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PKV wird teurer

Bundesbeamte und Soldaten
Beamte der ehemaligen Staatsunternehmen (Post, Bahn)

Re: PKV wird teurer

Beitragvon Slider26 am 04.12.2016, 21:47

PhiSchu1088 hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:
PhiSchu1088 hat geschrieben:Nun flatterte mir heute auch ein Brief ins Haus.

Huk Coburg:

Krankenversicherung: +- 0
Pflegeversicherung: +28,23%

Erhöhung von 2,42,- € im Monat, die ich aber gut verknusen kann


Aufgrund Ihres des PV Beitrags von unter 12 €, gehe ich von einem sehr jungen Alter bei Ihnen aus. Merken Sie sich den Februar 2017 vor, erst da wird die HUK die neuen Beiträge ab 01.04.2017 bekannt geben, da hier (analog der DKV) das Geschäftsjahr erst zum 31.03. endet.



Jup ich bin 28 und Anwärter, also auch in einem Anwärtertarif. Den Februar '17 Merke ich mir allerdings vor. Vielen Dank.



Bitte dann auch angeben, dass es sich "nur" um einen Anwärtertarif handelt. Du verzerrst sonst das gesamte Bild und man geht von einer tatsächlichen Nullrunde aus.

Die HUK passt Ihre Beiträge zum 01.03. jedes Jahr an. Dieses Jahr laut Auskunft zwischen 10-20% bei Nicht-Anwärtertarifen.
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon PhiSchu1088 am 05.12.2016, 06:36

Slider26 hat geschrieben:
PhiSchu1088 hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Aufgrund Ihres des PV Beitrags von unter 12 €, gehe ich von einem sehr jungen Alter bei Ihnen aus. Merken Sie sich den Februar 2017 vor, erst da wird die HUK die neuen Beiträge ab 01.04.2017 bekannt geben, da hier (analog der DKV) das Geschäftsjahr erst zum 31.03. endet.



Jup ich bin 28 und Anwärter, also auch in einem Anwärtertarif. Den Februar '17 Merke ich mir allerdings vor. Vielen Dank.



Bitte dann auch angeben, dass es sich "nur" um einen Anwärtertarif handelt. Du verzerrst sonst das gesamte Bild und man geht von einer tatsächlichen Nullrunde aus.


Okay, entschuldigt bitte, wollte niemanden unnötig verwirren. :-/
Ich würde es beim nächsten mal beachten, aber ab nächstem Jahr und bei der nächsten Erhöhung gehöre ich zum Glück dann schon zu den großen ;-)
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon Karsten am 10.01.2017, 11:04

atatat hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Ich bin kein Befürworter der Bürgerversicherung, aber die PKV-Vollversicherung geht bei gleichbleibender Sachlage dem Ende entgegen. Sie ist schlichtweg nicht mehr finanzierbar. So bald die Schuldenbremse im Bund und Ländern aktiv wird, werden die Kosten der Beihilfe auf den Prüfstand kommen.

Warum soll es sich nicht lohnen? Es ist wie die Pension nur eine Verlagerung der Ausgaben in die Zukunft. Unterm Strich kostet es (bei gleicher Leistung) immer gleich viel.
Wenn die PKV Vollversicherung eingeführt würde für die Beamten, müßte der Staat da jetzt schon mehr zahlen. Wenn die GKV für Beamte eingeführt würde genauso.
Einzig die Beihilfestellen und entsprechendes Personal ist unterm Strich das Einsparungspotential.
Platt gesagt:Die Kosten für die Kranken zahlt der AG/AN immer, mal heute mal morgen, oder soll das Geld aus der Luft gezaubert werden.
)


Ich hatte ja Ende 2016 bereits gesagt, dass der Bund und vor allem die Länder die zunehmend steigenden Beihilfekosten irgendwann kritisch betrachtet und sobald das Beihilfe-PKV Modell dem Staat teuer kommt- die GKV wieder ins Spiel kommt. Da es so schnell auf der Agenda ist, wusste nicht mal ich.

