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Kinderbezogene Besitzstandszulage

Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon Burgerking1975 am 06.02.2017, 12:46

Hallo Zusammen,
ich arbeite in einer Sparkasse in NRW. Mitte letzten Jahres ist dort aufgefallen, dass insgesamt 19 Mitarbeitern seit Umstellung auf TVÖD im Jahre 2006 keine kinderbezogene Besitzstandszulage gezahlt worden ist. Das diese nicht gezahlt wurde ist nur durch einen Zufall rausgekommen. Den betroffenen Mitarbeitern wurde dazu erstmal nichts mitgeteilt, sondern Ende letzten Jahres ohne weitere Hinweise für 6 Monate die Zulage nachgezahlt. Seit diesem Jahr wird die Zulage monatlich normal gezahlt. Erst auf Nachfrage was das für Zahlungen seien, kamen nach und nach die entsprechenden Infos ans Tageslicht.

Die betroffenen Mitarbeiter hätten natürlich jetzt gerne die Nachzahlung für die letzten 10 Jahre und nicht nur für 6 Monate. Die Sparkasse selbst beruft sich auf den §37 TVöD der einen Anspruch von mehr als 6 Monaten rückwirkend ausschließt.

Gilt dieser § denn auch in diesem Fall? Zum einen wussten die entsprechenden Mitarbeiter nichts von der Zulage und zum anderen sind bis jetzt offensichtlich alle davon ausgegangen, dass dem Arbeitgeber vertraut werden kann. Gerade einem Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes sollten solche Fehler ja nicht unterlaufen.
Bei den 19 Personen geht es hochgerechnet um ca 220.000 €. Ist also eine nette Einsparung für die Sparkasse
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon TV-Ler am 06.02.2017, 13:31

Burgerking1975 hat geschrieben:Gilt dieser § denn auch in diesem Fall?

Genau für solche Fälle gibt es die Auschlussfrist.

Burgerking1975 hat geschrieben:Zum einen wussten die entsprechenden Mitarbeiter nichts von der Zulage und zum anderen sind bis jetzt offensichtlich alle davon ausgegangen, dass dem Arbeitgeber vertraut werden kann.

Nun ist es offensichtlich aufgefallen und der AG zahlt ohne Umschweife für die letzten 6 Monate nach. Das bestätigt ja die Vermutung, das dem AG vertraut werden kann. Darauf vertrauen, das der AG unfehlbar ist, sollte man allerdings nicht ...

Da es sich um eine Besitzstandszulage handelt, bedeutet dies das die betroffenen Mitarbeiter bereits vor 10/2005 eine Kinderzulage erhalten haben. Ab 10/2005 ist das Gehalt folglich geringer ausgefallen. Das ist keinem der 19 Betroffenen aufgefallen? Keiner hat sich gewundert und Fragen gestellt?

Burgerking1975 hat geschrieben:Gerade einem Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes sollten solche Fehler ja nicht unterlaufen.

Warum das? Fehler passieren überall, wo Menschen arbeiten.
Tipp (Jaaa, ich halte mich auch nicht in allen Fällen daran):
Wollen wir dem TE helfen: Posten
Wollen wir es nicht: Lassen

Übrigens: Es ist bereits alles gesagt, aber es haben noch nicht alle alles gesagt ;-)
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon atatat am 06.02.2017, 13:37

Burgerking1975 hat geschrieben:Gerade einem Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes sollten solche Fehler ja nicht unterlaufen.
Autsch, gerade dort würde ich sie persönlich sogar eher erwarten.
TV-Ler hat geschrieben:Warum das? Fehler passieren überall, wo Menschen arbeiten.
Und deswegen würde ich sie überall erwarten.

Von meinen Gehaltsabrechnung am Jahres Anfang sind 6 von 10 falsch gewesen in den letzten 10 Jahren. Gut das ich es gemerkt habe.
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon Burgerking1975 am 06.02.2017, 13:42

Nein, gerade bei einem Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes ist davon auszugehen, dass alle Regeln und Gesetzt eingehalten werden. Wenn nicht da, wo dann?
Und gerade wenn es um so sensible Dinge wie das Gehalt geht, sollten genügend Kontrollmechanismen greifen.

