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[BE] Besoldungsrunde 2017 Berlin

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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Der Obelix am 14.04.2017, 21:56

Bezirk Mitte 39,6 Fehltage im Durchschnitt.....Gut ist das ja nicht gerade.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon frager0 am 18.04.2017, 16:41

Ich muss mal kurz die ketzerische Frage stellen, warum das Tarifergebnis der Angestellten auf die Beamten übertragen wird, wenn doch das angebliche Ziel sein soll, die Nettokluft zwischen Beamten und Angestellten zu verringern?
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Landsknecht69 am 19.04.2017, 07:23

If you pay peanuts, you get monkeys... Etwas überspitzt vielleicht, aber....
Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten läßt sich immer noch regieren. Bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Karsten am 19.04.2017, 08:45

frager0 hat geschrieben:Ich muss mal kurz die ketzerische Frage stellen, warum das Tarifergebnis der Angestellten auf die Beamten übertragen wird, wenn doch das angebliche Ziel sein soll, die Nettokluft zwischen Beamten und Angestellten zu verringern?


1.) Wo sehen Sie eine inhaltsgleiche Übertragung? Lediglich 3 von 16 Bundesländern erhöhen analog http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2017/

2.) Die im TVÖD und TV-L eingeführte Entgeltstufe 6 verringert den Abstand bei älteren Kollegen bzw. der Angestellte steht in den meisten Fällen sogar besser da.

3.) Die Abstände werden selbst bei inhaltsgleicher Übertragung jährlich geringer, da der Angestellte bis 2025 jährlich 4% höhere Vorsorgeaufwendungen geltend machen kann und somit sukzessive weniger Lohnsteuer abführen muss als der Beamte. Zudem gilt bei Beamten die höhere "besondere Lohnsteuertabelle" ggü der normalen Lohnsteuertabelle bei Angestellten.

4.) Die PKV durch dauerhaft niedrige Zinsen in den nächsten Jahren (selbst im 50% Teilkostentarif) für Beamte teuerer werden wird, als die GKV.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon atatat am 19.04.2017, 09:10

Karsten hat geschrieben:1.) Wo sehen Sie eine inhaltsgleiche Übertragung? Lediglich 3 von 16 Bundesländern erhöhen analog http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2017/
Stimmt, einige Länder erhöhen mehr als TV-L, andere weniger.

Der Beamte kann allerdings auch immer höhere Vorsorgeaufwendungen einbringen oder nicht? Beim Angestellten sind die ja schon durch die Rentenzahlung ausgeschöpft.

EDIT:
Und die gesonderte Lsttabelle ist doch bei der Esterklärung wieder hinfällig oder wird auch dort die Steuer unterschiedlich gerechnet?
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Karsten am 19.04.2017, 10:13

atatat hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:1.) Wo sehen Sie eine inhaltsgleiche Übertragung? Lediglich 3 von 16 Bundesländern erhöhen analog http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/tr/2017/
Stimmt, einige Länder erhöhen mehr als TV-L, andere weniger.

Der Beamte kann allerdings auch immer höhere Vorsorgeaufwendungen einbringen oder nicht? Beim Angestellten sind die ja schon durch die Rentenzahlung ausgeschöpft.

EDIT:
Und die gesonderte Lsttabelle ist doch bei der Esterklärung wieder hinfällig oder wird auch dort die Steuer unterschiedlich gerechnet?


Die Erfahrungsstufe 6 ist ja in den prozentualen Erhöhungen des TV-L nicht eingepreist. Auch wenn sie im Vergleich zum TVÖD echt ein kleiner Aufschlag ist, in Summe wird sie den Angestellten im Laufe der Jahre mehr bringen, als z.B. 500 € Einmalzahlung in Bayern.

Wie sollte der Beamte denn Vorsorgeaufwendungen höhere gelten machen? Er kann im Gegensatz zum Angestellten nur Säule 2 und 3 bedienen.
So kann er maximal 2100 € durch in Säule 3 "Zusatzversorgung" (Riester-Rente) erreichen und 1.900 € in Säule 2 durch Beiträge zur Absicherung von Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie Unfall-, Haftpflicht-, Renten- und Lebensversicherungen.

