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[allg] Teilzeit statt Vollzeit

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[allg] Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon PoKe05 am 16.04.2018, 11:27

Hallo liebe Community,
ich bin im Rahmen einer internen Ausschreibung meines Dienstherrn zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. In meinem Fall wäre damit eine Beförderung verbunden.

Nun zur Krux des ganzen:
ich arbeite aktuell Teilzeit mit 75% der wöchentlichen Arbeitszeit und möchte das auch so beibehalten. Die Stelle ist für mich sehr interessant (sonst hätte ich mich nicht darauf beworben....), aber in Vollzeit ausgeschrieben.

Die Frage nach Teilzeit/Vollzeit wird definitiv kommen. Nachdem ich in der Vergangenheit wegen dieses Beharrens auf die Teilzeit schon "den Baum hinauf gelaufen" bin, wüsste ich gerne, ob jemand einen Tipp hat, wie ich die Frage intelligent beantworte, ohne mich gleich ins Abseits zu schießen.

Ich möchte eben nur ungern im Gespräch sagen "Vollzeit, kein Problem", und wenn dann die Entscheidung tatsächlich auf mich fällt, auf einmal doch auf die Teilzeit beharren.

Vielen Dank schon mal!
PoKe05
 
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Re: Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon Kurbalin am 16.04.2018, 15:25

Ich möchte eben nur ungern im Gespräch sagen "Vollzeit, kein Problem", und wenn dann die Entscheidung tatsächlich auf mich fällt, auf einmal doch auf die Teilzeit beharren.


Das wäre nicht nur intransparent, sondern könnte auch schnell als Untreue bzw. Vorspiegelung falscher Tatsachen gewertet werden, weil damit ein Auswahlverfahren vollständig konterkariert wird.

Wenn eine Stelle als Vollzeitstelle ausgeschrieben wird, besteht der Bedarf an einer Vollzeitstelle. Es gibt Ausschreibungen, die vorsehen, dass eine Stelle im Rahmen von "Jobsharing" durch Teilzeitkräfte wahrgenommen werden kann. Wenn ein solcher Passus in der Stellenausschreibung nicht steht, kann man zumindest auch hinterfragen, ob die Möglichkeit besteht. Das liegt aber im Ermessen des Dienstherrn, solcherlei Rahmenbedingungen festzulegen. Immerhin würde dies im Worstcase nicht nur das undankbare Profil einer 25%-Stelle, sondern darüber hinaus noch einen weiteren Arbeitsplatz erfordern.

Ansonsten sollte man vielleicht davon absehen, sich als Wahlteilzeitkraft auf Vollzeitstellen zu bewerben - auch wenn das Profil (und die Vergütung) interessant klingt.
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Re: Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon Hello_IT am 16.04.2018, 21:31

Gibt es denn einen guten Grund z,.b. Erziehung von 3 Kindern, Betreuung der krebskranken Eltern usw oder einfach nur "bin ein fauler Sack"?
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Re: Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon clarion am 16.04.2018, 21:50

Es gibt halt andere Lebensentwürfe. "Fauler Sack" finde ich persönlich nun ein problematischer Begriff. Teilzeitkräfte schaffen pro Stunde oft mehr weg als Vollzeitler!
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Re: Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon 512BB am 17.04.2018, 01:53

clarion hat geschrieben:Es gibt halt andere Lebensentwürfe. "Fauler Sack" finde ich persönlich nun ein problematischer Begriff. Teilzeitkräfte schaffen pro Stunde oft mehr weg als Vollzeitler!


Natürlich gibt es diese. Aber ein persönlicher Lebensentwurf sollte nicht dazu führen, den Ag hinters Licht zu führen.
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Re: Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon frodobeutlin100 am 17.04.2018, 06:28

512BB hat geschrieben:
clarion hat geschrieben:Es gibt halt andere Lebensentwürfe. "Fauler Sack" finde ich persönlich nun ein problematischer Begriff. Teilzeitkräfte schaffen pro Stunde oft mehr weg als Vollzeitler!


