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[BE] Besoldungsrunde 2017 Berlin

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[BE] Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Admin am 03.03.2017, 16:19

https://www.gdp.de/gdp/gdpber.nsf/id/DE ... en&ccm=000

"Der Senat übernimmt den Tarifabschluss der Länder für den Beamtenbereich. Die Kolleginnen und Kollegen bekommen so ab dem 1. August 2017 die beschlossenen 2 Prozent mehr Gehalt plus eine Landes-Zulage in bisher unbekannter Höhe (mindestens 0,5 Prozent), um die Besoldung bis 2021 an den Länderdurchschnitt anzupassen."
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Alrik2002 am 03.03.2017, 22:45

Im Wortprotokoll der Hauptausschusssitzung am 01.03.2017 scheint man sich fraktionsübergreifend über einen Aufschlag von 1 % einig zu sein und für 2018 genaugenommen 1,05 %, da von eine Erhöhung um insgesamt 3,4 % die Rede ist:

https://www.parlament-berlin.de/adosser ... 004-wp.pdf

Leider ist noch immer eine Erhöhung erst zum 01.08.2017 vorgesehen, was letztlich auf das Jahr gesehen wiederum den angestrebten Anschluss an die durchschnittliche der anderen Bundesländer weiter verzögert.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Ndsftw am 09.03.2017, 15:12

Gute Entscheidung. Die verspätete Übernahme ist dagegen ein Luxusproblem, wenn die Erhöhung immer im August erfolgt.

Ich hoffe, dass sich Niedersachsen demnächst ein Beispiel daran nehmen wird. Sollte Berlin bis 2021 entsprechend verfahren, wird Niedersachsen (zumind. in meiner A9) auf den letzten Platz abrutschen.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Alrik2002 am 09.03.2017, 21:31

Nun ja. Dieses Luxusproblem hat zur Folge, dass selbst wenn es 3 % werden sollten, auf das gesamte Jahr 2017 (12 Monate) gerechnet, 1,25 % pro Monat übrig bleiben. Ähnliches natürlich auch im Jahr 2018. Es ist zwar richtig, dass seit 2010 immer erst zum 01.08. erhöht wurde, aber letztlich geht auch von dieser Entscheidung ein Signal aus.

Damals konnte man es sich vielleicht noch leisten jahrelang Nullrunden zu fahren bzw. Besoldungserhöhungen um etliche Monate hinauszuschieben. Aber inzwischen sollte jedem klar sein, dass die guten Leute nur gehalten bzw. gewonnen werden können, wenn man den Abstand zum in der gleichen Stadt massiv konkurrierenden Bund nicht zu groß werden lässt. Dass man da vielleicht nicht gleich ziehen kann ist noch nachvollziehbar, aber z.B. bei solchen Entscheidungen wie der Verschiebungen wird für mich die fortgesetzte Verkennung der Situation bei der Personalgewinnung/-bindung erkennbar.

Wer über nun mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt so behandelt wird und immer nur die Mohrrübe vor die Nase gehalten bekommt (s. Koalitionsvertrag mit der angestrebten Angleichung auf den Durchschnitt der Länder bis 2021, bei den Angestellten ist es Ende 2017 der Fall), wird, wenn er die Möglichkeit dazu hat, zu einem anderen Dienstherren wechseln, insbesondere, wenn dies teilweise lediglich einen anderen Fahrweg innerhalb derselben Stadt zur Folge hat. Da schrecken andere Dienstherren auch vor sogenannten Raubernennungen nicht zurück, auch wenn die Berliner Politiker das unerhört finden.

