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[allg] Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

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[allg] Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

Beitragvon leon_01 am 11.10.2017, 17:12

Hallo an alle,

ich sollte in ca. 2-3 Jahren verbeamtet werden. Bin noch in der Ausbildung.
Ich habe bei der Einstellung eine psychische Erkrankung (Angststörung) verschwiegen.
Die letzte Therapie lag 3 Jahre vor der Einstellung...u.a. deshalb habe ich das nicht erwähnt.
Ich wollte jetzt eine Psychotherapie anfangen und bin gesetzlich versichert.

Ich könnte doch nur dann Probleme bekommen, wenn ich mich wegen dieser Angststörung später dienstunfähig schreiben lasse.
Kann das der Amtsarzt später raus finden? Welche Konsequenzen hätte das? Entlassung aus dem Dienstverhältnis?

Aber bevor ich mich wegen dieser Erkrankung dienstunfähig schreiben würde, würde ich lieber selber kündigen und in die Wirtschaft wechseln.
Aber ich sehe nicht, das es kommen wird. Ich hab das (die Erkrankung) bisher ganz gut im Griff.

Viele Grüße
leon
leon_01
 
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Re: Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

Beitragvon PrinzP. am 11.10.2017, 18:33

Probleme wirst du voraussichtlich sofort dann bekommen, sobald dein Dienstherr von dem Umstand erfährt, dass du diese Erkrankung verschwiegen hast.

Juristisch stellt dies nämlich eine arglistige Täuschung dar. Wenn man dir das nachweisen kann, ist die Konsequenz, dass die Ernennung in das Beamtenverhältnis zurückzunehmen ist (§ 12 Abs.1 BeamtStG). Hier reicht es bereits aus, dass die Ernennung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt wäre, wenn der Dienstherr Kenntnis von dieser Erkrankung gehabt hätte. Es ist also überhaupt nicht notwendig, dass diese Erkrankung irgendwann zu einer Dienstunfähigkeit führt oder hätte führen können.

Im Falle der Rücknahme hat das Beamtenverhältnis von Anfang an nicht bestanden. Die genauen Folgen lassen sich nur im konkreten Einzelfall abschätzen. Sicher ist jedenfalls der Verlust von Pensionansprüchen, ggf. können aber auch Bezüge (brutto) zurückgefordert werden, da diese ohne Rechtsgrund geleistet wurden.

Hier findet sich ein Urteil zu dieser Materie:

https://dejure.org/dienste/vernetzung/r ... 0B%2011.06
PrinzP.
 
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Re: Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

Beitragvon callum am 11.10.2017, 20:49

Verschwiegen --> no go.

" bisher ganz gut im Griff " --> eben, BISHER. Man weiß nie. Was passiert.

Beantworten Sie im Einstellungsverfahren zulässige Fragen falsch, kann darin eine arglistige Täuschung liegen, es kann sogar der Verdacht eines (u.U. nur versuchten) Betruges entstehen.

http://www.michaelbertling.de/beamtenre ... 152283.htm
callum
 
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Re: [allg] Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

Beitragvon Miau! am 12.10.2017, 05:56

Irgendwie häufen sich hier die Fälle, dass es Leute, die sich in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung befinden, in den öffentlichen Dienst zieht.
Von meinem Desktop-PC gesendet.
Miau!
 
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Re: [allg] Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

Beitragvon Stern123 am 15.10.2017, 10:39

Hallo Leon,

Du warst nicht gut beraten, diese Erkrankung bei der Einstellungsuntersuchung zu verschweigen. Auch wenn Du gesetzlich versichert bist, sind diese Daten bzgl. der Therapie hinterlegt. Wenn der Dienstherr, wie auch immer, davon Wind bekommt, kann er die Ernennung aufheben. Bis zum Ende Deiner Dienstzeit hängt nun das Damoklesschwert über Deinem Kopf. Ist halt die Frage, wie Du damit zu recht kommst. Ich hätte schlaflose Nächte.

Vielleicht sollte man tatsächlich hin gehen und dies nachträglich gerade rücken?

Gruß
Stern
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Re: [allg] Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

Beitragvon Casiopeia1981 am 15.10.2017, 20:38

Das sollte man nicht machen - jetzt ist es aber passiert.

Ball flachhalten und mal Kontakt mit dem Personalrat aufnehmen bzw. mit der Gewerkschaft und sich beraten lassen. Ich würde jetzt nicht die Nerven verlieren und einfach darauf spekulieren, dass alles ok ist - 3 Jahre ist ein langer Zeitraum. Bist du austherapiert? Gilst du als geheilt?

Bist du denn Anwärter oder TB?
Casiopeia1981
 
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Re: [allg] Erkrankung verschweigen vor der Verbeamtung

Beitragvon yamato am 16.10.2017, 05:28

Miau! hat geschrieben:Irgendwie häufen sich hier die Fälle, dass es Leute, die sich in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung befinden, in den öffentlichen Dienst zieht.

Ich glaube es sind heute nur mehr Menschen, auch junge Menschen wegen so etwas in Behandlung. Früher ist man nur im äußersten Notfall zum Psychiater o.ä. gegangen.
In den öD sind diese Leute auch schon immer gegangen, viele sind dann sehr schnell in Chefpositionen aufgestiegen :-)
yamato
 
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