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Info. zu Eingruppierungen

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Re: Info. zu Eingruppierungen

Beitragvon Spid am 10.02.2018, 22:09

Was der Arbeitnehmer vorträgt, ist schwer vorhersehbar - ich habe da schon so einiges erlebt. Selbstverständlich muß der AN seinen Antrag begründen. Idealerweise legt er anhand der auszuübenden Tätigkeit dar, daß diese unter Anwendung der Auslegung der unbestimmten Rechtsbegriffe der Entgeltordnung durch das BAG die Tätigkeitsmerkmale der begehrten Entgeltgruppe erfüllt.
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Re: Info. zu Eingruppierungen

Beitragvon marco.berlin am 10.02.2018, 22:16

Du meinst aber nicht, dass man aus Gründen der Prozessökonomie erst mal den Arbeitgeber machen lassen sollte? Ich teile ja deine Ansicht, dass durchaus solch ein Ergebnis kritisch hinterfragt werden sollte, aber möglicherweise kommt man ja auch zur Feststellung, das es passt. Gleich das Arbeitsgericht anzurufen scheint mit ein bisschen deplatziert.

Also mein Rat ist und bleibt, Stellenbewertung durch den Arbeitgeber einfordern und dann oder falls man das Ergebnis nicht teilt, die Eingruppierungsfeststellungsklage erheben.

Zum Schluss... Will mich mit dir auch nicht streiten und persönliche Angriffe bitte ich zu entschuldigen.
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Re: Info. zu Eingruppierungen

Beitragvon Spid am 10.02.2018, 22:51

Ich habe überhaupt nicht ausgeführt, daß eine Eingruppierungsfeststellungsklage unbedingt sinnvoll wäre oder unmittelbar anzustreben sei - sie ist lediglich das einzige Mittel zur Feststellung der Eingruppierung, da ein rechtskräftiges Urteil der Arbeitsgerichtsbarkeit tatsächlich die Eingruppierung feststellt, während die Äußerungen und Handlungen des AG wie des AN lediglich eine Rechtsmeinung über die tatsächliche Rechtsmeinung darstellen.

Die allermeisten TB sind nicht in der Lage, sich eine hinreichend fundierte Rechtsmeinung über die zutreffende Eingruppierung zu bilden, die die Gewähr dafür böte, daß sie der tatsächlich festgestellten Eingruppierung entspricht - was aber in vielen Fällen durchaus auch auf das Personal zutrifft, das der AG dazu einsetzt, um sich seine Rechtsmeinung zu bilden. Dem AG kommt - aufgrund des Umstandes, daß ihm die Vergütung der erbrachten Arbeitsleistung obliegt - jedoch im Gegensatz zum AN durchaus die Verpflichtung zu, sich eine fundierte Rechtsmeinung über die Eingruppierung zu bilden. Dazu bedarf es unzweifelhaft einer Tätigkeitsdarstellung, des Bildens von Arbeitsvorgängen und deren Bewertung einzeln sowie in der Gesamtschau. Ist das nicht erfolgt, hat der AG bereits das erste Mal versagt. Ändert er die auszuübende Tätigkeit und hat die zuvor genannten unverzichtbaren Schritte unterlassen, hat er versagt - so konnte er sich ja nicht einmal eine Rechtsmeinung darüber bilden, ob er sein Direktionsrecht nicht überschreitet. Braucht er erst den betroffenen AN, um sein Versagen zu bemerken, ergibt das auch kein positiveres Bild. Einem solchen AG sollte man eher den Rücken kehren.
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Re: Info. zu Eingruppierungen

Beitragvon atatat am 11.02.2018, 08:47

Das schöne daran ist ja, dass so gut wie kein TB aufgrund einer festgestellten Eingruppierung sein Geld erhält, sondern nur aufgrund einseitiger Rechtsmeinungen.
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Re: Info. zu Eingruppierungen

Beitragvon Spid am 11.02.2018, 09:04

In den allermeisten Fällen wird die Rechtsmeinung des AG sogar durch die Entgeltzahlung geäußert.
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