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Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

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Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon dervirus am 13.02.2017, 21:51

Hallo erstmal,

ich (24J, m) habe morgen meine erste Untersuchung beim Amtsarzt aufgrund einer bevorstehenden Verbeamtung auf Probe. Das Problem:

Ich hatte Ende 2011 eine Myelodysplastisches Syndrom (ähnlich Leukämie) mit anschließender Knochenmarktransplantation im Februar 2012. Seitdem bin ich komplett geheilt und habe auch keine anderen Beschwerden (Arztberichte bis Ende 2014 sind auch vorhanden).

Trotzdem habe ich morgen Angst, diese Vorerkrankung beim Amtsarzt zu nennen. Ich habe mich schon auf sämtlichen Foren herumgetrieben und bin mir immer noch nicht sicher.

Ich würde gerne objektive Meinungen bzw. Erfahrungen über diesen bzw. ähnliche Fälle hören. Was denkt Ihr? Wie wahrscheinlich ist ein Ausschluss? Könnte das Verschweigen der Krankheit wirklich so große Folgen haben?

Ich danke im Voraus für die Antworten

LG
dervirus
 
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Re: Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon vapgtdu am 13.02.2017, 22:23

Hallo,
du darfst so etwas auf keinen Fall verschweigen wenn danach gefragt wird. Es gibt Gerichtsurteile in denen in ähnlich gelagerten Fällen die Verbeamtung nach mehr als 10 Jahren als nichtig angesehen worden ist mit sämtlichen Konsequenzen.
Du kannst natürlich Glück haben und es passiert nichts, aber das Damoklesschwert wäre mir zu scharf. Ich habe damals mit offenen Karten gespielt, wurde mir auch so empfohlen von meinen Kollegen.
Das Problem ist, dass jeder Amtsarzt einen Ermessenspielraum hat und du diesem "ausgeliefert" bist. Drücke dir die Daumen, dass es klappt.
VG
VAPGTDU
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Re: Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon Pauli Paulsen am 12.04.2017, 09:39

Mit dieser Fragestellung solltest Du Dir dringend bewusst werden, dass Du Dich nicht ausreichend mit der Verbeamtung auseinandergesetzt hast.

Mich würde es nicht sonderlich überraschen, wenn irgendwo in einem Forum von Dir die Frage auftaucht, ob Du deiner Braut vor der Hochzeit sagen sollst, dass du vorher eine Frau warst!

Viel Glück!

Pauli Paulsen
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Re: Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon Urs80 am 01.05.2017, 19:26

Hallo,

ich habe auch in zwei Wochen die Untersuchung beim Amtsarzt aufgrund meiner bevorstehenden Verbeamtung. (Geschlecht Mann, Alter 27)

Mein Blut hat eine "Besonderheit", die mit dem Begriff "Thalassaemia minor" bezeichnet wird.

Die untenstehende Beschreibung habe ich im Internet gefunden.

"Symptome bei Thalassaemia minor:

Die Mehrzahl der Träger einer beta-Thalassämie (Thalassämia minor) hat keine gesundheitlichen Probleme. Interessanterweise haben insbesondere Männer, die Träger sind, sogar ein relativ geringes Risiko, im Verlauf einen Bluthochdruck zu entwickeln oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Nur etwa jeder fünfte Patient mit einer Thalassaemia minor klagt über Beschwerden einer leichten Blutarmut wie zum Beispiel rasche Erschöpfbarkeit und Müdigkeit. Eine Behandlung ist allerdings nur selten erforderlich. Jedoch kann bei Schwangeren mit der leichten Form der ß-Thalassämie oder auch bei betroffenen Kindern und Jugendlichen durch Wachstumsschübe zusätzlich ein Eisenmangel hervorgerufen werden (siehe „Eisenmangelanämie“). Diese Patienten können eine ausgeprägte Blutarmut entwickeln, die dann wie eine Eisenmangelanämie, das heißt durch die Gabe von Eisenpräparaten, behandelt werden muss."

Und jetzt kommt die Frage. Sollte ich diese "Besonderheit", als Krankheit melden? oder soll ich nichts dazu sagen? Bisher habe ich keine gesundheitliche Probleme und ich nehme auch keine Medikamente.

Gibt es irgendwo eine konkrete Liste, bezüglich der Verbeamtung, was wird als Krankheit gehalten und was nicht?

Für Ihre Antworte, bedanke ich mich!
Urs80
 
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Re: Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon frodobeutlin100 am 01.05.2017, 21:02

letzten Endes entscheidet der Amtsarzt - es geht dabei insbesondere um das Risiko einer früheren Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen
frodobeutlin100
 
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Re: Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon MarioW am 02.05.2017, 00:13

Hallo Urs,

da das wohl bei Dir diagnostiziert ist (so lese ich es zumindest) würde ich einen Teufel tun und es verschweigen.
Wenn irgendwann einmal warum auch immer nachgefragt werden sollte, ob dieser besondere Umstand zum Zeitpunkt der ärztlichen Untersuchung für eine Verbeamtung bekannt war oder nicht, möchte ich keine Erklärungen abgeben müssen oder gar den Status als Beamter verlieren (ob das ging, ist eine andere Frage).

