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[allg] Entlassung als Beamter auf Widerruf

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[allg] Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon Krats123 am 22.08.2017, 18:00

Hallo,

ich bin in einer ziemlich verzwickten Lage und weiß nicht so wirklich wie es weitergeht und ich hoffe einfach nur, dass mir irgendjemand von euch mir dazu etwas sagen kann.

Ich habe im September 2016 meinen Vorbereitungsdienst begonnen und bin somit Beamter auf Widerruf.
Ich bin gesetzlich versichert, da es aufgrund meines Gesundheitszustandes nicht anders möglich war.
Nun bin ich seit geraumer Zeit aufgrund einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben und werde voraussichtlich im Herbst entlassen (Aussage meines Ausbildungsleiters).

Nun ist es so, dass ich nicht weiß, was für "Hilfen" mir denn danach zustehen. ALG I ja schon mal nicht, richtig?
Wie genau läuft das mit der Nachversicherung in der Rentenversicherung ab? Aufgrund meiner vorherigen Krankengeschichte konnte ich keine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen. Ich bin also ganz normal gesetzlich versichert...

An wen wende ich mich bei Entlassung? Welche Hilfen stehen mir zu?

Liebe Grüße
Krats123
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Re: Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon KarlsSohn am 22.08.2017, 18:18

Inwiefern hat er denn gesagt dass du "voraussichtlich" entlassen wirst? Gibt es denn noch eine andere Möglichkeit?

Und hast du bei der Amtsärztlichen Untersuchung deine psychische Erkrankung verschwiegen?
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Re: Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon Wolfsburg am 22.08.2017, 18:44

ALG 1 nein, es sei denn du hast in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Je nach Alter, wohnsituation, ect aber ALG 2, oder bei längerer Erwerbsunfähigkeit Sozialhilfe
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Re: Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon clarion am 22.08.2017, 19:46

Hallo,

ALG 1 kann Dir zustehen, wenn Du direkt vor dem Vorbereitungsdienst ALG 1 bezogen hast oder aufgrund der Vorversicherung einen grundsätzchen Anspruch gehabt hättest.

Bei mir war es so, dass ich vor dem Ref arbeitslos war und ALG1 bekommen habe, dann habe ich das Ref gemacht und danach auch noch mal einen Monat ALG 1 in unveränderte Höhe bezogen. Ich hätte den Restanspruch an ALG 1 komplett abfrühstücken können, habe aber zum Glück früher etwas gefunden. Der Anspruch auf ALG 1 kann bis zu zwei Jahre ruhen.

Wenn Du vor dem Vorbereitungsdienst keine Anspruch aus ALG 1 hattest, besteht dem Grund nach ein Anspruch auf ALG 2, da wäre aber zuerst das eigene Vermögen aufzubrauchen.

Besteht keine Möglichkeit, den Vorbereitungsdienst erfolgreich abzuschließen ggf. mit Verlängerung?

Dir alles Gute
Clarion
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Re: Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon Krats123 am 22.08.2017, 20:19

KarlsSohn hat geschrieben:Inwiefern hat er denn gesagt dass du "voraussichtlich" entlassen wirst? Gibt es denn noch eine andere Möglichkeit?

Und hast du bei der Amtsärztlichen Untersuchung deine psychische Erkrankung verschwiegen?

Ich hatte ein persönliches Gespräch mit ihm in dem er sowas verlauten ließ. Er sagte, dass er mich theoretisch sofort aufgrund von Dienstunfähigkeit entlassen kann - laut dem Gesetz. Es aber dann verwalterisch und ethisch doch nochmal anders wäre und er mir höchstens bis herbst "Zeit geben" kann.
Allerdings wird sich meine Situation bis dahin nicht geändert haben.
Ich habe auch die Mehrzahl der bisherigen Klausuren verpasst und generell viel Stoff. Ich würde wohl auch nicht mehr zur Prüfung zugelassen laut ihm.
Die Amtsärztin, die mich damals untersicht hat wusste davon Bescheid. Ich habe das selbstverständlich angegeben.

