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[HH] GKV -Öffnung für Beamte

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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon Spid am 04.01.2018, 17:11

Und welcher Gegenleistung stünde eine solchen Erhöhung der BBM entgegen? Zumal bei einer Trennung der Leistungen Krankengeld und sonstige Leistungen bei letzterem jeder Bezug zum Einkommen fehlt. Warum sollte es mithin für die Beitragsbemessung herangezogen werden?
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 04.01.2018, 22:30

Gegenfrage: Woran wurde (wird) die Höhe der BBM festgelegt? Warum sind die Ausgaben (wie bei einer Haftpflichtversicherung) in der GKV nicht gedeckelt? Wo wäre deiner Meinung die Grenze für eine BBG (nur auf den nicht KTG bezogenen Anteil) verfassungsmäßig anzusiedeln?
ich weiß, dass du das Prinzip wer mehr hat, soll mehr in die KV einzahlen, ablehnst.

Ach Spid und hast Recht. Leichter wäre es:
Umwandlung des Solis für den Osten zu einem Soli für die Gesundheit und alles wird gut. Steuer sind ja unabhängig von einer Gegenleistung zu erheben :)
Der Staat schmeißt alles in den Pott für eine Krankengrundversorgung und nur die add on Versorgung wird über die GKV/PKV abgedeckt.
Bürgerversicherung light so zusagen.

Bitte erkläre mir trotzdem, warum gibt es deiner Meinung nach eine Versicherungspflichtgrenze.
Wenn die Weg fällt, dann sinkt ja schon mal der GKV Beitrag für alle (weil ja mehr in der GKV sind und das durschnittliche Einkommen der GKVler steigt) [klar ist das Utopie, da dann auch die Ärzteschaft die Ausgaben schneller erhöhen wird /-) ]

Oder umgekehrt: Warum darf der Staat meine Steuergelder den GKVler in der A`schieben? (hab ja nichts dagegen) und warum dürfte er dann nicht eine nicht-Krankengeldanteil-BBG , bzw. den BBG in der jetzigen Form, erhöhen? Bei letzterem Stände ja sogar eine höhere Gegenleistung entgegen.

Ach ja dritte Lösung:
Krankenversorgung ins Grundgesetz verankern und deine Fragestellung erledigt sich. Wäre aber Blödsinn.
atatat
 
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon Spid am 04.01.2018, 23:05

Die Höhe der BBG bestimmte sich nach dem Betrag, über den hinaus nach Ansicht des Gesetzgebers eine Zahlung von Krankengeld nicht zur Fortführung der Lebenshaltung notwendig war. Warum die allg. Ausgaben der GKV nicht in Relation zum Beitrag gedeckelt sind, erschließt sich mir nicht - fände ich aber einen guten Ansatz. Meiner Auffassung nach stünde eine linear einkommensabhängige Erhebung von Beiträgen für Gesundheitsleistungen ohne Krankengeld ohnehin im Widerspruch zum Grundgesetz, weshalb sich die Definition einer BBG für diesen Anteil erübrigt. Da ich das GKV-Zwangssystem ohnehin ablehne, gilt das ohnehin auch für die JAEG - aber in die andere Richtung, als es Dir vorschwebt. Ich will meine Risiken versichern - und nicht die anderer. Deren Probleme sind nämlich meine Lieblingsprobleme: die von anderen Leuten, die mich nicht einen Deut interessieren und die gefälligst selbst für sich sorgen sollen. Warum mit Deinen Steuern anders umgegangen werden kann/darf als mit Beiträgen? Weil das eine Steuern und das andere Beiträge sind.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 04.01.2018, 23:31

Spid hat geschrieben:Die Höhe der BBG bestimmte sich nach dem Betrag, über den hinaus nach Ansicht des Gesetzgebers eine Zahlung von Krankengeld nicht zur Fortführung der Lebenshaltung notwendig war. Warum die allg. Ausgaben der GKV nicht in Relation zum Beitrag gedeckelt sind, erschließt sich mir nicht - fände ich aber einen guten Ansatz.
Ja, in sich unschlüssig, dass die Höhe der GKV Beiträge einerseits einkommensabhängig sind und es andererseits aber eine BBG gibt. Daran störe ich mich ja auch die ganze Zeit, nur dass ich den Schlegel eher dann in die anderer Richtung schlagen lassen würde.
Spid hat geschrieben:Weil das eine Steuern und das andere Beiträge sind.

