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[HH] GKV -Öffnung für Beamte

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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 05.01.2018, 10:10

Spid hat geschrieben: Wenn Einnahmen nicht ausreichen, ist halt auf Leistungsseite zu kürzen.
Ich finde das eine beliebige Kürzung auf der Leistungsseite nicht sozial ausgewogen ist, darin unterscheiden sich unsere Ansichten. Es sollten schwächere Mitglieder der Gesellschaft durchaus von den stärkeren mitgetragen werden.
Spid hat geschrieben:Eine Erhöhung des ohnehin überflüssigen Mindestlohns ist mithin
Stimmt, da war ein Gedankenfehler, wenn weiterhin eine einkommensabhängige GKV existiert gibt, die Grundleistungen anbietet und selbst für Hartz4 Niveauverdiener bezahlbar ist, dann braucht es dafür keine Änderung des Mindestlohns.
Spid hat geschrieben:Ich vermag keine „Mehrheit der Bevölkerung“ erkennen, die das marode Zwangsversicherungssystem retten wolle.
Deswegen schrieb ich möglicherweise und leite es davon ab, dass es keine Mehrheit in der Parteienlandschaft gibt, die die GKV abschaffen will. Im Gegenteil wurde ja erst neulich die Zwangsversicherung für alle eingeführt. Ich kenne allerdings in der Tat keine Umfragen dazu.
Spid hat geschrieben:Wenn man die JAEG auf 0 setzt, kann man darüber ja mit den Füßen abstimmen.
Wie gesagt, sehe ich auch kein Problem. Wobei ich mir eine Marktregulierung (igitt) dergestalt Wünsche, dass die PKVen/GKVen untereinander im Wettbewerb stehen (einheitliche GOÄ, Rücklagenmitnahme, ...) und sich nicht einzelne Marktteilnehmer (PKV/GKV) durchs Rosinen picken Vorteile (Junge in die PKV, Alte in die GKV,...) verschaffen kann.
Spid hat geschrieben:Ausufernde Sozialleistungen sind auch nur Ausfluß der Lobbyarbeit der Wohlfahrtsindustrie, Lobbyismus ist Wesensmerkmal von Demokratien und kein Defekt.
Und deswegen ist Lobbyismus gut?
Spid hat geschrieben:Die JAEG steigt im übrigen (fast) jedes Jahr.

Im Bezug zur allgemeinen Einkommenssteigerung, was ja auch notwendig ist, sonst wäre ja irgendwann der H4ler über der JAEG.

Wobei mir immer noch ein Grund für die Existenz der JAEG fehlt.
atatat
 
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon Spid am 05.01.2018, 10:23

Mir fehlt bereits ein Grund für die Versicherungspflicht in der GKV unter dieser Grenze.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon yamato am 05.01.2018, 10:30

atatat hat geschrieben:Ich hoffe das war ironisch gemeint. Oder meinen Sie das FA hat kein Recht darauf zu erfahren wie viel Steuern du bezahlst? Warum wird dann überhaupt dem FA gemeldet wie viel Steuern mein AG dem FA überweist?Ach ja wegen gläserner Bürger?
Oder besser gesagt, wo bleibt ihr Argument.
Nun sie siehen also keine Ungerechtigkeit darin, dass die Arbeit die sie leisten stärker besteuert wird, als die "Arbeit" die ihr Kapital leistet. Ist eine Sichtweise.
Ich finde das meine Einnahmen aus Vermietung sollten auch pauschal besteuert werden, das ist ungerecht, das mein Kapital da weniger besteuert wird ;)

Sie sollten einen Steuerberater aufsuchen. Denn das stimmt so nicht.


