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ITler von E10 nach E11 / neue EGO

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ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Shoemaker am 10.01.2018, 17:56

Hallo zusammen,

ich befinde mich derzeit in E10 und habe einen Antrag auf Höhergruppierung gemäß §29b TVÜ-VKA gestellt. Da ich den Antrag erst kurz vor Weihnachten abgegeben habe, habe ich noch keine Rückmeldung erhalten.

Ich bin Beschäftigter in der Informations- und Kommunikationstechnik und sehe deshalb eigentlich keine großen Hürden für eine Höhergruppierung.

Ich gebe einem Kollegen fachliche Anweisungen, außerdem bin ich verschiedenen Dienstleistern, die ich beauftrage und unterstützend begleite, weisungsbefugt.

Das allein sollte doch reichen, oder sehe ich das falsch?

Mich würde auch interessieren, ob es jemandem gelungen ist, von E10 in E11 zu rutschen.

Danke für Rückmeldungen!
Shoemaker
 
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Spid am 10.01.2018, 18:03

Sofern die besonderen Leistungen in Arbeitsvorgängen, die mindestens ein Drittel der auszuübenden Tätigkeit ausmachen, anfallen, ist die Einschätzung, wenn die Tätigkeitsmerkmale der E10 erfüllt sind, der Eingruppierung zutreffend.
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Shoemaker am 11.01.2018, 14:35

Vielen Dank für die Antwort, lieber Spid.
Deine Antwort verstehe ich allerdings nicht, ich bin genauso schlau wie vorher.

In der Entgeltordnung steht für mich:

Entgeltgruppe 11
•1. • Beschäftigte der Entgeltgruppe 10, deren Tätigkeit sich mindestens zu einem Drittel durch besondere Leistungen aus der Entgeltgruppe 10 heraushebt. (Besondere Leistungen sind Tätigkeiten, deren Bearbeitung besondere Fachkenntnisse und besondere praktische Erfahrung voraussetzt oder die eine fachliche Weisungsbefugnis beinhalten.)
•2. • Beschäftigte der Entgeltgruppe 10, deren Tätigkeit sich durch besondere Leistungen aus der Entgeltgruppe 10 heraushebt. (Besondere Leistungen sind Tätigkeiten, deren Bearbeitung besondere Fachkenntnisse und besondere praktische Erfahrung voraussetzt oder die eine fachliche Weisungsbefugnis beinhalten.)


Augenmerk lege ich jetzt nur mal auf meine fachliche Weisungsbefugnis, die ich meiner Meinung nach zweifellos habe, dann müsste man mir die Höhergruppierung doch gewähren, oder?

Insbesondere wenn ich mir die Kommentierung durchlese:

Alternativ kommen für die Anerkennung der „besonderen Leistungen“ - durch das Wort
„oder“ - auch Tätigkeiten in Betracht, die „eine fachliche Weisungsbefugnis“ beinhalten. Weisungsbefugt sind Beschäftigte, wenn sie das Direktions- und Weisungs- recht des Arbeitgebers gem. § 106 GewO123 gegenüber anderen Beschäftigten ausüben, also die Arbeitsleistung der ihnen zugeordneten Beschäftigten nach Inhalt, Zeit und Ort für den Arbeitgeber anweisen. Unter der Zeit der Arbeitsleistung versteht man dabei nicht die Dauer, sondern die zeitliche Lage der Arbeitszeit.
Die Weisungsbefugnis erfordert kein Vorgesetztenverhältnis und keine Unterstellung124. Sie erstreckt sich auf die Erteilung von fachlichen Anordnungen im Einzelfall.125 Es ist somit nicht erforderlich, dass der Beschäftigte die Dienstaufsicht ausübt.
Die „fachliche Weisungsbefugnis“ erstreckt sich auf rein fachliche Anordnungen. So darf der Beschäftigte gegenüber Dritten, für die er verantwortlich ist, Anweisungen erteilen, wie sie ihre Arbeiten durchzuführen und / oder zu organisieren haben.
Eine „fachliche Weisungsbefugnis“ ist auch gegeben, wenn der Beschäftigte externe Beschäftigte (Auftragnehmer / externe Dienstleister) bei der Ausführung vertraglich vereinbarter Leistungen zu überwachen hat.
Weder im Tarifvertragstext noch in den Protokollerklärungen ist bestimmt, für wie viele Beschäftigte die Weisungsbefugnis bestehen muss. Im Zweifel muss davon auszugehen sein, dass es bereits ausreicht, wenn die Weisungsbefugnis nur gegen- über einem anderen Beschäftigten besteht.
Auch sind in den Tarifnormen bezüglich der Eingruppierung der Mitarbeiter, über die die Weisungsbefugnis ausgeführt wird, keine Angaben enthalten. Dies bedeutet, dass die Wahrnehmung der „fachlichen Weisungsbefugnis“ über einen externen Mitarbeiter dazu führt, dass „besondere Leistungen“ anzuerkennen sind.


