest Du das etwa? "Scheinbar" heißt "nur dem Anschein nach, aber nicht tatsächlich".
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Primavera am 07.12.2017, 08:39

Der Arbeitgeber hat bisher auch noch nicht konkret gesagt, dass er Mitarbeiter in meiner Abteilung nach EG 2 oder EG 3 bezahlen möchte. Mein oberster Chef hat mehr oder weniger nur auf einer größeren Versammlung angemerkt, dass bei ähnlichen anderen Arbeitgebern für gleiche Tätigkeiten nur EG2 oder EG3 bezahlt würden. Viel mehr wurde bisher aber auch nicht gesagt, aber so eine Aussage hat bei uns schon die Pferde scheu gemacht. Konkrete Änderungswünsche gibt es seitens des Arbeitgebers also noch nicht, sie werden lediglich in die Aussage des obersten Vorgesetzten hinein interpretiert.
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon cutchence am 08.12.2017, 07:08

Spid hat geschrieben:TB sind entsprechend ihrer auszuübenden Tätigkeit eingruppiert.


Unabhängig davon, hat Spid die Frage bereits beantwortet.

Sofern tatsächlich nur "Tackern" und "Heften" als auszuübende Tätigkeit in Frage kommt, dürfte doch selbst die E3 strittig sein?!
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon TV-Ler am 08.12.2017, 07:21

cutchence hat geschrieben:
Spid hat geschrieben:TB sind entsprechend ihrer auszuübenden Tätigkeit eingruppiert.


Unabhängig davon, hat Spid die Frage bereits beantwortet.

Sofern tatsächlich nur "Tackern" und "Heften" als auszuübende Tätigkeit in Frage kommt, dürfte doch selbst die E3 strittig sein?!

Laut Schilderung war die TS aber nur damit einverstanden, in EG6 herabgruppiert zu werden. D.h. es liegt lediglich das Einverständnis vor, Tätigkeiten die der EG6 entsprechen, zugewiesen zu bekommen.
Tipp (Jaaa, ich halte mich auch nicht in allen Fällen daran):
Wollen wir dem TE helfen: Posten
Wollen wir es nicht: Lassen

Übrigens: Es ist bereits alles gesagt, aber es haben noch nicht alle alles gesagt ;-)
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Spid am 08.12.2017, 08:41

Auch dann wäre meine Aussage auch völlig korrekt, da dann eine der E2/E3 entsprechende auszuübende Tätigkeit u.U. nicht wirksam übertragen wurde - oder eben doch durch die implizite Zustimmung der TE. Ausweislich der späteren Vorbringung ist es jedoch keinesfalls so, daß sie lediglich einer Übertragung einer auszuübenden Tätigkeit in der E6 zugestimmt hätte:
Primavera hat geschrieben:Eine Vertragsänderung in dem Sinne, dass es eine Änderungskündigung gegeben hätte, gab es nicht. Vielmehr mußte ich selbst ein Schreiben aufsetzen, dass ich zukünftig sogenannte "Zuarbeitertätigkeiten" ausführen wolle. Sog. Zuarbeitertätigkeiten sind sehr einfache Arbeiten bei meinem Arbeitgeber, für die keine Fachkraft-Ausbildung nötig ist. Nachdem ich dieses Schreiben für die Personalakte abgab, wurde ich heruntergruppiert in EG 6(bekam auch eine schriftliche Heruntergruppierungs-Mitteilung) und man bot mir dann entsprechende Stellen an, unter anderem in der Abteilung, in die ich dann ging. In dieser Abteilung gibt es eigentlich nur Tätigkeiten, die maximal Entgeltgruppe 3 entsprechen, zum Beispiel Akten ausheften, von Heftklammern befreien und für die Digitalisierung vorbereiten. Sehr einfache Arbeiten.


Sie hat also tatsächlich der Übertragung einfacher Tätigkeiten zugestimmt. Fraglich ist mithin nicht ihre Eingruppierung, sondern lediglich der Entgeltanspruch.
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Primavera am 12.12.2017, 16:29

So, hatte ein Gespräch mit einem Anwalt, der sich mit dem Öffentlichen Dienst auskennt.

1. Eine korrigierende Rückgruppierung ist nicht möglich.

2. Eine Änderungskündigung wäre auch nicht erfolgversprechend, da ich schon sehr lange gering qualifizierte Tätigkeiten für eine zu hohe Entgeltgruppe verrichte und es dann zum Gewohnheitsrecht kommt.

3.Theoretisch könnten die Tarifvertragsparteien sich auf Änderungen einlassen, die eine Rückgruppierung unter Umständen möglich machen. Die Frage ist nur, inwieweit sich die Gewerkschaften auf sowas einlassen würden.

Bisher sind das auch alles nur Ängste der Mitarbeiter, konkrete Überlegungen der Geschäftsführung gibt es nicht, in meinem Bereich Mitarbeiter herunterzugruppieren.
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Spid am 12.12.2017, 16:33

War der wirklich Anwalt oder war das Diplom an der Wand selbst gemalt?
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Primavera am 12.12.2017, 16:36

Spid hat geschrieben:War der wirklich Anwalt oder war das Diplom an der Wand selbst gemalt?

Ich habe eine Rechtsschutzversicherung und hatte ein persönliches Gespräch mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Spid am 12.12.2017, 16:42

Nun, da die von Dir wiedergegebenen Aussagen im Hinblick auf den Sachverhalt aus den im Thread dargelegten Gründen in etwa die Qualität haben, die man mit dem Terminus Technicus „gequirlte Kacke“ zutreffend beschreibt, bleiben die Optionen, daß Deine Wiedergabe minderwertig war oder der konsultierte Anwalt entweder ein Stümper oder ein Scharlatan ist.
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Re: Herabgruppierung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers mögli

Beitragvon Primavera am 12.12.2017, 16:45

Spid hat geschrieben:Nun, da die von Dir wiedergegebenen Aussagen im Hinblick auf den Sachverhalt aus den im Thread dargelegten Gründen in etwa die Qualität haben, die man mit dem Terminus Technicus „gequirlte Kacke“ zutreffend beschreibt,

Ja dann berichtige das mal, wenn es dein Fachwissen zuläßt. Ich wäre gespannt.
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