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Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

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Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Kainza am 11.01.2017, 15:32

Eine neue Frage von mir (ENTSCHULDIGUNG für den langen Text):
Ich trat meinen Dienst bei einer Kommune an und wurde bereits im ersten Jahr schwer krank. Ich entwickelte starke Allergien der Atemwege. Meine Nebenhöhlen waren total dicht und vereitert und meine Lunge hatte trotz Medikamenten ein Asthma bis zu einem Schweregrad von 4 (Restvolumen von 35%). Die Erkrankungen wurden immer chronischer und stärker. Auch eine Operation in den Nebenhöhlen brachte keinen Erfolg. Auch die medikamentöse Behandlung war nicht erfolgreich. Ich konnte nichts mehr riechen und schmecken und kam bereits beim Treppensteigen im Rathaus in Atemnot. Die Ursache dieser Leiden wurde nicht herausgefunden. Die gesundheitlichen Probleme verstärkten sich. Eine starke Unterfunktion der Schilddrüse stellte sich zusätzlich ein, ein Reizdarm mit häufigem Durchfall und eine massive chronische Schlaflosigkeit. All meine Leiden minderten natürlich meine Arbeitsleistung.
Wir waren von Haus aus personell unterbesetzt ggü. vergleichbaren Kommunen.
Jeder hat mal eine Erkältung, aber wenn du chronisch das ganze Jahr einen Druck im Nasenbereich und Probleme auf der Lunge hast, ist das nicht mehr lustig.
Als mein Dienstherr mich befördern wollte (es wurde massiver Druck ausgeübt), wollte ich das rückgängig machen wegen meines Gesundheitszustandes. Das Zuständigkeitsgebiet hätte sich erheblich ausgeweitet. Der Arbeitgeber wollte daraufhin ein Attest, obwohl er wusste dass ich psychisch krank bin. Als ich ein Attest vorlegte, wurde es nicht akzeptiert. Ich litt unter starken Depressionen für über 9 Monate und kein Medikament schlug an. In diesem Zustand löste der Arbeitgeber meinen Arbeitsvertrag auf.
Der Dienstherr hatte zur gleichen Zeit den Arbeitsvertrag mit einer Architektin aufgelöst, die über ein Jahr psychische Probleme hatte. Ich habe einen Schwerbehinderungsgrad von 50 %. 50 % für die psychische Erkrankung, 40% für die chr. Sinusitis in der Nase und 40% für das Asthma.

Jetzt arbeite ich bei einem Arbeitgeber, der vor 10 Jahren des gesamte Amtsgebäude renovierte. Als ich anfing nahm ich 10 Tabletten am Tag (3 verschiedene Psychopharmaka) und konnte dennoch an über 100 Nächten nur weniger als 2 Stunden schlafen (z.T. nur 3 Stunden Schlaf auf 90 Stunden Wachzustand). Auch meine Allergien waren noch sehr stark.
Nach 2,5 Jahren stellte sich plötzlich eine deutliche Besserung ein. Meine Allergien in der Nase und auf der Lunge "verschwanden". Auch die Schlaflosigkeit bessert sich (ich nehme jetzt nur noch 2 statt 10 Tabletten am Tag).
Ein Chemiker bei uns im Betrieb hat nun den Verdacht geäußert, dass ich Opfer einer Chemievergiftung wurde. Dies ist durchaus plausibel, weil über dem Bauamt der Kommune ein Holzdachstuhl und eine abgehängte Holzdecke vorhanden sind. Ich habe den begründeten Verdacht, dass das Holz in den 70er Jahren mit PCB (Flammschutzanstrich) und/oder Lindan (Fäulnisschutzanstrich)
behandelt wurde. Diese Chlorkohlenwasserstoffverbindungen sind sehr beständig und halten sich sehr lange in der Raumluft. Die Chemikalien greifen stark die Schleimhäute an, aber auch Schilddrüse und das Nervensystem. Ich gehe davon aus, dass in der neuen Umgebung keine Giftstoffe mehr auf mich einwirken und dass die Werte der Chemikalien im Blut sich inzwischen stark verringert haben.
Das würde erklären warum die Allergien verschwunden sind. Lunge und Nasenschleimhäute sind stark durchblutet. Ich bin nächste Woche in einer Spezialklinik um den Verdacht zu überprüfen. Ich verdiene durch den Wechsel
ein paar hundert Euro weniger, aber ein Wechsel war wohl der einzige Weg der Vergiftung zu entgehen. Gibt es eine Möglichkeit gegen den ehemaligen Arbeitgeber vorzugehen? Ich war der einzige, der so massiv krank wurde. Mein Immunsystem hatte eine Grundallergie gegen Frühblüher.
Kainza
 