Die betroffenen Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt der Umstellung in Mutterschutz. Dadurch ist es nicht aufgefallen, dass beim Gehalt etwas fehlt.
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon TV-Ler am 06.02.2017, 13:57

Burgerking1975 hat geschrieben:Nein, gerade bei einem Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes ist davon auszugehen, dass alle Regeln und Gesetzt eingehalten werden. Wenn nicht da, wo dann?
Und gerade wenn es um so sensible Dinge wie das Gehalt geht, sollten genügend Kontrollmechanismen greifen.

Das gilt für jeden AG. Ich sehe nicht, das da der öD als AG in besonderem Maße verpflichtet wäre.

Burgerking1975 hat geschrieben:Die betroffenen Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt der Umstellung in Mutterschutz. Dadurch ist es nicht aufgefallen, dass beim Gehalt etwas fehlt.

Gut, dann wurden die betroffenen Mitarbeiter zwar nicht gerade mit der Nase drauf gestoßen, das da etwas nicht stimmt. Es bleibt aber doch ein geradezu fahrlässiges Desinteresse an den ureigenen Belangen!

Übrigens: Die Kunden einer Sparkasse gehen möglicherweise auch von einer besonderen Sorgfalt aus, mit denen die Kundenbelange bearbeitet werden und lassen ihre Bankgeschäfte gerade deshalb bei einer Sparkasse und nicht von einer privaten Bank erledigen.
Wenn diese Kunden nun erführen, das eine ganze Reihe von Mitarbeitern bereits bei ihren ureigenen finanziellen Belangen recht sorglos agieren, was würden die dann wohl denken? Solche Mitarbeiter übrigens, die ihrerseits wiederum davon ausgehen, das ihre Kollegen die für die Zahlbarmachung der Gehälter zuständig sind, besonders sorgfältig arbeiten ... ;-)
Tipp (Jaaa, ich halte mich auch nicht in allen Fällen daran):
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Übrigens: Es ist bereits alles gesagt, aber es haben noch nicht alle alles gesagt ;-)
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon atatat am 06.02.2017, 14:06

da wo Menschen arbeiten werden Fehler gemacht.
Da wo der öD ist ebenfalls.
Klar, auch ich, gehe davon aus, dass der Vorsatz eher in der pW als im öD gegeben ist,
Andererseits ist das Controlling wiederum in der pW besser als im öD.

So ist mein Weltbild, basierend auf meine Lebenserfahrung.

Traurig aber war, dass es so gekommen ist. traurig aber war, dass der AG selber drauf kommen musste. Schön, dass der AG es dann selbstständig tarifgerecht korrigiert hat.
Schade das er nicht irgend eine weitere Kompensation für den Fehler außerhalb des Tarifrechtes findet.
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon Oldy62 am 06.02.2017, 14:21

Hier bei uns muss der Bezügestelle regelmäßig (je nach Dauer der Bewilligung des Kindergeldes) die Berechtigung zur Besitzstandszulage nachgewiesen werden.
Einfach durch eine Kopie des Bescheides der Kindergeldstelle.
Sobald ich einen neuen Bescheid / einen Änderungsbescheid von der Kindergeldstelle bekomme, reiche ich diesen per Kopie an die Bezügestelle weiter.
Unsere Personalstelle hat damit nichts zu tun. Das steht hier in der eigenen Verantwortung.
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon ezar am 07.02.2017, 09:22

Burgerking1975 hat geschrieben:[...]

Die betroffenen Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt der Umstellung in Mutterschutz. Dadurch ist es nicht aufgefallen, dass beim Gehalt etwas fehlt.


Alle 19? Zur selben Zeit bzw. in einem ähnlichen Zeitraum? Zu der Zeit muss die Sparkasse ja ganz schön leer gewesen sein :-D
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon sigma5345 am 07.02.2017, 09:29

ezar hat geschrieben:
Burgerking1975 hat geschrieben:[...]

Die betroffenen Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt der Umstellung in Mutterschutz. Dadurch ist es nicht aufgefallen, dass beim Gehalt etwas fehlt.


Alle 19? Zur selben Zeit bzw. in einem ähnlichen Zeitraum? Zu der Zeit muss die Sparkasse ja ganz schön leer gewesen sein :-D

Ich hoffe unterschiedliche Väter :-D
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Re: Kinderbezogene Besitzstandszulage

Beitragvon was_guckst_du am 07.02.2017, 10:56

...wahrscheinlich Folge eines Betriebsausfluges... :-D
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