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Kündigung in der Probezeit

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Kündigung in der Probezeit

Beitragvon halbestadt am 29.03.2018, 16:15

Hallo ins Forum,

Ich habe im Rahmen eines Mitarbeitergespräches am 22.03.2018 mit geteilt bekommen, dass man mich nicht über die Probezeit (Ende 08.04.2018) verlängern wird. Ich habe etwas unterschrieben, bin mir aber nicht genau bewusst, was es war, aufgrund der Aufregung und Enttäuschung. Erste Frage: Man unterschreibt doch nicht seine eigene Kündigung, wenn man gekündigt wird, oder?
Ausgehändigt wurden mir nur zwei Gehaltsabrechnungen, da ich seit 5 Wochen krank bin (seit 22 Jahren, das erste Mal!). Man erklärte mir, dass die Kündigung somit zum 06.04.2018 greift. Ist das so richtig lt. Tarifvertag TV-L wird eine Kündigung zum Monatsende rechtskräftig, sprich dem 30.04.2018? Bis dato habe ich nichts schriftlich. Am 06.04.2018 soll ich meinen Arbeitsplatz räumen kommen und die Zeitkarte abgeben. Was wenn ich nichzt hingehe und bis dato die Kündigung nicht eingeht?. Dann bin ich doch am 09.04.2018 (Montag) über die Probezeit weiterbeschäftigt, oder?
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon Spid am 29.03.2018, 16:31

Du führst aus, daß man Dein Arbeitsverhältnis nicht über die Probezeit hinaus verlängern werde. Dies ist ja nur dann erforderlich, wenn das Arbeitsverhältnis für den Zeitraum der Probezeit befristet ist. Dann ist keine Kündigung erforderlich, das Arbeitsverhältnis endet zum vereinbarten Termin.
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon Lars73 am 29.03.2018, 16:54

Hast du einen unbefristeten Vertrag oder einen bis zum 8.4.2018 befristen Vertrag.

Es kommt vor, dass man die Kenntnisnahme der Kündigung unterschreiben soll. Daneben könnte der Arbeitgeber dir einen Aufhebungsvertrag vorgelegt haben.

Falls du keinen befristeten Vertrag hast solltest du Einsicht in die Personalakte nehmen um herauszubekommen was der Stand ist. Ergänzend kannst du auch beim Personalrat fragen was die wissen und ggf. auch Vorgesetzten und Personalreferat fragen.

Wenn es ein unbefristeter Vertrag ist und es keine Kündigung und keinen Aufhebungsvertrag gibt solltest du entsprechend weiter arbeiten.
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon Pseudonym am 29.03.2018, 19:19

Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass es sich beim Unterschriebenen um das Protokoll des Mitarbeitergesprächs handelt. Hierin wird nur der Gesprächsinhalt festgehalten und hat als Protokoll keine Wirkung auf Dein Arbeitsverhältnis.

Die Kündigung sollte Dir dieser Tage schriftlich zugehen. Du hast einen Zwejahresvertrag, nehme ich an?

Bist Du sicher, dass Du den Sachverhalt gerade richtig in Erinnerung hast?
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon halbestadt am 29.03.2018, 20:24

Es handelt sichum einen befristeten Arbeitsvertrag bis 08.10.2018.
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon fair am 30.03.2018, 18:21

Also angenommen, es liegt folgendes vor:

- der Arbeitsvertrag begann am 9.10.2017, befristet auf ein Jahr
- es gab nicht unmittelbar bzw. zeitnah davor einen Arbeitsvertrag mit vergleichbarer Tätigkeit beim gleichen Bundesland (also nicht z.B. vorher wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Uni A bis zum 20.09.2017, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Uni B ab 9.10.2017 - bei unter 3 Wochen Lücke beginnt die Wartezeit nach Kündigungsschutzgesetz nicht neu zu laufen)
- im Arbeitsvertrag ist eine Probezeit von 6 Monaten geregelt

Dann gilt folgendes:
bis zum 08.04.2018 kann die Probezeitkündigung ausgesprochen werden. Wann die gültig wird, hängt dann vom Arbeitsvertrag ab, wobei in aller Regel die Regelung im Paragraph 30 TV-L, Absatz 4, Satz 2 gültig sein dürfte:
"Innerhalb der Probezeit kann der Arbeitsvertrag mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsschluss gekündigt werden."

Du hast am 22.03. vermutlich unterschrieben, dass dir die Kündigung ausgehändigt wurde.
Die Kündigung wird dann zum 30.04.2018 gültig.
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon halbestadt am 30.03.2018, 20:18

Super,danke. Endichmal eine konkrete Antwort. Aber alles bisher nur mündlich, was lt. BGB nicht gilt. Und es wurde vom 06.04. 2018 als letzter Taag geredet. Passt t. TV-L §34 nicht. Ich sitz das also bis 07.04. aus und melde mich am 09.04.2018 , daann ist die Kündigung erst zum 31.05.2018 möglich, und demzufolgeaucchweiter Entgeltforzahlung!!!
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon tkr104 am 31.03.2018, 04:32

halbestadt hat geschrieben:[...] , daann ist die Kündigung erst zum 31.05.2018 möglich, und demzufolgeaucchweiter Entgeltforzahlung!!!

Es kommt darauf an was du unterschrieben hast, besorge dir eine Kopie dieses Schreibens. Rein vorsorglich solltest du dich arbeitssuchend melden, dafür hast du ab Kenntnis der Kündigung nur drei Tage Zeit.
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon halbestadt am 31.03.2018, 06:38

Am 09.04. werde ich mir das ominöse Schreiben aushändigen lassen. Alo-Meldung ist erstmal zweitrangig, da mittlerweile mehrere gesundheitliche Baustellen habe und wenn man krank ist, kann man sich nicht arbeitslos melden. Wichtig ist für mich, dass jemand meine Gedankengänge hier einmal bestätigt:
Kündigung muss durch schriftlich, durch Übergabe/Übersendung erfolgen. Erst ab dem Zeitpunkt ist sie gültig - BGB §622, 623.
Innerhalb der Probezeit, also Zugang bis 08.04. - 2 Wochen zum Monatsende = 30.04.2018
Ab 09.04. nach Probezeit - 4 Wochen zum Monatsende = 31.05.2018
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Re: Kündigung in der Probezeit

Beitragvon Spid am 31.03.2018, 07:41

Die Kündigung muß schriftlich erfolgen, die tariflichen Fristen sind auch zutreffend dargestellt. Sofern keine beiderseitige Tarifbindung besteht, kann im Arbeitsvertrag auch die gesetzliche statt der tariflichen Kündigungsfrist vereinbart sein. Die Kündigung kann, sofern sie das Schreiben war, das Du ungelesen unterschrieben hast, durchaus im Rahmen der geschilderten Umstände von Dir empfangen worden sein. Das Schreiben kann aber auch ein Auflösungsvertrag gewesen sein. Das Arbeitsverhältnis endet dann zum vereinbarten Zeitpunkt.
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