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Wechsel nach Luxemburg?!

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Wechsel nach Luxemburg?!

Beitragvon EndeJuni am 07.06.2017, 14:58

Hallo,
bin Landesbeamtin Rheinland-Pfalz. Arbeite seit über 25 Jahren im mittleren Dienst (A6).
Aus persönlichen Gründen erwäge ich den Landesdienst zu kündigen, damit ich evtl. in Luxemburg eine neue Stelle antreten kann.

Worauf sollte ich da achten?
Wie sollte ich da vorgehen?
Was haltet Ihr von so einem Schritt?
EndeJuni
 
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Re: Wechsel nach Luxemburg?!

Beitragvon Grundrecht am 18.06.2017, 13:25

Guten Tag, ich habe die Anfrage gefunden als ich im Imternet nach der gleichen Fragestellung suchte. Mit 28 Dienstjahren habe ich auch vor dem Beamtentum den Rücken zu kehren. Der Bund bietet anscheinend für seine Beamte hier die Möglichkeit eines sog. Altersgeld, wonach man in der gesetzl. Rentenversicherung zu akzeptablen Konditionen nachversichert wird. Einige Bundesländer sollen dies ja auch anbieten, RLP anscheinend noch nicht? Für mich wäre auch interessant wie ich in Luxemburg von der Rentenkasse eingestuft wäre, wenn ich sofort als Beamter dort hin wechsle. Wie muss ich mich Krankenversichern? Muss ich weiterhin Privat versichert bleiben? Falls jemand hier eine Antwort wüsste oder besser, den Schritt schon gemacht hat, und mir eine Antwort geben könnte wäre ich sehr dankbar. Vielleicht gibt es ja auch weitere Interessenten die wechseln wollen ohne ihre Altersversorgung aufs Spiel zu setzen. Ggfs. können wir eine Sammelklage beim Land einreichen hinsichtlich des Altersgeld. Anscheinend scheint schon eine Klage bei der Eu eingenagen zu sein, Wer hat hierüber Kenntnis?
Gruß
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Re: Wechsel nach Luxemburg?!

Beitragvon 17325 am 18.06.2017, 17:42

17325
 
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Re: Wechsel nach Luxemburg?!

Beitragvon librarian31 am 19.06.2017, 11:43

Grundrecht hat geschrieben:Der Bund bietet anscheinend für seine Beamte hier die Möglichkeit eines sog. Altersgeld, wonach man in der gesetzl. Rentenversicherung zu akzeptablen Konditionen nachversichert wird.


Das ist ein Missverständnis: Das Altersgeld hat mit Nachversicherung gar nichts zu tun. Es ist im Grunde eine Pension zu besonderen Bedingungen für freiwillig vorzeitig aus dem Beamtenverhältnis ausgeschiedene Personen. Wird Altersgeld in Anspruch genommen, kommt es nicht (!) zur Nachversicherung. Wichtig: Ausgezahlt wird es erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze. Im Fall von Erwerbsminderung oder Schwerbehinderung kann es ausnahmsweise vorzeitig, dann aber mit Abschlägen, in Anspruch genommen werden.

Grundrecht hat geschrieben:Für mich wäre auch interessant wie ich in Luxemburg von der Rentenkasse eingestuft wäre, wenn ich sofort als Beamter dort hin wechsle.


Nach den dortigen Bedingungen wird mit Beginn des Arbeitsverhältnisse in die Rentenkasse eingezahlt und es werden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen des Großherzugtums Ansprüche erworben. Die in Deutschland erworbenen Ansprüche bleiben bestehen und hiervon unberührt, egal ob Renten-, Pensions-, oder Altersgeldanspruch.

Grundrecht hat geschrieben:Wie muss ich mich Krankenversichern? Muss ich weiterhin Privat versichert bleiben?


Mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses in Luxemburg bist du im dortigen Sozialversicherungssystem Krankenversichert. Die deutsche Versicherung wird grundsätzlich obsolet, es sei denn du hast hier noch ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis. Siehe unter anderem hier: http://krankenversicherung-trier.de/grenzgaenger/
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Re: Wechsel nach Luxemburg?!

Beitragvon Grundrecht am 20.06.2017, 08:14

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Bzgl. des Altersgeld dachte ich, dies soll ein Ausgleich für die Beamten sein um die geringe Nachversicherung in die gesetzl. Rentenversicherung auszugleichen? Ich möchte nicht nach 28 Dienstjahren und den restlichen ca. 15 bis 18 Jahren in Luxemburg in Armut verfallen. Wer kann einem den die genaue Berechnung der bis jetzt erreichten gestzl. Rentenversicherungsansprüche bei Kündigung ausrechnen ohne das der Dienstherr hier gleich Kenntnis davon hat?
Gruß
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Re: Wechsel nach Luxemburg?!

Beitragvon librarian31 am 20.06.2017, 08:52

Grundrecht hat geschrieben:Bzgl. des Altersgeld dachte ich, dies soll ein Ausgleich für die Beamten sein um die geringe Nachversicherung in die gesetzl. Rentenversicherung auszugleichen?


Das ist kein Ausgleich für irgendetwas, sondern eine finanziell deutlich attraktivere Alternative zur Nachversicherung. Wer sich für das Altersgeld, soweit es vom eigenen Dienstherrn angeboten wird, entscheidet, wird nicht nachversichert.

Grundrecht hat geschrieben: Ich möchte nicht nach 28 Dienstjahren und den restlichen ca. 15 bis 18 Jahren in Luxemburg in Armut verfallen.


Na ja, in den 15-18 Jahren werden ja auch noch Ansprüche erworben, so schlimm wird es also insgesamt nicht werden. ;) Solange es in Rheinland-Pfalz kein Altersgeld gibt kommst du um die Nachversicherung sowieso nicht herum. Zusammen mit einem attraktiven Gehalt in Luxemburg und daraus entstehender Renten und Versorungsansprüche muss das aber gar nicht mal so schlecht sein, denke ich.

Grundrecht hat geschrieben:Wer kann einem den die genaue Berechnung der bis jetzt erreichten gestzl. Rentenversicherungsansprüche bei Kündigung ausrechnen ohne das der Dienstherr hier gleich Kenntnis davon hat?
Gruß


Hier sind Infos zur Nachversicherung von der Rentenversicherung:

http://www.deutsche-rentenversicherung. ... _node.html

Wenn du dein erhaltenes Bruttogehalt über die Jahre in Erfahrung bringen kannst, sollte die Rentenversicherung das sicher unverbindlich ausrechnen können, wende dich einfach an eine Beratungsstelle der Rentenversicherung.
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Re: Wechsel nach Luxemburg?!

Beitragvon Grundrecht am 22.06.2017, 17:46

Vielen Dank für die Antwort, ich werde mir mal einen Termin bei der Rentenversicherung nehmen. Gruß
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