Startseite

Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Bundesbeamte und Soldaten
Beamte der ehemaligen Staatsunternehmen (Post, Bahn)

Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon HelmutK am 21.04.2017, 18:54

Hallo zusammen,

ich bin seit ein paar Monaten im öffentlichen angestellt und habe laut Aussage eines Personalratmitglieds wohl prinzipiell die Möglichkeit, mich verbeamten zu lassen.

Was gilt es da abzuwägen? Mir fallen im ersten Anlauf folgende Fragestellungen ein:

Wenn ich irgendwann wieder in die Privatwirtschaft zurückwechseln sollte - nehme ich dann die während der Beamtenzeit erworbenen Pensionsansprüche mit? Oder entsteht mir da eine "Rentenlücke"? Gibt es gg.falls eine Mindestdauer, während der ich verbeamtet gewesen sein sollte, um so eine Lücke nicht entstehen zu lassen?
Krankenversicherung: Vom Konzept der PKV habe ich nie viel gehalten. Über die Vorversicherungszeiten kann ich mich, soweit ich weiß, auch als Beamter freiwillig gesetzlich krankenversichern. Können da gravierende Nachteile lauern? Könnte ich bei Bedarf auch später noch in die PKV wechseln?
Vielen Dank schon mal für Eure Auskünfte!
HelmutK
 
Beiträge: 1
Registriert: 21.04.2017, 18:35

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon atatat am 22.04.2017, 09:18

Wenn du als Beamter zurück in die pW gehts, dann werden deine Rentenversicherungsansprüche nachversichert. Achtung: Es kommt dann dabei weniger raus, als du als Angestellter bei gleichem Nettolohn erhalten hättest.
Derzeit ist es noch so, dass ein Beamter der in der GKV bleibt, auch den AG Anteil bezahlen muss, also fast doppelt soviel abgezogen bekommt wie ein Angestellter. (Hier gibt es aber Bestrebungen es anzupassen)
atatat
 
Beiträge: 5175
Registriert: 13.11.2009, 10:44

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon MarioW am 26.04.2017, 17:04

Es ist sicher auch bei der Frage des Alters das ein oder andere zu beachten.

Wenn man noch jünger an Lebensjahren ist besteht natürlich - je nach Dienstherr - auch die Möglichkeit, die Laufbahn komplett durchlaufen zu können, was ja nicht das schlechteste ist, auch bei der Betrachtung der Pensionsansprüche später.

Wenn doch schon etwas lebensälter ist, ist die Verbeamtung - auch je nach Dienstherr - unter normalen Umständen eh nur bis zu einem Höchstalter umsetzbar und man kann aufgrund der Dienstjahre bis zur regelmäßigen Pensionierung evtl. keinen höheren Pensionsanspruch als die sog. Mindestversorgung aufbauen (derzeit irgendwas zwischen 1.650 € und 1.700 € brutto).

Der Clou ist dann der, dass man die gesetzlich erworbenen Rentenansprüche nicht automatisch verliert, sondern dass es bis zu einer Höchstgrenze (71,25% des letzten Bruttogehaltes) in voller Höhe wohl neben der Pension gezahlt wird.

Ich selbst (werde 48 J. alt) werde am 01.06.2017 verbeamtet, bin also auch einige Zeit in den Überlegungen gewesen, aber ich denke, ich werde es nicht bereuen.

Die Verbeamtung kann also neben den evtl. wichtigen statusrechtlichen Überlegungen auch aus anderen Gründen durchaus interessant sein (eigene Versorgungssituation, Beförderungsmöglichkeiten, nicht mehr von Tariflichen Eingruppierungsmerkmalen abhängig sein, etc.).
Grüße aus RLP

MarioW
MarioW
 
Beiträge: 325
Registriert: 20.04.2009, 11:29
Wohnort: in RLP

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon Sungam am 10.05.2017, 14:06

[quote="MarioW"]Es
Der Clou ist dann der, dass man die gesetzlich erworbenen Rentenansprüche nicht automatisch verliert, sondern dass es bis zu einer Höchstgrenze (71,25% des letzten Bruttogehaltes) in voller Höhe wohl neben der Pension gezahlt wird.
quote]

Moin,
wo hast Du die Info her? Soweit ich weiß, wird angerechnet bist Du Mindestpension hast....
Gruß
Sungam
Sungam
 
Beiträge: 13
Registriert: 22.11.2016, 12:10

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon MarioW am 11.05.2017, 11:20

Grüße aus RLP

MarioW
MarioW
 
Beiträge: 325
Registriert: 20.04.2009, 11:29
Wohnort: in RLP

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon Sungam am 11.05.2017, 14:51

MarioW hat geschrieben:schau mal hier:

