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Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Bundesbeamte und Soldaten
Beamte der ehemaligen Staatsunternehmen (Post, Bahn)

Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon Neueröffnung am 16.05.2017, 22:41

Hallo,

ich beginne dieses Jahr als Anwärter einer Bundesbehörde und möchte gerne einen Eindruck bekommen, wie sich die Aufstiegschancen ergeben können. Mir ist bspw. nicht klar in welchem Zeitraum und wovon abhängig die ersten Beförderungen durchgeführt werden...Einstieg wäre A10. Gibt es übliche Zeiträume in denen eine erste Beförderung stattfindet? Hier im Forum habe ich bereits unteschiedlichstes dazu gelesen. Neben möglicher Beförderungen scheint die Bewerbung auf interne Stellen der Weg nach oben zu sein, doch welche Möglichkeiten gibt es dann hinsichtlich der Standorte? Könnte man sich theoretisch auf eine höhere Stelle an einem entfernten Standort bewerben und dann nach kurzer Zeit um Familienzusammenführung bitten...ich vermute das geht nicht. Auch würde mich interessieren, ob ihr bessere Chancen bei kleinen oder großen Bundesbehörden seht? Wobei sich dann die Frage stellt, ab wann man von "großen" Bundesbehörden sprechen kann.

Den Beamtenstatus zu erhalten und die damit verbundene Sicherheit sind für mich von elementarer Wichtigkeit. Dennoch interessiert mich, ob dieser Schritt mit meinen 38 Jahren nicht schon fast zu spät ist. Letztlich ist unser Familieneinkommen bei A10 ca. 1700€ netto weniger im Monat und ich kann vorerst nur die deutlich geringere Arbeitszeit gegenrechnen. Anrechenbare Dienstjahre würden wohl 34 erreicht, was zumindest die Alterversorgung nach meiner Einschätzung attraktiv genug erscheinen lässt...sofern ich denn in min. A12 käme

Vielen Dank schon mal vorab und beste Grüße
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon Casiopeia1981 am 17.05.2017, 05:03

Die Fragen kann man eigentlich nicht wirklich beantworten, da durch die organisationshoheit der jeweiligen Behörde bzw. des jeweiligen Ministeriums unterschiedliche Praktiken angewendet werden.

Zu den Beförderungsmöglichkeiten: Es hängt davon ab, wie der jeweilige Dienstposten bewertet ist. Ist er bspw. von A 10-A12 BBesO bewertet, müsste man sich nicht wegbewerben. Man nimmt dann im Rahmen von Beförderungsrunden automatisch an der Auswahl für die Beförderung teil. Es ist so, dass oft mehr höherwertige Dienstposten bewirtschaftet werden, jedoch nicht entsprechend viele Planstellen da sind. Anhand der dienstlichen Beurteilung aller Konkurrenten wird dann ein Ranking erstellt.

Bei einer Einzeldienstpostenbewertung sieht es anders aus. Diese hat in der Regel zur Folge, dass du nach ablauf der jeweiligen Erprobungszeit (6 Monate) bei entsprechender Eignung befördert wirst. In diesem Fall müsstest du dich aber für jede Beföderung auf einen neuen Dienstposten bewerben. Grundlage für die Personalauswahl sind dann die zu erfüllenden Merkmale in einer Ausschreibung und die Beirteilung.

Zum zeitlichen Rahmen: Es ist unterschiedlich, wie oft Beförderungsrunden stattfinden. Da müsstest du konkret eine Behörde bennen. Generell gilt: Die Wartezeit für eine Beförderung ist jeweils ein Jahr, d. h., dass eine erste Beförderung frühestens nach 12 Monaten möglich ist.
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon frodobeutlin100 am 17.05.2017, 05:43

Du hast schon Glück, wenn du wirklich direkt mit A10 einsteigen kannst - nach Deiner Anwärterzeit und den bestandenen Prüfungen - die Laufbahn des gehobenen Dienstes beginnt nämlich eigentlich mit A9g ....

unsere Anwärter starten nach der Ausbildung auch mit der A9g - Beschäftigte mit beruflichen Vorerfahrungen profitieren lediglich von Verkürzungen der Probezeit oder Beginn in einer höheren Stufe innerhalb der Besoldung ...

die Frage ist auch, ob in der Behörde / dem Ministerium etc. "spitz" bewertet wird oder ob es z.B. eine Stellenbündelung gibt

es wäre z.B. bei einer Stellenbündelung möglich auf demselben Dienstposten (ohne Änderung der Tätigkeit und des Arbeitsortes) mehrfach befördert zu werden, sofern die entsprechenden Beurteilungen und die Beförderungsmöglichkeiten (Haushalt) vorliegen

oder es wird "spitz" bewertet und man muss sich für jeden beruflichen Fortschritt auf neue Stelle (auch an anderen Orten) bewerben, sich dort bewähren und kann bei Vorliegen der Voraussetzungen (s.o.) befördert werden - dann ist eben die Frage bleibt man da wo man ist oder ist man bereit für eine beruflichen Mehr auch Opfer zu bringen (längere Fahrzeit, Umzug etc.)

