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[NRW] Sonderurlaub gem. §33 I 7

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[NRW] Sonderurlaub gem. §33 I 7

Beitragvon neo_85 am 01.01.2018, 07:49

Hallo,
Gem der o.g. Verordnung erhält ein Beamter Sonderurlaub für die Betreuung eines Kindes, wenn die eigentliche Betreuungsperson schwer erkrankt ist. Erhält man die auch, wenn die Ehefrau (Betreuungsperson) wegen einer weiteren Geburt im KH liegt?
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Re: [NRW] Sonderurlaub gem. §33 I 7

Beitragvon Lars73 am 01.01.2018, 14:49

M.E. fehlt es bei normalen Verlauf der Schwangerschaft an der schweren Erkrankung. Deshalb besteht kein Anspruch auf Sonderurlaub.
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Re: [NRW] Sonderurlaub gem. §33 I 7

Beitragvon librarian31 am 03.01.2018, 10:19

Wobei es bei der Frage ja um die Geburt, nicht die Schwangerschaft geht.
Und in Zusammenhang mit der Geburt treten doch schon sehr häufig zahlreiche Krankheitsdiagnosen auf und es werden Eingriffe durchgeführt, die eine Betreuung von Kindern vorübergehend medizinisch objektiv praktisch unmöglich machen.

Die Vorstellung, in Zusammenhang mit der Geburt befänden sich "Gesunde freiwillig und ohne Not" im Krankenhaus die "genausogut Zuhause den Haushalt führen könnten" halte ich für unzutreffend.

Stichworte z.B.: Kaiserschnittgeburten, Diverse durch die Geburt verursachte schmerzhafte Verletzungen des weiblichen Körpers insbesondere bei natürlichen Geburten, größerer Blutverlust während der Geburt, vorübergehende absolute, medizinisch relevante totale Erschöpfung usw.

Letztlich hängt die Gewährung des entsprechenden Sonderurlaubs ja von den notwendigen Bescheinigungen der Mediziner ab. Und in den meisten Fällen dürfte hier die Bereitschaft bestehen, entsprechende Bescheinigungen auszustellen, da ja tatsächlich Krankheitsdiagnosen vorliegen. Denn der Begriff "schwere Erkrankung" ist eine Frage des ärztlichen Ermessens und keineswegs auf lebensbedrohliche Erkrankungen o.ä. beschränkt.
Schon dadurch, dass eine Frau auf ärztlichen Rat z.B. noch drei Tage nach der Geburt im Krankenhaus bleibt wird ja deutlich, dass hierfür medizinische Gründe vorliegen. Wobei ein Krankenhausaufenthalt ja nicht einmal Voraussetzung ist. Nur weil sich jemand räumlich Zuhause befindet bedeutet das ja nicht, dass er/sie gesundheitlich zur Kinderbetreuung in der Lage ist.

Fazit: Mit entsprechender ärztlicher Bescheinigung sollte der Sonderurlaub meiner Einschätzung nach möglich sein. Der Dienstherr muss sich meiner Einschätzung nach hier auf das ärztliche Urteil verlassen, was auch gängige Praxis ist.
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Re: [NRW] Sonderurlaub gem. §33 I 7

Beitragvon neo_85 am 03.01.2018, 11:23

Danke für die beiden Einschätzungen. Dann Versuche ich es einfach mal mit der Bescheinigung. Da steht zwar nur was von stationärer Aufnahme und deswegen keine Betreuung möglich, aber mehr als Ablehnen kann die Perso es ja nicht.
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Re: [NRW] Sonderurlaub gem. §33 I 7

Beitragvon librarian31 am 03.01.2018, 12:07

neo_85 hat geschrieben:Da steht zwar nur was von stationärer Aufnahme und deswegen keine Betreuung möglich, aber mehr als Ablehnen kann die Perso es ja nicht.


Meiner Ansicht nach sollte das schon ausreichen. Denn dass man während eines Krankenhausaufenthaltes ein Kind nicht betreuen kann steht außer Frage. Und für einen Krankenhausaufenthalt gibt es medizinische Gründe, da ist man nicht aus Spaß, auch nicht als Schwangere oder Wöchnerin. Meines Wissens wird da gesetzlich auch nicht unterschieden. Es ist ein Krankenhausaufenthalt, es liegt Arbeits-/Dienstunfähigkeit vor. Punkt.
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Re: [NRW] Sonderurlaub gem. §33 I 7

Beitragvon Buccaneer am 03.01.2018, 14:38

librarian31 hat geschrieben: Es ist ein Krankenhausaufenthalt, es liegt Arbeits-/Dienstunfähigkeit vor. Punkt.

Zwar kann ich das nur für Niedersachsen sagen, aber bei mir ist es seinerzeit mit eben dieser Begründung ohne Probleme durchgegangen.
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