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Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon tTt am 13.03.2018, 18:22

Und wenn es keine gibt?
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon manking am 13.03.2018, 19:40

Was ist wenn man gar keine Tätigkeitsbeschreibung hat? Was muss man dann machen? Das was man denkt was die Tätigkeit ausmacht oder das was der Vorgesetzte sagt?
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon Spid am 13.03.2018, 20:52

Das, was arbeitsvertraglich vereinbart wurde.
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon atatat am 13.03.2018, 22:56

tTt hat geschrieben:Und wenn es keine gibt?

manking hat geschrieben:Was ist wenn man gar keine Tätigkeitsbeschreibung hat? Was muss man dann machen? Das was man denkt was die Tätigkeit ausmacht oder das was der Vorgesetzte sagt?

Abwarten und Tee trinken. Denn wenn keiner einem mitteilen kann was man arbeitsvertraglich vereinbart hat und was die auszuübenden Tätigkeiten sind, kann ein ja auch niemand aufgrund von "aus dem Fenster schauen " oder "Eier schaukeln" anpöbeln.
Sollte einer es doch machen: verschriftlichen ("das was der Vorgesetzte sagt?") und bestätigen lassen. Oder selber erstellen ("Das was man denkt was die Tätigkeit ausmacht") und bestätigen lassen.
Wo ist nur das Problem?
Nix bestätigt, nix machen müssen, da nix Nachweis

Mensch Leute, seit doch einfach mal so stumpf wie die Verwaltung, dann geht es auch.
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon bellaitalia am 14.03.2018, 20:07

Die Sache mit den fehlenden bzw. fehlerhaften Tätigkeitsbeschreibungen ist vermutlich so alt, wie der öffentliche Dienst selbst...und lässt sich in allen Verwaltungen finden. Fakt ist, dass Du bei Aufnahme deiner Tätigkeit auch einen Anspruch auf eine aktuelle Tätigkeitsbeschreibung hast. Zum einen muss der AG dir ja sagen, was Du zu tun hast und zum anderen muss er dich ja eingruppieren. Und das geht nur auf der Basis einer aktuellen Beschreibung und Bewertung.
Hast Du das Gefühl, dass die ausgeübte Tätigkeit nicht mehr der auszuübenden Tätigkeit entspricht, einfach mal den Fachvorgesetzten ansprechen. Dieser sollte zusammen mit der Organisation die Beschreibung überarbeiten und ggfls. neu bewerten. Aber Achtung: sowas kann auch ein Bumerang werden.... Nicht selten liegen subjektive Wahrnehmung und objektive (tarifliche) Wertigkeit auseinander. Soll heißen, dass es auch schon Fälle gegeben hat, bei denen eine Arbeitsplatzüberprüfung negativ für den Beschäftigten ausgefallen ist.
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon 2strong am 15.03.2018, 00:01

bellaitalia hat geschrieben:. Fakt ist, dass Du bei Aufnahme deiner Tätigkeit auch einen Anspruch auf eine aktuelle Tätigkeitsbeschreibung hast.

Diesen Anspruch leitest Du aus welcher Rechtsgrundlage ab?

Zum einen muss der AG dir ja sagen, was Du zu tun hast und zum anderen muss er dich ja eingruppieren.

Der AG kann Dir innerhalb der arbeitsvertraglichen Grenzen (z.B. Tätigkeitsbereich, Eingruppierungsmerkmal) jeden Tag eine neue auszuübenden Tätigkeit übertragen. Die Eingruppierung ergibt sich dagegen automatisch ohne Zutun des Arbeitgebers.

Und das geht nur auf der Basis einer aktuellen Beschreibung und Bewertung.

D'accord, aber informiert werden muss der Arbeitnehmer trotzdem über nichts.

Hast Du das Gefühl, dass die ausgeübte Tätigkeit nicht mehr der auszuübenden Tätigkeit entspricht, einfach mal den Fachvorgesetzten ansprechen. Dieser sollte zusammen mit der Organisation die Beschreibung überarbeiten und ggfls. neu bewerten. Aber Achtung: sowas kann auch ein Bumerang werden.... Nicht selten liegen subjektive Wahrnehmung und objektive (tarifliche) Wertigkeit auseinander. Soll heißen, dass es auch schon Fälle gegeben hat, bei denen eine Arbeitsplatzüberprüfung negativ für den Beschäftigten ausgefallen ist.

