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Einsichtnahme in Stellenbewertung

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Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Huib am 17.05.2017, 13:54

Hallo liebes Forum,
...ich weiss: dieses Thema ist in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal angesprochen worden.
Habe ich als Mitarbeiter einer Kommunalverwaltung das Recht, die meiner Stelle zugeordnete Stellenbewertung einzusehen?
Hintergrund:
Ich gebe meinem Arbeitgeber meine Arbeitsplatzbeschreibung mit dem Ziel Überprüfung der Eingruppierung. Der AG nimmt darauf eine Stellenbewertung vor, teilt mir dann mit...die vorgenommene Stellenbewertung sei korrekt!
Um diese Aussage zu überprüfen, muss ich doch Kenntnis davon haben, wie der AG zu dieser Auffassung komm, also:
- welche Tätigkeiten hat er mit welcher Wertigkeit (selbständige Leistung, gründliche...gründliche u. vielseitige Kenntnisse etc) angesetzt
- wurden die Arbeitsvorgänge (gleichwertige) korrekt zusammengefasst, etc.

Ich will damit sagen: wenn ich die Grundlagen (sprich die Stellenbewertung) nicht kenne, habe ich doch gar keine Möglichkeit das Ergebnis zu überprüfen!?

Gibt es ein Urteil welches besagt, das der AG nicht verpflichtet werden kann,
dem Beschäftigten Einsicht in die Stellenbewertung seiner Stelle zu gewähren?
Wenn ja, kann mir jemand das AZ mitteilen?

Mir ist bekannt, das AG im öffentl. Dienst sich schwer damit tun, einem Beschäftigten Einsicht in die Stellenbewertung der von dem Beschäftigten wahrgenommenen Tätigkeit zu gewähren...aber dafür muss es doch eine gesetzl. Grundlage geben!

Hoffe auf hilfreiche Antworten
Huib
 
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Spid am 17.05.2017, 13:59

Sofern die Stellenbewertung nicht Bestandteil der Personalakte ist, gibt es keine Anspruchsgrundlage für eine Einsichtnahme. Ohne Anspruchsgrundlage kein Anspruch. Zumal die Stellenbewertung für die Eingruppierung ohnehin unbeachtlich ist.
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon atatat am 17.05.2017, 14:14

Dreh den Spies doch einfach um und forder eine Aufstellung der dir übertragenden Tätigkeiten, da du ja nur so weißt, was du zu tun hast.
Geichzeitig forderst du die Personaler auf, dir mitzuteilen wer dazu befugt ist, dir diese Aufgaben zu übertragen.
Solange das nicht geklärt ist, fragst du halt bei jeder schriftlichen Anweisung deines Vorgesetzen nach, bei der Verwaltung nach, ob dies eine Aufgabe gemäß deiner übertragenden Tätigkeiten ist.

Verwaltung kann man nur mit Verwaltung besiegen. Ansonsten nach dem Passierschein A39 fragen, soll ja auch helfen ;)
atatat
 
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Huib am 17.05.2017, 14:18

Spid hat geschrieben:Sofern die Stellenbewertung nicht Bestandteil der Personalakte ist, gibt es keine Anspruchsgrundlage für eine Einsichtnahme. Ohne Anspruchsgrundlage kein Anspruch. Zumal die Stellenbewertung für die Eingruppierung ohnehin unbeachtlich ist.


Bitte um Erläuterung: warum ist die Stellenbewertung, die auf Grund meiner Arbeitsplatz-Tätigkeitsbeschreibung vorgenommen wurde, für die Eingruppierung unbeachtlich???
Tarifautonomie...Eingruppierung ist an und für sich kein "aktiver" Vorgang des AG...man ist eingruppiert auf Grund seiner Tätigkeit, oder?
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Lars73 am 17.05.2017, 14:19

Wenn es nicht Teil der Personalakte ist -wo das Recht auf Einsicht unstrittig ist- ist die Frage des Einsichtsrechts kompliziert.
Zu prüfen ist ggf. das Recht auf Akteneinsicht gemäß dem Landesinformationsgesetz (wenn es dieses dann im betroffenen Bundesland gibt). Ansonsten ist nach den allgemeinen Vorgaben im Pflichtgemäßen ermessen über die Akteneinsicht zu entscheiden.

Daneben kannst Du versuchen den PR zu motivieren sich mit der Bewertung der Stelle befassen. Der Arbeitgeber müsste da die Details der Bewertung offen legen. Wenn der PR klug ist, hat er dann ein paar konkrete Nachfragen an Dich über welche er dann faktisch die zentralen Annahmen der Bewertung des Arbeitgebers offen legt.