Die erste Säule Basisversorgung (gesetzliche Rentenbeiträge, berufsständische Versorgungswerkebeiträge, landwirtschaftliche Alterskassenbeiträge) steht dem Beamten nicht offen und ist jedoch der Bereich welcher bis 2025 sukzessive ansteigt und wo richtig hohe Vorsorgeaufwendungen anerkannt werden (2017 steigt der Höchstbeitrag für die Basisversorgung auf 23.362 Euro/im Jahr).

Letztlich ist das ja kein Vorteil für den Angestellten, da er ja der Beamte auch ohne Aufwendungen in Säule 1 eine Pension bekommt, aber die seit Jahrzehnten bestehenden Nachteile des Angestellten durch Sozialversicherungsabgaben bzw. der Rückstand beim Netto wird bis 2025 beendet sein.

zum Edit:
Ja Beamte zahlen bei gleichem Brutto eine höhere Lohnsteuer. Bei 2500 € brutto ca um die 30 € mehr.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon atatat am 19.04.2017, 14:43

Karsten hat geschrieben:zum Edit:
Ja Beamte zahlen bei gleichem Brutto eine höhere Lohnsteuer. Bei 2500 € brutto ca um die 30 € mehr.
Wer verdient denn 2500€ im Jahr?
meine Frage ist: zahlt ein Beamte bei sagen wir mal 35T€ zu versteuerndes Jahreseinkommen mehr Steuern als ein Angestellter?
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon atatat am 19.04.2017, 15:10

Karsten hat geschrieben:Wie sollte der Beamte denn Vorsorgeaufwendungen höhere gelten machen?

Wieso kann er den dort keine eigene kapitalgedeckte Altersvorsorge einbringen? Es ist ja nicht nur die gesetzliche RV, die dort steuerlich wirkt.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Karsten am 19.04.2017, 15:38

atatat hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:zum Edit:
Ja Beamte zahlen bei gleichem Brutto eine höhere Lohnsteuer. Bei 2500 € brutto ca um die 30 € mehr.
Wer verdient denn 2500€ im Jahr?
meine Frage ist: zahlt ein Beamte bei sagen wir mal 35T€ zu versteuerndes Jahreseinkommen mehr Steuern als ein Angestellter?


Die 2500 € bezogen sich auf den Monat.
Bei 35.000 € brutto ist die Differenz 313,33 €
(KV Beitragssatz des Angestellten 15,7% bzw. 200 € PKV Beitrag des Beamten)

Arbeitnehmer Bruttolohn: 35.000,00 €
Lohnsteuer: - 4.916,00 €
Soli: - 270,38 €

Beamter Bruttolohn: 35.000,00 €
Lohnsteuer: - 5.213,00 €
Soli: -286,71 €
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Karsten am 19.04.2017, 15:43

atatat hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Wie sollte der Beamte denn Vorsorgeaufwendungen höhere gelten machen?

Wieso kann er den dort keine eigene kapitalgedeckte Altersvorsorge einbringen? Es ist ja nicht nur die gesetzliche RV, die dort steuerlich wirkt.


Dem Beamten bliebe nur eine "Rürup-Rente" um Altersvorsorgeaufwendungen analog der gesetzlichen Rente geltend zu machen. Bei rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist der steuerlich abzugsfähige Betrag der Altersvorsorgeaufwendungen um den Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung zu kürzen. Bei Beamten werden entsprechend fiktive Beiträge in gleicher Höhe abgezogen. Als Vergleichsgrundlage werden Beiträge herangezogen, die für einen normalen Angestellten bei gleichem Einkommen anfallen würden.

Lohnt sich faktisch also überhaupt nicht, da der Beamte die Beiträge alleine zahlen müsste, aber ein fiktiver Arbeitgeberanteil abgezogen wird.
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