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[allg] Beurteilung bei Abordnung

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[allg] Beurteilung bei Abordnung

Beitragvon daumenkino1234 am 06.10.2017, 12:37

Ist es richtig, wenn die Abordnungsbehörde ihre Beurteilung mit der Stammdienststelle abspricht? Wenn nicht, welche Möglichkeiten sind gegeben, um sich gegen eine solche Beurteilung zu wehren?
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Re: Beurteilung bei Abordnung

Beitragvon Nr.3 am 06.10.2017, 12:49

Was heißt "absprechen"?

Wenn die Abordnungsbehörde sich zu Form und des Verfahrens des Beurteilungsbeitrags oder Beurteilungsdurchgangs mit der Stammbehörde abstimmt, ist dies nicht nur zulässig, sondern zwingend erforderlich (Die Beurteilungssystematiken sind von Behörde zu Behörde unterschiedlich).

Wenn aber absprechen heißt, sie lässt sich den tatsächlichen Inhalt der Beurteilung bis hin zur Note von der Stammdienststelle diktieren, ist dies unzulässig. Hiergegen könnte man meiner Ansicht nach vorgehen, da deine Leistung im Rahmen der Abordnung natürlich nur von der Abordnungsbehörde tatsächlich beurteilt werden kann.

Das Verfahren der Beurteilung auch im Rahmen von Abordnungen sollte aber in deiner Stammdienststelle geregelt sein. Hier muss es eine Beurteilungsrichtlinie o.ä. geben, die dieses Verfahren, neben dem eigentlichen Beurteilungsverfahren selbst, regelt. Diese Beurteilungsrichtlinie gilt für dich auch während deiner Abordnung, da du formal und personalwirtschaftlich weiterhin Angehöriger deiner Stammdienststelle bist.
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Re: Beurteilung bei Abordnung

Beitragvon daumenkino1234 am 06.10.2017, 12:55

Mit "Absprechen" meinte ich tatsächlich, dass die Note abgestimmt wird, damit man in das Gesamtgefüge der zur Beförderung anstehenden Personen passt. :-/
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Re: Beurteilung bei Abordnung

Beitragvon Nr.3 am 06.10.2017, 13:41

Die Note darf nicht von der Stammbehörde in irgendeiner Form vorgegeben werden.

In der Praxis läuft es in unserer Behörde so, dass von der Abordnungsbehörde im Rahmen eines Beurteilungsdurchgangs ein Beurteilungsbeitrag angefordert wird. Diese Beurteilungsbeitrag fließt dann in "angemessener" Weise in die Beurteilung in unserer Behörde ein.

Dieses in "angemessener" Weise ist jedoch ein recht weiter Begriff und bietet viel Ermessen. Auch ist dies immer wieder Gegenstand der Rechtsprechung, wobei die hierzu recht unterschiedlich ausfällt. Letztlich muss sich die Benotung der Abordnungsbehörde auch in irgendeiner Art und Weise in der Benotung der Stammbehörde widerspiegeln. Große Abweichungen (mehr als eine Note nach oben oder nach unten) müssen bei uns gesondert begründet werden. Diese Begründung kann auch jederzeit über das persönliche Akteneinsichtsrecht eingesehen werden. Letztlich entscheidet also die Stammbehörde über die Note.

Anders verhält es sich nur, wenn der Betroffene über den gesamten Beurteilungszeitraum abgeordnet war. Dann ist Note der Abordnungsbehörde auch gleichzeitig die Beurteilungsnote, da an der Stammdienststelle kein zu beurteilender Dienst verrichtet wurde.

Am Ende muss aber auch noch geschaut werden, wie die Beurteilungsnote sich in die Notenquotierung der Stammbehörde einreiht. Dies kann am Ende auch nochmals eine Anpassung notwendig machen.

Aber machen wir uns mal nichts vor, in der Praxis ist es so, dass abgeordnete Kräfte in der Stammbehörde immer etwas "unter dem Radar" fliegen. Die sind nicht mehr vor Ort, keiner nimmt sie mehr wahr und am Ende sind das die Kollegen, deren Note im Zweifel als erstes nach unten korrigiert wird. Wenn man hier keinen Formfehler nachweisen kann, wird es schwer dagegen vorzugehen. Und sollte man sich entscheiden, gegen die Beurteilungsnote juristisch vorzugehen, dann sollte man sich nach meiner Erfahrung darauf einstellen, dass das sehr lange Verfahren sind. Die Verfahren die ich in Teilen begleiten durfte liefen nicht unter zwei Jahren. Also, wenn man denkt, man könnte darüber evtl. eine bessere Note und dann ggf. Beförderung erzwingen, dann kann ich die Illusion nehmen. Oftmals ist es sinnvoller, die Note - wenn sie nicht total abwegig ist - hinzunehmen und in zwei Jahren beim nächsten Beurteilungsdurchgang versuchen, sich "besser in Position zu laufen". Wenn man sich dann nämlich immer noch über die Beurteilungsnote vom Beurteilungsdurchgang davor vor Gericht streitet, wird sich die Note im dann anstehenden Durchgang kaum verbessern...
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Re: [allg] Beurteilung bei Abordnung

Beitragvon Buccaneer am 10.10.2017, 10:15

daumenkino1234 hat geschrieben:Ist es richtig, wenn die Abordnungsbehörde ihre Beurteilung mit der Stammdienststelle abspricht? Wenn nicht, welche Möglichkeiten sind gegeben, um sich gegen eine solche Beurteilung zu wehren?

Grundsätzlich wird die Beurteilung von der Stammdienststelle gefertigt. Die Abordnungsdienststelle gibt im Rahmen der Dauer der Zugehörigkeit (d.h. mehr als 3 Monate) einen Beurteilungsbeitrag dazu, der in das Gesamtergebnis mit einfließt. Je größer der Anteil dieses Beitrages an der Beurteilung, umso größer sollte der Einfluß darauf sein - sollte, muss aber nicht, da es kein arithmethisches Mittel darstellt. Positiv gesprochen, ist es eigentlich sogar erforderlich, dass sich die Dienststellen absprechen, um den Maßstab (vulgo Quote, die es ja offiziell nicht gibt) einzuhalten. Gegen die Beurteilung gibt es recht wenig Möglichkeiten, aber die Frage ist dann: muss man die Abordnung aufrechterhalten, wenn es nichts bringt...
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