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Einarbeitungsplan als Grundlage für korrekte Eingruppierung?

Einarbeitungsplan als Grundlage für korrekte Eingruppierung?

Beitragvon TapsiSchnapsi am 27.01.2018, 09:36

Hallo an alle.

Ende Januar 2017 habe ich (E8/3) eine neue Stelle angetreten (Beratung Privatkunden --> Beratung Gewerbekunden). Diese neue Stelle ist mit E9a als Sollvergütung deklariert. Zum 1.3.17 hatte ich dann meinen Stufenaufstieg (sodann E8/4). Zu der neuen Stelle gab es einen Einarbeitungsplan, der mit dem letzten Webinar diesen Monat abgeschlossen wurde. Die berufliche Qualifikation (Fachwirt) habe ich seit 2012. Die volle Kreditkompetenz bekomme ich zum 1.2.18.

Sehe ich es richtig an, dass ich das Recht habe, im Rahmen einer Geltendmachung 6 Monate rückwirkend die Höhergruppierung in die E9a (E9a/4) zu verlangen? Im Jahr 2017 war ich bewusst ruhig, da ich ja von meinem Stufenaufstieg wusste und es auch nicht riskieren wollte, dass mich mein Arbeitgeber aus "Großzügigkeit" nach altem Recht von E8/3 in die E9a2 mit Garantiebetrag höhergruppiert.

Die neue Stelle habe ich von Anfang an im Rahmen der Stellenbeschreibung ausgeübt, zwar mit nem Paten an meiner Seite und eingeschränkter Kreditkompetenz aber ansonsten selbstständig. Bereits im Halbjahresgespräch habe ich meiner Führungskraft mitgeteilt, dass ich keiner bin, der sich bzgl. der Sollvergütung ewig hinhalten lässt. Darauf gab es nur die Reaktion, dass wir das Jahresende abwarten. Natürlich gab es noch ne Story hinterher, wie lange das bei der Führungskraft in den 90ern gedauert hat bla bla bla.

Meine Argumentation würde nun dahin gehen, dass ich gewillt bin, eine gewisse Startzeit auf der neuen Stelle zu akzeptieren (9 Monate), jedoch zum 01.10.2017 die korrekte Eingruppierung (= E9a/4) geltend mache. Immerhin geht es beim Oktober-Gehalt auch um das Weihnachtsgeld sowie die Grundlage für die ergebnis- und leistungsorientierte Vergütung.

PS: Zumindest die Personalabteilung weiß, dass ich auch kein Problem damit habe, einem Anwalt den Vorgang zu übergeben.

Ich danke Euch für Euer Schwarmwissen und wünsche ein schönes Wochenende.

Nachtrag: Stand heute gibt es keine Anzeichen, dass eine naheliegende Höhergruppierung seitens meiner Führungskraft vorgesehen ist.
TapsiSchnapsi
 
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Re: Einarbeitungsplan als Grundlage für korrekte Eingruppier

Beitragvon Spid am 27.01.2018, 10:28

Stellen und deren Bewertung sind für TB völlig unbeachtlich. TB sind entsprechend ihrer auszuübenden Tätigkeit eingruppiert. Die Beschränkung Deiner Befugnisse weist darauf hin, daß man Dir erst am 01.02.18 eine auszuübende Tätigkeit überträgt, die der E9a entspricht. Zu diesem Zeitpunkt bist Du dann in E8a eingruppiert, die Höhergruppierung erfolgt stufengleich. Sollte entgegen der Auffassung des AG die auszuübende Tätigkeit auch mit der eingeschränkten Befugnis einer E9a entsprechen, warst Du seit Übertragung der maßgeblichen Tätigkeit entsprechend eingruppiert, die Höhergruppierung erfolgte betragsmäßig und führte aus E8/3 in E9a/2. Die tarifliche Ausschlußfrist gilt nur für Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, z.B. das Entgelt, für die Eingruppierung ist sie unbeachtlich.
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Re: Einarbeitungsplan als Grundlage für korrekte Eingruppier

Beitragvon TapsiSchnapsi am 28.01.2018, 09:52

Danke für die Antwort.

Also hätte ich Deiner Aussage zufolge definitiv und ohne Zweifel ab dem 1.2.18 das Recht auf die Höhergruppierung in die E9a/4, wenn ich das richtig übersetze?

Ich werde nochmal mit unserem PR Rücksprache nehmen, inwieweit er die volle Kreditkompetenz als zwingend notwendig für die korrekte EG 9a erachtet. In Summe (durch solche Sachen wie Aktivlinie) habe ich in dem letzten knapp 13 Monaten genau 2x einen Dritten benötigt, da meine Kompetenz nicht gereicht hat.

Immerhin reden wir über 500 € monatlich, was ja kein Pappenstiel ist. Meine FK hatte zum Halbjahresgespräch natürlich keinen Plan von sowas und meinte nur, dass so ne Höhergruppierung ja eh kaum was bringt. Da habe ich als "Untergebener" erstmal ne Kurzschulung zur stufengleichen Höhergruppierung gemacht ^^.

Vielen Dank und noch einen schönen Sonntag.
TapsiSchnapsi
 
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Re: Einarbeitungsplan als Grundlage für korrekte Eingruppier

Beitragvon Spid am 28.01.2018, 10:51

TapsiSchnapsi hat geschrieben:Danke für die Antwort.

Also hätte ich Deiner Aussage zufolge definitiv und ohne Zweifel ab dem 1.2.18 das Recht auf die Höhergruppierung in die E9a/4, wenn ich das richtig übersetze?


Wenn Dir am 01.02.18 eine entsprechende auszuübende Tätigkeit übertragen wird, ist das zutreffend. Ich habe in meinem Beitrag deutlich gemacht, unter welchen Prämissen welche Rechtsfolge eintritt. Das bedarf weder einer Übersetzung noch einer Verkürzung.

Ich werde nochmal mit unserem PR Rücksprache nehmen, inwieweit er die volle Kreditkompetenz als zwingend notwendig für die korrekte EG 9a erachtet. In Summe (durch solche Sachen wie Aktivlinie) habe ich in dem letzten knapp 13 Monaten genau 2x einen Dritten benötigt, da meine Kompetenz nicht gereicht hat.


Mal abgesehen davon, daß die Rechtsmeinung des PR die Eingruppierung nicht berührt, wäre es für Dich doch ausgesprochen nachteilig, wenn es sich bereits im Januar 2017 um eine auszuübende Tätigkeit der E9a gehandelt hätte.

Immerhin reden wir über 500 € monatlich, was ja kein Pappenstiel ist. Meine FK hatte zum Halbjahresgespräch natürlich keinen Plan von sowas und meinte nur, dass so ne Höhergruppierung ja eh kaum was bringt. Da habe ich als "Untergebener" erstmal ne Kurzschulung zur stufengleichen Höhergruppierung gemacht ^^.

Vielen Dank und noch einen schönen Sonntag.


Ich sehe nicht, daß subalternes Führungspersonal sich mit tarifvertraglichen Detailfragen auskennen müßte. Dazu gibt es Geschäftsführer, die sich Ihrer Personalabteilung bedienen.
Spid
 
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