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Abordnung für 3 Jahre

BeitragVerfasst: 12.01.2018, 15:37
von timiditas
Zum Sachverhalt: Ein Beschäftigter in Landesbehörde A ist unbefristet beschäftigt in EG 11 eingruppiert. In Landesbehörde B wird eine für ihn fachlich 100 % passende Stelle mit EG 13 befristet für 3 Jahre ausgeschrieben und er könnte die grundsätzlich auch besetzen. Der Beschäftigte und die Landesbehörde B streben deshalb eine Abordnung für den genannten Zeitraum an. Landesbehörde A will dem aber nicht zustimmen, da die Stelle bei A aufgrund der zu erledigenden Aufgaben solange befristet wiederbesetzt werden müsste und es erfahrungsgemäß schwierig ist, geeignete Bewerber zu finden und die Befristung dies noch erschweren würde. Der Beschäftigte möchte aus nachvollziehbaren Gründen aber sein unbefristetes Arbeitsverhältnis auch nicht kündigen, da eine Verlängerung des befristeten Arbeitsverhältnis in Behörde B nicht zu erwarten ist. Er plant auch nach Ablauf der 3 Jahre tatsächlich zurückzukehren.
Die beiden Landesbehörden unterstehen unterschiedlichen Ministerien, der Arbeitgeber wäre aber in jedem Fall das Land. Kann Behörde A die Abordnung tatsächlich blockieren? Letztlich machen sowohl Behörde A als auch B betriebliche Gründe (Bearbeitungsstau und Schwierigkeit geeignete Bewerber zu finden) als Gründe für Ihren Bedarf an dem Mitarbeiter geltend. Der § 4 TV-L gibt dazu irgendwie nichts her...
Für den betroffenen Beschäftigten ist die Situation jedenfalls frustrierend.

Re: Abordnung für 3 Jahre

BeitragVerfasst: 12.01.2018, 15:53
von Lars73
Grundsätzlich erfordert die Abordnung die Zustimmung der abgebenden Behörde. Ggf. kann die Zustimmung durch eine übergeordnete Stelle erzwungen oder ggf. auch ersetzt werden. Soweit die Landesbehörde A die Unterstützung des Ministeriums hat ist kaum was zu machen.

Wenn es der Landesbehörde so wichtig ist muss sie eine Dauerstelle (ggf. auch nur der EG 11) besorgen und anbieten.

Re: Abordnung für 3 Jahre

BeitragVerfasst: 12.01.2018, 23:08
von timiditas
Lars73 hat geschrieben:...Soweit die Landesbehörde A die Unterstützung des Ministeriums hat ist kaum was zu machen...


Was das Ministerium sagt, weiß ich nicht, es ist aber zu erwarten/befürchten, dass es hinter seiner Behörde steht.

Lars73 hat geschrieben:...Wenn es der Landesbehörde so wichtig ist muss sie eine Dauerstelle (ggf. auch nur der EG 11) besorgen und anbieten...


Hm. Die befristete E13 ist durch Einnahmen (Verwaltungsgebühren und eine zweckgebundene Abgabe) gegenfinanziert - aber wohl nur für den begrenzten Zeitraum, bis die Verfahren mit Bearbeitungsstau abgearbeitet sind und ein normales Aufkommen an Anträgen einkehrt. Im gesamten Landeshaushalt gibt es leider noch nominellen Personalüberhang, der abgebaut werden soll. Da ist die Schaffung von zusätzlichen Dauerstellen illusorisch. Ich fürchte, dann sieht es für den Kollegen wohl wirklich nicht so günstig aus...