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/FAQs/ ... cht_6.html


Mhhh
ich habe immer gedacht (fiktiv)....Verbeamtung mit 45 in A7 sprich ca.
20 X 1,79 = 35,8
Monatsbezug ca. 2800€ davon 35,8 % = 1002,40 € sprich man bekommt
Mindestpension = ca. 1650€
Sagen wir Rentenanspruch 650€
So wird der Rentenanspruch für das erreichen der Mindestpension aufgebraucht...so dachte ich läuft das?????
Sungam
 
Beiträge: 13
Registriert: 22.11.2016, 12:10

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon MarioW am 11.05.2017, 15:28

Um Dein Beispiel zu Ende zu denken:

Bemessungsgrundlage 2.800 € x 71,25% = 1.995,00 € Pension brutto normal

Da Du aber dann mit der Mindestversorgung und der gesetzlichen Rente mehr als diese "Normalversorgung" eines Beamten erhalten würdest, würde die mtl. Pensionszahlung dann auf 1.345,00 € gekürzt werden.

In der Summe erhälst Du dann exakt den gleichen Bruttobetrag wie jemand, der nur als Beamter beschäftigt gewesen ist.

Du kannst also durch einen Doppelbezug von Pension und Rente nie besser gestellt werden.
Grüße aus RLP

MarioW
MarioW
 
Beiträge: 325
Registriert: 20.04.2009, 11:29
Wohnort: in RLP

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon ccb am 12.05.2017, 06:59

Moin!
Ich lese aus § 14 Abs. 5 BeamtVg etwas anderes. Nach meiner Lesart findet die Mindestversorgung beim Zusammentreffen von Pension und Rente keine Anwendung bzw. wird die Rente tatsächlich bis zur Mindestversorgung mit dieser verrechnet.

§ 14 Abs. 5 BeamtVG
"(5) Übersteigt beim Zusammentreffen von Mindestversorgung nach Absatz 4 mit einer Rente nach Anwendung des § 55 die Versorgung das erdiente Ruhegehalt, so ruht die Versorgung bis zur Höhe des Unterschieds zwischen dem erdienten Ruhegehalt und der Mindestversorgung;...."

Macht es denn auch Sinn, wenn Beamte, die lediglich 5 Jahre Dienst tun um Versorgunsgansprüche zu erwerben, später die Mindestversorgung erhalten plus Rentenzahlungen bis zur Höchstgrenze der Beamtenversorgung?
ccb
 
Beiträge: 68
Registriert: 12.08.2014, 12:54

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon Sungam am 12.05.2017, 08:51

ccb hat geschrieben:Moin!
Ich lese aus § 14 Abs. 5 BeamtVg etwas anderes. Nach meiner Lesart findet die Mindestversorgung beim Zusammentreffen von Pension und Rente keine Anwendung bzw. wird die Rente tatsächlich bis zur Mindestversorgung mit dieser verrechnet.


Ja genau so sind auch meine Informationen...wobei...Mindesversorgen + Rente bis erreichen der "normalen" Pension fänd ich besser ... :-)

Gruß
Sungam
Sungam
 
Beiträge: 13
Registriert: 22.11.2016, 12:10

Re: Verbeamten lassen? Ja oder nein?

Beitragvon librarian31 am 12.05.2017, 09:52

Die Anrechnung der Rente auf die Mindestpension ist aber aus meiner Sicht kein wirklicher Nachteil:

Zum Tragen kommt das im Regelfall nur bei Dienst- bzw. Berufsunfähigkeit. Die Erwerbsminderungsrente der Rentenversicherung ist aber bekanntermaßen deutlich niedriger als die Mindestversorgung bei Beamten. Sprich: Wird eine geringe Rente von der Mindestpension abgezogen, hat man immer noch deutlich mehr als wenn man niemals verbeamtet worden wäre und jetzt nur eine Erwerbsminderungsrente beziehen würde. Es bleibt also ein Vorteil.

Hat man bereits anderweitig Renten- oder Versorgungsansprüche z.B. auch aus Zusatzversorgungen erworben, die selbst die Mindestpension schon übersteigen hat man durch diese hohen Zahlungen immer noch mindestens soviel wie die Mindestpension - oder auch mehr, wenn die Zahlung entsprechend ist. Denkbar wäre so etwas z.B. bei jemanden der aus einer hoch dotierten Führungsposition z.B. als verbeamteter Professor an eine Hochschule wechselt, dann aber sehr schnell Dienstunfähig wird. Weniger als ohne das Beamtenverhältnis hat er dann auch nicht - also auch kein Nachteil
librarian31
 
Beiträge: 799
Registriert: 02.12.2009, 23:00

Nächste

Zurück zu Beamte des Bundes und Soldaten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste