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Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon Lars73 am 16.04.2018, 09:41

Ob er Dir 60% solcher Aufgaben übertragen hat oder z.B. auf Gesamtjahr betrachtet 40% ist alles andere als klar.
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon ano1 am 16.04.2018, 09:44

Lars73 hat geschrieben:Ob er Dir 60% solcher Aufgaben übertragen hat oder z.B. auf Gesamtjahr betrachtet 40% ist alles andere als klar.


Ein Zeitraum ist hier nicht gekennzeichnet, nur "Zeitanteil in % zur Gesamttätigkeit". Gehört halt zum Tagesgeschäft.
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon frodobeutlin100 am 16.04.2018, 14:47

ano1 hat geschrieben:
Lars73 hat geschrieben:Ob er Dir 60% solcher Aufgaben übertragen hat oder z.B. auf Gesamtjahr betrachtet 40% ist alles andere als klar.


Ein Zeitraum ist hier nicht gekennzeichnet, nur "Zeitanteil in % zur Gesamttätigkeit". Gehört halt zum Tagesgeschäft.


und noch weniger ist klar wie ein Gericht das Ganze sieht ... weil der Arbeitgeber wird mit Sicherheit aus einer E3 nicht so einfach etwas Höherwertiges machen - das wirst Du Dir erklagen müssen (Feststellungsklage - Arbeitsgericht)
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon Spid am 16.04.2018, 14:54

Und angesichts des Rumstümperns des AG ist stark zu wünschen, daß der TE das tut.
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon atatat am 16.04.2018, 16:28

ano1 hat geschrieben:Um das mal kurz zusammenzufassen:

Ich habe weder Anspruch auf eine Zulage für die bisher erledigten Aufgaben, noch kann ich anhand der Dauer dieser das in Zukunft durchsetzen, da der Stellenplan das nicht zulässt?

Wenn das der Fall sein sollte, darf ich prinzipiell auch nach Streichung dieser, die Aufgaben nicht mehr ausüben? Ich hab ein bisschen Bauchschmerzen dabei, diese noch zu erledigen, da es hier um Geld geht und ich im Zweifelsfall dafür hafte und im Umkehrschluss der AG nicht hinter mir steht, mit der Begründung, es würde nicht zu meinen Aufgaben zählen?!

Darf ich auf meinen Eingangspost verweisen?
atatat hat geschrieben:Alle Dinge die oberhalb der auszuübenden Tätigkeiten sind, solltest du dann in Absprache mit deinem Vorgesetzten von der Personalabteilung absegnen lassen.
Wenn die sagen: Nö gehört nicht zu deinem Job, dann lass es und dein Chef muss dann nur noch die Personalabteilung fragen, wer denn diese Tätigkeiten machen soll, da ja kein Personal dafür vorhanden ist.

Man muss es halt eskalieren lassen.
Auch solltest du bei der Personalabteilung nachfragen, wann sie denn ihren Pflichten nach dem Nachweisgesetz nachkommen wollen.
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon DMMX am 02.05.2018, 14:18

@spid:
"Herzlichen Glückwunsch. Angesichts der geschilderten Umstände halte ich Dich entsprechend der zuerst übertragenen Tätigkeit eingruppiert. Eine nachträgliche Änderung ist nicht vom Direktionsrecht des AG gedeckt."
Ist letzteres auf die nicht bzw. zu spät übermittelte Tätigkeitsbeschreibung sowie den nicht erstellten Nachweis nach EUNachwG zurückzuführen? Gibt es dazu Urteile?