Ob das System geändert wird, steht noch in den Sternen. Fakt ist allerdings, dass die Beihilfekosten seit Jahren stärker steigen als die Kosten die der Staat für Beiträge als Arbeitgeberzuschuss zur GKV zahlen müsste. In 3-4 Jahren wird die Beihilfe bereits teurer sein. Ohne Beamte wäre die PKV allerdings am Ende, da durch stetige Rückgänge von Studenten, Arbeitnehmern und Selbständigen in der PKV der Anteil der Beamten in der PKV inzwischen auf fast 50% gestiegen ist. Nimmt man der PKV nun zukünftige neue Beamte ebenfalls noch weg, indem man diese in der GKV versichert - trocknet die PKV endgültig aus bzw. das Kollektiv mit Bestandsschutz-Beihilfebeamten veraltet.

Hierzu ein interessanter Artikel von heute
Quelle: http://www.rp-online.de/wirtschaft/fina ... -1.6515049
Karsten
 
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon librarian31 am 10.01.2017, 12:30

Karsten hat geschrieben:
atatat hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Ich bin kein Befürworter der Bürgerversicherung, aber die PKV-Vollversicherung geht bei gleichbleibender Sachlage dem Ende entgegen. Sie ist schlichtweg nicht mehr finanzierbar. So bald die Schuldenbremse im Bund und Ländern aktiv wird, werden die Kosten der Beihilfe auf den Prüfstand kommen.

Warum soll es sich nicht lohnen? Es ist wie die Pension nur eine Verlagerung der Ausgaben in die Zukunft. Unterm Strich kostet es (bei gleicher Leistung) immer gleich viel.
Wenn die PKV Vollversicherung eingeführt würde für die Beamten, müßte der Staat da jetzt schon mehr zahlen. Wenn die GKV für Beamte eingeführt würde genauso.
Einzig die Beihilfestellen und entsprechendes Personal ist unterm Strich das Einsparungspotential.
Platt gesagt:Die Kosten für die Kranken zahlt der AG/AN immer, mal heute mal morgen, oder soll das Geld aus der Luft gezaubert werden.
)


Ich hatte ja Ende 2016 bereits gesagt, dass der Bund und vor allem die Länder die zunehmend steigenden Beihilfekosten irgendwann kritisch betrachtet und sobald das Beihilfe-PKV Modell dem Staat teuer kommt- die GKV wieder ins Spiel kommt. Da es so schnell auf der Agenda ist, wusste nicht mal ich.

Ob das System geändert wird, steht noch in den Sternen. Fakt ist allerdings, dass die Beihilfekosten seit Jahren stärker steigen als die Kosten die der Staat für Beiträge als Arbeitgeberzuschuss zur GKV zahlen müsste. In 3-4 Jahren wird die Beihilfe bereits teurer sein. Ohne Beamte wäre die PKV allerdings am Ende, da durch stetige Rückgänge von Studenten, Arbeitnehmern und Selbständigen in der PKV der Anteil der Beamten in der PKV inzwischen auf fast 50% gestiegen ist. Nimmt man der PKV nun zukünftige neue Beamte ebenfalls noch weg, indem man diese in der GKV versichert - trocknet die PKV endgültig aus bzw. das Kollektiv mit Bestandsschutz-Beihilfebeamten veraltet.

Hierzu ein interessanter Artikel von heute
Quelle: http://www.rp-online.de/wirtschaft/fina ... -1.6515049


Na ja, die Bertelsmann-Stiftung hat halt eine neue Studie herausgebracht, die wohl sicher auch angreifbar ist. Entsprechende Forderungen und Berechnungen sind ja auch keine wirklich Neuigkeit und führen zum Glück nicht automatisch zu politischem Aktionismus.

Wenn die RP die Studie korrekt zusammengefasst hat, kommen die genannten Zahlen meinem Verständnis nach auch nur unter der Voraussetzung zum Tragen, dass sämtliche Bestandsbeamte unterhalb der Versicherungspflichtgrenze zwangsweise, kurzfristig und alternativlos in die GKV wechseln müssten und weitere aufgrund der zu teuren PKV hierzu gezwungen wären.

Das ist aber unrealistisch und sicher mit Alimentation etc. nicht vereinbar.