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Spid am 11.01.2017, 16:17

Aufgrund einer unbelegten Vermutung?
Spid
 
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Kainza am 11.01.2017, 16:25

Man könnte z.B. Staubproben entnehmen und analysieren.
Kainza
 
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Miau! am 12.01.2017, 06:53

Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.
Von meinem Desktop-PC gesendet.
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Kaiser80 am 12.01.2017, 06:59

Kainza hat geschrieben: Gibt es eine Möglichkeit gegen den ehemaligen Arbeitgeber vorzugehen? Ich war der einzige, der so massiv krank wurde. Mein Immunsystem hatte eine Grundallergie gegen Frühblüher.


Ja, warum denn nicht? Es empfiehlt sich fachanwaltliche Beratung, da kann dir zumindest mal eine Erfolgsaussicht prognostiziert werden.

Was die Frühblüher damit zu tun haben sollen erschließt sich mir allerdings nicht.
Kaiser80
 
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Controller am 12.01.2017, 07:44

Wenn die Raumluft an deinem ehemaligen Arbeitsplatz derart belastet ist, müssen andere Mitarbeiter, die ihr ganzes Arbeitsleben dort verbringen, ähnliche Beschwerden haben. Ist das nicht so, würde ich da eher keinen Kausalzusammenhang sehen. Hat außer Dir denn niemand über Belastung der Atemwege geklagt?
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon atatat am 12.01.2017, 07:55

Als erstes könntest du den alten AG und wenn möglich, die aktuell dort arbeitenden MA über deinen Verdacht aufklären.
Wenn der AG der oder die MA nicht aktiv werden, dann ist das natürlich deren Problem, dass sie sich ggfls. vergiften. Aber auch dein Problem, an Belege der Vergiftung zu kommen.
Wenn du Schadensersatz von deinem alten AG haben möchtest, dann musst du natürlich sehr viel Geld aufbringen ohne der Sicherheit das du Erfolg hast.
Alleine durchzusetzen, dass die es zulassen, das dort eine Luftverprobung etc. gemacht wird, wird ja nicht so einfach sein.
Und selbst wenn da erhöhte Werte von irgendwas gefunden werden, dann heißt dass ja noch nicht, dass ein Gericht dies mit deinen Beschwerden in Zusammenhang bringt.
Da wird es dann eine Gutachterschlacht geben.

Gute Besserung wünsch ich weiterhin.
atatat
 
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Oldy62 am 12.01.2017, 08:06

Ab zum anwalt und die Sachlage gründlich klären lassen.
Alles andere ist Kaffeesatzleserei. Welche Hilfe erhoffst du dir hier?
Oldy62
 
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Spid am 12.01.2017, 08:07

Möglicherweise liegt es auch gar nicht an der Raumluft, sondern an Chemtrails.
Spid
 
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Re: Schwerbehinderung durch Verschulden des Dienstherrn

Beitragvon Kainza am 12.01.2017, 12:23

Was die Frühblüher damit zu tun haben sollen erschließt sich mir allerdings nicht.
__________________________________________

Die Frühblüher waren meine allergische Grunderkrankung.
Soll heißen: mein Immunsystem war schon vorgeschädigt und geschwächt. Mir setzten die Stoffe aus der Luft zu, anderen nicht.
Außerdem reagiert jeder Körper anders auf Giftstoffe.

Bei PCB ist es so, dass ab 70 mg/m³ gesundheitliche Erkrankungen möglich sind. Ab 3.000 mg/m³
ist der Dienstherr aber erst zu Maßnahmen verpflichtet.
Kainza
 
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