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[allg] PKV allgemein

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[allg] PKV allgemein

Beitragvon amorph82 am 06.08.2017, 18:40

Hallo liebe Forenteilnehmer,
nachdem ich mich regelmäßig über die für mich als Beamter alternativlose "PKV-Beihilfe-Combo" und ihr nervenaufreibendes Abrechnungssystem aufrege, stelle ich mir immer wieder eine zentrale Frage:

Warum werde ich, wenn schon krank, noch ständig mit dem bürokratischen Aufwand der Rechnungseinreichung belästigt (von nicht erstatteten Teilbeträgen ganz zu schweigen)? Warum ist es nicht möglich (analog zum System GKV), das der Leistungserbringer (Arzt etc.) mit den entsprechenden Kostenträgern (PKV/Beihilfe) direkt abrechnet. Aus meiner Sicht könnte hier für die Leistungsberechtigten mehr Zufriedenheit geschaffen werden.
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Re: PKV allgemein

Beitragvon bayernbatzi am 06.08.2017, 18:51

Der Kostenträger bist aber erstmal du.

Für 300-400 Euro pro Monat kann man doch ab und an mal sich um die Rechnung kümmern, oder?
Ist schon kein schlechter Stundenlohn.
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Re: PKV allgemein

Beitragvon amorph82 am 06.08.2017, 19:04

Was meinst Du mit den 300-400€? Wenn es nur ein bloßes Kümmern wäre. Der Arzt freut sich, dass ich ihm seinen Cayenne und die Golfclubmitgliedschaft finanziere und reibt sich die Hände. Ich muss entsprechend bezahlen und mich dann mit der Beihilfe rumschlagen. Da wird hier n Zehner nicht übernommen und da n Zwanni nicht beglichen, das nervt. Das Porto für die Briefe und den Zeitaufwand ersetzt mir auch keiner. Soll sich doch der Arzt mit dem Kram auseinandersetzen, ich finde das System einfach nervig. Warum gibt mir die PKV ich und Beihilfe nicht einfach eine Versichertenkarte, der Arzt zieht die durch seinen Scanner und gut ist?!?!
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Re: PKV allgemein

Beitragvon krazykrizz am 06.08.2017, 20:20

Naja, es wird ja zunehmend einfacher. Viele private Krankenversicherer bieten inzwischen Smartphone-Apps an. Rechnung knipsen, Porto sparen. Bei der Beihilfe ist eine ähnliche Bewegung zu spüren. NRW bastelt auch an einer Beihilfe-App.

Nach meiner Erfahrung mit PKV und Beihilfe sind die Kostenträger auch von der Bearbeitungszeit ganz akzeptabel. Normalerweise ist die Erstattung da, bevor die Rechnung fällig ist. Wenn an der Rechnung was nicht stimmt oder Zweifel bestehen, ist der Dienstherr in der Pflicht, seine Bedenken zu artikulieren. Entweder kann man die Arztrechnung dann auch entsprechend kürzen, weil die Forderung unberechtigt ist oder aber die Beihilfe übernimmt trotz Bedenken den vollen Betrag im Rahmen des Risikomanagements.
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Re: [allg] PKV allgemein

Beitragvon Ytsejam am 07.08.2017, 07:19

Die PKV finde ich ist weniger das Problem, was mich regelmäßig zur Weißglut bringt ist die Beihilfestelle. Da wartet man schon mal gut 6 Wochen auf sein Geld, weil natürlich auch da alles eingespart wurde was irgendwie laufen konnte. Bei Arztrechnungen kann man ja noch ein bisschen warten mit der Zahlung, bei Medikamenten darf man schön in Vorleistung treten. Absolut unverschämt finde ich allerdings die Grenze, ab der man überhaupt erst einreichen darf (bei uns: 200 €). Liegt man drunter, hat man eben Pech gehabt und muss warten bis man wieder krank wird.