Auch wären die Konsequenzen ja durchaus weitreichend, nicht nur für die Beamten. Letztlich würde mit diesem Schritt, wenn die Zahlen denn tatsächlich so stimmen und eintreffen, zwar nicht den Krankenkassen, aber dem Gesundheits- und Pflegesystem insgesamt "per Stichtag" massiv Geld entzogen, ebenso der Versicherungswirtschaft. Das kann man machen, muss das dann politisch aber auch verantworten und mit möglichen Konsequenzen in der Gesundheitsversorgung leben. Zwar könnte man Einbußen durch wegfallende höhere Abrechnungssätze ggf. durch zusätzliche Zuschüsse z.B. an Krankenhäuser ausgleichen - nur das zieht eine solche Studie sicher nicht in Erwägung... ;)

Auch müsste bei einer Versicherungspflicht der Beamten perspektivisch die Besoldung ggf. erhöht werden, um die finanzielle Attraktivität der Positionen halbwegs zu erhalten, das wäre also auch nicht dauerhaft kostenneutral.

Auch scheint die Studie nicht von einer Bürgerversicherung auszugehen, sondern von einer einseitigen Änderung der Rechtssituation bei den Beamten, vgl. Hinweis auf die Wechselwilligkeit von Beamten, die nicht die Pflicht zum Wechseln hätten. Menschen mit hohem Einkommen würden also weiterhin privilegiert - aber das kostet ja keine Staatsausgaben und ist der Bertelsmann-Stiftung daher egal... ;)
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon Karsten am 10.01.2017, 12:57

librarian31 hat geschrieben:
Wenn die RP die Studie korrekt zusammengefasst hat, kommen die genannten Zahlen meinem Verständnis nach auch nur unter der Voraussetzung zum Tragen, dass sämtliche Bestandsbeamte unterhalb der Versicherungspflichtgrenze zwangsweise, kurzfristig und alternativlos in die GKV wechseln müssten und weitere aufgrund der zu teuren PKV hierzu gezwungen wären.

Das ist aber unrealistisch und sicher mit Alimentation etc. nicht vereinbar.


Da stimmt alles! Für mich war halt nur ein wichtiger Punkt interessant, welcher zum Thema dieses Forums passt. Für Bund und Länder wäre der übliche Arbeitgeberanteil in die gesetzlichen Krankenversicherung bereits in 2016 schlichtweg billiger gewesen, als Beihilfen zu zahlen.

Alleine diese Tatsache ist schon eine Hausmarke! Denn Beihilfekosten fallen ja bekanntlich nur an, wenn aktive und pensionierte Beamte krank sind, während Arbeitgeberbeiträge fortlaufend zu zahlen sind.

Wenn die Beihilfe-Behandlungskosten so stark gestiegen sind bzw. noch ansteigen, zeigt dies bereits die Entwicklung der Behandlungskosten bzw. der Beitragsentwicklung in der PKV. Denn durch die aktuelle Niedrigzinsphase, können die PKVen so etwas nur durch steigende Beiträge ausgleichen.

Wenn die Beihilfekostenentwicklungen stimmen, ist es nur logisch, dass für Beamte der Arbeitnehmeranteil an die GKV ebenfalls deutlich günstiger wäre, als der PKV Beitrag, welcher 50% oder später 30% der Behandlungskosten abdeckt.

Im Grunde genommen ist das derzeitige Beihilfesystem eine große Subvention der PKV, denn Beamte könnten sich momentan nicht in der günstigeren GKV versichern, da sie keinen Arbeitgeberzuschuss erhalten würden und die vollen 14,6% alleine tragen müssten.

Die Tatsache, dass das Beihilfesystem nun auch für den Arbeitgeber die kostspieligere Variante ist, macht das Thema so interessant. Denn diese Tatsache lag seit Einführung des Beihilfe-PKV Systems noch nie vor.
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon atatat am 10.01.2017, 13:28

librarian31 hat geschrieben:Das ist aber unrealistisch und sicher mit Alimentation etc. nicht vereinbar.
Mir wird noch nicht klar warum eine GKV Vollversicherung für Beamte dem Alimentationsprinzip entgegen steht?
librarian31 hat geschrieben:Auch müsste bei einer Versicherungspflicht der Beamten perspektivisch die Besoldung ggf. erhöht werden, um die finanzielle Attraktivität der Positionen halbwegs zu erhalten, das wäre also auch nicht dauerhaft kostenneutral.