Vor dem Hintergrund des ebenfalls fast ein Jahrzehnt währenden Einstellungsstopps in Berlin sind planbaren Abgänge in erheblichem Umfang in den nächsten Jahren zu erwarten, so dass nun in Massen ausgebildet/eingestellt werden müsste. Aus o.g. Gründen entscheiden sich die besten Bewerber/-innen jedoch für andere Dienstherren und man ist schon froh, wenn man überhaupt geeignete Kandidaten hat, um alle Stellen zu besetzen. Zitat nach einer Einstellungsrunde: "Wir konnten leider nur 75 % der Stellen besetzen, auch wenn wir praktisch jeden genommen haben, der nicht vom Stuhl gefallen ist". Dies waren damals (2015) wenige Stellen im Vergleich zu dem was aktuell los ist und noch kommt. Wir werden leider vermutlich viele Leute einstellen, an denen man in den nächsten Jahren verzweifeln wird.

Mir wäre es viel lieber gewesen, wenn es 2,5 % zum 01.01.2017 anstatt 3 % zum 01.08.2017 werden würden und anschließend ein transparenter Fahrplan zu Angleichung geben anstatt dieses abwartende Geschachere in Hinterzimmern. Somit würde man sich zumindest gegenüber seinen Beamten mal wieder etwas ehrlicher machen.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon TV-Ler am 10.03.2017, 06:59

Alrik2002 hat geschrieben:Es ist zwar richtig, dass seit 2010 immer erst zum 01.08. erhöht wurde, aber letztlich geht auch von dieser Entscheidung ein Signal aus.

Wenn ich es richtig sehe, ist die Beamtenbesoldung in Berlin zuletzt zum 01.08.2016 um 2,8% erhöht worden.
Da würde es schon etwas merkwürdig anmuten, wenn bereits 5 Monate später eine weitere Erhöhung um 2,0% anstünde ...
Tipp (Jaaa, ich halte mich auch nicht in allen Fällen daran):
Wollen wir dem TE helfen: Posten
Wollen wir es nicht: Lassen

Übrigens: Es ist bereits alles gesagt, aber es haben noch nicht alle alles gesagt ;-)
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Nisaaru am 29.03.2017, 12:04

naja, bei ca. 9% Abstand zum Bund in der gleichen Stadt... Personalentwicklungsmaßnahme
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Insider2 am 30.03.2017, 05:47

Naja, Berlin hat derzeit ein massives Problem.

Zum einen wurden seiner Zeit unter Herrn Sarrazin die Verwaltung noch mehr als anderswo personell eingeschmolzen und das im gleichen Atemzug mit dem jahrelangen Stillstand bei der Besoldung (=komplette Nullrunden).

Blöd nur, dass jetzt:

a) die Pensionierungswelle beginnt
b) man Schlusslicht bzgl. der Besoldung in der BRD ist
c) die Stadt immer mehr wächst
d) und man (oberste) Bundesbehörden quasi über die Straße hat
e) der ÖD durch o.g. "Maßnahmen" eh einen sehr schlechten Ruf in der Hauptstadt hat

Das bedeutet derzeit:

- die, die Weg wollen und Ahnung haben (gerade im gD), beim Bund mit Kusshand genommen werden
- die, die neu in den ÖD wollen und gut sind, von vorn herein zum Bund gehen
- die, die neu in den ÖD wollen und die der Bund nicht will, quasi die freie Wahl zwischen X Senatsverwaltungen haben
- die, die es da auch nicht schaffen, die Wahl zwischen X Bezirksämtern haben

Und gerade dort, in den Bezirksämtern, wo der Kontakt zum Bürger am ehesten da ist und die eigentliche Arbeit in einer wachsenden Stadt stattfindet, entsteht eine (sorry) "Resterampe" in der ab 2020 noch mehr pensioniert wird. Ein Teufelskreis. Ich bin gespannt wie lange das hier noch gut geht in Berlin.

