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Wann Verbeamtung zu Erwarten?

TVöD Bund

Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon Vanessa-Meyer am 04.12.2017, 11:32

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich stehe noch relativ am Anfang meiner Karriere, daher entschuldigen Sie mich bitte, falls dies eine triviale Frage ist. Ich habe versucht im Internet mir einen überblick zu verschaffen, aber vielleicht bin ich hier etwas erfolgreicher.

Ich befinde mich im Moment im Bewerbungsprozess und möchte mich gerne bei verschiedenen öffentlichen Einrichtungen bewerben. Die meisten Stellenausschreibungen geben als Vergütung den TVöD (Bund oder Land je nachdem an), meist 13. Nun meine Frage, wenn man diese Stelle dann einige Jahre besetzt hat (ist es wichtig, ob es sich um ein befristetes oder unbefristetes Verhältnis handelt?) inwieweit kann man dann von einer Verbeamtung in der Zukunf auf dieser Position ausgehen (sprich in 5 oder 10 Jahren?) oder ist das von vorneherein nicht gegeben, da die Stelle nur als Angestellten Stelle ausgeschrieben wurde und nicht als Beamtenstelle. Wir kommen andere ins Beamtenverhältnis? Wird dann eine extra Stelle geschaffen auf die man sich bewirbt wenn man sich als Angestellter bewiesen hat. Ich vermute auf Beamtenstellen kann man sich erst bewerben, mit entsprechender Berufserfahrung im öffentlichen Dienst vorzuweisen hat?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir hier ein paar Anhaltspunkte geben könnten, wo ich weiter suchen könnte, oder meine Frage beantworten was gängige Praxis in Bundesbehörden und oder Ministerien beispielsweise ist.

Herzlichen Dank
Vanessa-Meyer
 
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon Spid am 04.12.2017, 11:48

Der TVÖD trifft naheliegenderweise keine Regelungen zur Verbeamtung.
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon atatat am 04.12.2017, 12:07

Vanessa-Meyer hat geschrieben: Nun meine Frage, wenn man diese Stelle dann einige Jahre besetzt hat (ist es wichtig, ob es sich um ein befristetes oder unbefristetes Verhältnis handelt?) inwieweit kann man dann von einer Verbeamtung in der Zukunf auf dieser Position ausgehen (sprich in 5 oder 10 Jahren?)
Überhaupt nicht.
Es gibt stellen, die werden sowohl als auch mit TB und Beamte besetzt, dass ist dann oftmals in den Ausschreibungstext erkennbar. Auch ist da dann vermerkt ob eine spätere Verbeamtung möglich ist.
Die meisten werden Beamte, in dem sie eben dort einen solchen "Ausbildung" machen.
Wenn du als Quereinsteiger Beamter werden willst, dann sind es oft technische Stellen (MINT Berufe) oder Juristen für den höheren Dienst.
atatat
 
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon Vanessa-Meyer am 04.12.2017, 12:18

Super Danke schoneimal

ja Quereinstieg als technische Angestellte / wissenschaftliche Mitarbeiterin /Referentin (MINT). Aber gibts denn da Aussichten? Also, wenn ich jetzt erstmal da eine Stelle als Angestellte annehme (leider ist nämlich bei den meisten Ausschreibungen nicht der Zusatz, Möglichkeit auf Verbeamtung, ich habe es schon gesehen, aber leider nicht bei allen) kann man davon ausgehen irgendwann auch verbeamtet zu werden? Ansonsten ist natürlich der Privatsektor viel attraktiver und man will jetzt nicht x-Jahre in einen Weg stecken bei dem man auf diesem TVöD Gehalt für immer sitzen bleibt. Verbeamtung hingegen wäre dann schon interessanter.
Vanessa-Meyer
 
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon Lars73 am 04.12.2017, 12:41

Eine Verbeamtung ist bei Befristung ausgeschlossen. Ob beim vorliegen einer Dauerstelle eine Verbeamtung möglich ist hängt von den Details ab. Bei den meisten Bundesbehörden gibt es dann eine Chance.

Bei einer befristeten Ausschreibung wird man keinen Hinweis auf eine mögliche spätere Verbeamtung finden. Auch bei Dauerstellen kann man die Chance der Verbeamtung oft nicht an der Ausschreibung erkennen. Z.B. wird es bei uns nicht extra angesprochen. Einen Hinweis der Chance der Verbeamtung mag der Stellenkegel der Behörde im Haushaltsplan geben. Da kann man zumindest die Verteilung zwischen Stellen für Tarifbeschäftigten und Beamten sehen.

Eine Verbeamtung hat verschiedene Voraussetzungen:
1. Erfüllung der formalen Voraussetzungen (Laufbahnbefähigung, Gesundheitszustand, Alter etc.)
2. Eigene Bereitschaft/Wunsch.
3. Bereitschaft der Dienststelle.
4. Vorhandene Planstelle.
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon Vanessa-Meyer am 04.12.2017, 14:02

Danke Lars,

also kann man eigentlich nicht damit rechnen und muss auf besondere Umstände hoffen, wenn es in der Stellenausschreibung nicht noch einmal extra genannt wird.

