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Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

TVöD Bund

Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon merrychristmas123 am 18.12.2017, 13:28

Hallo Leute,

ich bräuchte nochmal eure Hilfe:

Ich arbeite seit dem 1.7.2013 als Doktorand in einer öffentlichen Forschungseinrichtung, welche aber eine GmbH ist. Ich habe eine 65 % Stelle, die nach TVöD E13 vergütet wird. Auf meinem Gehaltszettel steht allerdings E13DOK, also nehme ich an, dass es eine Art Pseude-TVöD ist. Außerdem steht in meinem Vertrag, dass ich als "wissenschaftliche Hilfskraft" eingestellt bin.

Da ich jetzt nach 4.5 Jahren noch einmal ein halbes Jahr dranhängen muss, hat mich mein Chef auf einen Vertrag an der Uni umgestellt (er hat dort auch Gelder). Als ich für die neue Personalabteilung eine Arbeitszeitbescheinigung beschafft habe, ist mir aufgefallen, dass dort stand " XXX wird seit 1.7.2014 nach TVöD E13 Stufe 2 vergütet." oder so ähnlich. Mir kam diese Formulierung gleich komisch vor und mir aufgefallen, dass ich eigentlich schon Stufe 3 sein sollte, seit dem 1.7.2016.

Jetzt hab ich die Personalabteilung danach gefragt und sie verwiesen mich auf § 6 in meinem Vertrag, die besagt, dass Doktoranden nicht höher als Stufe 2 kommen können. Ehrlich gesagt, hatte ich das übersehen.

Jetzt meine Frage: Wie ist die Rechtslage? Können die das einfach so festlegen, dass Doktoranden nur Stufe 2 erreichen können, weil es eine GmbH ist? Kann ich irgendetwas machen?

Besten Dank schonmal und frohe Weihnachten,

Klaus
merrychristmas123
 
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon atatat am 18.12.2017, 14:12

merrychristmas123 hat geschrieben:Jetzt meine Frage: Wie ist die Rechtslage? Können die das einfach so festlegen, dass Doktoranden nur Stufe 2 erreichen können, weil es eine GmbH ist? Kann ich irgendetwas machen?
Wenn sie nicht am TVöD (beim anderen Thread warst du noch TV-L) gebunden sind, weil sie nicht Vertragspartner innerhalb der Tarifgemeinschaft sind, können die mit dir aushandeln was sie wollen.

Was du machen kannst:
Einfach besser verhandeln und den Vertrag nicht unterschreiben.
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon merrychristmas123 am 18.12.2017, 15:32

Hi,

Also im anderen Thread habe ich es eigentlich genau so beschrieben. Ich war und bin bis jetzt an der Forschungseinrichtung nach TVöD, ab 1.1.2018 an Uni nach TV-L, da war die Frage ob die mir die Stufen anrechnen müssen. Das Problem ist jetzt geklärt, da mein Chef sich darum gekümmert hat.

Dabei ist mir nur aufgefallen, dass ich eigentlich seit 1.7.2016 in Stufe 3 sein sollte, ich aber nicht bin.

Wie kann ich rausfinden, ob sie Vertragspartner innerhalb der Tarifgemeinschaft sind?
merrychristmas123
 
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon atatat am 18.12.2017, 17:04

merrychristmas123 hat geschrieben:Wie kann ich rausfinden, ob sie Vertragspartner innerhalb der Tarifgemeinschaft sind?


