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Lohnt sich eine Verbeamtung bei Vorerkrankung (=keine PKV)

Bundesbeamte und Soldaten
Beamte der ehemaligen Staatsunternehmen (Post, Bahn)

Re: Lohnt sich eine Verbeamtung bei Vorerkrankung (=keine PK

Beitragvon Sebi79 am 14.04.2017, 12:57

Hallo zusammen,

ich (37 Jahre) werde in den nächsten Monaten auch verbeamtet. Erst einmal A13 und dann nach 3 Jahren auf A14. Ich selber hab eine seltene abgeschlossen Muskelkrankheit ( Behinderungsgrad 100%) an den Beinen und brauch deswegen Prothesen (Mal 5000€ schnell) oder auch mal später einen Rollstuhl (Hoffe nicht). Meine GVK (DAK) hat eigentlich bis jetzt immer alles übernommen und nie Beanstandungen gemacht.

Ist es für mich für sinnvoll in die PKV zu wechseln oder soll ich lieber bei meiner GKV bleiben. Ich kann ja die GKV schon steuerlich absetzbar (Komplett ?) machen und bei Finanzamt eintragen lassen oder? Damit wäre der Unterschied zu PKV nur noch gering oder?

Was würdet ihr machen?

Danke,
Sebi
Sebi79
 
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Re: Lohnt sich eine Verbeamtung bei Vorerkrankung (=keine PK

Beitragvon Karsten am 18.04.2017, 08:43

Es geht voran...

18.4.2017 – Der Berliner Senat hat einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, der den Weg in die Kranken-Bürgerversicherung vorbereiten soll. In dem Entschließungsantrag soll die Länderkammer die Bundesregierung auffordern, zunächst die GKV für Beamte zu öffnen.

Der vom rot-rot-grünen Berliner Senat in den Bundesrat eingebrachte Antrag trägt den Titel „Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der Gerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung durch erste Schritte in Richtung einer Bürgerversicherung“ (Bundestagsdrucksache 236/17). Die beteiligten Bundesratsausschüsse werden sich in der letzten April-Woche mit der Vorlage befassen.

Beamte sollen bezahlbaren Zugang zur GKV erhalten

In einem ersten Schritt soll nach den Vorstellungen des Berliner Senats den Beamten ein echtes Wahlrecht zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung (PKV und GKV) eingeräumt werden. Dies sei eine Frage der Gerechtigkeit.

De facto gelte für Beamte eine Versicherungspflicht in der PKV, da die GKV für sie finanziell unattraktiv sei. Zu bedenken sei auch, dass bei privat Versicherten oft Behandlungen durchgeführt würden, deren medizinischer Nutzen fragwürdig, ihre Durchführung aber lukrativ sei.

„Beamtinnen und Beamten muss der bezahlbare Zugang zur GKV ermöglicht werden“, heißt es in dem Antrag. Denkbare Optionen wären hier, die bereits für Beschäftigte der Krankenkassen bestehenden Teilkostentarife auf Beamte auszudehnen, die Beihilfe in einen Arbeitgeberbeitrag umzuwandeln oder beide Varianten zu kombinieren.
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Re: Lohnt sich eine Verbeamtung bei Vorerkrankung (=keine PK

Beitragvon DerInteressierte am 02.05.2017, 13:38

Hallo liebe Forenmitglieder,

bei mir steht womöglich eine Verbeamtung in Berlin im Rahmen der Öffnungsaktion bevor. Nun habe ich gelesen, dass in Berlin Wahlleistungen nicht beihilfefähig sind. Heißt das, dass mir die Debeka dann auch nicht den WL20/WL30 anbieten wird sondern ausschließlich B20/B30? Wahrscheinlich müsste ich ja WL100 beantragen, der mir aber nicht gewährt wird... . In diesem Fall müsste ich Wahlleistungen anderweitig absichern, oder?

Bei der DKV gibt es ein Angebot ohne Gesundheitsprüfung für einen Ein-/Zweibettzimmer-Tarif inkl. Krankenhaustagegeld (20 Euro) für ca. 15 Euro im Monat. Chefarzt benötige ich nicht. Krankenhaustagegeld als Beamter benötige ich auch eher nicht, ist aber im Ein-/Zweibettzimmer-Tarif inkludiert. Fehlt mir dann noch etwas Wesentliches im Vergleich zum Debeka WL 100 oder wäre ich mit der DKV-Absicherung ähnlich gestellt?

Beste Grüße
DerInteressierte
 
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Re: Lohnt sich eine Verbeamtung bei Vorerkrankung (=keine PK

Beitragvon elCaputo am 04.05.2017, 07:17

Für eine halbwegs tragfähige Einschätzung fehlen eine ganze Reihe Infos. Leider lassen sich die Debeka Angebote auch online nicht mit den Mitbewerbern vergleichen, da erstere wenig transparent arbeitet.

