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halbes Sabbatjahr - Freistellung öffentlicher Dienst

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halbes Sabbatjahr - Freistellung öffentlicher Dienst

Beitragvon jomo_33 am 13.12.2017, 09:55

Guten Tag,

ich bin zur Zeit im TV-L (Tarifangestellter) in Vollzeit unbefristet beschäftigt.
Jetzt würde sich nächstes Jahr die Gelegenheit bieten, mit einem Freund länger auf Reisen zu gehen, die ich in Zukunft nicht mehr sehe (Familie, Betreuung von Familienangehörigen usw.).
Ich habe mir so ca. ein halbes Jahr Auszeit vorgestellt (evtl. 2. Halbjahr)
Nun habe ich im Internet von verschiedenen Modellen für ein komplettes Sabbatjahr gelesen z.B. vierjährige Teilzeitbeschäftigung im Umfang von 75 v.H. der Arbeitszeit, jedoch ausgestaltet als dreijährige Vollbeschäftigung zuzüglich einjähriger Freistellung.

Gibt es solche Modelle auch für ein halbes Jahr?
Ich würde auch meine 30 Tage Urlaubsanspruch in dieses halbe Sabbatjahr einfließen lassen.
Ein Arbeitszeitkonto habe ich noch nicht angespart.

Wäre so etwas denkbar oder gar unmöglich in diesem kurzen Zeitraum?
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Re: halbes Sabbatjahr - Freistellung öffentlicher Dienst

Beitragvon Lars73 am 13.12.2017, 10:05

Natürlich kann man es auch für einen kürzeren Zeitraum vereinbaren. Aber wenn es schon nächstes Jahr sein soll wird wohl maximal Reduktion auf 50% und ein halbes Jahr Vollzeitarbeit gehen und danach dann ein halbes Jahr abbau der Plusstunden.

Letztlich muss man mit dem Arbeitgeber sprechen. Wenn man Urlaub einbringt kann man vielleicht 60% schaffen. Ist halt die Frage wieviel Reduktion man finanziell gestemmt bekommt.
Lars73
 
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Re: halbes Sabbatjahr - Freistellung öffentlicher Dienst

Beitragvon atatat am 13.12.2017, 10:06

jomo_33 hat geschrieben:Gibt es solche Modelle auch für ein halbes Jahr?
Ich würde auch meine 30 Tage Urlaubsanspruch in dieses halbe Sabbatjahr einfließen lassen.
Unbezahlter Sonderurlaub?
Wenn du nur ein halbes Jahr arbeitest hast du auch eher 15 Tage Urlaub als 30 Tage.
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Re: halbes Sabbatjahr - Freistellung öffentlicher Dienst

Beitragvon Simona-getting-older am 09.01.2018, 12:23

Sprich mit deinem Arbeitgeber, im Zweifel mit dem Personalrat (das wäre bei uns am sinnvollsten).

***

Ein Kollege hatte ähnliches vor, PA und PR haben den Antrag auf ein 6-monatiges Sabbatical nach einigen inoffiziellen Telefonaten und Gesprächen "unbearbeitet" an den Kollegen zurückgesandt. Argumentationsgrundlage war, der TV-L spricht von "Sabbatjahrmodellen" und sechs Monate seien eben kein Jahr, das Fass wolle man nicht aufmachen und keine Präzedensfälle schaffen.

Die Lösung zwischen PA, PR, Vorgesetzem und Kollegen (sowie den Vertretern des Kollegen) war eine Stundenreduzierung auf 75%, befristet bis zum Ende des Jahres, in dem das geplante halbjährigen Sabbatical stattfand bei weiterhin voller Anwesenheit. Da wir zum 30.09. die Stunden in der flexiblen Arbeitszeit die über die Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit hinausgehen kappen (und die PA - lather, rinse, repeat - auch hier nicht bereit war, einen Präzendensfall zu schaffen), wir aber unseren Urlaub 15 Monate mitnehmen dürfen, war die Rechnung dann Urlaub aus Jahr A (Jahr vor "Sabbatical") und Urlaub aus Jahr B (Jahr des "Sabbaticals") werden komplett angespart (60 Tage = 12 Wochen), Erhohlungsurlaub in Jahr A wird über das Abfeiern der angesparten Stunden der flexiblen Arbeitszeit "ersetzt".

Das Arbeitszeitkonto des Kollegen war zum 30.09. auf dem maximalen Stundenwert (~15 Stunden = ~ 1/2 Woche), ab dem 01.10. hat er neun Monate lang ~10 Std./Wo. auf seinem Arbeitszeitkonto angespart (~380 Stunden = ~ 12 1/2 Wochen bei 75%). Er hat dann erst die Stunden seiner flexiblen Arbeitszeit abgeglitten (um zum 30.09. wieder unter der Kappungsgrenze zu sein) und dann Urlaub genommen. Hätte er nicht die letzten sechs Monate in Jahr B frei genommen sondern wäre in der Mitte des Jahres gefahren (hätte also nicht die Möglichkeit gehabt, die benötigten Stunden aufzubauen), hätte er das entstandene Minus auf dem Arbeitszeitkonto bis zum Jahresende wieder in den regulären Bereich (Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit) bringen müssen (das war der einzige Punkt, wo alle bereit waren, im Zweifel auch ein Auge zuzudrücken).

Die ganze Absprache war natürlich nirgendwo schriftlich festgehalten und hat sämtliche Feiertage und mgl. Krankheitszeiten nicht berücksichtigt, prinzipiell hat das aber bei uns in genau diesem Einzelfall gut funktioniert. Da wir damit keine Präzendensfall sonder lediglich eine eine Einzelfalllösung und mglw. einen internen Gedankenastoß für andere Kollegen gebastelt haben, waren PA und PR damit glücklich, der Kollege auch. Andere Arbeitgeber wären es mglw. nicht bzw. haben mglw. andere Regelungen.
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