Sehe ich das falsch?
Shoemaker
 
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Spid am 11.01.2018, 14:47

Da es sich bei den Tätigkeitsmerkmalen der E11 um Heraushebungsmerkmale aus der E10 handelt, müssen die Tätigkeitsmerkmale der E10 erfüllt sein, bevor die Heraushebung zu prüfen ist. Bejaht man das Vorliegen der Tätigkeitsmerkmale der E10, ist für die E11 in der Fallgruppe 1 das zeitliche Maß „ein Drittel“ für das Heraushebungsmerkmal „besondere Leistungen“ vorgegeben; mithin muß das Merkmal in Arbeitsvorgängen anfallen, die mindestens ein Drittel der Gesamttätigkeit ausmachen.
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Shoemaker am 11.01.2018, 15:30

Jetzt habe ich es verstanden, vielen Dank!

Da ich mich bereits seit 10 Jahren in E10 befinde, ist doch davon auszugehen, dass die Tätigkeitsmerkmale erfüllt sind, oder?

Es ist ja keine Neubewertung der Stelle aufgrund neuer Tätigkeiten, sondern eine Höhergruppierung aufgrund der neuen EGO, nach Antrag gemäß §29b TVÜ-VKA.
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Spid am 11.01.2018, 15:40

Da die bisherigen Tätigkeitsmerkmale im Bereich der IuKT nicht fortgeführt werden, sondern völlig neu gefasst wurden, kann ein solcher Automatismus nicht angenommen werden.
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Shoemaker am 12.01.2018, 09:51

OK, Danke noch mal.

Ich hatte es mir einfacher vorgestellt. ;-)
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon der_ingenieur am 12.03.2018, 16:06

Liebes Forum,

nachdem ich lange still mitgelesen habe, muss ich eine Verständnisfrage zum Thema stellen:
Der Antrag auf Höhergruppierung gem. neuer EGO meines Bekannten (IT, VKA, Ost) wurde mit der Begründung abgelehnt, dass aufgrund der bisherigen Stellenbewertung der VG IVb/IVa FG2 TVD und daraus resultierender Überleitung in die EG10 FG1 Teil A, Abschnitt II, Ziffer 2 der Anlage 1 zum TVöD keine Höhergruppierung möglich sei. Aufgrund der Ausführungen hier im Forum (z.B. http://forum.oeffentlicher-dienst.info/viewtopic.php?f=3&t=15333 und http://forum.oeffentlicher-dienst.info/viewtopic.php?f=3&t=16387) war ich immer davon ausgegangen, dass es eben keinen solchen Automatismus/ Überleitung für die neu gefassten Merkmale der IuK gibt. Habe ich etwas falsch verstanden, oder lehnt sich das zuständige Personalamt hier sehr weit aus dem Fenster?

Vielen Dank!
der_ingenieur
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon Spid am 12.03.2018, 16:21

Wie sollte es einen solchen Automatismus geben? Die Tätigkeitsmerkmale aus BAT Anlage 1a (VKA) II. Besondere Tätigkeitsmerkmale Q. Angestellte in der Datenverarbeitung haben nichts mit den aktuellen Tätigkeitsmerkmalen in der IuKT gemein - man muß sie ja nur mal nebeneinanderlegen.
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Re: ITler von E10 nach E11 / neue EGO

Beitragvon der_ingenieur am 12.03.2018, 16:25

Dann habe ich es richtig verstanden. Vielen Dank für die schnelle Bestätigung!
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