Natürlich gibt es diese. Aber ein persönlicher Lebensentwurf sollte nicht dazu führen, den Ag hinters Licht zu führen.


Ehrlichkeit hilft immer, wenn man nicht Vollzeit arbeiten will oder kann, sollte man das klar kommunizieren - normalerweise sind fast alle Stellen auch teilzeitgeeignet

im Übrigen halte ich es für ein Gerücht, dass Teilzeitkräfte soviel fleißiger und effektiver sein sollen ...
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Re: [allg] Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon Kurbalin am 17.04.2018, 16:10

Teilzeitkräfte, die ihre regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit von 8 Stunden auf 5 Tage verteilen sind bekanntermaßen die effizientesten, wenn wir schon Klischees bedienen. Die verschwenden keinerlei Zeit mit Rüstzeiten, wie Kaffee trinken, plaudern oder sonstiges.
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Re: [allg] Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon VaPi am 18.04.2018, 10:24

Warum wird denn der Themenersteller so feindlich angegangen. Nicht jeder hat Bock 40h/Woche in der Tretmühle Job festzuhängen. Und wenn man mit weniger Geld auskommt, dafür dann aber glücklicher durchs Leben geht, kann man das nur unterstützen.

Der öffentliche Dienst bietet diese Möglichkeit an und wie schon geschrieben, ist das auch auf der Mehrzahl der Stellen möglich. Ich würde das daher klar im Vorstellungsgespräch kommunizieren und wenn der AG dann ablehnt, dann ist es halt so.
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Re: [allg] Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon Kurbalin am 18.04.2018, 12:18

Der Themenersteller wird deshalb so feindlich angegangen, weil er mit seiner Äußerung pauschal für sich in Anspruch nimmt, in 75% der Zeit eine volle Stelle zu erfüllen und sogar soweit geht, dass er in Erwägung zieht, den Dienstherrn im Auswahlverfahren mit falschen Aussagen hinters Licht zu führen.

Nach wie vor würde der TE den Dienstherrn mit dem Problem konfrontieren, dass er für die übrigen 25% der Stelle eine weitere Personalie finden, anlernen, unterhalten und ausstatten muss. Das macht m.E. sehr wohl einen Unterschied und darum überlegt sich der Dienstherr i.d.R. VOR der Stellenausschreibung, ob er Jobsharing zulässt und bringt dies in der Stellenausschreibung entsprechend zu Ausdruck.

Wenn mir jemand, der im Auswahlverfahren noch gesagt hat "Vollzeit, kein Problem!" im Nachhinein plötzlich sagen würde, dass er ausschließlich in Teilzeit anfangen würde, würde ich ihm unmittelbar ne Absage erteilen und den Namen auf n rote Liste setzen, weil das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber bereits vor Beginn des Arbeitsverhältnisses gestört wurde.
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Re: [allg] Teilzeit statt Vollzeit

Beitragvon frodobeutlin100 am 20.04.2018, 06:24

Kurbalin hat geschrieben:Teilzeitkräfte, die ihre regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit von 8 Stunden auf 5 Tage verteilen sind bekanntermaßen die effizientesten, wenn wir schon Klischees bedienen. Die verschwenden keinerlei Zeit mit Rüstzeiten, wie Kaffee trinken, plaudern oder sonstiges.


8 Stunden an 5 Tagen? ;-) das heißt 1,6 Stunden täglich ;-) am Besten noch in Telearbeit ;-)

...

Teilzeitkräfte sind nicht fleißiger - es wird genauso geschwätzt (was ist passiert während ich nicht da war?), Pause gemacht (auch wenn man bei weniger als 6 Stunden eigentlich gar keine Pause hat) etc. pp.

ganz schlecht finde ich die Idee während eines Auswahlgesprächs zu lügen ... wie ich schon sagte üblicherweise geht fast überall Teilzeit - wenn der Arbeitgeber ausdrücklich für diese Stelle eine Vollzeitbesetzung will, hat er sicher dafür wichtige Gründe und wenn man Vollzeitarbeit aus welchen Gründen auch immer für sich ausschließt, ist man eben für diese Stelle nicht geeignet ...
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