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Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon atatat am 19.06.2017, 12:18

Da habe sie natürlich was mit den Hausmeistern gemeinsam.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon Turbo76 am 19.06.2017, 15:30

Draco hat geschrieben:Ich muss immer wieder feststellen, dass gerade EDVler immer glauben, dass ihre Tätigkeit besonders wichtig und daher als besonders hoch einzuschätzen sei. In diesem Zusammenhang fühlen sie sich dann unterbezahlt. Insbesondere kann man dies bei Fachinformatikern feststellen, die glauben, dass ihre Tätigkeiten alle gründliche und umfassende Fachkenntnisse erfordern, wenn sie verschiedene Handlungsfelder haben und über Lösungsmöglichkeiten eigenständig nachdenken müssen. Dem ist aber nicht so.

Ich für meinen Teil fühle mich nicht unterbezahlt. Ich bin auch kein Fachinformatiker. Meinem AG ist das "Sonstige Beschäftigte" durchaus geläufig, man muss keine akademische Weihen haben, um eine 11,12,13 zu bekommen.
Aber manchmal reicht selbst das nicht.
Ich sehe
a) das Problem, dass FI als reine Strippenzieher und Treiberinstallierer verkannt werden und
b) das in den oberen EG der öD ggü. der pW absackt.

Letzteres beeinflusst mein Arbeitserleben unmittelbar, da die IT mittlerweile so allumfassend ist, dass nicht ein Jeder alles bis ins Detail kann.
Also, mecker ich.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon tTt am 20.06.2017, 07:44

Draco hat geschrieben:Ich muss immer wieder feststellen, dass gerade EDVler immer glauben, dass ihre Tätigkeit besonders wichtig und daher als besonders hoch einzuschätzen sei. In diesem Zusammenhang fühlen sie sich dann unterbezahlt. Insbesondere kann man dies bei Fachinformatikern feststellen, die glauben, dass ihre Tätigkeiten alle gründliche und umfassende Fachkenntnisse erfordern, wenn sie verschiedene Handlungsfelder haben und über Lösungsmöglichkeiten eigenständig nachdenken müssen. Dem ist aber nicht so.

Ich denke, es wird auch verkannt, dass jede Tätigkeit bei einem ITler operativ als auch strategisch direkten Einfluss auf den Betrieb der Behörde hat.
In meinen Arbeitsbereich werden noch folgendes Wissen benötigt:
Grundkenntnisse in Strom- und Klimatechnik, Spezialkenntnisse in Kabelnormen und strukturierter EDV-Verkabelung, Grundkenntnisse Hausverkabelung von Strom etc. -> Brandschotts, Kundenbetreuung und -beratung, Spezialkenntnisse von der aktiven Netzwertechnik, Netzwerkplanung und -Architektur, zumindest Grundlagen Projektmanagement, Erweiterte Kenntnisse IT-Sicherheit, mindestens Grundlagen Systemadministration, Grundkenntnisse ITSM/ITIL, Bei uns konkret: Grundlagen Verschlüsselung, (abhör-)sichere Kommunikation, Grundlagen Telekommunikation, zumindest Grundlagen Haushaltsbewirtschaftung/Beschaffung im öD, Grundverständnis für operative Geschäftsprozesse.

Ich bin mir sicher, dass ich auf die schnelle noch ein paar Anforderungen vergessen habe, aber das sind die wichtigsten.
Der Elektriker legt im schlimmsten Fall das Gebäude lahm.
Ich im schlimmsten Fall die gesamte Behörde.

Die IT ist und bleibt eine Schnittstellenabteilung, die quasi in fast allen Bereichen mitwirkt, sowohl operativ als auch strategisch.
Dass es natürlich nicht für alle ITler gilt ist auch klar, aber auch nur der kleinste Teil sind wirklich die "Strippenzieher/Handwerker" in der IT.
Zu guter Letzt:
Thema Gehalt:
Betriebselektriker laut Gehaltsvergleich.com:
1805-3743€ pro Monat
Betriebselektriker gemäß TVöD-Bund: 2249€(EG5/1)-3623€(EG9a/6).
Das sind im Vergleich zur pW ziemlich vergleichbare Gehälter.

In der IT zieht der öD regelmäßig den Kürzeren.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon Nisaaru am 20.06.2017, 08:27

Turbo76 hat geschrieben:@tTt
Meine Kenntnisse sind da auch nur oberflächlich. Zuerst werden die Rechnungen sachlich-rechnerisch geprüft, nach Kostenstellen aufgeteilt, dann gehts zum Buchhalter, wenn der das nicht selbst übernimmt. Buchungen und Überweisungen sind meines Wissens getrennt, sprich werden von verschiedenen Personen ausgeführt. Da gilt ein wie auch immer geartetes Vieraugenprinzip. Wer schlußendlich Überweisungen ausführt, sprich kontrolliert, bekommt dann auch eine höhere EG. als der 6er Buchhalter. Genauso wie die, die den Haushalt aufstellen.
So war bisher mein Einblick, lasse mich natürlich gern eines Besseren belehren.