Ob eine A12 innerhalb des Berufslebens erreichbar ist hängt auch von der Struktur der Behörde, der anzahl der höherwertigen Dienstposten und der Alterstruktur ab, sind die Dienstposten mit relativ jungen Personen besetzt und bewegt sich beförderungsmäßig wenig, kann es sein, dass nicht klappt
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon mathiasla am 17.05.2017, 08:25

Wenn er einen technischen Abschluss hat, hat das Eingangsamt Nichts mit Glück zu tun.

A10 ist das Eingangsamt für den technischen gehobenen Dienst.
Interessant wäre auch ob du bei einer Bundesbehörde oder in einem Ministerium anfängst.

Wir sind eine Behörde mit ~10.000 -12.000 Mitarbeitern auf ~35 Standorte verteilt und mitten im "Reförmchen" soweit ich das einschätzen kann, passiert hier beamtenseitig gerade null bis Garnichts.

Bei einer Behörde die in der Fläche gestreut ist, sind die Chancen natürlich höher an so etwas wie einer Familienzusammenführung zu arbeiten.
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon frodobeutlin100 am 17.05.2017, 08:30

mathiasla hat geschrieben:Wenn er einen technischen Abschluss hat, hat das Eingangsamt Nichts mit Glück zu tun.

A10 ist das Eingangsamt für den technischen gehobenen Dienst.
Interessant wäre auch ob du bei einer Bundesbehörde oder in einem Ministerium anfängst.

Wir sind eine Behörde mit ~10.000 -12.000 Mitarbeitern auf ~35 Standorte verteilt und mitten im "Reförmchen" soweit ich das einschätzen kann, passiert hier beamtenseitig gerade null bis Garnichts.


stand da etwas von technischem Abschluss? habe ich wohl überlesen ....wir haben hier nur nichttechnischen Dienst ...

und jede Beförderung ist von Beförderungsmöglichkeiten (Haushalt) abhängig ...

vor der Bundestagswahl wird aber sicher noch mal "verteilt"
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon Neueröffnung am 17.05.2017, 08:31

Vielen Dank für die wertvollen Informationen.

Wenn ich das richtig verstehe, dann handelt es sich um reine Willkür, ob ich auf einen Einzeldienstposten oder auf eine Stellenbündelung gesetzt werde? Einen Einzeldienstposten fände ich natürlich wesentlich unattraktiver, da nur wenige Standorte von der Entfernung noch ok wären...einen Umzug schließe ich eigentlich so gut wie aus. Möglicherweise ließe sich über Detaillösungen wie Telearbeit auch etwas tragbares gestalten aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin nur Spekulation.
Der Einstieg erfolgt übrigens bei A10 im Technischen Dienst beim EBA, wisst Ihr zufällig, wie es dort gehandhabt wird?

Noch eine Frage zum hD, da ich wie gesagt deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen muss. Ist grundsätzlich zu empfehelen einen Master berufsbegleitend zu machen oder würde das den Weg dorthin nicht wesentlich verkürzen? In meiner bisherigen beruflichen Karriere spielte es überhaupt keine Rolle, dass ich an einer FH ebgeschlossen habe, leider ist dies nun sehr nachteilig.
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon mathiasla am 17.05.2017, 08:41

schau mal hier:
viewtopic.php?f=9&t=14341

die Diskussion dreht sich ebenfalls ums EBA
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon Neueröffnung am 18.05.2017, 09:21

Danke für den Hinweis. Leider hilft der Thread mir nur in Teilen weiter.
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Re: Vergleich der Aufstiegschancen bei Bundesbehörden

Beitragvon frodobeutlin100 am 18.05.2017, 09:53

laut wiki

Es (das EBA) beschäftigte Ende 2014 1197 Mitarbeiter, darunter 891 Beamte. Mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten in der Zentrale in Bonn; weitere rund 700 in zwölf Außenstellen an 15 Standorten.

Angesichts der relativ geringen Anzahl der Beschäftigen dürften Aufstiegsdienstposten heiß umkämpft sein ....

wie es genau dort läuft und welche Dienstposten vorhanden sind, wirst Du nur dort erfahren ...
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