Frodobeutlin100 hat es treffend benannt, komm Deiner Wahrheitspflicht nach und am Ende entscheidet der Amtsarzt nach den vorliegenden medizinischen Erkenntnissen, die er gewonnen hat - die müssen dafür sprechen, das mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass Du das reguläre Pensionsalter auch erreichst oder nicht aufgrund zu häufiger Krankheitstagen ausfällst, dann wird er auch eine positive Prognose für eine Verbeamtung stellen.
Grüße aus RLP

MarioW
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Re: Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon Slider26 am 02.05.2017, 09:58

Urs80 hat geschrieben:Hallo,

ich habe auch in zwei Wochen die Untersuchung beim Amtsarzt aufgrund meiner bevorstehenden Verbeamtung. (Geschlecht Mann, Alter 27)

Mein Blut hat eine "Besonderheit", die mit dem Begriff "Thalassaemia minor" bezeichnet wird.

Die untenstehende Beschreibung habe ich im Internet gefunden.

"Symptome bei Thalassaemia minor:

Die Mehrzahl der Träger einer beta-Thalassämie (Thalassämia minor) hat keine gesundheitlichen Probleme. Interessanterweise haben insbesondere Männer, die Träger sind, sogar ein relativ geringes Risiko, im Verlauf einen Bluthochdruck zu entwickeln oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Nur etwa jeder fünfte Patient mit einer Thalassaemia minor klagt über Beschwerden einer leichten Blutarmut wie zum Beispiel rasche Erschöpfbarkeit und Müdigkeit. Eine Behandlung ist allerdings nur selten erforderlich. Jedoch kann bei Schwangeren mit der leichten Form der ß-Thalassämie oder auch bei betroffenen Kindern und Jugendlichen durch Wachstumsschübe zusätzlich ein Eisenmangel hervorgerufen werden (siehe „Eisenmangelanämie“). Diese Patienten können eine ausgeprägte Blutarmut entwickeln, die dann wie eine Eisenmangelanämie, das heißt durch die Gabe von Eisenpräparaten, behandelt werden muss."

Und jetzt kommt die Frage. Sollte ich diese "Besonderheit", als Krankheit melden? oder soll ich nichts dazu sagen? Bisher habe ich keine gesundheitliche Probleme und ich nehme auch keine Medikamente.

Gibt es irgendwo eine konkrete Liste, bezüglich der Verbeamtung, was wird als Krankheit gehalten und was nicht?

Für Ihre Antworte, bedanke ich mich!



Thalassämie ist ein Ausschlussgrund für eine Verbeamtung. Thalassämie bedeutet Blutarmut und kann zahlreiche gesundheitsliche Einschränkungen/Probleme nach sich ziehen.
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Re: Hilfe - Beim Amtsarzt eine Vorerkrankung verschweigen?

Beitragvon siegsa am 02.05.2017, 12:22

Slider26 hat geschrieben:
Urs80 hat geschrieben:Hallo,

ich habe auch in zwei Wochen die Untersuchung beim Amtsarzt aufgrund meiner bevorstehenden Verbeamtung. (Geschlecht Mann, Alter 27)

Mein Blut hat eine "Besonderheit", die mit dem Begriff "Thalassaemia minor" bezeichnet wird.

Die untenstehende Beschreibung habe ich im Internet gefunden.

"Symptome bei Thalassaemia minor:

Die Mehrzahl der Träger einer beta-Thalassämie (Thalassämia minor) hat keine gesundheitlichen Probleme. Interessanterweise haben insbesondere Männer, die Träger sind, sogar ein relativ geringes Risiko, im Verlauf einen Bluthochdruck zu entwickeln oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Nur etwa jeder fünfte Patient mit einer Thalassaemia minor klagt über Beschwerden einer leichten Blutarmut wie zum Beispiel rasche Erschöpfbarkeit und Müdigkeit. Eine Behandlung ist allerdings nur selten erforderlich. Jedoch kann bei Schwangeren mit der leichten Form der ß-Thalassämie oder auch bei betroffenen Kindern und Jugendlichen durch Wachstumsschübe zusätzlich ein Eisenmangel hervorgerufen werden (siehe „Eisenmangelanämie“). Diese Patienten können eine ausgeprägte Blutarmut entwickeln, die dann wie eine Eisenmangelanämie, das heißt durch die Gabe von Eisenpräparaten, behandelt werden muss."

Und jetzt kommt die Frage. Sollte ich diese "Besonderheit", als Krankheit melden? oder soll ich nichts dazu sagen? Bisher habe ich keine gesundheitliche Probleme und ich nehme auch keine Medikamente.

Gibt es irgendwo eine konkrete Liste, bezüglich der Verbeamtung, was wird als Krankheit gehalten und was nicht?

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Thalassämie ist ein Ausschlussgrund für eine Verbeamtung. Thalassämie bedeutet Blutarmut und kann zahlreiche gesundheitsliche Einschränkungen/Probleme nach sich ziehen.



Der TE hat aber von Thalassämie-minor geschrieben.
Hierzu sieht die Sachlage anders aus.

Thalassaemia minor – heterozygote Form[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heterozygoten Mutationsträger zeigen zumeist keine klinischen Symptome, da sich der Defekt gegenüber dem gesunden Allel rezessiv verhält. Eventuell findet sich jedoch eine leicht vergrößerte Milz. Diese Form der Thalassämie bedarf somit auch keiner Therapie.
siegsa
 
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