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[BE] Besoldungsrunde 2017 Berlin

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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon atatat am 19.04.2017, 15:50

@Karsten ich sprach vom zu versteuernden Einkommen.
Also bezahlen Beamte und Angestellte also doch gleichviel Steuern, bei gleichen zu versteuernden Einkommen. Ich dachte ich hätte da ein Informationsleck und es gibt unterschiedliche Steuersätze für Beamte und Angestellte, beruhigt mich dass dem wohl nicht so ist.
Der eine hat halt mehr Netto und ein höheres zu versteuerndes Einkommen, der andere muss halt noch seine zusätzliche Alterversorgung etc. davon abziehen.

Ansonsten kannste bei deiner Vergleichsrechnung auch anfangen und sagen, der 100km Pendler zahlt weniger Steuern als der, der 2 minuten zu Fuss zur Arbeit braucht.
Ist ja auch eine Erkenntnis.

Trotzdem Danke für die Infos.
atatat
 
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon atatat am 19.04.2017, 15:55

Karsten hat geschrieben: Bei Beamten werden entsprechend fiktive Beiträge in gleicher Höhe abgezogen.
Nur bei Beamten oder bei Selbständige und freiwillig (in einer private RV) einzahlende Angestellte auch?
ich glaube ich muss da mal mit meiner Steuersoftware am WE rumspielen, damit ich da die Zusammenhänge verstehe.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Karsten am 19.04.2017, 16:05

atatat hat geschrieben:@Karsten ich sprach vom zu versteuernden Einkommen.
Also bezahlen Beamte und Angestellte also doch gleichviel Steuern, bei gleichen zu versteuernden Einkommen. Ich dachte ich hätte da ein Informationsleck und es gibt unterschiedliche Steuersätze für Beamte und Angestellte, beruhigt mich dass dem wohl nicht so ist.
Der eine hat halt mehr Netto und ein höheres zu versteuerndes Einkommen, der andere muss halt noch seine zusätzliche Alterversorgung etc. davon abziehen.

Ansonsten kannste bei deiner Vergleichsrechnung auch anfangen und sagen, der 100km Pendler zahlt weniger Steuern als der, der 2 minuten zu Fuss zur Arbeit braucht.
Ist ja auch eine Erkenntnis.

Trotzdem Danke für die Infos.


Vielleicht reden wir auch aneinander vorbei :) Aber meiner Meinung nach zahlen Arbeitnehmer in der besonderen Lohnsteuertabelle mehr Lohnsteuer bei gleichem steuerpflichtigen Bruttoarbeitslohn.

Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuerberechnung ist ja der steuerpflichtige Bruttoarbeitslohn, der dem jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zuzuordnen ist.

Die günstigere allgemeine Lohnsteuertabelle ist zu verwenden für Arbeitnehmer, die in allen Sozialversicherungszweigen versichert sind.

Die besondere Lohnsteuertabelle wird angewendet, wenn der Arbeitnehmer privat kranken- und pflegeversichert ist oder in keinem Sozialversicherungszweig (pflicht)versichert ist. Die besondere Lohnsteuertabelle gilt daher zwingend für
•Beamte,
•Richter,
•Berufssoldaten,
•nicht rentenversicherungspflichtige (beherrschende) GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer sowie
•Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Karsten am 19.04.2017, 16:12

atatat hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben: Bei Beamten werden entsprechend fiktive Beiträge in gleicher Höhe abgezogen.
Nur bei Beamten oder bei Selbständige und freiwillig (in einer private RV) einzahlende Angestellte auch?
ich glaube ich muss da mal mit meiner Steuersoftware am WE rumspielen, damit ich da die Zusammenhänge verstehe.


Ja soweit mir bekannt nur bei Beamten. Hintergrund ist, dass der Versorgungsfreibetrag von Pensionen ebenfalls bis 2040 abgeschmolzen wird. Je später man in Pension geht, desto höher ist die Pension zu besteuern. Diese Abschmelzung findet im gleichen Verhältnis statt wie die Renten der Besteuerung unterworfen Bei Selbständigen werden die Rürup-Renten-Beiträge – wie alle anderen Altersvorsorgeaufwendungen auch – in einer Übergangs­phase bis 2024 nur zu einem Teil anerkannt, der jährlich um 2%-Punkte ansteigt. In 2017 sind es glaube ich 84%. Der Vollabzug mit 100 % ist erst ab 2025 möglich.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon atatat am 19.04.2017, 16:21

Karsten hat geschrieben:Die günstigere allgemeine Lohnsteuertabelle ist zu verwenden für Arbeitnehmer, die in allen Sozialversicherungszweigen versichert sind.
Ja, aber doch nur weil, da aufgrund vom Brutto sich ein anderes zu versteuerndes Einkommen (wg. Sozialabgaben) ergibt, als beim den anderen.
Aber die Steuer die auf das zu versteuernde Einkommen bezahlt werden muss, wird doch nicht unterschiedlich berechnet.
Deswegen ja auch mein Pendlerbeispiel, da zahlen zwei Angestellte ja auch unterschiedlich viel Steuern, weil sie eben unterschiedlich viel vom Brutto abziehen können und somit ein Unterschied (bei gleichem Bruttolohn) bei dem zu versteuernden Einkommen herrscht.
Und ja der Beamte muss halt keine Rentenbeiträge zahlen und deswegen hat er ja auch ein höheres zu versteuerndes Einkommen (bei gleichem Brutto) und zahlt mehr Steuern.
Und ja der AN kann bis 2025 immer mehr seiner Rentenausgaben steuerlich geltend machen, weil er ja auch mehr von dem was er später als Rente bekommt versteuern muss.
Bei der Einkommenssteuererklärung wird dann doch nicht mehr zwischen Beamte und Angestellte unterschieden, der eine hat halt Ausgaben vom Bruttolohn gehabt, die steuermindernd sind, der andere nicht, so wie der Pendler ausgaben hatte,....
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon naturian am 22.04.2017, 20:38