MfG
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon ThomBer am 13.04.2017, 11:05

Die demographische Entwicklung ist selbst im öD bereits seit den 80´er Jahren bekannt. Berlin ist ein gutes Beispiel, wo politisch blinder Sparzwang durchgepeitscht wurde, richtig. Berlin ist selbst heute, wie allerdings auch viele andere Dienstherren nicht willens vorhandenes Humankapital, also die Qualifikationen der Beschäftigten zu fördern, geschweige denn richtige PE-Maßnahmen durchzuführen.
Alle überlegen immer nur, wie man neue Kräfte ins Haus bekommt und man senkt die Anforderungen immer weiter herab und gefährdet damit schließlich auch die Qualität, aber wie man die vorhandenen Beschäftigten ertüchtigt, damit diese freie Stellen ausfüllen können, damit eben nicht die Neu- und Quereinsteiger gleich auf den Chefposten kommen (Motivation der vorhandenen Beschäftigten!).... Gerade Berlin, aber natürlich auch die Bundesbehörden bieten viel an Qualifikationsmöglichkeiten an. Der traurige Witz ist aber, dass meiner Erfahrung nach diese Qualifikationen in Berlin in Bewerbungsverfahren KEINE Rolle spielen.

Weil aber Berlin für viele Menschen sehr attraktiv ist, kann es sich diese Stadt leider noch leisten, das Personal so zu behandeln. (Ihr glaubt gar nicht, wie arrogant dort der Berliner Senat sein kann. Aber als Bundesbeamter lächle ich nur noch drüber!)
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Beamer am 14.04.2017, 20:38

aus:
http://pardok.parlament-berlin.de/starw ... -10704.pdf
5. Welche Schwierigkeiten gab/gibt es, einzelne Stellen
(aufgegliedert nach mittlerem, gehobenem und höherem
Dienst) mit geeigneten Bewerbern zu besetzen?

Zu 5.: Es zeichnet sich ab, dass die Besetzung von einigen
Stellen für Tarifbeschäftigte in den unteren Entgeltgruppen
(bis Entgeltgruppe 6 TV-L) zunehmend schwieriger
ist, da Ausbildungsabsolventen wie Verwaltungsfachangestellte
oder Kaufleute für Bürokommunikation
aufgrund ihrer Qualifikation häufig besser dotierte Beschäftigungsmöglichkeiten
finden.

Im Bereich der Gewinnung operativ einzusetzender
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im mittleren Dienst ist
es ebenfalls zunehmend schwieriger in qualitativer Hinsicht
geeignetes Personal zu finden, was allerdings bisher
noch gelang.

In den Bereichen der technischen / IT-affinen Tätigkeitsfeldern,
die immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist
es besonders schwierig qualifiziertes Personal zu rekrutieren,
da hier auf der Grundlage der Eingruppierungsrichtlinien
gemäß TV-L im Verhältnis zur Wirtschaft nur erheblich
geringere Entgelte gezahlt werden können.

Im Beamtenbereich
ist das Besoldungsgefüge zu Lasten Berlins ein
dauerhaftes Hemmnis bei der Personalgewinnung.


Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist ein tatsächlicher
Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern
nicht zu erwarten.

Allerdings befindet sich der Berliner
Verfassungsschutz in direkter Konkurrenz gegenüber
den Behörden des Bundes wie dem Bundesamt für Verfassungsschutz,
dem Bundeskriminalamt und dem Bundesnachrichtendienst.
So finden weiterhin laufend und
zunehmend Stellenausschreibungen des Bundesamts für
Verfassungsschutz statt, die innerhalb des Verfassungsschutzverbundes
veröffentlicht werden.

Diese sind für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berliner Verfassungsschutzes
wegen der höheren Besoldung besonders
attraktiv.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist seinerseits
an gut aus- und fortgebildeten, erfahrenen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern des Berliner Verfassungsschutzes
interessiert, zumal diese aufgrund der bereits
vorhandenen Sicherheitsüberprüfung schnell verfügbar
sind. Der derzeit massive Stellenaufwuchs beim Bundesamt
für Verfassungsschutz wird die Konkurrenzsituation
voraussichtlich weiter verschärfen.


Aus einer anderen Anfrage geht hervor, dass in der Bezirken zahlreiche (383)Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten.
http://pardok.parlament-berlin.de/starw ... -10706.pdf

In manchen Verwaltung gilt im Durchschnitt rechnerisch jeder Beschäftige als langzeiterkrankt (über 42 Kalendertage).
http://pardok.parlament-berlin.de/starw ... -10740.pdf
Beamer
 
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