Nein es geht das Finanzamt nichts an, weil die Banken dafür gerade stehen, dass die Steuern auf diese Einnahmen bereits gezahlt wurden. Das reicht als Wissen für das Finanzamt. Sehe ich übrigens bei der Meldung des AG an das Finanzamt genauso.
Weil das Geld was ich dafür einsetze bereits als Arbeitseinkommen besteuert wurde und wenn ich mir davon was vom Munde abgespart habe, um es fürs Alter anzusparen, werden die Einnahmen daraus dann noch mal besteuert. Da reichen dann auch 25 % (+Soli). Bei Ihren Mieteinnahmen sehe ich das auch so, selbst wenn die Immobilie geerbt sein sollte.
Den Steuerberater brauche ich, zumindest dafür nicht. Die Verluste aus Aktienspekulationen kann ich nur mit Gewinnen gleicher Art verrechnen. Hau ich aber mein erstes Aktieninvestment in die Kiste und mach danach nie wieder entsprechende Anlagen, kann ich die Verluste auch nicht absetzen.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon Karsten am 05.01.2018, 11:01

atatat hat geschrieben:
Wobei mir immer noch ein Grund für die Existenz der JAEG fehlt.


Der Grund ist bzw. war einfach!
Bereits mit der Gründung der Gesetzlichen Krankenversicherung wurde die Versicherungspflicht eingeführt. Vor allem waren Personen, die gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt waren, gegen Krankheit (pflicht)versichert.

Der Leistungskatalog sah damals folgende Leistungen vor:
•Im Falle der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld ab 3. Tag von mindestens 50 Prozent des Lohnes (Höchstdauer 26 Wochen)
•Sterbegeld in Höhe 20facher Lohn
•Wöchnerinnenunterstützung für vier Wochen nach Niederkunft

Jeder "arme" Angestellte und vor allem seine Familie sollte von dem Krankheitsrisiko finanziell entlastet werden und galt als hilfebedürftig. Wer über der JAEG verdiente wurde nicht als hilfebedürftig bzw. sozialbedürftig gesehen und man ging davon aus, dass diese Leute sich die Behandlungskosten etc auch selbst leisten könnten.

Die JAEG sagt nichts anderes aus, als das man auch heute noch davon ausgeht, dass wer derzeit unter 59.400 Euro brutto verdient sich Behandlungskosten auf Dauer nicht aus eigener Tasche leisten kann und auch nicht auf Dauer es sich leisten kann sich und seine Familie privat zu versichern.

Angestellte mit einem Einkommen unter 59.400 € sind i.S.d Grundgesetzes das Deutschland ein "Sozialstaat" ist, schutzbedürftig was die Gesundheitsversorgung betrifft. Das der Staat diese Aufgabe an die Körperschaften des öffentlichen Rechtes übertragen hat (GKVen) ist dagegen nirgends festgeschrieben. Dies könnten auch private Versicherungen anbieten...

Ich empfehle hierzu ein Gutachten Anfang der 2000er. Damals prüfte der Staat, ob die die viele kleinere gesetzliche Unfallversicherung privatisiert werden sollte. Es stellte sich damals heraus, dass diese Absicherung für private Anbieter nicht lukrativ sei und dauerhaft zu teuer wird. Aus diesem Grund wurde die Absicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten bei den Berufsgenossenschaften gelassen.

Ich bin der Meinung das grundsätzlich die GKV keine Pflicht sein müsste, aber ich bezweifele das die PKVen auch Kleinstverdiener und Schutzbedürftige wie Behinderte kostengünstig versichern würden. Man sieht die Entwicklung bei den Berufsunfähigeitsversicherungen. Seit der Staat seit 2001 diese nicht mehr absichert, sondern nur noch die Erwerbsfähigkeit, können sich immer weniger, eigentlich Schutzbedürftige eine BU leisten und fallen hinten runter. Ich rede hier von Handwerkern oder allgemein Berufszweigen, welche einem erhöhtes Arbeitsrisiko ausgesetzt sind z.B. Dachdecker.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 05.01.2018, 12:27

Danke Karsten.
Der historische Grund war mir bewusst: Gutverdiener können sich es überlegen, ob sie KV machen oder nicht, weil sie nicht bedürftig sind.
Nur wenn man ein Zwangsversicherung für alle einführt, dann sollte man dieses Konstrukt doch mit abschaffen, dann gibt es für diese Argumentation doch keinen Grund mehr.
FAZIT:
Sprich entweder JAEG bei 0 oder JAEG unendlich, somit alle Angestellten in die GKV. Die Fortführung des Zwitters ist pervers.
Im Kern bin ich auch ein Befürworter der Abschaffung der GKVpflicht, nur sehe die gleichen Problem bei JAEG=0 wie Karsten.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon Karsten am 05.01.2018, 13:06

atatat hat geschrieben:
Danke Karsten...