Weiß eigentlich jemand was zu den Anwärterbezügen? Werden diese auch erhöht, oder bleibt da alles gleich?

Beste Grüße
naturian
 
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Slider26 am 07.05.2017, 16:44

Beamer hat geschrieben:aus:
http://pardok.parlament-berlin.de/starw ... -10704.pdf
5. Welche Schwierigkeiten gab/gibt es, einzelne Stellen
(aufgegliedert nach mittlerem, gehobenem und höherem
Dienst) mit geeigneten Bewerbern zu besetzen?

Zu 5.: Es zeichnet sich ab, dass die Besetzung von einigen
Stellen für Tarifbeschäftigte in den unteren Entgeltgruppen
(bis Entgeltgruppe 6 TV-L) zunehmend schwieriger
ist, da Ausbildungsabsolventen wie Verwaltungsfachangestellte
oder Kaufleute für Bürokommunikation
aufgrund ihrer Qualifikation häufig besser dotierte Beschäftigungsmöglichkeiten
finden.

Im Bereich der Gewinnung operativ einzusetzender
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im mittleren Dienst ist
es ebenfalls zunehmend schwieriger in qualitativer Hinsicht
geeignetes Personal zu finden, was allerdings bisher
noch gelang.

In den Bereichen der technischen / IT-affinen Tätigkeitsfeldern,
die immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist
es besonders schwierig qualifiziertes Personal zu rekrutieren,
da hier auf der Grundlage der Eingruppierungsrichtlinien
gemäß TV-L im Verhältnis zur Wirtschaft nur erheblich
geringere Entgelte gezahlt werden können.

Im Beamtenbereich
ist das Besoldungsgefüge zu Lasten Berlins ein
dauerhaftes Hemmnis bei der Personalgewinnung.


Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist ein tatsächlicher
Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern
nicht zu erwarten.

Allerdings befindet sich der Berliner
Verfassungsschutz in direkter Konkurrenz gegenüber
den Behörden des Bundes wie dem Bundesamt für Verfassungsschutz,
dem Bundeskriminalamt und dem Bundesnachrichtendienst.
So finden weiterhin laufend und
zunehmend Stellenausschreibungen des Bundesamts für
Verfassungsschutz statt, die innerhalb des Verfassungsschutzverbundes
veröffentlicht werden.

Diese sind für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berliner Verfassungsschutzes
wegen der höheren Besoldung besonders
attraktiv.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist seinerseits
an gut aus- und fortgebildeten, erfahrenen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern des Berliner Verfassungsschutzes
interessiert, zumal diese aufgrund der bereits
vorhandenen Sicherheitsüberprüfung schnell verfügbar
sind. Der derzeit massive Stellenaufwuchs beim Bundesamt
für Verfassungsschutz wird die Konkurrenzsituation
voraussichtlich weiter verschärfen.


Aus einer anderen Anfrage geht hervor, dass in der Bezirken zahlreiche (383)Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten.
http://pardok.parlament-berlin.de/starw ... -10706.pdf

In manchen Verwaltung gilt im Durchschnitt rechnerisch jeder Beschäftige als langzeiterkrankt (über 42 Kalendertage).
http://pardok.parlament-berlin.de/starw ... -10740.pdf



Mag sein.


Aber man darf (ab jetzt) auch nicht vergessen:

Die Besoldung wird nun so stark steigen, dass sich ab 2018 das Land Berlin nicht wirklich verstecken brauch.

Auch nicht vor der Bundesbesoldung.

Bedenket auch:
40, statt 41 Stunden.
Deutlich schnellerer Aufstieg (Bund z.B. ab Stufe 5 alle 4 Jahre. Land Berlin alle 3 Jahre).

Summa sumarum wird das Problem hier sehr groß geredet, meiner Meinung nach.
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon potsdam-andy am 08.05.2017, 04:30

Ab Stufe 5 ist in Berlin eine Stehzeit von 3 Jahren bis zur Besoldungsgruppe A8. Ab A9 wartet man auch in Berlin 4 Jahre. Und in Berlin habe ich eine Wochenarbeitszeit von 41,5 Stunden.
potsdam-andy
 
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Nisaaru am 08.05.2017, 08:59

41,5 echt ? dann arbeite ich zu wenig... ;-)
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Re: Besoldungsrunde 2017 Berlin

Beitragvon Lars73 am 08.05.2017, 09:09

Die 41,5 h ist die Anwesenheitszeit für Beamte in Berlin die Schicht-, Wechsel- oder ähnlichen Dienste leisten. Da die Pausen mit Bereitschaft keine echten Pausen sind umgeht man damit das Problem.
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