Also für die unteren Besoldungsgruppen mit Familie und Frau zuhause würde es doch ein Anreiz darstellen. Da wird doch momentan über die hohen PKV kosten geklagt.
librarian31 hat geschrieben:Menschen mit hohem Einkommen würden also weiterhin privilegiert - aber das kostet ja keine Staatsausgaben und ist der Bertelsmann-Stiftung daher egal... ;)

Jipp. Sowohl bei Angestellten als auch bei Beamten dürfen dann weiterhin die Gutverdiener sich aussuchen was sie machen.
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon librarian31 am 10.01.2017, 16:52

atatat hat geschrieben:
librarian31 hat geschrieben:Das ist aber unrealistisch und sicher mit Alimentation etc. nicht vereinbar.
Mir wird noch nicht klar warum eine GKV Vollversicherung für Beamte dem Alimentationsprinzip entgegen steht?


Im Prinzip lässt sich das sicherlich rechtlich sauber regeln, wobei natürlich gewisse Besonderheiten zu beachten wären: So benötigen Beamt/innen kein Kranken- oder Mutterschaftsgeld, da die Besoldung weitergezahlt wird. Aufwendungen bei Dienstunfällen trägt der Dienstherr zu 100%, anstelle einer Versicherung in der gesetzlichen Unfallversicherung etc. Manches müsste sich also in entsprechenden besonderen Verfahrensweisen im Unterschied zu "normalen" Arbeitnehmern in der GKV niederschlagen.

Was ich aber eigentlich meinte: Die von der Studie vorgeschlagene "kalte Überführung" aller Bestandsbeamten in das GKV System würde sicherlich viele rechtliche Probleme bzgl. Alimentation, Besitzständen etc. aufwerfen, z.B. bei Pflegebedürftigen, aber auch bezüglich der Frage wie mit Ansprüchen an die PKV umzugehen ist, ob man diese dann ggf. in eine Zusatzversicherung umwandeln kann etc. etc.
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon atatat am 11.01.2017, 11:05

Ok, so wird da ein Schuh draus.
Aber im Grunde würde mMn ja gerade durch eine "Gleichbehandlung" der Beamten mit dem Rest der Welt, die Vergleichbarkeit wg. Alimentation erleichtert.
Insbesondere die unteren A Stufen mit Kindern würden wg. Familienversicherung ja durchaus was davon haben.
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon RKDB am 16.01.2017, 09:47

Wenn die Kinder und Ehefrau dann aber kostenlos in der GKV (mit-)versichert sind, müsste im Umkehrschluss auch der Kinderzuschlag und der Ehegattenzuschlag abgeschafft werden. Da würden speziell in den unteren Besoldungsgruppen (A2-A8) viele lange Gesichter resultieren.

Ich bin mittlerweile auch der Meinung dass die PKV ein Auslaufmodell ist. Sie wurde durch die Niedrigst-Zinsen (vorsätzlich?) kaputt gemacht. In ein paar Jahren wird es sie so nicht mehr geben. Denke es ist nur eine Frage der Zeit bis ein Bundesland vorprescht und seine Leute GKV-versichert.
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Re: PKV wird teurer

Beitragvon vbba am 16.01.2017, 14:37

RKDB hat geschrieben:Umkehrschluss

Hier einen Umkehrschluss zu ziehen setzte voraus, dass die Familienzuschläge dem Zweck dienen, die PKV-Beiträge des Ehegatten und der Kinder abzudecken.

Tatsächlich beruht der Familienzuschlag jedoch auf dem Alimentationsprinzip, das den Dienstherrn verpflichtet, dem Beamten und seiner Familie angemessenen Unterhalt zu leisten. PKV-Beiträge sind nur ein ganz kleiner Teil der Aufwendungen, die von diesem Grundsatz erfasst werden.
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