Auch wenn du das ablehnst, was ich durchaus verstehe, folgende Fragen zur "Umsetzung" einer stärker steuerbasiert Subvention der (G)KV:
Wäre dann also entweder eine GG Änderung notwendig, um die Risikoabdeckung der Gesundheitsrisiken mit einer sozialen Komponente (wer mehr hat bezahlt mehr in den Pott) zu versehen?
Oder wäre (wie von mir schon erwähnt) einfach ein höherer Anteil der steuerbasiert in die GKV fließt möglich (wenn der politische Wille da wäre).

Zu guter Letzt, weil mir da immer noch die Antwort fehlt: Warum gibt es diese "Flucht in die PKV Grenze" und warum kann (wird) sie nicht abgeschafft. Das ist ja vollkommen unabhängig von BBG .... welche tatsächlich mit Sachgründen diskutiert werden kann.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon Spid am 04.01.2018, 23:41

Die JAEG setzt man am besten auf Null, dann kann jeder selbst entscheiden. Steuerliche Bezuschussung braucht es nur für versicherungsfremde Leistungen - bei allem anderen lehne ich sie grundsätzlich ab, dann muß halt auf Leistungsseite gekürzt werden, wenn die Beiträge nicht reichen. Und das Recht auf Eigentum aufzuweichen oder gar abzuschaffen, nur um ein marodes Zwangsversicherungssystem zu retten, fände ich höchst freiheitsfeindlich und befremdlich.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon yamato am 05.01.2018, 06:38

Jockel hat geschrieben:@yamato
Das KAP nicht ausgefüllt werden muss, kann man ratz batz ändern. Ist zukünftig alles elektronisch machbar. Wenn die Bank eh abführt, dann kann sie auch gleich die Beträge dem FA/der KV mit übermitteln. Wo ist das Problem? Nirgends, bisserl Software und fertig.
Das es pauschal besteuert wird ist ja ein andere "ungerechte" Sache, deren Gründe mir wohlbekannt sind.


Klar der gläserne Bürger, soll vielleicht auch noch meine Unterhosengröße und meine P....länge dem Finanzamt mitgeteilt werden. Vielleicht kann man darauf ja auch Steuern erheben.
Außerdem sehe ich keine Ungerechtigkeit in den 25 %, mein normales Einkommen muss ich schließlich auch nach der Progression besteuern. Da müssen nicht auch meine hart ersparten Zins- und Spekulationseinnahmen so hoch besteuert werden. Schließlich trage ich das Risiko ja auch allein, wenn die Aktien crashen und ich Verluste habe. Schließlich könnte ich auch ganz drauf verzichten und das Geld zu 0,1 % Zinsen aufs Tagesgeldkonto legen, da würde Vadder Staat dann nicht mal mehr seine 25% bekommen.
Auch Frau Klatten könnte ihre BMW Aktien an irgendeinen chin. Investor verschachern und sich zur Ruhe setzen. Das wäre aber wohl auch nicht im Interesse des deutschen Staates.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 05.01.2018, 08:09

yamato hat geschrieben:Klar der gläserne Bürger, soll vielleicht auch noch meine Unterhosengröße und meine P....länge dem Finanzamt mitgeteilt werden.