Tatsächlich wie ich bereits beschrieben habe, ist der finanzielle Unterschied schon ein deutlicher Grund sich nicht für das normale Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst zu entscheiden. Komilitonen verdienen im privaten Sektor zwischen 50 -70 k (brutto Einstieg) und mit der Aussicht ewig auf der TVöD13 Stelle zu hängen mit 42-46 k frage ich mich wie der öffentliche Dienst da überhaupt attraktiv sein kann, wenn die Verbeamtung eben so ungewiss ist. Irgendwie erschliesst sich das für mich leider gerade noch nicht (weil Jobsicherheit hat man ja im Angestelltenverhältnis dann auch nicht unbedingt inkl. Befristete Verträge) nur die Verbeamtung macht es ja vergleichbar mit der Industrie.

Das sind nur "laute" Gedanken
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon atatat am 04.12.2017, 14:10

Eine TB Stelle kann der Einstieg zur späteren Beamtenstelle sein, weil man sich ja kennt, bzw. hier und da was mitbekommt.
Vanessa-Meyer hat geschrieben:und mit der Aussicht ewig auf der TVöD13 Stelle zu hängen mit 42-46 k

E13 endet mit 64T€ Jahresgehalt
Also ich bin E13 und habe es bisher nicht bereut mich aus dem pW wieder in den öD zu begeben. Zeit läßt sich nicht erkaufen und die hatte ich in der pW weniger.
Beamter zu werden war da nie eine Option, da ich mir meine Flexibilität nicht nehmen lassen wollte.
Zuletzt geändert von atatat am 04.12.2017, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon Lars73 am 04.12.2017, 14:34

Vanessa-Meyer hat geschrieben:Also kann man eigentlich nicht damit rechnen und muss auf besondere Umstände hoffen, wenn es in der Stellenausschreibung nicht noch einmal extra genannt wird.


Nein. Es ist nicht unüblich, dass bei Dauervertrag beim Bund die Möglichkeit einer Verbeamtung gegeben ist. Aus dem fehlen des Hinweises in der Ausschreibung kann man nicht den Schluss ziehen, dass eine Verbeamtung ausgeschlossen ist. Nur eine Garantie gibt es dafür nicht. Je nach Bundesland ist es ggf. komplizierter, weil die Laufbahnbefähigungen anders geregelt sind.
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon mathiasla am 04.12.2017, 14:37

Die Mär von der freien Wirtschaft...du bist wissenschaftliche Angestellte in welchem Bereich?

Wie viele Wochenstunden? Wie viele Überstunden? Zeitausgleich? Stundenkonto?

Ein unbefristeter Vertrag im ö.D. ist "fast ein Rentenvertrag"
Was ein unbefristeter Vertrag, bei Siemens - wenn man in Görlitz arbeitet - oder ein unbefristeter Vertrag bei Air Berlin wert ist, kann man der Presse entnehmen.
mathiasla
 
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Re: Wann Verbeamtung zu Erwarten?

Beitragvon Vanessa-Meyer am 04.12.2017, 15:28

Danke schon einmal und echt schön zu sehen, dass man hier so rege Feedback bekommt.
Momentan bin ich bei den Vereinten Nationen, gutes Geld, nur sehr instabile Jobpositionen (wenn Trump mal wieder überlegt, dass es kein Geld mehr für die UNO gibt, dann geht s auch an die Stellen)

So wie ich öffentlicher Dienst aber kennen gelernt habe bewahrt einen das nicht vor überstunden ... Studenkonto - mehr geht immer, weniger nie ;-)

Mir war nicht bewusst, dass auch der Tarifvertrag (13) tatächlich bis 64k hoch geht. Ich habe mir das nun noch einmal angeschaut und ab Stufe 6 wäre das dann der Fall (sprich nach 15 Jahren, und Durchlaufen aller Stufen? Wahrscheinlich steigt man auch mit ausser Betrieblicher Berufserfahrung höher ein?). Danke noch einmal für den Hinweis!

Könntet ihr noch einmal erklären in wie fern das Beamten Dasein einschränkt im Vergleich zum Angestellten im öffentlichen Dienst? Mir fällt spontan nur ein "kein Streikrecht", Versetzungen möglich (aber dann kann man ja immer noch kündigen?), was noch?

Also letztlich heisst es einfach, die Augen offen halten für Stellen, bei denen mit angegeben ist "Möglichkeit auf Verbeamtung" (oder zurück ins Deutsche System und dann von dort mit dem Fuss in der Tür irgendwann auf eine Beamtenstelle rüber kommen).
Vanessa-Meyer
 
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