FAZIT:
Sprich entweder JAEG bei 0 oder JAEG unendlich, somit alle Angestellten in die GKV. Die Fortführung des Zwitters ist pervers.
Im Kern bin ich auch ein Befürworter der Abschaffung der GKVpflicht, nur sehe die gleichen Problem bei JAEG=0 wie Karsten.


Grundsätzlich sehe ich die JAEG auch bei null. Die würde aber nur funktionieren wenn PKVen und GKVen im Wettbewerb stehen und alle Versicherten ohne Gesundheitsfragen versichert werden.

Ein Modell wäre z.B., dass man die JAEG abschafft und den PKVen den Wettbewerb mit den GKVen erlaubt, sprich auch Angestellte unter der JAEG im Basistarif zu versichern.

Die PKV könnte (wie bereits jetzt der Fall) dann die Leistungen der GKV anbieten und unterliegt einem Kontrahierungszwang. Sprich die PKV darf keinen Versicherten mehr über Gesundheitsfragen ablehnen.

Die PKVen bieten die Leistungen des Basistarifes (analog der GKV) momentan für unschlagbar günstige 690,30 € an. Ich glaube nicht, dass ein Angestellter mit 2.000 brutto sich das leisten könnte.

Alle GKVen und PKven müssten den Leistungskatalog der jetzigen GKV anbieten und Zusatzversicherungen müssten auch die GKVen anbieten dürfen. Das wäre für mich eine Bürgerversicherung mit fairen Wettbewerb.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 05.01.2018, 13:07

yamato hat geschrieben:Weil das Geld was ich dafür einsetze bereits als Arbeitseinkommen besteuert wurde und wenn ich mir davon was vom Munde abgespart habe, um es fürs Alter anzusparen, werden die Einnahmen daraus dann noch mal besteuert.
Deswegen gibt es ja keine Vermögenssteuer, weil das Geld ja schon versteuert wurde.
Aber warum diese Einnahmen weniger versteuert werden sollen, als andere Einnahmen bleibt nicht ersichtlich.
Das korrekterweise dann realisierte Gewinne und realisierte Verluste gleich behandelt werden müssen, inkl. Verlustvortrag, da bin ich bei Ihnen.
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon atatat am 05.01.2018, 13:15

Karsten hat geschrieben: Das wäre für mich eine Bürgerversicherung mit fairen Wettbewerb.

Voll dabei.
Natürlich inkl. Mitnahme der Beitragsrücklage beim Wechsel zwischen den PKVen und einheitliche GOÄ.
Und Abschaffung der KÄV, sprich Direktabrechnung der GKVler.
Da würde die 690€ ggfls. Purzeln.
Und wenn dann die Versicherungen auch noch Rückerstattungsmodelle mit anbieten... dann sinken auch die Ausgaben.
;)
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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon maxabat am 10.01.2018, 15:42

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Re: [HH] GKV -Öffnung für Beamte

Beitragvon maxabat am 11.01.2018, 15:01

Tübingens OB Palmer hat jüngst über die beamtenprivilegien geätzt-er findet es ungerecht dass er mit einem Einkommen von 11000€ nur 200€ Beitrag für die private KV bezahlt.

Was will uns der gute Mann damit eigentlich sagen? Weder sein Gehalt noch sein Beitrag sind repräsentativ (ich zahle 370 mit zwei Kindern..)

Außerdem -bei der ganzen Diskussion über die so genannten Privilegien der Beamten- im Spiegel ist ein Artikel über die Banker, aus dem ich folgende Passage zitiere:


„Bis 2015 lag die Gesamtvergütung für die rund 100.000 Mitarbeiter zuverlässig bei etwa 10 Milliarden Euro. Das sind im Schnitt mehr als 100.000 Euro pro Vollzeitstelle. Welche andere Branche bezahlt ihre Mitarbeiter so gut?“

Ich gönne das ja den Leuten, und auch die ganzen Firmenwagenprivilegien der vielen anderen Angestellten. Aber dieses Beamten bashing muss wirklich nicht sein. Lässt den Beamten doch die Ersparnis von ein paar Euro bei der privaten KV!
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