Nee, das meiste Geld in diesem Prozess bekommen i.d.R. die "Anordnungsbefugten", weil das meist höhere Vorgesetzte sind. Die "Buchhalter" (Sollbuchung, "Haushalts-SB, zentral oder dezentral) haben i.d.R. keine "selbständigen Leistungen" und erhalten daher maximal eine E6 im Teil I, bei den "Kassierern" (Kasse, Ist-Buchung, die die tatsächlichen Überweisungen machen) hängt es an den "schwierigen buchhalterischen Tätigkeiten", ob sie eine 5,6 oder 8 bekommen. Meist werden einige -diensterfahrene, mit entsprechenden "schwierigen buchhalterischen Tätigkeiten ausgestattete- eine E8 bekommen, alle anderen eine E5.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon Draco am 20.06.2017, 10:22

tTt hat geschrieben: In meinen Arbeitsbereich werden noch folgendes Wissen benötigt:
Grundkenntnisse in Strom- und Klimatechnik, Spezialkenntnisse in Kabelnormen und strukturierter EDV-Verkabelung, Grundkenntnisse Hausverkabelung von Strom etc. -> Brandschotts, Kundenbetreuung und -beratung, Spezialkenntnisse von der aktiven Netzwertechnik, Netzwerkplanung und -Architektur, zumindest Grundlagen Projektmanagement, Erweiterte Kenntnisse IT-Sicherheit, mindestens Grundlagen Systemadministration, Grundkenntnisse ITSM/ITIL, Bei uns konkret: Grundlagen Verschlüsselung, (abhör-)sichere Kommunikation, Grundlagen Telekommunikation, zumindest Grundlagen Haushaltsbewirtschaftung/Beschaffung im öD, Grundverständnis für operative Geschäftsprozesse.


Bei den Tätigkeiten könnte man gründliche und vielseitige Fachkenntnisse feststellen. Gründliche und umfassende FK sehe ich hier nicht.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon Faunus am 20.06.2017, 18:33

Ich will hier keine Arbeitsbereiche klein- oder großbabbeln.
Nur geht mir das "ich bin ITler" und daher nicht unter E12 zu bezahlen.... Leute der Hype ist vorbei und die AN im ÖD, die über diese Schiene heute nach E12 ohne Studium bezahlt werden (wohlverdient oder nicht - darum geht es mir garnicht), würden das wahrscheinlich jetzt nicht mehr schaffen.

Allgemein: ein Ing. der vor 20-30 Jahren sein Studium abgeschlossen hat und nur noch sehr spezialisiert aber letztlich seit Jahren einseitig eingesetzt ist, ist in E12 - sei ihm vergönnt. Aber dann hast Du jemanden ohne Studium, der flexibel, selbstständig und in einer Tiefe in einem Fachgebiet schwimmt...
Höhergruppierung? Nö, der kennt sich doch nur in einem Fachgebiet aus und hat daher keine Breite.
Wo genau liegt jetzt der Unterschied zum E12-Ing.?

Willkommen im ÖD!
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon tTt am 20.06.2017, 23:46

Draco hat geschrieben:Bei den Tätigkeiten könnte man gründliche und vielseitige Fachkenntnisse feststellen. Gründliche und umfassende FK sehe ich hier nicht.


@Draco
Selbst ITler oder woher die genaue "Einschätzung"?

In der Beschreibung sehe ich mindestens zwei Aufgabengebiete (Switchadministration und Kabelnormungen/Strukturierte Verkabelungen sowie dazugehörige Architekturplanung), die Spezialwissen erfordern -> fachliche Tiefe.
Einen DHCP-Server z.B. aufzusetzen und zu administrieren/verwalten als Nebenaufgabe geht für mich schon in die fachliche Breite, nicht in die fachliche Tiefe. Die technische Adminitration von einer IPAM ist ebenfalls nur "Nebenleistung" eines Netzwerkers (Dies ist im Kern Windowsadministration bzw. Linuxadministration und keine Netzwerkadministration), ebenso erfordert eine Administration von Darkfibre-Geräten inkl. Verschlüsselung ebenfalls Spezialwissen - ohne Schulung oder zusätzlich angeeignetes Wissen definitiv kein Ausbildungswissen, geschweige denn etwas, was im Studium erlernt wird.

Die von mir erwähnten Kenntnisse sind zudem die absoluten Minimalanforderungen, um hier bei uns in dem Arbeitsbereich zu arbeiten.

Und wenn ich wie gesagt das Niveau von den Externen Kräften und so etlichen Supportern mit angeschlossener Ausbildung sehe, die selbst einfachste Aufgaben, Störungen oder Problemfälle nicht lösen können, ist das vermeintlich einfache wohl doch nicht so einfach.