Von der KDP will ich besser gar nicht erst anfangen...
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Re: [allg] PKV allgemein

Beitragvon Kingrakadabra am 07.08.2017, 08:03

Moinsen,

ja, die 200 €-Grenze ist happig, aber natürlich auch nachvollziehbar.
Wartezeiten von mind. 4 Wochen sind normal.
Manche Ärzte haben Zahlungsziele von 4 Wochen, manche von einer Woche. Manche Rechnungen sind aber auch gleich nach Erhalt zu zahlen. Auf den Medikamentenkosten bleibt man eh erstmal sitzen.

Da könnte schon nachjustiert werden, ggf. erstmal personell.
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Re: [allg] PKV allgemein

Beitragvon Tagelöhner am 07.08.2017, 08:18

Wenn das System Beihilfe in Kombination mit der PKV-Aufrüstung zum Spartarif so unerträglich ist hätte ich da einen Vorschlag:

http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 72268.html

Dann heisst es plötzlich: Hohe monatliche Beiträge und dennoch weiter privat bei Medikamenten, Behandlungen, Zahnersatz, Brillen usw. zuzahlen. Zudem empfangen einen viele Ärzte nur einmal im Quartal gerne, danach hat man schon gelegentlich das Gefühl, man ist nicht mehr so gerne gesehen.
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Re: [allg] PKV allgemein

Beitragvon amorph82 am 07.08.2017, 08:19

Warum rechnet der Arzt nicht selbst mit dem Kostenträger ab? Er profitiert doch massiv von Privatpatienten. Warum ist das Ganze nicht analog zur GKV so umsetzbar? Nicht gewünscht? Strukturell nicht umsetzbar? Soll sich doch die Arztpraxis mit der Abrechnung beschäftigen. Warum werden die Kranken mit sowas belästigt?
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Re: [allg] PKV allgemein

Beitragvon sportakus am 07.08.2017, 08:37

PKV und GKV unterscheiden sich strukturell. Dass die Abrechnungen dann anders erfolgen, ist doch verständlich. Bei der PKV schließt der Kranke/Versicherte nunmal selbständig mit dem Arzt einen Vertrag. Bei der GKV erbringt der Arzt eine Leistung für die jeweilige GKV am Mitglied der PKV.

Im Übrigen gibt es immer noch das Instrument der Abtretung. Niemand ist daran gehindert, an den Arzt und die Apotheke seinen Anspruch gegen die PKV und die Beihilfestelle abzutreten (Arzt und Apotheke müssen natürlich zustimmen ^^). Macht man von vornherein klar, dass man nur unter dieser Bedingung vom Arzt behandelt werden will, passt der Arzt bei der Rechnungserstellung und Verschreibung von Medikamenten vermutlich auf, dass die Leistungen auch von PKV und Beihilfestelle übernommen werden.

Zuletzt: Wenn jemand nicht die Rechnung bei PKV und Beihilfestelle einreichen möchte oder ihm das zu viel ist, hätte er in die GKV gehen/dort bleiben müssen. Aber das war dann wohl zu teuer. Wer Rosinen möchte, sollte auch den Teig drumherum nicht verschmähen.
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Re: [allg] PKV allgemein

Beitragvon amorph82 am 07.08.2017, 09:09

Rosinen trifft es ganz gut, ausgetrocknete Trauben halt ;) Das mit der sog. Wahl finde ich argumentativ nicht stichhaltig. Aus meiner persönlichen (finanziellen) Sicht, wäre der Verbleib in der GKV unverhältnismäßig teuer gewesen (ca. 400€ Mehrbelastung). Ich würde vor diesem Hintergrund eher von einer "Schein-Wahlfreiheit" sprechen. Für mich (und wahrscheinlich viele andere Beamte) bleibt die PKV (leider) alternativlos. Ich wäre gerne bei der gesetzlichen Krankenkasse geblieben. Ich war hier stets zufrieden. Das Einzige was mich dazu bewogen hat, mich auf das System PKV einzulassen, war die Tatsache, das beim Beamtentum für mich und meine individuelle Lebensplanung die Vorteile überwiegen.
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