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Höhergruppierung möglich?

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Höhergruppierung möglich?

Beitragvon TB_TVL am 28.12.2017, 16:56

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und habe bereits versucht im Forum antworten auf meine Fragen zu finden, aber jeder Fall ist eben doch anders. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand helfen könnte. Folgende Situation:
Der TB (Dipl.-Ing. Uni) arbeitet ca. 3.5 Jahre Teilzeit (66.67%, E13) mit Lehr- und Forschungsaufgaben mit dem Ziel zu Promovieren. Nach den 3.5 Jahren wechselt der TB die Stelle und wird am selben Fachgebiet Technischer Assistent (E10) mit der Zusage und dem Wunsch des Professors die Promotion fortzuführen. In dieser Zeit promoviert der TB und auch die bisherigen Lehr- und Forschungstätigkeiten werden unverändert fortgeführt bzw. auf Grund der Qualifizierung und Erfahrung des TB weiter ausgebaut. Folgende Tätigkeiten: Betreuung Abschlussarbeiten (MSc,BSc), Entwurf und Leitung von Praktika, Vorlesungen bzw. Lehraufträge, Konferenzbesuche, Schreiben wiss. Veröffentlichungen wie man es eher von Wimis/PostDocs kennt.
Die meisten Tätigkeiten übersteigen die tatsächliche Arbeitsplatzbeschreibung ergo haben wir hier einen WiMi, der nebenbei noch die Aufgaben eines Technischen Assistenten erledigt.
Meine Frage: Besteht hier für den TB die Möglichkeit auf Grund der Promotion bzw. der höherwertigen Tätigkeiten höher gruppiert zu werden? Falls ja, wie würde man in solch einem Fall vorgehen?
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Re: Höhergruppierung möglich?

Beitragvon Spid am 28.12.2017, 17:34

Maßgeblich ist die auszuübende und nicht die ausgeübte Tätigkeit. Es fehlt an jeglicher Vorbringung, daß sich die auszuübende Tätigkeit verändert hätte und daß diese zur Eingruppierung in eine andere Entgeltgruppe führte, als es der AG annimmt.
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Re: Höhergruppierung möglich?

Beitragvon TB_TVL am 28.12.2017, 21:35

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Das heißt der AG müsste dem TB überhaupt erst einmal "offiziell" höherwertige Tätigkeiten übertragen gemäß §14?
Handelt es sich nicht auch schon um eine Arbeitsanweisung, wenn der TB vom Bereichsleiter aufgefordert wird Abschlussarbeiten zu betreuen, Vorlesungen zu geben etc?
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Re: Höhergruppierung möglich?

Beitragvon Spid am 28.12.2017, 21:46

Die Frage im Startbeitrag dreht sich um die Eingruppierung. Eine solche hat eben gerade mit §14 TVÖD nichts zu tun, da eine Eingruppierung eine nicht nur vorübergehend auszuübende Tätigkeit voraussetzt, während sich §14 TVÖD ausschließlich mit einer nur vorübergehend auszuübenden Tätigkeit befaßt. Eine nicht nur vorübergehende eingruppierungsrelevante Tätigkeitsänderung ist eine Vertragsänderung und kann mithin nur von jemandem vorgenommen werden, der befugt ist, namens des AG Arbeitsverträge zu schließen. Üblicherweise handelt es sich um einen eng begrenzten Personenkreis, zu dem subalternes Führungspersonal regelmäßig nicht gehört.
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Re: Höhergruppierung möglich?

Beitragvon TB_TVL am 28.12.2017, 22:21

Danke für die Aufklärung!
Wahrscheinlich müsste aber das "subalterne Führungspersonal" diesen Prozess "in die Wege leiten" und entsprechend begründen wieso, weshalb, warum der TB dauerhaft höherwertige Tätigkeiten ausführen soll? Oder gibt es hierfür einen Antrag bzw. evtl. einen vergleichbaren Fall?
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Re: Höhergruppierung möglich?

Beitragvon Spid am 28.12.2017, 22:24

Wie der AG intern eine Tätigkeitsänderung organisiert, obliegt dessen Organisationsermessen und ist nicht Regelungsgegenstand des TV-L.
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