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Kündigung der Entgelttabellen

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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon Kryne am 10.01.2018, 15:04

Wir haben ca. 30.000 Einwohner, wir sind zwar im Rhein Main Gebiet, aber wir sind nicht Frankfurt :D

Es bleiben hier auch generell bis auf Erzieher und ab und an Ing. / Architekten Stellen keinerlei Stellen länger unbesetzt. Die normalen Verwaltungsstellen sind immer sofort besetzt.

Meine Tiefbau Ing. Stelle war fast 1 Jahr unbesetzt bis ich kam. Bei meinem Chef (FDL Tiefbau) war die Stelle als sein Vorgänger weg ging ebenso lange unbesetzt. Architekten das gleiche Spiel.

Erzieher Stellen sind ja generell überall unbesetzte frei.

Und ich wage mal zu behaupten, dass sich die meisten Azubis ihre Stellen nicht nach dem Azubigehalt aussuchen, sondern nach den Tätigkeiten die sie ausüben möchten und nach den späteren Gehaltsaussichten.
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon Controller am 10.01.2018, 15:06

Das ganze ist in den letzten 20 Jahren doch eine Stufe nach unten gerutscht. Wer früher eine hochwertige Ausbildung machte, geht heute auf eine Fachhochschule. Und wer sich heute auf einen Ausbildungsplatz bewirbt, der hat früher als Hilfskraft im Büro angefangen. Das ist ja auch gewollt so, denn Ausbildung ist derart teuer geworden, dass man sie besser den Universitäten überlässt.

Nicht gewollt war, dass bei aller sozialer Wärme die Entgeltgruppen so weit angenähert haben, dass sich eine aufwendige Weiterbildung kaum lohnt und erstrebenswert ist. Aber: Die streikbereiten Gewerkschaftsmitglieder sind halt selten oberhalb der Entgeltgruppe 7, so dass diese Sozialkomponenten immer wieder vereinbart wurden, um scheinbaren Frieden zu erreichen.

Durch dieses unsägliche TVÖD-Stufensystem verdient der Müllmann mit EG 4 in Endstufe, selbst ohne jede Zulage, mehr, wie sein neu eingestellter und fertig studierter Sachgebietsleiter mit EG 9B. Und das darf, aller Sozialromantik zum trotz, echt nicht sein.
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon Kryne am 10.01.2018, 15:24

Die meisten meiner mir "unterstellten" Kollegen verdienen auch mehr als ich. Das starre Stufenlaufzeit System finde ich auch ziemlich überholt. Die Stufen könnte man ja behalten, aber die sollten nicht nach Zeit, sondern nach Leistung gehen.

Die Zeit als zweite Option könnte man ja drin lassen, um Fällen vorzubeugen wo unausstehliche Personaler und Chefs einen immer auf 1 "halten" wollen.

Man sollte aber jedes Jahr wenn man gute Leistungen erbracht hat direkt eine Stufe aufsteigen, so dass man als Einsteiger nach 5 Jahren auf der Endstufe ist wenn man seine Arbeit gut macht.
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon Kaiser80 am 10.01.2018, 15:29

was_guckst_du hat geschrieben:
...und über 200 bewerber für diese Stellen haben wir zwar...aber die Qualität früherer Jahre ist längst Vergangenheit...selbst bei denen, die eingestellt werden, macht man das oft mit "Bauchschmerzen"...

...wer Peanuts zahlt, beschäftigt irgendwann nur noch Affen...


Bei uns fallen über 50% durch den Auswahltest. Sowohl für die tarifl. Ausbildung Verw.fachangestellte wie auch die mittlere oder gehoben Laufbahn der Bamten (hier ca.60-65%!). Ein erschreckendes Bild insbesondere bei den Abtiurienten!
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon Texter am 10.01.2018, 15:32

Onza hat geschrieben:Was mich sehr stört:

Die aktuelle Tarifgestaltung hält vom Wechsel des AG ab. Ein AG-Wechsel ist, wenn man in der gleichen EG bleibt, praktisch immer mit finanziellen Nachteilen verbunden.

Dieser Nachteil hat sich jetzt durch die stufengleiche Höhergruppierung noch verschärft.

Daher finde ich die schon vorgetragenen Ideen, die Tabelle auf wenige Stufen zu beschränken interessant. Alternativ könnte es auch eine bessere Regelung geben, das z. B. Erfahrungszeiten beim vorherigen Arbeitgeber nicht nur angerechnet werden können, sonder angerechnet werden müssen.


Da scheint aber der Druck auf die Arbeitgeber noch nicht hoch genug zu sein. Der Tarifvertrag bietet bei Neueinstellungen eigentlich doch alle Möglichkeiten, um neuen Mitarbeitern entgegen zu kommen.
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon Motorhead am 10.01.2018, 16:04

Fast alle Möglichkeiten. Ich glaube, die Stufenlaufzeit kann nicht mitgenommen werden.
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon xalur am 10.01.2018, 21:52

Raus mit der sozialen Komponente und die zweistelligen EGs stärker prozentual erhöhen und auf 2-3 Erfahrungsstufen beschränken!
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon MrRossi am 11.01.2018, 08:25

Spid hat geschrieben:Ich vermag keine sozialen Komponenten - was auch immer das heißen soll - erkennen, lediglich überproportionale Steigerungen in den unteren Entgeltgruppen. Was daran „sozial“ sein sollte, erschließt sich mir nicht. Die von mir verlinkte Studie ist von der Hans-Böckler-Stiftung, die Gehaltsentwicklung im öD ist nicht hinter der Gesamtentwicklung der Einkommen, wie sie bspw. durch die Entwicklung der JAEG abgebildet wird, zurückgeblieben, sondern lediglich im Vergleich zu (von der HBS selbst ausgewählten) Tarifverträgen.


Deine verlinkte Studie geht bis 2007, Repräsentativ möchte ich das nicht nennen.
Aktuell seit 2005 nachgerechnet bis jetzt liegen die Steigerungen (VKA) bei insgesamt 23,7%.
Da ist die aktuellere Studie der o.g. Stiftung für den Gesamtdurchschnitt schon 2016 höher mit 27,64%.
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon Spid am 11.01.2018, 08:56

Und das taugt jetzt inwiefern dazu, die überdurchschnittliche Vergütung der unteren Entgeltgruppen infrage zu stellen?
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Re: Kündigung der Entgelttabellen

Beitragvon MrRossi am 11.01.2018, 08:59

Ich bezog das hierauf

Spid hat geschrieben:Die von mir verlinkte Studie ist von der Hans-Böckler-Stiftung, die Gehaltsentwicklung im öD ist nicht hinter der Gesamtentwicklung der Einkommen, wie sie bspw. durch die Entwicklung der JAEG abgebildet wird, zurückgeblieben, sondern lediglich im Vergleich zu (von der HBS selbst ausgewählten) Tarifverträgen.
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