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Arbeit in einem Bundesministerium

Bundesbeamte und Soldaten
Beamte der ehemaligen Staatsunternehmen (Post, Bahn)

Arbeit in einem Bundesministerium

Beitragvon Sherry1 am 01.05.2017, 15:33

Hallo,

es sieht sehr gut danach aus, dass ich demnächst in einem Bundesministerium als Referent anfangen kann. Zunächst in TVöD 13.
Meine Fragen dazu:
1. Wie gut sind denn generell die Aufstiegsmöglichkeiten in einem Bundesministerium als Referent (und zwar im Durchschnitt) mit naturwissenschaftlichem Studium (kein Jurist oder BWLer/VWLer)?
2. Wie angesehen ist eine solche Tätigkeit bei Unternehmen in der freien Wirtschaft, wenn man nach einiger Zeit doch noch wechseln möchte mit Ende 30 bis 40 Jahren? Oder ist der Zug dann abgefahren?
3. In welcher Erfahrungsstufe wird man normalerweise eingestellt, wenn man vorher schon im öD tätig war bis Stufe 3?
4. Bietet die Arbeit als Referent auch einen gewissen Spielraum für Eigenständigkeit und Kreativität, oder ist das eher ein Abarbeiten von Aufgaben?

Viele Grüße und jetzt schon Danke für Antworten!
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Re: Arbeit in einem Bundesministerium

Beitragvon Lars73 am 01.05.2017, 15:46

1. Lässt sich pauschal schwer sagen. Grundsätzlich wäre als Beamter A14 und vielleicht auch A15 als Referent möglich. Als Traifbeschäftigter ist es etwas komplizierter. Hängt auch vom Ministerium ab. Daneben hängt die Chance vom Naturwissenschaftler vom Ministerium und Einsatzbereich ab.

2. Ist eher schwer. Höchstens nach einer recht kurzen Station im öffentlichen Dienst ist ein Wechsel in de Privatwrtschaft noch recht problemlos möglich. Chancen gibt es ggf. in politiknahen bereichen der Wirtschaft wo die Ministeriumserfahrung als Plus angesehen wird.

3. Hängt von der einschlägigen Berufserfahrung ab. Wenn es keine ähnliche Tätigkeit war ist es maximal förderliche Berufserfahrung. Dann ist die Stufe verhandlungssache. Stufe 3 ist relatistisch bei 3 Jahren einschlägige Berufserfahrung (d.h. Tätigkeit in E13 und ähnliche Tätigkeit). Tätigkeiten an Unis als wissenschaftlicher Mitarbeiter etc. sind selten einschlägige Berufserfahrung fürs Ministerium.

4. Kommt auf den Aufgabenbereich und das Ministerium an. Eigenständigkeit wird erwartet. Kreativität auch. Aber Vorgaben der Referatsleiters etc. sind zu beachten. Je nach Aufgabenbereich ist man mehr oder weniger im Augenmerk der höheren Leitungsebene.
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Re: Arbeit in einem Bundesministerium

Beitragvon Sherry1 am 01.05.2017, 15:53

Als zusätzliche Information:
Es handelt sich um das Umweltministerium. Die Tätigkeit beinhaltet soweohl Aufsichtsaufgaben, als auch naturwissenschaftlich-fachliche Themen und internationale Zusammenarbeiten.
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Re: Arbeit in einem Bundesministerium

Beitragvon Lars73 am 01.05.2017, 15:58

Im BMUB sind die Chancen für Naturwissenschaftler recht gut. Es gibt auch einen erheblichen Anteil an Naturwissenschaftlern als Referatsleitungen. Die Praxis zur Stufenzuordnung war in der Vergangenhet dort reletiv restriktiv. Ich habe aber keine Erkenntnisse wir das BMUB die Tarifeinigung vom letzten Jahr umsetzt (diese lässt mehr Spielraum bei der Stufenzuordsnung bei Einstellung).
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Re: Arbeit in einem Bundesministerium

Beitragvon Sherry1 am 01.05.2017, 16:25

Ok, danke Lars73!
Gerade Frage 2 ist natürlich wichtig, da es sich bei dieser Stelle um Neuland handelt. Und im Falle von "Nichtgefallen" sollte ein Wechsel machbar sein.

Weißt du auch was zum durchschnittlichen Arbeitsklima dort (auch wenn das, wie überall, von Abteilung zu Abteilung anders sein kann)? Aber häufig hat auch eine Behörde auch ihre Eigenarten (so kenn ich es aus meiner Erfahrung).
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Re: Arbeit in einem Bundesministerium

Beitragvon Sherry1 am 01.05.2017, 17:31

Noch als Zusatzfrage:

Wie stellen denn die Ministerien generell ihre Referenten ein?
Ist da auch ein Wechsel aus der freien Wirtschaft heraus möglich, oder kommt das selten vor - heißt werden Stellen eher intern oder mit frischen Absolventen besetzt?
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Re: Arbeit in einem Bundesministerium

Beitragvon Lars73 am 01.05.2017, 18:10

Das Arbeitsklima hängt ggf. sogar vom Referat ab. Nach meinen Eindruck ist das Arbeitsklima im Durchschnitt im BMUB gut. Wobei ich lediglich mit den Abteilungen IG und WR intensivere Arbeitskontakte habe.

Ministerium bedeutet, dass man ggf. sehr stark Termingetrieben ist. Es kommen ständig dringende Vorgänge mit sehr kurzen Reaktionszeiten rein die abgearbeitet werden müssen. Ist aber auch abhängig vom Bereich.

Es werden auch Referenten aus der freien Wirtschaft eingestellt. Neben Uniabsolventen sind die nachgeortneten Behörden ein wichtiger Rekrutierungspool. Daneben auch einschlägige Landesbehörden.
In den politiknahen Bereichen (Leitungsstab, wichtige Grundsatzreferate etc.) sind Wechsel aus dem Fraktionen, persönlichen MItarbeiter von Bundestagsabgeordneten ein wichtiger Faktor.
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