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Behindertengrad angeben oder nicht?

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Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon Frisko_der_Nasenbaer am 11.01.2017, 17:27

Hallo
ich habe 30% vom Versorgungsamt, dauerhaft zugesprochen bekommen. Allerdings ohne jegliche zusätzlichen Eintragungen.
Nun habe ich dies bei meinen Arbeitgeber, nicht angegeben, weil ich nicht, als "krank" da stehen wollte! Mein Arbeitgeber ist eine kleine Stadt, ich arbeite dort, auf dem Betriebshof. Tvöd5. Der Arbeitsplatz ist relativ sicher, weil auch unbefristet u.s.w. Bin dort nun 6 Jahre. Aber Ihr wisst selber, da muss nur der richtige Bürgermeister mal kommen, oder der Zeitgeist sich ändern, dann wird versucht gerade bei sowas zu sparen.

Es ist aber immer die Gefahr da, das der Betriebshof mal privatisiert wird, oder vielleicht Leute entlassen werden. Ich habe da nartürlich eventuell schlechte Karten, bei der Sozialauswahl, weil ledig, weil keine Kinder, weil unverheiratet.

Ein Kollege meinte nun zu mir, das ich diese 30% angeben soll! Habe ich da wirklich Vorteile von, wenn es hart auf hart kommt?
Habe ich da sonst irgentwelche Vorteile von?? Sind ja nur 30%...
Wie muss man das sehen?
Sollte ich den "joker" (wenn es dann einer ist) ziehen? oder steht man vielleicht dann erst recht "schlecht" da?
Eines ist sicher, sollte ich den Arbeitsplatz mal verlieren, dann würde ich mich schwer tun, was gleiches wieder zu bekommen, weil ich mich "arbeitsmäßig" schon immer schwer tat, weil auch nicht 100% gesund u.s.w, vor allen Ding in der freien Wirtschaft.
Wie relevant würden die 30% sein? Habe die auch schon jahrelang, was sage ich, wenn die fragen, warum erst jetzt?
Könnt Ihr mir da mal Eure Meinung zu schreiben? Wäre sehr nett!
Frisko_der_Nasenbaer
 
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon Marsman am 11.01.2017, 19:22

Die 30% an sich helfen nicht viel. Da muss vorher beim Arbeitsamt die Gleichstellung mit einem schwerbehinderten Menschen erwirkt werden, dann erst gilt der umfassende Kündigungsschutz nach dem SGB IX.
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon Oldy62 am 12.01.2017, 08:13

Mir stellt sich da eine ganz andere Frage.
Bei der Einstellung muss ja der Gesundheitszustand angegeben werden. Ob das Verschweigen der 30% eine Gute Idee war?
Jetzt damit zu kommen, weil man sich selbst schützen will, kann zum Bumerang werden.
Oldy62
 
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon Frisko_der_Nasenbaer am 12.01.2017, 19:49

Ich glaube ich lass das auch lieber!
Nur wenn es absolut sein muss, könnte man die "Karte" ziehen, im Notfall quasi!
Danke Für Eure Antworten!

Das mit dem Bumerang, wäre vielleicht wirklich möglich, oder zumindest könnte die Fragestellung auftauchen.

Gruß
Frisko_der_Nasenbaer
 
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon Ikanao am 13.01.2017, 03:11

Oldy62 hat geschrieben:Mir stellt sich da eine ganz andere Frage.
Bei der Einstellung muss ja der Gesundheitszustand angegeben werden.

Nein, das ist so nicht richtig.
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon mathiasla am 13.01.2017, 08:25

nichts für Ungut, die Einstellung verstehe ich nicht, das Sozialgesetzbuch existiert doch nur dafür, um Menschen mit Behinderung oder neudeutsch Handicap wenigstens etwas zu unterstützen.

In deiner Kommune gibt es sicher auch eine Schwerbehindertenvertretung, sprich doch mal mit dem Kollegen.

Keine Angst, er ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Manchen Menschen sieht man nicht an, dass sie einen GDB von 50 und mehr haben und trotzdem haben sie im Alltag i.d.R. diverse Einschränkungen.

Informiere dich über deine Rechte und nutze Sie.
mathiasla
 
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon DunklerLord am 13.01.2017, 10:10

Ikanao hat geschrieben:
Oldy62 hat geschrieben:Mir stellt sich da eine ganz andere Frage.
Bei der Einstellung muss ja der Gesundheitszustand angegeben werden.

Nein, das ist so nicht richtig.

Die Frage darf nicht einmal gestellt werden wegen einer möglichen Benachteiligung.

Der Arbeitgeber darf lediglich die Frage stellen ob man in der Lage ist seine arbeitsvertraglichen Pflichten zu erfüllen.
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon archibau am 13.01.2017, 11:04

Da ich mal in ähnlicher Situation war:

1.) Nein du musst nichts angeben. Alle diesbezüglichen Entscheidungen schützen den Arbeitnehmer.

2.) Die 30% nützen dir, wie oben schon korrekt angemerkt, rein gar nichts solange du keine Gleichstellung hast (und die bei 30% zu bekommen ist quasi aussichtslos). Also behalte es lieber für dich - aus rechtlicher Sicht nützlich wird dir das ganze erst ab einem Behinderungsgrad von 50%
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon Marsman am 13.01.2017, 14:36

archibau hat geschrieben:2.) Die 30% nützen dir, wie oben schon korrekt angemerkt, rein gar nichts solange du keine Gleichstellung hast (und die bei 30% zu bekommen ist quasi aussichtslos).

Das ist Unsinn. Ich kenne persönlich fünf Menschen, die mit GdB 30% die Gleichstellung bekommen haben.
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Re: Behindertengrad angeben oder nicht?

Beitragvon Ikanao am 13.01.2017, 14:53

DunklerLord hat geschrieben:
Ikanao hat geschrieben:
Oldy62 hat geschrieben:Mir stellt sich da eine ganz andere Frage.
Bei der Einstellung muss ja der Gesundheitszustand angegeben werden.

Nein, das ist so nicht richtig.

Die Frage darf nicht einmal gestellt werden wegen einer möglichen Benachteiligung.

Der Arbeitgeber darf lediglich die Frage stellen ob man in der Lage ist seine arbeitsvertraglichen Pflichten zu erfüllen.

Der Gesundheitszustand des Arbeitnehmers geht den Arbeitgeber grundsätzlich nichts an. Wenn man eine bestehende Schwerbehinderung oder Gleichstellung nicht angibt hat das allerdings den Nachteil, dass man sich auf diesbezügliche Rechte nicht berufen kann. Das hat das BAG entschieden. Eine explizite Entscheidung dazu, ob Schwerbehinderung oder Gleichstellung vor Einstellung angegeben werden müssen existiert nicht. Es ist allerdings absehbar, dass sie in der Weise ausfallen wird, dass eine solche Pflicht nicht besteht. Man kann es jedenfalls jederzeit angeben und ab dann bestehen die Rechte.

mathiasla hat geschrieben:In deiner Kommune gibt es sicher auch eine Schwerbehindertenvertretung, sprich doch mal mit dem Kollegen.

Guter Tipp.

Grundsätzlich ist es überlegenswert, einen Gleichstellungsantrag bei der Bundesagentur für Arbeit zu stellen.
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