Ganz kurz mein Fall:
Jahre lange Scheinselbstständigkeit - 3 Jahre erzwungene Prozessbeschäftigung in EG 13 - Anspruch auf unbefristete Stelle beim BAG - betriebsbedingte Kündigung abgewehrt - bei Wiederantritt der Arbeit "korrigierende Herabgruppierung" ohne offizielle Mitteilung (lediglich auf neuem Personalstammblatt eingetragen), wegen unsubstantiierten "Irrtums der Verwaltung" bei der Eingruppierung E 13 --> E9 mit veränderter Tätigkeit.
Kein Arbeitsvertrag, kein EU-Nachweis.
Im Rahmen eines Rechtsstreits um tarifliche Nachzahlungen und damit implizit auch um die Eingruppierung wurde ca. 3 Monate nach Arbeitsantritt eine Beschreibung der aktuellen Tätigkeit nachgereicht. Eine Einführung in meine neue Tätigkeit und meine Aufgaben erhielt ich am 1. Arbeitstag mündlich durch meinen Abteilungsleiter und detailliert durch meine Vorgesetzte (nicht arbeitsvertaglich zeichnungsbefugt). In der nachgereichten Tätigkeit ist zu 20% auch ein Arbeitsvorgang enthalten, der sicher nicht in die E13 einzuordnen ist, während bei den anderen TVs sicher Argumentationsspielraum ist.
Dieser 20%-Anteil fiel zunächst noch nicht an, ich sollte ihn jetzt im 4. Jahr noch nie ausüben. Mein neuer Vorgesetzter meinte jedoch im Mitarbeitergespräch (das 1. nach 3 Jahren Prozess-, und 4 Jahren regulärer Beschäftigung , dass er über kurz oder lang sicher anfallen würde...
An die geschätzten "Forums-Spezialisten": wie schätzen Sie diesen Sachverhalt - besonders in Bezug auf den 20%-AV, ein?
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon Spid am 03.05.2018, 07:23

DMMX hat geschrieben:@spid:
"Herzlichen Glückwunsch. Angesichts der geschilderten Umstände halte ich Dich entsprechend der zuerst übertragenen Tätigkeit eingruppiert. Eine nachträgliche Änderung ist nicht vom Direktionsrecht des AG gedeckt."
Ist letzteres auf die nicht bzw. zu spät übermittelte Tätigkeitsbeschreibung sowie den nicht erstellten Nachweis nach EUNachwG zurückzuführen? Gibt es dazu Urteile?


Eine eingruppierungsrelevante Tätigkeitsänderung ist eine Vertragsänderung und somit selbstverständlich nicht vom Direktionsrecht des AG gedeckt. Das ist auch schon jahrzehntelang ausgeurteilt, z.B. BAG Urteil v. 30.08.1995 - 1 AZR 47/95.

Ganz kurz mein Fall:
Jahre lange Scheinselbstständigkeit - 3 Jahre erzwungene Prozessbeschäftigung in EG 13 - Anspruch auf unbefristete Stelle beim BAG - betriebsbedingte Kündigung abgewehrt - bei Wiederantritt der Arbeit "korrigierende Herabgruppierung" ohne offizielle Mitteilung (lediglich auf neuem Personalstammblatt eingetragen), wegen unsubstantiierten "Irrtums der Verwaltung" bei der Eingruppierung E 13 --> E9 mit veränderter Tätigkeit.
Kein Arbeitsvertrag, kein EU-Nachweis.
Im Rahmen eines Rechtsstreits um tarifliche Nachzahlungen und damit implizit auch um die Eingruppierung wurde ca. 3 Monate nach Arbeitsantritt eine Beschreibung der aktuellen Tätigkeit nachgereicht. Eine Einführung in meine neue Tätigkeit und meine Aufgaben erhielt ich am 1. Arbeitstag mündlich durch meinen Abteilungsleiter und detailliert durch meine Vorgesetzte (nicht arbeitsvertaglich zeichnungsbefugt). In der nachgereichten Tätigkeit ist zu 20% auch ein Arbeitsvorgang enthalten, der sicher nicht in die E13 einzuordnen ist, während bei den anderen TVs sicher Argumentationsspielraum ist.
Dieser 20%-Anteil fiel zunächst noch nicht an, ich sollte ihn jetzt im 4. Jahr noch nie ausüben. Mein neuer Vorgesetzter meinte jedoch im Mitarbeitergespräch (das 1. nach 3 Jahren Prozess-, und 4 Jahren regulärer Beschäftigung , dass er über kurz oder lang sicher anfallen würde...
An die geschätzten "Forums-Spezialisten": wie schätzen Sie diesen Sachverhalt - besonders in Bezug auf den 20%-AV, ein?


