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Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon HoLo am 13.03.2018, 10:35

Danke euch allen für die vielen hilfreichen Antworten!

Ja, dass die WiMi-Erfahrung nicht einschlägig ist, hatte ich befürchtet. Ich hatte mich in der alten Stelle zwar faktisch (wie auch von meinem Chef erwartet) sehr auf die Lehre konzentriert, aber formal war es eine Mitarbeiterstelle mit nur 4 SWS Lehrverpflichtung. Aber förderlich ist sie doch auf jeden Fall, oder? Und damit wäre die Aussage der Personalabteilung, dass sie mir keine höhere Stufe geben DÜRFEN, m.E. hinfällig.

Bei mir bleibt noch die Frage, ob eine LfbA auch als "Wissenschaftler" im Sinne der zitierten Protokollnotiz gilt. Nur dann ist ja eine Unterbrechung bis 12 Monaten unschädlich.
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon atatat am 13.03.2018, 11:13

HoLo hat geschrieben: Aber förderlich ist sie doch auf jeden Fall, oder? Und damit wäre die Aussage der Personalabteilung, dass sie mir keine höhere Stufe geben DÜRFEN, m.E. hinfällig.
Das mit dem DÜRFEN ist ne klassische Personalabteilungs LÜGE oder UNWISSENHEIT (oder andere nenne es Schutzbehauptung)
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon Lars73 am 13.03.2018, 13:32

Wenn Sie kein Personalgewinnungsproblem sehen dürfen sie tatsächlich nicht Stufe 4 gewähren. Testen kann man es nur Wenn man sagt nicht für weniger als Stufe 4 zu kommen. Dann kann es aber passieren, dass man die Stelle nicht bekommt.
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon HoLo am 13.03.2018, 14:00

Lars73 hat geschrieben:Wenn Sie kein Personalgewinnungsproblem sehen dürfen sie tatsächlich nicht Stufe 4 gewähren.


Wieso nicht? Zumindest wenn sie meine WiMi-Zeit als einschlägig bewerten, gilt nach §40, Nr.5 zu §16:

"Werden Beschäftigte in den Entgeltgruppen 13 bis 15 eingestellt,
gilt ergänzend: Zeiten mit einschlägiger Berufserfahrung an anderen Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden grundsätzlich anerkannt."

Und wenn sie sie nicht als einschlägig bewerten sollten, könnten sie mich nach dem selben Abschnitt sogar nur in Stufe 1 einstufe. Haben sie aber nicht, sondern in Stufe 3.

Und wie lässt sich ein Personalgewinnungsproblem bzw. "Neueinstellungen zur Deckung des Personalbedarfs" bestreiten? Ohne Personalbedarf hätten sie die Stelle nicht ausgeschrieben, und es gab zwar mehrere Bewerber, aber so kurzfristig ist es zweifelhaft, dass sie noch jemand anderen zum Sommersemester einstellen können.
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon atatat am 13.03.2018, 16:08

Förderliche Zeiten können zu mehr führen als Stufe 3 auch ohne einschlägige Berufserfahrung (§16 Abs 2 letzter Satz:Unabhängig davon kann der Arbeitgeber bei Neueinstellungen zur Deckung des Personalbedarfs Zeiten einer vorherigen beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise für die Stufenzuordnung berücksichtigen, wenn diese Tätigkeit für die vorgesehene Tätigkeit förderlich ist. )
Ist eine Kann-Regelung
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon Lars73 am 14.03.2018, 08:34

Die fehlende Einschlägigkeit hatte ich in meiner Aussage schon angenommen.
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon HoLo am 14.03.2018, 17:34

So, ich habe versucht, bei der Personalabteilung mit der Protokollerklärung und §40 eine weitere Einstufung in Stufe 4 zu erreichen. Der Sachbearbeiter hat meine Argumentation grundsätzlich akzeptiert, mein Ansinnen aber trotzdem abgelehnt mit der Begründung, dass eine Lehrkraft für besondere Aufgaben kein "Wissenschaftler" sei und meine Unterbrechung damit über den im allgemeinen Fall unschädlichen 6 Monaten lag.