Ich hoffe das war ironisch gemeint. Oder meinen Sie das FA hat kein Recht darauf zu erfahren wie viel Steuern du bezahlst? Warum wird dann überhaupt dem FA gemeldet wie viel Steuern mein AG dem FA überweist?Ach ja wegen gläserner Bürger?
Oder besser gesagt, wo bleibt ihr Argument.
yamato hat geschrieben:Außerdem sehe ich keine Ungerechtigkeit
Nun sie siehen also keine Ungerechtigkeit darin, dass die Arbeit die sie leisten stärker besteuert wird, als die "Arbeit" die ihr Kapital leistet. Ist eine Sichtweise.
Ich finde das meine Einnahmen aus Vermietung sollten auch pauschal besteuert werden, das ist ungerecht, das mein Kapital da weniger besteuert wird ;)

BTW:
yamato hat geschrieben:Schließlich trage ich das Risiko ja auch allein, wenn die Aktien crashen und ich Verluste habe.
Sie sollten einen Steuerberater aufsuchen. Denn das stimmt so nicht.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon maxabat am 05.01.2018, 08:23

In Italien gibt es eine (fast) kostenlose Krankenversicherung (ein Teil der Kosten wird über Steuern finanziert, außerdem zahlen Arbeitgeber einen Beitrag i.h.v. 2-3% des Bruttoeinkommens). Die Krankenkassen wurden damit abgeschafft (wer braucht die eigentlich dann noch? Vor allem die vielen GKV-Filialen..).

In der Praxis ist es so, dass man, wenn man einen schnellen Termin haben will oder einen bestimmten Facharzt), das aus eigener Taschen bezahlen darf (50€ kostet eine Sprechstunde bei einem Allgemeinmediziner, Spezialisten nehmen gerne mehr). Es gibt auch viele nicht staatliche Ärzte, die ausschließlich auf Rechnung behandeln. Außerdem haben dann ca. 30% der Italiener eine private Zusatzversicherung. Wer es sich leisten kann, zahlt also extra oder hat eine Zusatzversicherung.

Da finde ich das deutsche System mit GKV/PKV deutlich besser (Bürgerversicherung ist nicht Kopfpauschale oder Steuerfinanzierung, aber ob man den sozialen Ausgleich über Steuern oder einkommensabhängige Beiträge macht, ist letztlich doch egal).
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 05.01.2018, 08:56

Spid hat geschrieben:Die JAEG setzt man am besten auf Null, dann kann jeder selbst entscheiden.

Ja, auch eine Möglichkeit. Auch wenn es deinem neoliberalen Ansatz nicht gefällt: es müsste dann meiner Meinung nach gesichert sein, dass die Grundversicherung nicht mehr als die jetzigen ~16% des Einkommens ausmachen, sprich der Mindestlohn müsste dann angehoben werden ;)

Aber da wir jetzt ja schon ein System haben, welches deiner Meinung nach das Recht auf Eigentum aufweicht oder gar abschafft und möglicherweise die Mehrheit der Bevölkerung dieses marode Zwangsversicherungssystem retten will, finde ich es höchst freiheitsfeindlich und befremdlich befremdlich das die Gutverdiener sich aus dieser Rettung absetzen können.

Mir bleibt unklar warum die JAEG nicht einfach beliebig in die Höhe geschraubt werden kann. Sie wird ja nur wegen der erfolgreichen Lobbyarbeit nicht angetastet. Ich finde das durchaus korrupt.
Zuletzt geändert von atatat am 05.01.2018, 09:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon Spid am 05.01.2018, 09:19

Deine Prämissen sind bereits falsch. Wenn Einnahmen nicht ausreichen, ist halt auf Leistungsseite zu kürzen. Eine Erhöhung des ohnehin überflüssigen Mindestlohns ist mithin weder erforderlich noch wünschenswert. Ich vermag keine „Mehrheit der Bevölkerung“ erkennen, die das marode Zwangsversicherungssystem retten wolle. Wenn man die JAEG auf 0 setzt, kann man darüber ja mit den Füßen abstimmen. Ausufernde Sozialleistungen sind auch nur Ausfluß der Lobbyarbeit der Wohlfahrtsindustrie, Lobbyismus ist Wesensmerkmal von Demokratien und kein Defekt. Die JAEG steigt im übrigen (fast) jedes Jahr.
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