Deine persönlichen Vorlieben und vor allem das dann endgültige Angebot sind viel ausschlaggebender als die Werte, die man so präsentiert bekommt. Zu oft kommen noch Risikozuschläge, Selbstbehalte, Ausschlussklauseln etc. hinzu, die so nicht absehbar sind. Suche Dir zwei oder drei Anbieter heraus, deren Angebote in Papierform Deinen Wünschen und Vorstellungen entsprechen, und lasse Dir dann konkrete Zahlen vom jeweiligen Vertreter nennen. Das ist lästig, aber nach meiner Erfahrung unumgänglich.

Allein die Kulanz der jeweiligen Versicherung oder des Vertreters bei Vorerkrankungen oder z.B. Adipositas können erheblichen Einfluss auf Deine Entscheidung haben und sind nur durch Zahlenvergleiche nicht antizipierbar.
elCaputo
 
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Re: Lohnt sich eine Verbeamtung bei Vorerkrankung (=keine PK

Beitragvon DerInteressierte am 24.05.2017, 13:49

Danke für die Rückmeldung, ich werde mir entsprechend mehrere Angebote einholen.
Ich hätte doch noch zwei Fragen zu Wahlleistungen als Beamter, vielleicht kann mir jemand hierbei helfen?

1) In Berlin sind Wahlleistungen nicht beihilfefähig, dadurch würden sie mir im Rahmen einer Öffnungsaktion nicht angeboten werden. Gibt es die Möglichkeit, als Beamter eine Krankenhauszusatzversicherung über eine andere Gesellschaft abzuschließen? Für gesetzlich versicherte gibt es bei der DKV einen Tarif (UZ1) für 1-Bett-Zimmer, ohne Gesundheitsprüfung. Solch ein Angebot habe ich für Beamte nicht entdecken können, oder habe ich etwas übersehen?

2) Was passiert mit privaten Zusatzversicherungen bei Verbeamtung? Angenommen, ich würde jetzt noch als (freiwilliges) GKV-Mitglied den UZ1 bei der DKV abschließen, erlischt der Vertrag bei Verbeamtung, weil es kein Beihilfetarif ist?

Beste Grüße und vielen Dank
DerInteressierte
 
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Re: Lohnt sich eine Verbeamtung bei Vorerkrankung (=keine PK

Beitragvon librarian31 am 26.05.2017, 07:35

DerInteressierte hat geschrieben:1) In Berlin sind Wahlleistungen nicht beihilfefähig, dadurch würden sie mir im Rahmen einer Öffnungsaktion nicht angeboten werden. Gibt es die Möglichkeit, als Beamter eine Krankenhauszusatzversicherung über eine andere Gesellschaft abzuschließen? Für gesetzlich versicherte gibt es bei der DKV einen Tarif (UZ1) für 1-Bett-Zimmer, ohne Gesundheitsprüfung. Solch ein Angebot habe ich für Beamte nicht entdecken können, oder habe ich etwas übersehen?


Hier sind zwei Dinge zu beachten:

1.) Die Zusatzversicherungen sind immer an die Bedingung geknüpft, dass man in der GKV versichert ist. Auf die Situation von Beamten passt das überhaupt nicht, da gibt es normalerweise deshalb nur ggf. verschiedene Zusatzbausteine innerhalb der ausgewählten PKV.

2.) Diese Versicherungen ohne Gesundheitsprüfungen bezahlen zu günstigen Prämiensätzen normalerweise lediglich den Zimmerzuschlag. Das Entscheidende und der Schlüssel zum eigentlichen Privatpatientenstatus im Krankenhaus ist jedoch die Chefarztbehandlung. Es gibt meines Wissens zwar Anbieter die auch Chefarzt ohne Gesundheitsprüfung anbieten, das Risiko lassen die sich aber verständlicherweise mit hohen Prämien bezahlen. Und auch da gilt: Nur für GKV!

DerInteressierte hat geschrieben:2) Was passiert mit privaten Zusatzversicherungen bei Verbeamtung? Angenommen, ich würde jetzt noch als (freiwilliges) GKV-Mitglied den UZ1 bei der DKV abschließen, erlischt der Vertrag bei Verbeamtung, weil es kein Beihilfetarif ist?


Ja,defintiv. Es gibt allerdings ggf. die Möglichkeit Zusatzversicherungen abzuschließen, die gleichzeitig eine Option auf Vollversicherung/Beihilfetarif bei Ausscheiden aus der GKV vorsehen, entsprechende Angebote müssten mit einem spezialisierten Makler o.ä. gesucht werden. Aber: Wenn gesundheitliche Probleme bestehen, bekommt man oft auch keine Zusatzversicherung. Das ist also nicht notwendigerweise ein Schlüssel zur künftigen PKV als Beamter, selbst wenn es so ein Angebot prinzipiell gibt.
librarian31
 
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