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Kündigungsfrist öffentlicher Dienst - Beschäftigungszeiten

Kündigungsfrist öffentlicher Dienst - Beschäftigungszeiten

Beitragvon Queen am 22.12.2016, 20:49

Hallo,

ich bin mir unsicher über meine aktuelle Kündigungsfrist. Wer kann mir helfen?
Nach mehr als 12-jähriger Beschäftigung bei einer Sparkasse habe ich vor 1,5 Jahren den Arbeitgeber gewechselt und bin zu einer anderen Sparkassen. Beide Institute in der Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechts.
Bei der Recherche nach meiner derzeitigen Kündigungsfrist bin ich über folgenden Passus gestolpert:
"bei der Berechnung der Beschäftigungszeit werden Vorbeschäftigungen bei anderen Arbeitgebern nach TV-L oder bei anderen öffentlich-rechtlichen Arbeitgebern anerkannt "
Was heißt das für mich? Muss ich für eine Kündigung die von mir ausgeht nun eine Beschäftigungszeit von mehr als 12 Jahren berücksichtigen, oder die meinen derzeitigen Arbeitgeber betreffenden 1,5 Jahre?
Ebenfalls habe ich aber auch den Passus "1Beschäftigungszeit ist die bei demselben Arbeitgeber im Arbeitsverhältnis zurückgelegte Zeit, auch wenn sie unterbrochen ist. 2Unberücksichtigt bleibt die Zeit eines Sonderurlaubs gemäß § 28, es sei denn, der Arbeitgeber hat vor Antritt des Sonderurlaubs schriftlich ein dienstliches oder betriebliches Interesse anerkannt. 3Wechseln Beschäftigte zwischen Arbeitgebern, die vom Geltungsbereich dieses Tarifvertrages erfasst werden, werden die Zeiten bei dem anderen Arbeitgeber als Beschäftigungszeit anerkannt. 4Satz 3 gilt entsprechend bei einem Wechsel von einem anderen öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber." gefunden.

Ich stelle mir nun verzweifelt die Frage habe ich eine Kündigungsfrist von 6 Wochen oder von 6 Monaten?
Sofern die 6-wöchige Frist gilt, gilt diese zum Monats oder Quartalsende.

Einen ganz herzlichen Dank im Voraus und beste Grüße. Ratlos!
Queen
 
Beiträge: 1
Registriert: 22.12.2016, 20:46

Re: Kündigungsfrist öffentlicher Dienst - Beschäftigungszeit

Beitragvon atatat am 23.12.2016, 08:48

Queen hat geschrieben:Ich stelle mir nun verzweifelt die Frage habe ich eine Kündigungsfrist von 6 Wochen oder von 6 Monaten?
Du brauchst nicht zu verzweifeln, es gibt immer eine Lösung.
Sofern für dich eine unendlichlange Kündigungsfrist gilt, musst du und dein AG sich nicht daran halten, man kann immer einvernehmlich einen Auflösungsvertrag machen.
Queen hat geschrieben:Ratlos!

Mein Rat: Wenn du wechseln möchtest, dann kommuniziere es deinem AG, such eine neue Stelle und kündige nach der dir genehmen Interpretation (z.B. 6 Wochen). Sollte der AG nicht damit einverstanden sein, dann wird er dir das Mitteilen. Sollte er nicht damit einverstanden sein, einen Auflösungsvertrag zu machen, dann bleiben dir vier Alternativen:
1.) Durchhalten und hoffen das der neue AG solange auf dich wartet.
2.) Eine fristlose Kündigung seitens des AG provozieren und hoffen das dich dein neuer AG trotzdem nimmt.
3.) Die unterschiedliche Interpretation der Kündigungsfrist ignorieren, so tun als ob deine Kündigung rechtskräftig ist und zum neuem AG wechseln. Dann ggfl. eine gerichtliche Feststellung deines Vertragsbruches riskieren und Schadensersatzklage am Hals bekommen (Ich kenne keine solche Klage wo hinten was für den AG rausgekommen ist, bei AN mit unteren/mittleren Einkommen, denn die sind idR schnell und leicht ersetzbar, so dass kein Schaden eintritt)
4.) Selber eine fristlose Kündigung nach BGB einreichen und dann weiter sie 2. Satz von 3.)



Hoffe geholfen zu haben die Ratlosigkeit zu aufzuhellen.
atatat
 
Beiträge: 4667
Registriert: 13.11.2009, 10:44

Re: Kündigungsfrist öffentlicher Dienst - Beschäftigungszeit

Beitragvon TV-Ler am 23.12.2016, 09:07

§ 34 Abs. 1 des TVöD lautet:

"Kündigung des Arbeitsverhältnisses

Bis zum Ende des sechsten Monats seit Beginn des Arbeitsverhältnisses beträgt
die Kündigungsfrist zwei Wochen zum Monatsschluss. Im Übrigen beträgt die
Kündigungsfrist bei einer Beschäftigungszeit (Absatz 3 Satz 1 und 2)
bis zu einem Jahr ein Monat zum Monatsschluss,
von mehr als einem Jahr 6 Wochen,
...
zum Schluss eines Kalendervierteljahres."


§ 34 Abs. 3 Sätze 1 und 2 des TVöD wiederum lauten:

"Beschäftigungszeit ist die bei demselben Arbeitgeber im Arbeitsverhältnis zurückgelegte Zeit, auch wenn sie unterbrochen ist. Unberücksichtigt bleibt die Zeit
eines Sonderurlaubs gemäß § 28, es sei denn, der Arbeitgeber hat vor Antritt des
Sonderurlaubs schriftlich ein dienstliches oder betriebliches Interesse anerkannt."


Somit zählt für die Kündigungsfrist tatsächlich nur die Beschäftigungszeit bei deinem derzeitigen Arbeitgeber und die 6-wöchige Frist gilt zum Quartalsende.

Quelle: http://www.vka.de/media/exe/180/4372509 ... if_v-8.pdf
Tipp (Jaaa, ich halte mich auch nicht in allen Fällen daran):
Wollen wir dem TE helfen: Posten
Wollen wir es nicht: Lassen

Übrigens: Es ist bereits alles gesagt, aber es haben noch nicht alle alles gesagt ;-)
TV-Ler
 
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