Im Kern geht es letztlich darum, ob jemand fähig ist selbständig Lösungen zu erarbeiten.

Und daran scheitern selbst unheimlich viele Akademiker.
Denn diese Kompetenz wird im Studium wohl auch nicht sehr oft gefordert... Oder ich bin tatsächlich ein "High-Performer", was ich allerdings stark bezweifle...

@Faunus
Der Markt hat sich eigentlich schon längst wieder geändert.
Im Süden der Republik geht es eher nicht mehr nach dem Motto "sei froh auf den Job", sondern welcher Arbeitgeber bietet das beste Komplettpaket.
Zwar noch nicht auf dem Niveau wie vor der .Com-Blase, aber wenn die Arbeitgeber nicht aufpassen und gegensteuern, sind wir schneller wieder dort als man sich umschauen kann.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon atatat am 21.06.2017, 06:20

Draco hat geschrieben:Ich muss immer wieder feststellen, dass gerade EDVler immer glauben, dass ihre Tätigkeit besonders wichtig und daher als besonders hoch einzuschätzen sei.
Hier nochmals der Hinweis:
Die freie Wirtschaft und die Kräfte des Marktes wertschätzen nachweislich diese Tätigkeiten (monetär) höher ein als vergleichbare Ausbildungen / Studiengänge.
Auch wenn das nicht in die verständliche gleichmacherei der Systematik der öD Tarifsysteme passt, so ist es verständlich, dass die AN sich daran orientieren.
Die AN gehen nicht von der Eingruppierungssystematik aus, sondern von der Entlohnung.
Und wenn der öD halt nicht aktiv mit seinen sekundären Vorteilen wirbt, dann bekommt man halt auch nicht die besten für das Geld.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon Gemeindefuzzi am 21.06.2017, 10:04

atatat hat geschrieben: Und wenn der öD halt nicht aktiv mit seinen sekundären Vorteilen wirbt, dann bekommt man halt auch nicht die besten für das Geld.


Und genau HIER liegt das Problem!
(Im Übrigen nicht nur bei der EDV, sondern auch im Ingenieursbereich)

Wenn man teilweise 30- 60% unter den Vergleichslöhnen bezahlt, muss man sich nicht wundern, wenn man den "Bodensatz" bekommt. Ich weiß nicht recht, ob da unbedingt noch Sekundärvorteile wichtig sind.

Im Umkehrschluss ist dann auch so, dass die Kollegen im Verwaltungsbereich, die mit einer solchen "Bodensatzlösung" zusammenarbeiten müssen, irgendwann wütend werden, wenn der Typ dann auch noch höher eingruppiert ist, als die Kollegen...

Und nein, ich rede hier nicht vom "Tonertauscher" oder "PC-Aufsteller", der mit eine E6 durchaus gut bedient ist.
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Re: Überleitung: ITK vs Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Beitragvon bayernbatzi am 21.06.2017, 10:18

Ich kann auch nur nochmal schreiben:
in der pW machen oft alle IT Leute das gleiche für gleiches Geld.

Da rede ich jetzt aber nicht von Drucker oder Tastaturentauscher oder PC Aufsteller und auch nicht von Dr.Rer.nat. der an der nächsten KI arbeitet...

Der ganze große Bereich EDV/IT ist aber eben nicht automatisch = Informatik (hatten wir ja auch schon mal)
99,99% der Aufgaben im bereich EDV/IT kann ein Fachinformatiker machen.
Vermutlich kann es sogar ein interessierter "ungelernter" machen.
Es brauch keinen Bachelor in Informatik um einen normalen Adminjob zu machen bzw selber der Bachelor macht danach zertifikate und ist dann vom Wissensstand auf dem gleichen Niveau wie der FI. Und so wie die bachelor heute drauf sind kann man eh nicht mehr schließen auf Studium = der kann was bzw der kann auch mal um die Ecke denken...

Jetzt könnte man natürlich sagen, ok IT Jobs = kein Studium notwendig = EG8...
Dann bekommt man aber noch weniger Bewerber...
Deswegen schreiben ja viele öD AG halt mal ne EG10 aus mit Anforderung NUR Studium damit man vielleicht einen mittelmäßigen bachelor anlocken kann. Vielleicht wen der eben auch nur deswegen studiert hat um im öD ne EG10 zu bekommen. Macht seine Aufgaben wie vorher...

Apropo Zertifikate, für viele lernt man sehr lange, man brauch auch das nötige Praxis Wissen usw.
Also ähnlich zum AL2. Nur alleine mit Zertifikate sind kein Aufstieg drin.
Eindeutiger Vorteil hier bei den Verwaltungskräften, die eh schon recht gut bezahlt werden, im Vergleich zur pW.

Die pW interessiert eben nicht, hat der ein Studium oder nicht, sondern kann der was.
Beim öD ist das Können eher sekundär.
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