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Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

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Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon THKK am 02.10.2017, 09:56

Hallo,

ich bin neu hier und hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann.

Ich bin derzeit in E10 Stufe 4 eingruppiert und trete eine neue Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der gleichen Hochschule an. Die Stelle wurde je nach Qualifiaktion bis zur Gruppe E13 ausgeschrieben. Aufgrund des fehlenden Masterabschlusses werde ich in E12 Stufe 3 eingruppiert, da ich einen Abschluss als Dipl.-Ing. (FH) habe.
Zusätzlich absolviere ich gerade ein MBA Studium (Berufsbegleitend).

Nun meine Fragen:
1. Ist die Eingruppierung so richtig?
2. Gibt es eine Möglichkeit, in E12 Stufe 4 eingruppiert zu werden?
3. Spielt mein aktuelles Studium jetzt schon eine Rolle, oder erst nach Abschluss?

Vielen Dank schon mal!
THKK
 
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon Spid am 02.10.2017, 10:19

Ja
Ja, nach drei Jahren oder verkürzter Stufenlaufzeit in Stufe 3
Nein
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon THKK am 02.10.2017, 11:42

Spid hat geschrieben:Ja
Ja, nach drei Jahren oder verkürzter Stufenlaufzeit in Stufe 3
Nein


Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Kann die Stufenlaufzeit belibig gekürzt werden? Habe dazu bisher etwas widersprüchliche Aussagen gelesen. Bzw. welche Gründe können für eine Verkürzung angeführt werden?
THKK
 
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon Spid am 02.10.2017, 11:48

§17 Abs. 1 Satz 1 TV-L: „Bei Leistungen der Beschäftigten, die erheblich über dem Durchschnitt liegen, kann die erforderliche Zeit für das Erreichen der Stufen 4 bis 6 jeweils verkürzt werden.“ Tariflich kann die Stufenlaufzeit bei erheblich über dem Durchschnitt liegenden Leistungen sogar auf 0 verkürzt werden.
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon THKK am 02.10.2017, 12:18

Spid hat geschrieben:§17 Abs. 1 Satz 1 TV-L: „Bei Leistungen der Beschäftigten, die erheblich über dem Durchschnitt liegen, kann die erforderliche Zeit für das Erreichen der Stufen 4 bis 6 jeweils verkürzt werden.“ Tariflich kann die Stufenlaufzeit bei erheblich über dem Durchschnitt liegenden Leistungen sogar auf 0 verkürzt werden.


Super!!!
Vielen Dank für die schnellen und klaren Antworten! Damit haben Sie mir sehr weitergeholfen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich so schnell eine Antwort bekomme.
THKK
 
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon GofX am 03.10.2017, 06:11

THKK hat geschrieben:Die Stelle wurde je nach Qualifiaktion bis zur Gruppe E13 ausgeschrieben. Aufgrund des fehlenden Masterabschlusses werde ich in E12 Stufe 3 eingruppiert, da ich einen Abschluss als Dipl.-Ing. (FH) habe.

1. Ist die Eingruppierung so richtig?


Spid hat geschrieben:Ja

Was ist mit dem "Sonstigen"?

Und bevor es wieder jemand (der z.B. selbst meist sehr einsilbig antwortet) nicht verstehen will:
In den Vorbemerkungen zu allen Teilen der Entgeltordnung ist unter Absatz 4 aufgeführt, dass Beschäftigte [...] in der nächst niedrigeren Entgeltgruppe eingruppiert sind, wenn sonstige Beschäftigte in einem Tätigkeitsmerkmal nicht davon erfasst werden.

Die Frage nach der Richtigkeit der Eingruppierung lässt sich demzufolge nicht so einfach beantworten.
GofX
 
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon Spid am 03.10.2017, 07:26

Natürlich läßt sie sich so einfach beantworten. Der TE hat keine Umstände vorgetragen, die auch nur vermuten ließen, er sei als "sonstiger Beschäftigter" anzusehen. Mithin ist er in die nächstniedrigere Entgeltgruppe einzugruppieren - auch dann, wenn der "sonstige Beschäftigte" im Tätigkeitsmerkmal genannt ist. Denn auch wenn Du das in schöner Regelmäßigkeit in Zweifel ziehst, ändert das nichts an der gefestigten Rechtssprechung des BAG dazu, zuletzt in BAG Urteil v. 25.01.2017 - 4 AZR 379/15.
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon atatat am 03.10.2017, 08:41

Zwei weitere Hinweise:
Die TdL geht in ihren Durchführungshinweisen davon aus, dass eine Stufenverkürzung nach §17 regelmäßig erst nach der Hälfte der Stufenlaufzeit erfolgen kann.
Sprich da ist mit Widerstand seitens der Personalstellen zu rechnen, auch wenn dein Vorgesetzter dich da unterstützt. (Ich habe da schon skurrile Kämpfe zwischen Professoren, Drittmittelstellen und Personalverwaltung erlebt)

Eine Alternative ist der §16.5. Hiermit kann der AG dir das Geld der höheren Stufen zu kommen lassen (Bindung von Qualifizierten Personal etc...), sicher begründbar mit deinem zukünftigen Masterabschluss.
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon GofX am 03.10.2017, 22:44

Spid hat geschrieben:[...] ändert das nichts an der gefestigten Rechtssprechung des BAG dazu, zuletzt in BAG Urteil v. 25.01.2017 - 4 AZR 379/15.

Hm ...
BUNDESARBEITSGERICHT Urteil vom 25.1.2017, 4 AZR 379/15 hat geschrieben:Tenor

2. Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten der Revision - an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen.

Schlechtes Beispiel einer "gefestigten Rechtssprechung".
Richtig ist, dass es natürlich nicht ausreicht, dass der "sonstige Beschäftigte" im Tätigkeitsmerkmal erfasst ist, sondern darüber hinaus der Beschäftigte auch über gleichwertige Kenntnisse und Erfahrungen wie ein graduierter Ingenieur verfügen muss.

Siehe Absätze 27 und 28 des BAG Urteils

In diesem Fall verhält es sich hier im Forum annähernd gleich zum BAG Urteil: "Ob der Kläger über gleichwertige Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, steht nicht fest, da das Landesarbeitsgericht hierzu keine Feststellungen getroffen hat. Dies wird es ggf. nachzuholen haben."

Ob der TE über gleichwertige Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, steht nicht fest, da er hierzu keine Aussage getroffen hat.

Insofern kann die Richtigkeit der Eingruppierung nach wie vor nicht beantwortet werden. Die fehlende Information vorausgreifend als negativ anzunehmen, ist wohl eher Wunschdenken.
GofX
 
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Re: Eingruppierung bei Stellenwechsel von E10 auf E12

Beitragvon Lars73 am 04.10.2017, 06:06

Die Durchsetzung einer Eingruppierung als sonstiger Beschäftigter ist gegen den Arbeitgeber kaum durchzusetzen. Wäre damit nur eine sehr theoretische Möglichkeit. Auch bräuchte es entsprechende Erfahrungen des Beschäftigten die nicht aufgezeigt wurden.
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