Vor dem Beginn des Vorbereitungsdienstes habe ich in einem festen Angestelltenverhältnis gearbeitet.

Er konnte mir keinerlei Möglichkeiten nennen und sagte mir indirekt - aber deutlich - dass spätestens bei einer Übernahme nach Beendigung des VD das Arbeitsverhältnis beendet sei.


Danke schon mal für eure Antworten.
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Re: Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon clarion am 22.08.2017, 23:04

Aus dem Angestelltenverhältnis (wenn es lange genug war) müsste eine Berechtigung auf ALG 1 resultieren. Ich hatte mich seinerzeit vorm Vorbereitungsdienst von der Leistungsabteilung der Agentur für Arbeit beraten lassen. Du solltest mal Kontakt zu der Agentur für Arbeit aufnehmen. Ich habe da seinerzeit folgende Auskunft erhalten:

[Zitatanfang]
Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Arbeitnehmer, die

1. arbeitslos sind,
2. sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet und
3. die Anwartschaftszeit erfüllt haben.
Grundsätzlich hat die Anwartschaftszeit erfüllt, wer in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitslosengeld finden Sie auch unter http://www.arbeitsagentur.de/nn_25650/N ... g-Nav.html.

Sofern in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate Versicherungspflichtverhältnisse (z. B. versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnisse) nachgewiesen wurden, umfasst die Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld 6 Monate. Bei längerer Versicherungspflicht kann sich der Anspruch auf Arbeitslosengeld verlängern.

Weitere Informationen zur Anspruchsdauer und zu verlängerten Bezugszeiten finden Sie unter: http://www.arbeitsagentur.de/nn_25638/N ... r-Nav.html

[Zitatende]
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Re: Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon frodobeutlin100 am 23.08.2017, 05:37

Krats123 hat geschrieben:
Er konnte mir keinerlei Möglichkeiten nennen und sagte mir indirekt - aber deutlich - dass spätestens bei einer Übernahme nach Beendigung des VD das Arbeitsverhältnis beendet sei.


Das Arbeitsverhältnis war bereits mit der Aushändigung der Urkunde "Verbeamtung auf Widerruf" beendet.
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Re: [allg] Entlassung als Beamter auf Widerruf

Beitragvon librarian31 am 23.08.2017, 12:41

Krats123 hat geschrieben:[...]
Ich bin gesetzlich versichert, da es aufgrund meines Gesundheitszustandes nicht anders möglich war.
Nun bin ich seit geraumer Zeit aufgrund einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben und werde voraussichtlich im Herbst entlassen (Aussage meines Ausbildungsleiters).
[...]
Wie genau läuft das mit der Nachversicherung in der Rentenversicherung ab? Aufgrund meiner vorherigen Krankengeschichte konnte ich keine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen. Ich bin also ganz normal gesetzlich versichert...

An wen wende ich mich bei Entlassung? Welche Hilfen stehen mir zu?


Die für dich letztlich entscheidende Frage ist meiner Ansicht, wie dein Gesundheitszustand und damit zusammenhängend deine Eignung für den so genannten "Ersten Arbeitsmarkt" überhaupt insgesamt längerfristig einzuschätzen ist. Davon hängt für die Zukunft vieles ab.

Denkbar wäre alles mögliche, als "Klassiker" sicher die an den vorzeitig beendeten Vorbereitungsdienst nahtlos anschließende berufliche Umorientierung über eine geförderte Reha-Maßnahme mit entsprechender Umschulung und im Idealfall anschließender erfolgreicher Jobsuche.

Extreme Szenarien wären eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit mit entsprechender Verrentung oder bei einem dies sinnvoll und notwendig erscheinen lassenden Krankheitsbild z.B. die dauerhafte oder zumindest längerfristige (freiwillige) Unterbringung in einer Wohngruppe oder Heimeinrichtung mit Arbeitsaufgaben in den dortigen Werkstätten mit durchgehender ärztlicher/therapeutischer Betreuung.
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