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[allg] Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

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[allg] Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon stefaniek am 12.05.2018, 09:54

Hallo,

ich bin zur Zeit bei einer Landesbehörde in Brandenburg beschäftigt (gehobener Dienst, A12er Dienstposten Betriebsprüfer, Beamter auf Lebenszeit) und habe von meiner Heimatgemeinde das Angebot erhalten dort die Stelle als Hauptamtsleiter (Beamtenstelle gehobener Dienst A12 Dienstposten) anzutreten. Dort wäre ich für die Leitung Personalwesen, Ordnungswesen, Einwohnermelde- und Standesamt zuständig und auch der bisher einzige Beamter.

Zurzeit habe ich eine A10 inne und würde bei dem neuen Dienstherrn sofort eine A11, später dann A12 erhalten.

Ich habe an euch so einige Fragen und bitte um euren Rat, sowie um evtl. bereits selbst gemachte Erfahrungen. Mein jetziger Dienstherr hat bereits angedeutet, einer Abordnung bzw. Versetzung keinesfalls zuzustimmen. Wahrscheinlich müsste ich mich "Raub - Ernennen" lassen um somit das Dienstverhältnis zum ehemaligen Dienstherrn zu beenden.

Nun stellen sich mir folgende Fragen:

1. Beginnt die Probezeit bei Ernennung auf Lebenszeit nach Beamtengesetz neu?
2. Der neue Arbeitgeber müsste meine Pensionslasten für die letzten 10 Jahre nachversichern, oder? Wisst ihr evtl. wie hoch so eine Pensionslast ungefähr ist? Die Kommunalaufsicht muss ja so einem Vorgang bestimmt auch zustimmen denke ich mir.
3. Muss eine neue Gesundheitsprüfung bei Neuernennung erfolgen?
4. Ist es überhaupt möglich bei Neueinstellung sofort in A11 zu wechseln?
5. Werden die bisherigen Erfahrungsstufen übernommen? Die Beamtenbezüge werden nach Landes oder Bundesbesoldung bemessen?

Dies sind leider so viele Fragen, welche mir zur Zeit durch den Kopf gehen, leider kann der neue Dienstherr mir diese Fragen nicht beantworten, da er von einer Versetzung ausgeht und auch bisher keinen Beamten angestellt hat. Ich bin zur Zeit in einer komfortablen Situation (Beamter auf Lebenszeit) und möchte keinesfalls bei einem Wechsel meinen Status riskieren. Jedoch habe ich mit der neuen Stelle die einmalige Möglichkeit zum Wechsel in meine Heimat bei guter Bezahlung.

Vielleicht kann der eine oder andere ja die Fragen beantworten oder jemand war von euch schonmal in einer ähnlichen Situation und teilt mir mit wie er sich entschieden hat bzw. was der Grund seiner Entscheidung zu einem Wechsel bzw. Nichtwechsel war.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!!!

Stefanie
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Re: Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon Skedee Wedee am 12.05.2018, 10:36

stefaniek hat geschrieben:Mein jetziger Dienstherr hat bereits angedeutet, einer Abordnung bzw. Versetzung keinesfalls zuzustimmen. Wahrscheinlich müsste ich mich "Raub - Ernennen" lassen um somit das Dienstverhältnis zum ehemaligen Dienstherrn zu beenden.


Andeuten ist Quatsch und geredet wird viel. Einfach Antrag auf Versetzung stellen, dieser muss beschieden werden. Entweder der bisherige Dienstherr stimmt zu oder er lehnt rechtsmittelbewehrt ab. Bei Antragstellung natürlich (mündlich) darauf hinweisen, dass Du bei Ablehnung einen rechtsmittelbewehrten Bescheid haben möchtest.

Als neuer Dienstherr würde ich einer Raubernennung zunächst nicht zustimmen, denn die Versorgungslasten werden nicht geteilt.

Eine Berechnung über die Versorgungslastenteilung kann Dir Euer Landesamt für Besoldung (bzw. dort, wo die Rückstellungen für die Pension gebildet werden) mitteilen. Dein neuer Dienstherr wird nämlich nicht begeistert sein, wenn er davon erfährt, dass er alleine die Versorgungslast für die bisher zurückgelegte Dienstzeit tragen soll.
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Re: Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon stefaniek am 12.05.2018, 14:01

Vielen Dank für den Hinweis!!! Dann werde ich dies einfach probieren.
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Re: [allg] Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon 2strong am 13.05.2018, 02:11

stefaniek hat geschrieben:1. Beginnt die Probezeit bei Ernennung auf Lebenszeit nach Beamtengesetz neu?

Nein.

stefaniek hat geschrieben:2. Der neue Arbeitgeber müsste meine Pensionslasten für die letzten 10 Jahre nachversichern, oder? Wisst ihr evtl. wie hoch so eine Pensionslast ungefähr ist? Die Kommunalaufsicht muss ja so einem Vorgang bestimmt auch zustimmen denke ich mir.

Nein, Dein neuer Dienstherr übernimmt - bei "feindlicher Übernahme" - Deine Versorgungsansprüche. Wenn er diese aus einer Rücklage finanzieren möchte, sollten für die vergangenen zehn Jahre ca. 300.000 € eingestellt werden (Annahmen: Versorgung zum Höchruhegehaltssatz aus Endstufe A 12). Wenn Du allerdings die einzige Beamtin bist, kann man auch überlegen, Deine Versorgung eines Tages schlicht aus dem Laufenden Hausalt zu bestreiten. Die Kommunalaufsicht geht der Vorgang nichts an.

stefaniek hat geschrieben:3. Muss eine neue Gesundheitsprüfung bei Neuernennung erfolgen?
Nein.

stefaniek hat geschrieben:4. Ist es überhaupt möglich bei Neueinstellung sofort in A11 zu wechseln?
Ja, in Deinem Fall schon.

stefaniek hat geschrieben:5. Werden die bisherigen Erfahrungsstufen übernommen? Die Beamtenbezüge werden nach Landes oder Bundesbesoldung bemessen?
Stufen werden übernommen. Es gilt die Landesbesoldung.
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Re: [allg] Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon Fragmon am 15.05.2018, 08:42

Vorsicht, Stufen werden nicht übernommen. Es wird eine neue Festsetzung vorgenommen. Grundsätzlich sind die Zeiten deckungsgleich, können jedoch abweichen, wenn der neue Sachbearbeiter gewisse Zeiten nicht anerkennt oder sich die Bestimmungen hinsichtlich der Stufenfestsetzung geändert haben.
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Re: [allg] Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon 2strong am 18.05.2018, 09:02

Blödsinn. Geht doch nicht um Tarifkräfte.
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Re: [allg] Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon FranzH am 18.05.2018, 17:25

Hallo Zusammen,

bei meinem (bin BaL) Wechsel des Dienstherrn (Land -> Bund) wurde eine neue Stufenfestsetzung durchgeführt und eine erneute Prüfung beim Amtsarzt war nötig. Die Stufenfestsetzung wurde durchgeführt obwohl beide Dienstherrn das gleiche Stufenmodell verwenden.
FranzH
 
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Re: [allg] Wechsel Landesbehörde zur Gemeinde

Beitragvon 2strong am 18.05.2018, 19:48

Mit dem Wechsel von Bund zu Land wird der Rechtsbereich gewechselt. Die Fragestellerin bleibt jedoch im Anwendungsbereich des LBesG Brandenburg.
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