Ich sehe zunächst keinen Zusammenhang zum zuvor diskutierten Sachverhalt. Zudem erschließt sich mir nicht, was ein "EU-Nachweis" sein soll. Mangels substantiierten Sachvortrags läßt sich darüber hinaus keinerlei Bewertung des Sachverhalts vornehmen.
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon DMMX am 04.05.2018, 11:40

[Eine nachträgliche Änderung ist nicht vom Direktionsrecht des AG gedeckt."
I
Eine eingruppierungsrelevante Tätigkeitsänderung ist eine Vertragsänderung und somit selbstverständlich nicht vom Direktionsrecht des AG gedeckt. Das ist auch schon jahrzehntelang ausgeurteilt, z.B. BAG Urteil v. 30.08.1995 - 1 AZR 47/95.

Und hier gilt Aufgabenzuweisung durch den unmittelbaren Vorgesetzten, obwohl der quasi an der Personalabteilung vorbei Tätigkeiten übertragen hat, da keine Tätigkeitsbeschreibung in Stellenausschreibung, Arbeitsvertrag oder Nachweis Nach EU-NachwG vorlag?




Ich sehe zunächst keinen Zusammenhang zum zuvor diskutierten Sachverhalt. Zudem erschließt sich mir nicht, was ein "EU-Nachweis" sein soll. Mangels substantiierten Sachvortrags läßt sich darüber hinaus keinerlei Bewertung des Sachverhalts vornehmen.[/quote]

Sorry! "EU-Nachweis" = Nachweis über Tätigkeit nach EUNachwG.

Den Zusammenhang sehe ich darin, dass auch mir ohne Vorliegen eines Arbeitsvertrages oder eines Nachweises nach EU-NachwG vom Vorgesetzten Tätigkeiten übertragen wurden bzw. nicht übertragen wurden, die sich von einer Monate später nachgereichten Stellenbeschreibung durch das Justitiariat unterscheiden. Diese Stellenbeschreibung wurde mir auch nie "dienstlich" mitgeteilt, sie ist lediglich in einem Schriftsatz im Eingruppierungsstreit zu finden und spiegelt Arbeitsvorgänge und Zeitanteile so wieder, wie sie der Gegenseite halt in den Kram passen, also ohne Stelleninterview oder Analyse der tatsächlichen AVs und Zeitanteile. Die Arbeit macht übrigens sonst keiner, es gibt also auch keine Referenzwerte. Da frage ich mich jetzt, was maßgeblich ist.
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon Rattgeber am 04.05.2018, 13:23

Eine kurze Zwischenfrage zu meinem Verständnis:

Wenn ihr keine Stellenbeschreibung habt - wie habt ihr euch dann auf die Stellenausschreibung beworben? Diese sollte doch eine Tätigkeitsbeschreibung enthalten...
Oder handelt es sich hier lediglich um Arbeitsvorgänge welche zusätzlich anfallen und von jemandem erledigt werden müssen der sie nicht erledigen will? Also die Diskussion ist Müll rausbringen jetzt E3 oder E4 - und die hab ich hier schon führen müssen, letztendlich mit der Rechtsabteilung des Regierungspräsidiums... anderes Thema.
Sind es also vorrübergehende höherwertige Tätigkeiten oder dauerhafte? Oder einfach nur ANDERE welche aber der Stellenbeschreibung entsprechen oder mit ihr verwandt sind?

Grüße

EDIT: Und gerade bei einer eingeklagten Fenstanstellung muss es ja eine Beschreibung der Tätigkeit gegeben haben, diese ist dann selbstverständlich auch weiterhin gültig...
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Re: Aufgabenausübung außerhalb Tätigkeitsbeschreibung

Beitragvon Lars73 am 04.05.2018, 16:14

@DMMX
Man muss sich die Tätigkeiten die Gegenstand des Werkvertrags waren anschauen und dann nach nach TV-L bewerten. Daneben muss man dann schauen was sich aus den Urteilen ergibt und welche wirksammen Änderungen der Tätigkeiten es gab. Ohne die Unterlagen zu sehen kommt man nur schwer zu einer Einschätzung.
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