Du sagst es doch selbst: Falls die ausgeübte Tätigkeit nicht der auszuübenden entspricht - ist das fällig ohne Belang, den alleinig maßgeblich ist die auszuübende Tätigkeit. Im Übrigen ist eine eingruppierungsrelevante Tätigkeitsänderung nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers zulässig. Eine "Arbeitsplatzüberprüfung" geht daher nur negativ für jemanden aus, der keine Ahnung hat.
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon bellaitalia am 15.03.2018, 11:55

Das Erfordernis einer Arbeitsplatzbeschreibung ergibt sich aus der Haushaltstechnischen Richtlinie des Bundes. Zudem hat das BAG (4AZR1134/1979 v. 01.09.10982) festgelegt: "Im Eingruppierungsprozess dienen APB Aufklärungszwecken und als Urkundennachweis".
Richtig ist, dass der AG auf der Basis der vorhandenen Eingruppierung andere Aufgaben gleicher Wertigkeit übertragen darf. In der Praxis gestaltet sich das jedoch häufig schwierig. Selten sind Arbeitsplätze in der tariflichen Wertigkeit zu 100% gleich.
Deutet sich eine Änderung in der Wertigkeit des Arbeitsplatzes an, ist der Vorgang gemäß BPersVG zustimmungspflichtig, d.h. der PR ist zu beteiligen.
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon Spid am 15.03.2018, 12:17

Weder die bezeichnete Norm noch die angeführte BAG-Entscheidung begründen den behaupteten Anspruch auf eine aktuelle Tätigkeitsbeschreibung. Auch der Sachvortrag zur praktischen Schwierigkeit der Übertragung gleichwertiger Tätigkeiten trägt nicht, da dazu keine zwei Arbeitsplätze, die in ihrer tariflichen Wertigkeit exakt gleich sind, erforderlich sind. Da eine Tätigkeitsänderung im Rahmen des Direktionsrechts keine Mitbestimmung des PR auslöst, ist auch der Verweis auf dessen Beteiligung untauglich.
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon atatat am 15.03.2018, 12:51

Und eine Tätigkeitsänderung die zu einer Änderung der Eingruppierung führt ist nicht mit dem Direktionsrecht gedeckt, wenn ich es richtig verstanden habe.
Bleibt die Frage woher man erkennt, dass es nicht mit dem Direktionsrecht gedeckt ist, wenn man nicht überprüfen (lassen) kann, ob es eine eingruppierungsrelevante Änderung ist.
Da muss man doch zumindest die schriftliche Ausarbeitung der geänderten Auszuübdenden Tätigkeiten verlangen können (und Bestätigung seitens derjenigen, die die Tätigkeiten übertragen dürfen), oder?

Ergo: Könnte man ja bei jeder Anweisung den Chef fragen: Gehört das zu meinen aT? Falls ja, wo steht das? Und zwar solange bis man die Verwaltung mürbe wird.
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Re: Recht auf aktuelle Tätigkeitsdarstellung

Beitragvon Spid am 15.03.2018, 13:19

So wie der AG gem. §2 NachwG hinsichtlich der auszuübenden Tätigkeit nachweispflichtig ist, ist er es nach §3 NachwG auch im Hinblick auf deren Änderung. Nach der von Haufe (https://www.haufe.de/personal/personal- ... 4399.html#!), Preis im Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, § 2 NachwG RN 15ff. (mit weiteren Verweisen), Preis in Der Arbeitsvertrag II D 30 RN 5 ff., 145ff und Schaefer in Das Nachweisgesetz RN D190 vertretenen und von LAG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 05.11.2011 - 5 Sa 969/15 bestätigten Rechtsauffassung bedarf es dabei einer mindestens stichpunktartigen Angabe des Tätigkeitsinhalts. Dies dürfte üblicherweise nicht für eine sachgerechte tarifliche Bewertung ausreichen, jedoch jedenfalls den Handlungsspielraum von übergriffigen Vorgesetzten dahingehend begrenzen, als daß diesen vorgehalten werden kann, daß jedenfalls dann, wenn die Handlungsanweisung über den Einzelfall hinaus über den angegebenen Inhalt der Tätigkeit hinausgeht, binnen einen Monats ein entsprechender Nachweis über die Änderung zu fertigen ist - was regelmäßig nicht in deren Interesse liegen dürfte.
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