1. Ist dein AG die Bundesrepublik Deutschland? Wenn nein, dann gilt auch TVöD Bund nicht für dich.
ist dein AG in der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA)? Nein, dann gilt TVöD VKA nicht.
2. nachschauen was im AV steht, sowas wie "bezahlt wird angelehnt nach TVöD Bund" oder "es kommt der TVöD Bund zur Anwendung"
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon Spid am 18.12.2017, 17:47

Die unmittelbare Geltung des Tarifvertrages setzt beidseitige Tarifbindung voraus, würde also neben der Tarifbindung des AG auch die des AN voraussetzen. Jenseits dessen gilt grundsätzlich Vertragsfreiheit, es kann im Arbeitsvertrag durchaus grundsätzlich die Anwendung des TVÖD und ihn ergänzender Tarifverträge vereinbart sein und in einzelnen Arbeitsvertragsklauseln explizit Abweichungen vereinbart werden - was hier offenbar der Fall war. Mich irritiert vielmehr, daß der TE von der Regelung im Arbeitsvertrag überrascht ist, schließlich hat er ihn ja mutmaßlich unterzeichnet.
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon merrychristmas123 am 18.12.2017, 18:55

Mich irritiert vielmehr, daß der TE von der Regelung im Arbeitsvertrag überrascht ist, schließlich hat er ihn ja mutmaßlich unterzeichnet.


Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir das vor 4.5 Jahren durchgelesen habe, allerdings war mir wohl damals nicht bewusst, was das bedeutet. Ich habe mich seither auf die Arbeit konzentriert, nicht so sehr auf die Vertragsmodalitäten.

Ich war nur etwas überrascht als ich jetzt herausfand, dass meine Kollege, der mit mir begonnen hat und schon von Anfang an einen Uni Vertrag hatte, schon längst in Stufe 3 ist, wohingegen ich offenbar vertraglich gar nicht die Chance dazu hatte.

Deswegen empfinde ich diese Regelung als ziemlich unfair. In dem Vertrag sind auch nur 20 Tage Urlaub festgelegt. Aber wie ihr schon sagt: Ich habe ihn ja unterzeichnet. Es ist wohl ein eher generelles Problem. Es gab auch schon mehrere Aufbegehren seitens der Doktoranden wegen dieser Urlaubsregelung, die aber vom "Zentrum" jedes mal mit fadenscheinigen Erklärungen abgeschmettert wurden.
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon Spid am 18.12.2017, 19:21

Ja, daß Leute unbedacht und unbedarft Verträge abschließen, ist tatsächlich ein eher generelles Problem.
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon merrychristmas123 am 18.12.2017, 19:33

Haha, du bist aber gemein. ;) Naja, du hast schon verstanden was ich damit meinte. Aber der Witz war gut und auch angebracht!

Trotzdem danke für die Infos!
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon atatat am 19.12.2017, 08:11

merrychristmas123 hat geschrieben:Deswegen empfinde ich diese Regelung als ziemlich unfair. In dem Vertrag sind auch nur 20 Tage Urlaub festgelegt. Aber wie ihr schon sagt: Ich habe ihn ja unterzeichnet. Es ist wohl ein eher generelles Problem. Es gab auch schon mehrere Aufbegehren seitens der Doktoranden wegen dieser Urlaubsregelung, die aber vom "Zentrum" jedes mal mit fadenscheinigen Erklärungen abgeschmettert wurden.
Ja, unfair kann einm so etwas vorkommen. Aber wieso fadenscheinig? Was sagen die dann? Ne dürfen wir nicht? Oder ne, wir können den Vertrag jetzt nicht mehr ändern?
Auch sollte man bedenken, WiMi/Doktoranden sind idR halt nur 2-6 Jahre da, also warum soll man finanziell in sie Investieren?
Und dann: Doktoranden sind gerne mal die Knechte, wenn sie nicht Top sind und vom Prof. "benötigt" werden. Alles eine Frage der Verhandlungsbasis und wissens der Möglichkeiten..
Andere Doktoranten bekommen durchaus eine E14 Stelle, weil der Prof es möglich macht.

Trotzdem ist halt Bitter, aber man lernt fürs leben.
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Re: Maximal Stufe 2 als Doktorand in Forschungseinrichtung?

Beitragvon rlx am 19.12.2017, 08:18

merrychristmas123 hat geschrieben:
Deswegen empfinde ich diese Regelung als ziemlich unfair. In dem Vertrag sind auch nur 20 Tage Urlaub festgelegt.


20 Tage bei 65% dürften doch richtig sein, oder irre ich mich?
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