"Ich will damit sagen: wenn ich die Grundlagen (sprich die Stellenbewertung) nicht kenne, habe ich doch gar keine Möglichkeit das Ergebnis zu überprüfen!?"

Doch in dem Du selber (oder jemand von Dir Beauftragtes) eine Bewertung vorzunehmen.
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Huib am 17.05.2017, 14:25

Doch in dem Du selber (oder jemand von Dir Beauftragtes) eine Bewertung vorzunehmen.[/quote]

...ähm, wenn ich einen Grundsteuerbescheid erhalte und damit nicht einverstanden bin, "bastele" ich mir doch nicht selbst einen Bescheid und teile diesen "Bescheid" der Behörde mit...
Ich will damit sagen, wenn ich die Grundlagen meiner Eingruppierung (hier: Die Bewertung der auf meiner Stelle angesiedelten Tätigkeiten) nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob meine Eingruppierung korrekt ist oder nicht!

Hinweis: um eine Stellenbewertung vorzunehmen, muss man umfangreiche Kenntisse haben (Eingruppierungsrecht z.b. TvöD/VKA; wenn man die nicht hat, macht eine selbst erstellte Bewertung überhaupt keinen Sinn, der AG wird sich nicht mal die Mühe machen, dieses zu lesen! ...und wenn er es ließt, kommt die Rückmeldung: "...die Eingruppierung nach TvöD EG :::: ist schon korrekt, glaub uns!"
Danach bin immer noch nicht in der Lage zu erkennen, ob meine Tätigkeit korrekt bewertet worden ist und in der folge, meine Eingruppierung korrekt ist!
Zuletzt geändert von Huib am 17.05.2017, 14:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Spid am 17.05.2017, 14:31

Der Bescheid ist ein Verwaltungsakt, die Stellenbewertung lediglich die einseitige Äußerung einer Rechtsmeinung zu einem arbeitsrechtlichen Sachverhalt. Das hat absolut nichts miteinander zu tun.
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Lars73 am 17.05.2017, 14:32

Ich betreute ja nicht, dass die Informationen für Dich nützlich sind und das es wünschenswert wäre, wenn diese Information für Beschäftigte zur Verfügung gestellt wird. Aber bisher gibt es keine tarifliche oder gesetzliche Grundlage welche Dir ein solches Recht geben würde.

Da Du Dich bei der Frage der Eingruppierung nicht im Verwaltungsrecht sondern im Zivilrechts befindet ist die rechtliche Situation ganz anders als bei einem Bescheid. Wenn der Arbeitgeber die Information nicht liefern will muss man schauen ob man über Tricks die Information bekommt. Anregungen dazu findest Du in meinen Beitrag.
Lars73
 
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon Huib am 17.05.2017, 14:39

Spid hat geschrieben:Der Bescheid ist ein Verwaltungsakt, die Stellenbewertung lediglich die einseitige Äußerung einer Rechtsmeinung zu einem arbeitsrechtlichen Sachverhalt. Das hat absolut nichts miteinander zu tun.


...ist mir klar..ist kein Veraltungsakt!
Aber diese, wie du es nennst "einseitige Rechtsmeinung zu einem arbeitsrechtlichen Sachverhalt" muss ich überprüfen können, weil sie mich ganz wesentlich betrifft und u.U. im Widerspruch zu meiner vertraglich vereinbarten Vergütungsgruppe steht!

Deshalb noch einmal die Frage:
Kann mir jemand sagen, wo geschrieben steht, das der Arbeitgeber die Herausgabe der Stellenbewertung verweigern kann?
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Re: Einsichtnahme in Stellenbewertung

Beitragvon TV-Ler am 17.05.2017, 14:43

Huib hat geschrieben:Deshalb noch einmal die Frage:
Kann mir jemand sagen, wo geschrieben steht, das der Arbeitgeber die Herausgabe der Stellenbewertung verweigern kann?

Umgekehrt wird ein Schuh daraus:
Wo steht geschrieben, das der AG die Details der Stellenbewertung herausgeben muss.
Tipp (Jaaa, ich halte mich auch nicht in allen Fällen daran):
Wollen wir dem TE helfen: Posten
Wollen wir es nicht: Lassen

Übrigens: Es ist bereits alles gesagt, aber es haben noch nicht alle alles gesagt ;-)
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