Muss ich diese Auslegung akzeptieren? Sicher betreibt eine Lehrkraft keine eigene Forschung, aber sie unterrichtet Studierende selbständig auf wissenschaftlichem Niveau, genauso wie es die Professoren tun. Als nichtwissenschaftliches Personal würde ich mich als Lehrkraft jedenfalls auch nicht sehen. Und es gibt ja z.B. auch viele "wissenschaftliche" Hilfskräfte, die laut Vertrag nur Lehraufgaben haben.
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon Lars73 am 14.03.2018, 18:06

Grundsätzlich ist auch eine Stufenzuordnung einer gerichtlichen Überprüfung zugänglich. Daneben greifen ggf. Beteiligungsrechte des Personalrates.

Nur wenn du klagen willst brächtest du einen Beleg, dass der Arbeitgeber die Berufserfahrung als einschlägig ansieht und nur wegen der >6 Monate Unterbrechung nicht anerkennt. Wobei dies nicht ganz zur Stufe 3 passt. Sonst verlierst du die Klage schon wegen fehlender Einschlägigkeit.
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon librarian31 am 14.03.2018, 18:28

HoLo hat geschrieben:[...]Der Sachbearbeiter hat meine Argumentation grundsätzlich akzeptiert, mein Ansinnen aber trotzdem abgelehnt mit der Begründung, dass eine Lehrkraft für besondere Aufgaben kein "Wissenschaftler" sei und meine Unterbrechung damit über den im allgemeinen Fall unschädlichen 6 Monaten lag.

Muss ich diese Auslegung akzeptieren? Sicher betreibt eine Lehrkraft keine eigene Forschung, aber sie unterrichtet Studierende selbständig auf wissenschaftlichem Niveau, genauso wie es die Professoren tun. Als nichtwissenschaftliches Personal würde ich mich als Lehrkraft jedenfalls auch nicht sehen. Und es gibt ja z.B. auch viele "wissenschaftliche" Hilfskräfte, die laut Vertrag nur Lehraufgaben haben.


Selbstverständlich gehört eine LfbA zum wissenschaftlichen Personal der Hochschule, das steht außer Frage, sie ist als Wisssenschaftler/in mit Aufgaben in der Lehre an der Hochschule betraut.

Ob die Berufserfahrung als einschlägig bewertet wird ist eine andere Frage, ändert aber nichts daran, dass sie zum wissenschaftlichen Personal der Hochschule gehört.
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Re: Einstufung bei Uni-Wechsel NRW -> Hessen

Beitragvon HoLo am 14.03.2018, 19:10

librarian31 hat geschrieben:Selbstverständlich gehört eine LfbA zum wissenschaftlichen Personal der Hochschule, das steht außer Frage, sie ist als Wisssenschaftler/in mit Aufgaben in der Lehre an der Hochschule betraut.


Danke für diese klare Einschätzung. Kennst du dafür denn eine "offizielle" Quelle, die ich der Personalabteilung vorhalten könnte? Im Tarifvertrag habe ich keine Definition des Begriffs "Wissenschaftler" gefunden. Der Begriff taucht auch im ganzen Vertrag nur zweimal auf,z.B. im §40 heißt es stattdessen "Beschäftigte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen", was eindeutig LfbA einschließt.

Lars73 hat geschrieben:Grundsätzlich ist auch eine Stufenzuordnung einer gerichtlichen Überprüfung zugänglich. Daneben greifen ggf. Beteiligungsrechte des Personalrates.

Nur wenn du klagen willst brächtest du einen Beleg, dass der Arbeitgeber die Berufserfahrung als einschlägig ansieht und nur wegen der >6 Monate Unterbrechung nicht anerkennt. Wobei dies nicht ganz zur Stufe 3 passt. Sonst verlierst du die Klage schon wegen fehlender Einschlägigkeit.


Den Beleg werde ich sicher nicht erbringen können, zumal mir der Personaler seine Einstufungsgründe leider nur mündlich mitgeteilt hat. Klagen möchte ich aber sowieso nicht, da ich mir Hoffnungen auf eine weitere Anstellung an der Hochschule mache (mein jetziger Vertrag ist auf 2 Jahre befristet). Aber vielleicht kann ich mal beim Personalrat nachhaken...
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